Die Finanzierung geplanter Eisenbahnbauvorhaben erfolgt größtenteils über öffentliche Gelder, deren Freigabe nach eingehender Prüfung durch das Eisenbahnbundesamt erfolgt.
Die vorliegende Arbeit untersucht Zielkonflikte des Beschaffungsprozesses dieser Finanzierungsmittel. Projektverantwortlichen und Planungsingenieuren wird eine übersichtliche Darstellung des Themas an die Seite gestellt, die sie sicher durch das Bauvorhaben leitet. Es wird auf Probleme und Risiken fehlender Transparenz von anfallenden Kosten und möglicher Finanzierung eingegangen.
Für Journalisten und Interessierte eignet sich diese Arbeit als Einstieg in das komplexe Thema der Finanzierung von Eisenbahn-Bauvorhaben.
Inhaltsverzeichnis
1. Neuordnung und heutige Struktur der Bahn
1.1. Neuordnung der Bahn
1.1.1. Neuordnung eines Unternehmens
1.1.2. Die Ergebnisse der Pällmann-Kommission
1.1.3. Die Task Force „Zukunft der Schiene“
1.2. Die Struktur der Deutschen Bahn AG und des Eisenbahnbundesamtes
1.2.1. Personenverkehr
1.2.2. Güterverkehr
1.2.3. Personenbahnhöfe
1.2.4. Fahrweg
1.2.5. Weitere Beteiligungen der Deutschen Bahn AG
1.2.6. Das Eisenbahnbundesamt EBA
2. Der Ablauf eines Bauvorhabens bei der Deutschen Bahn AG
2.1. Projektbeteiligte
2.1.1. Abnahmeprüfer
2.1.2. Anlagenverantwortlicher
2.1.3. Auftraggeber
2.1.4. Auftragnehmer
2.1.5. Baubegleiter
2.1.6. Bauüberwacher
2.1.7. Entwurfsverfasser
2.1.8. Koordinator für Sicherheit und Gesundheitsschutz
2.1.9. Projektcontroller
2.1.10. Projekteinkäufer
2.1.11. Projektkaufmann
2.1.12. Projektleiter
2.1.13. Projektsteuerer
2.2. Phase 1 – Die Definition und Konzeption
2.2.1. Grundlagenermittlung, Programmplanung und Budgetierung
2.2.2. Machbarkeitsanalyse und Planungsauftrag
2.3. Phase 2 – Die Vorplanung
2.3.1. Auftrag zur Vorplanung
2.3.2. Bestandsaufnahme und Zustandsanalyse
2.3.3. Schritte des Projektleiters
2.3.4. Schritte des Entwurfsverfassers
2.3.5. Abschluß der Vorplanung
2.4. Phase 3 – Die Entwurfsplanung
2.4.1. Auftrag zur Entwurfsplanung
2.4.2. Koordination und Leitung der Entwurfsplanung
2.4.3. Genehmigungen
2.4.4. Entwurfsunterlagen
2.4.5. Vorlage des Entwurfsheftes
2.5. Phase 4 – Die Ausführungsplanung und Vorbereitung der Vergabe
2.5.1. Ausführungsplanung
2.5.2. Vorbereitung der Vergabe
2.6. Phase 5 – Die Ausschreibung und Vergabe
2.6.1. Ausschreibung
2.6.2. Vergabe
2.7. Phase 6 – Die Durchführung und der Abschluß des Projektes
2.7.1. Ausführung
2.7.2. Inbetriebnahmevorbereitung
2.7.3. Inbetriebnahme und Projektabschluß
2.8. Bau- und planungsrechtliche Aspekte
2.8.1. Raumordnungsverfahren
2.8.2. Planfeststellung
2.8.3. Plangenehmigung
2.8.4. Entfall von Planfeststellung und Plangenehmigung
3. Die Finanzierungsmöglichkeiten von Eisenbahnbauvorhaben
3.1. Grundlagen der Finanzierung
3.1.1. Einleitendes
3.1.2. Begriffe
3.2. Das gesetzliche Fundament der Finanzierung von Investitionen in die Schieneninfrastruktur
3.2.1. Bundesschienenwegeausbaugesetz (BSchwAG)
3.2.2. Deutsche-Bahn-Gründungsgesetz (DBGrG)
3.2.3. Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG)
3.2.4. Eisenbahnkreuzungsgesetz (EkrG)
3.2.5. Gesetz zur Regionalisierung des öffentlichen Personennahverkehrs (RegG)
3.2.6. Berlin/Bonn-Gesetz (Hauptstadtmittel)
3.2.7. Gesetze und Verordnungen der EU
3.3. Verlauf des Beschaffungsprozesses einer Finanzierung
3.3.1. Der Abschluß von Finanzierungsvereinbarungen
3.3.2. Zur Förderung von Investitionen in die Schieneninfrastruktur durch das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz
3.3.3. Antrag auf Baufreigabe in finanzieller Hinsicht
3.3.4. Der automatisierte Abruf von Bundesmitteln
3.4. Besonderheiten bei Projekten der DB Station & Service AG
4. Risiken bei der Finanzierung
4.1. Bestimmung des Begriffs Risiko
4.1.1. Definition
4.1.2. Verdeutlichung anhand eines Beispiels
4.2. Projektübergreifende Risiken
4.2.1. Die fehlende Verstetigung der Haushaltslinie
4.2.2. Die Unterfinanzierung des Bundesverkehrswegeplans
4.2.3. Vereinheitlichung der europäischen Normung der Schieneninfrastruktur
4.3. Projektspezifische Risiken
4.3.1. Kostenrisiko
4.3.2. Terminrisiko
4.3.3. Technisches Risiko
4.3.4. Planungsrechtliche Risiken
4.3.5. Baugrundrisiko
4.3.6. Umweltrisiko
4.3.7. Politisches Risiko
4.3.8. Grundsätzliche Möglichkeiten der Planung großer Bauvorhaben
4.4. Risiken innerhalb des Konzerns Deutsche Bahn AG
4.4.1. Konsequenz fehlender Eigenmittel
4.4.2. Mit der Neuordnung des Unternehmens verbundene Risiken
4.5. Risikomanagement bei Schieneninfrastrukturvorhaben
4.5.1. Einleitung
4.5.2. Risikomanagement bei der DB ProjektBau GmbH
4.5.3. Risikomanagement bei Projektsteuerung durch DE-Consult GmbH
5. Chancen und Risiken für die Effizienz und Transparenz des Beschaffungsprozesses „Finanzierung“
5.1. Kurze Einführung in die SWOT – Analyse
5.2. Untersuchung des Systems der Finanzierung von Investitionen in die Eisenbahninfrastruktur mit Hilfe der SWOT – Methode
5.2.1. Stärken
5.2.2. Schwächen
5.2.3. Chancen
5.2.4. Risiken
5.3. Schlußfolgerungen für die effiziente und transparente Gestaltung der Finanzierung von Investitionen in die Eisenbahninfrastruktur
6. Zusammenfassung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das Hauptziel der Arbeit ist es, den komplexen Prozess der Finanzierung von Eisenbahnbauvorhaben der Deutschen Bahn AG transparent darzustellen, auf vorhandene Probleme und Risikobereiche hinzuweisen und Lösungsansätze zur Effizienzsteigerung zu entwickeln, um als praktischer Leitfaden für Projektverantwortliche und Planungsingenieure zu dienen.
- Neuordnung der Bahn und Strukturen des Eisenbahnbundesamtes
- Projektabläufe bei der Deutschen Bahn AG in sechs definierten Phasen
- Gesetzliche Grundlagen und Finanzierungsmöglichkeiten von Schieneninfrastrukturprojekten
- Systematische Risikoanalyse und Risikomanagementtechniken in der Projektplanung und Bauausführung
Auszug aus dem Buch
4.1.2. Verdeutlichung anhand eines Beispiels
Bei der Praktikantentätigkeit für die DE-Consult GmbH, die der Diplomarbeit vorausging, war der Autor an der Projektsteuerung des Vorhabens „Netz 21 – Korridor 105 – Region Neubrandenburg“ beteiligt. Das Projekt, Teil der Unternehmensstrategie Netz 21, hat zum Ziel, auf etwa 270 km Schienennetz die fahrbare Geschwindigkeit auf 120 Stundenkilometer zu erhöhen und durch Rationalisierungen bei Bahnübergängen und dem Übergang zu elektronischen Stellwerken Personal einzusparen und die Sicherheit des Betriebs zu erhöhen.
Auf einer dieser Langsamfahrstellen haben Züge ihre Geschwindigkeit sogar bis auf zehn Stundenkilometer zu drosseln. Grund dafür ist eine Faulschlammlinse unterhalb des Oberbaus, die beim Neubau der Strecke vor etwa einhundert Jahren nicht erkannt wurde und dazu führte, daß der Oberbau nun abgängig ist. Dabei erstreckt sich die Faulschlammlinse über einen Bereich von knapp fünfhundert Metern – ein Umstand, der später Relevanz erlangen sollte.
Der mit der Planung der Verkehrsanlagen beauftragte Fachingenieur schlug zur Ertüchtigung des Oberbaus eine technisch machbare und finanziell vertretbare Lösung vor, die den Einbau von Spundwänden beiderseits des Oberbaus zur Stabilisierung vorsah. Das Risiko entstand nun aus dem Unterschied zwischen technischer machbarer Lösung und geltenden Finanzierungsregeln. So werden für die Instandhaltung einer Strecke nur Zuwendungen gewährt, wenn sie sich über mehr als eintausend Meter erstreckt und die Anlage wesentlich verbessert wird (s. [EBA], Anlage 11.3, 9. Beispiel). Trotzdem blieb die Problematik während des gesamten Planungsablaufs unbemerkt, obwohl die Beteiligten wegen der außergewöhnlich strikten Geschwindigkeitsbeschränkung hätten sensibilisiert sein können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Neuordnung und heutige Struktur der Bahn: Gibt einen Einblick in die Unternehmensgeschichte und beschreibt die aktuellen Strukturen der Deutschen Bahn AG sowie des Eisenbahnbundesamtes.
2. Der Ablauf eines Bauvorhabens bei der Deutschen Bahn AG: Detaillierte Erläuterung der sechs Phasen eines Bauprojekts, inklusive der Verantwortlichkeiten der Projektbeteiligten und der Genehmigungsprozesse.
3. Die Finanzierungsmöglichkeiten von Eisenbahnbauvorhaben: Umfassende Aufzählung der gesetzlichen Grundlagen und Finanzierungsinstrumente, die bei Infrastrukturprojekten zur Anwendung kommen.
4. Risiken bei der Finanzierung: Klassifizierung und Erläuterung von projektübergreifenden, projektspezifischen und konzernweiten Risiken sowie Methoden des Risikomanagements.
5. Chancen und Risiken für die Effizienz und Transparenz des Beschaffungsprozesses „Finanzierung“: Anwendung einer SWOT-Analyse zur Bewertung des bestehenden Finanzierungssystems und Ableitung von Optimierungsvorschlägen.
6. Zusammenfassung: Resümee der gewonnenen Erkenntnisse und abschließende Einschätzung des Autors zur Effizienz des Finanzierungsprozesses.
Schlüsselwörter
Eisenbahnbauvorhaben, Finanzierung, Deutsche Bahn AG, Eisenbahnbundesamt, Projektmanagement, Infrastruktur, Investition, Risikomanagement, Baufreigabe, Haushaltsmittel, Bauablauf, SWOT-Analyse, Fördermittel, Planfeststellung, Zuwendungsfähigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das System der Finanzierung von Eisenbahnbauvorhaben bei der Deutschen Bahn AG und entwickelt Ansätze für eine effizientere und transparentere Gestaltung dieses Prozesses.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit deckt die Neuordnung der Bahn, den konkreten Ablauf von Bauprojekten, die gesetzlichen Grundlagen der Infrastrukturfinanzierung sowie eine fundierte Analyse von Risiken und deren Management ab.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Projektverantwortlichen und Planungsingenieuren eine strukturierte Übersicht zur Finanzierungssituation an die Hand zu geben, um Probleme und Risiken frühzeitig zu erkennen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt zur Bewertung des Finanzierungssystems eine SWOT-Analyse, um Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken systematisch gegenüberzustellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Bahnstruktur, den detaillierten Projektablauf, die Analyse von Finanzierungsmöglichkeiten sowie eine tiefgehende Risikoprüfung bei Schieneninfrastrukturprojekten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Projektmanagement, Investition, Baufreigabe, Risikomanagement, Infrastrukturfinanzierung und Planfeststellung aus.
Warum spielt die Aktivierungsfähigkeit bei der Finanzierung eine so große Rolle?
Die Aktivierungsfähigkeit ist die Voraussetzung für die Zuwendungsfähigkeit von Vorhaben, da nur investive Maßnahmen nach Handelsrecht vom Bund gefördert werden dürfen.
Welche Bedeutung haben die sogenannten „EBA-Faxe“?
Dabei handelt es sich um ständig aktualisierte Verwaltungsanweisungen des Eisenbahnbundesamtes, die helfen, komplexe Regelungszusammenhänge der Finanzierung fortzuschreiben.
- Quote paper
- Gregor Groß (Author), 2003, Untersuchungen zur Finanzierung von Eisenbahn-Bauvorhaben. Entwicklung von Ansätzen für eine effiziente und transparente Gestaltung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20063