In dieser Hausarbeit soll die Abendmahlslehre von Martin Luther behandelt werden. Diese soll im Kontext der Reformation zum Schweizer Reformator Johannes Calvin verglichen werden.
Die Ansichten von Luther gehen aus der zugrunde liegenden Quelle „ Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche“ hervor. Die Auffassung von Johannes Calvin wird aus verschiedener Lektüre erschlossen.
Zu Beginn der Arbeit wird die Quellenkritik erfolgen. Danach wird die Quelle genauer studiert, der Autor wird vorgestellt, sowie das historische Umfeld. Abschließend wird die Quelle inhaltlich erörtert und interpretiert.
Im zweiten Teil der Hausarbeit wird der innerprotestantische Vergleich vorgenommen. Hier wird die Abendmahlslehre von Calvin zum Vergleich von Martin Luther gesetzt. Johannes Calvin war neben Martin Luther einer der bedeutendsten Reformatoren des 16. Jahrhunderts. Beiläufig ist 2009 das Calvinjahr, am 10. Juli diesen Jahres würde Calvin seinen 500. Geburtstag feiern. Calvin ist also, auch in den Medien, sehr präsent, ein Grund mehr seine Lehre genauer zu erforschen. Die Stellung von Calvin soll anhand von Sekundärliteratur entschlüsselt werden. Es wird also eine Differenzierung innerhalb der protestantischen Kirche erläutert.
Im ersten Teil dieser Arbeit ist das Ziel, die Problemlage von Luther zu der römisch-katholischen Kirche genauer zu erschließen. Worin sah er das Hauptproblem in der Kirche? Im zweiten Teil, soll der innerprotestantische Vergleich im Vordergrund stehen. Also warum gab es zusätzliche Spaltung innerhalb der reformierten Kirche? Waren diese unumgänglich?
Die Spaltung von Luther zur katholischen Kirche stellt für mich eine unheimlich interessante historische Entwicklung dar. Mein Interesse wurde im 1. Semester geweckt, dort wurde eine protestantische Messe vorgestellt. Hier erkannte ich, dass ich dieses Thema unbedingt für mich erschließen muss. Ich sah in dieser Hausarbeit eine gute Möglichkeit meine Defizite über die protestantischen Riten zu beheben.
Darüber hinaus ist Martin Luther eine beeindruckende Persönlichkeit. Seine Resultate über die zentrale Erkenntnis, dass der Glauben entscheidend ist, sind überwältigend. Er hielt an seinen Ergebnissen fest, egal was der gegenwärtige „Konsens“ der Theologie war. Seine Nähe zum Volk war beeindruckend, schließlich übersetzte er die Bibel und veröffentlichte sie ohne die Genehmigung der Kirche.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Quellenkritik
3. Martin Luther
4. Eingrenzung des Aussagebereichs (historischer Kontext der Reformation)
5. Inhalt der Quelle „Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche“
6. Intention von Luther und Interpretation der Quelle
7. Johannes Calvin
8. Die Abendmahlslehre von Johannes Calvin
9. Die Abendmahlslehre von Martin Luther im Vergleich zu Johannes Calvin
10. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die Abendmahlslehre Martin Luthers, basierend auf seiner Schrift „Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche“, darzustellen und sie anschließend in einem innerprotestantischen Vergleich der Abendmahlslehre von Johannes Calvin gegenüberzustellen, um die theologischen Differenzen und Gemeinsamkeiten innerhalb der Reformationsbewegung zu verdeutlichen.
- Analyse der Schrift „Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche“ von 1520.
- Untersuchung der theologischen Entwicklung und Positionierung Martin Luthers.
- Erforschung der Abendmahlslehre und des Wirken von Johannes Calvin.
- Vergleichende Gegenüberstellung der reformatorischen Abendmahlsverständnisse.
- Einordnung der historischen und theologischen Kontexte der Reformation.
Auszug aus dem Buch
5. Inhalt der Quelle „Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche“
In der vorliegenden Streitschrift von Martin Luther geht es um Missstände in der Kirche in der Zeit von Luther, d.h. hier um 1520.
Er teilt seinen Text in drei Gefangenschaften ein, diese beziehen sich auf das „Sakrament des Brotes“. Sie beschäftigen sich also mit dem Verständnis der Eucharistiefeier der römisch-katholischen Kirche.
Am Anfang des Textes beklagt sich M. Luther über das Sakrament des Brotes. Er kritisiert die Tatsache, dass den „Laien“ der Kelch verwährt wird. Das alle ein Recht auf die Kelchkommunion haben, belegt er mit 2 Bibelstellen (vlg. Paulus 1.Kor. Kapitel 11 und die Evangelien beim Bericht über das letzte Mahl des Herrn). Es sei unlogisch, gottlos und tyrannisch, den Laien das Abendmahl in beiderlei Gestalt zu verwehren. Die Schuld läge allerdings bei den Priestern und nicht bei den Laien selbst. Dies sei die „erste Gefangenschaft“.
Die „zweite Gefangenschaft“ der Kirche lehnt an die Haltung von Pierre d´Ally an. Er glaubt daran, dass nicht „der Leib Christi in dem Brot ist, sondern dass das Brot der Leib Christi ist“. Dies belegt er ebenfalls mit Stellen aus der Bibel. Er sagt also aus, dass das Sakrament der wahre Leib und das wahre Blut Christi sei. Weiter beschreibt er die Messe oder das Sakrament des Altars als ein Testament Christi. In diesem Abschnitt betont er zudem, dass man nur das glauben sollte was in der Schrift steht. Hierbei kritisiert er Thomas von Aquin und schließt sich Aristoteles an.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt das Ziel der Arbeit, Martin Luthers Abendmahlslehre im Kontext der Reformation darzustellen und diese mit der Auffassung von Johannes Calvin zu vergleichen.
2. Quellenkritik: Es wird die Schrift „Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche“ als eine theoretisch-theologische Streitschrift von 1520 charakterisiert, in der Luther kirchliche Missstände direkt angreift.
3. Martin Luther: Dieses Kapitel zeichnet die Biografie Luthers, seine religiöse Prägung, sein Studium sowie sein „Turmerlebnis“ und die daraus resultierende fundamentale theologische Neuausrichtung nach.
4. Eingrenzung des Aussagebereichs (historischer Kontext der Reformation): Der historische Kontext der Reformation als Prozess der kirchlichen Erneuerung und Abspaltung wird beleuchtet, wobei besonders der Ablasshandel als Auslöser genannt wird.
5. Inhalt der Quelle „Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche“: Die Schrift wird in ihre drei zentralen Gefangenschaften unterteilt, in denen Luther das Abendmahlsverständnis und den Opfercharakter der Messe kritisiert.
6. Intention von Luther und Interpretation der Quelle: Hier wird Luthers Absicht analysiert, die Kirche auf der Grundlage der Bibel zu erneuern, statt sie zu spalten, und es werden seine zentralen Kritikpunkte gedeutet.
7. Johannes Calvin: Das Kapitel widmet sich der Biografie Johannes Calvins, seinem Einfluss auf die reformatorische Bewegung und der Etablierung seiner Lehre in Genf.
8. Die Abendmahlslehre von Johannes Calvin: Es wird herausgearbeitet, wie Calvin eine vermittelnde Position zwischen Luther und Zwingli einnimmt und das Abendmahl als reale Mitteilung der Gegenwart Christi durch den Heiligen Geist versteht.
9. Die Abendmahlslehre von Martin Luther im Vergleich zu Johannes Calvin: In diesem Kapitel werden die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Abendmahlslehren beider Reformatoren direkt gegenübergestellt.
10. Schluss: Der Schluss reflektiert die Spaltung des Christentums und bewertet Luthers Bestrebungen sowie Calvins Vorgehensweise kritisch aus der Sicht der Autorin oder des Autors.
Schlüsselwörter
Martin Luther, Johannes Calvin, Reformation, Abendmahlslehre, Eucharistie, Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche, Sakrament, Kelchkommunion, Transsubstantiation, Konsubstantiation, Reformierte Kirche, Bibel, Glauben, Römisch-katholische Kirche, Theologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Abendmahlslehre von Martin Luther basierend auf seiner Schrift „Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche“ und setzt diese in einen Vergleich zur Abendmahlsauffassung von Johannes Calvin.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den zentralen Themen gehören die Kritik am mittelalterlichen Abendmahlsverständnis, die theologische Entwicklung Luthers, die Lehre Johannes Calvins sowie der innerprotestantische Vergleich dieser beiden Positionen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die spezifischen Auffassungen Luthers und Calvins zum Abendmahl herauszuarbeiten, um zu verstehen, warum es innerhalb der reformatorischen Bewegung zu Differenzierungen und Spaltungen kam.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Quellenanalyse, den Vergleich anhand von Sekundärliteratur sowie eine historische Einordnung der Reformatoren und ihrer Schriften.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden Luthers Schrift analysiert, das historische Umfeld der Reformation beschrieben, die Biografien und Lehren von Luther und Calvin beleuchtet und ihre Abendmahlsverständnisse direkt verglichen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Martin Luther, Johannes Calvin, Abendmahlslehre, Reformation, Sakrament, Eucharistie und theologische Differenzen charakterisiert.
Wie bewertet die Arbeit die „dritte Gefangenschaft“ nach Luther?
Luther richtet sich in dieser Gefangenschaft gegen die Messe, da er den Opfercharakter ablehnt und betont, dass das Heil allein durch den Glauben und nicht durch Werke oder menschliche Vorbereitung erlangt wird.
Welche Rolle spielt der Heilige Geist bei Calvins Abendmahlsverständnis?
Für Calvin bewirkt der Heilige Geist eine reale Verbindung der Gläubigen mit Christus, wobei Christus zwar spirituell gegenwärtig ist, aber nicht lokal in Brot und Wein festgemacht wird.
- Citation du texte
- Kristina Lüffe (Auteur), 2009, Die Abendmahlslehren Luthers und Calvins im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200683