Weblogs als neues Kommunikationsmedium in der Bildungswissenschaft

Beschreibung, Umsetzung und Reflexion einer eigenen Weblogidee


Hausarbeit, 2010
20 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung in das Thema

2. Weblogs im Allgemeinen
2.1 Funktionalitäten von Weblogs
2.2 Motive von Weblogs und Einsatzmöglichkeiten

3. Konzepte von Weblogs
3.1 Designmöglichkeiten
3.2 Design von Weblogs orientiert am Instructional Design

4. Der eigene Blog (Kurze Einleitung und Themenfindung erläutern)
4.1 Gestaltung und Design des eigenen Weblogs
4.2 Funktionalitäten des eigenen Blogs (visualisiert)

5. Fazit (Reflektion des eigenen Blogs und Ausblicke)

Abbildungsverzeichnis:

Abbildung 1: Lese-Zone (Aufmerksamkeitsbereiche am Bildschirm)

Abbildung 2-: Notizblog

Abbildung 3: Mindmap - Aufbau persönlicher Weblog

Abbildung 4: E-learning in Unternehmen 1

Abbildung 5: E-Learning in Unternehmen 2

1. Einleitung in das Thema

Das zunächst eher skeptisch und kritisch betrachtete Web 2.0 mit seinem Social Media Schwerpunkten hat neben den Privatanwendungen auch Einzug in unserem Bildungsbereich erhalten. Als eine der vielen Kommunikations­anwendungen hat sich unter anderem vor allem der Weblog durchgesetzt und große Akzeptanz erfahren. Mitte der 90 Jahre als privates Online-Tagebuch entstanden, daher auch der Name, zusammengesetzt aus Web und Logbuch – Weblog, wird er heute sowohl in Unternehmen als auch im Bildungsbereich erfolgreich eingesetzt. Personen, die einen Weblog schreiben, bezeichnet man kurz als Blogger.

In dem nun folgenden Text soll auf das Thema Weblog, allgemeine Vorstellung des Mediums, bis hin zum eigenen Blog näher eingegangen werden. Der Blog hat sich in den letzten Jahren zum Kommunikationsmedium entwickelt und kann unterschiedlich gestaltet und dargestellt werden. Ebenso unterscheiden sich Design und Darstellung nach zu repräsentierenden Themen. Wann sich welche Methode eignet und nach welchen Kriterien der eigene Blog gestaltet und angeboten wird, wird im Folgenden näher erläutert, untermauert und begründet.

2. Weblogs im Allgemeinen

Mitte der 90er Jahre entstanden die ersten Blogs, auch Web-logs genannt. Sie erschienen als eine Art Tagebuch, bzw. Online-Protokoll, in denen Nutzer (sogenannte Blogger) periodische Publikationen über meist private Dinge vornahmen. Ein Blog ist in der Regel „endlos“ und wird immer weiter geführt. Er wird in umgekehrt chronologischer Reihenfolge dargestellt und erinnert damit an Thementhreads, wie sie bereits seit langem in Internet-Foren vorkommen. Robert Braun schrieb den ersten deutschsprachigen Weblog, Moving Target und die Cybertagebücher (Bloghistory-Projekt), die später von der Aktion Sorgenkind übernommen wurden.

Der Einsatz und die Verbreitung von Weblogs erfolgte rasant – waren es 1997 noch 100 Blogs so konnten im Jahr 2005 bereits 20 Mio. Blogs verzeichnet werden, Tendenz steigend. Neben den Privatanwendern wurden auch die traditionellen Massenmedien auf die neue Publikationsform aufmerksam.

Die Entstehungsgeschichte zeigt, dass sich der eigentliche private Tagebuch- Weblog stetig weiterentwickelt hat. Weblogs werden heute als kleine Content-Management-Systeme zu allen erdenklichen Themen, unter anderem eben auch in der Bildung eingesetzt. Blog-Typologien reichen bereits von A-Z, über Artblogs, Audioblogs, Berufs- und Bildungsblogs bis hin zu Wissenschaftsblogs. Anhand der vielen verschiedenen Themen die in Blogs behandelt werden, lässt sich erkennen, dass Blogs nicht mehr nur die breite Masse, sondern inzwischen auch gezielt, ausgewählte Gruppen ansprechen. Insbesondere auf den wissenschaftlichen Blogs finden sich konsolidierte Informationen zu bestimmten Themen, die meist nur für eine kleine Interessenten­gruppe von Bedeutung sind. .

Auffällig für Weblogs ist und bleibt die Kommunikationsform. Unabhängig zu welchem Thema der Blog erstellt wurde, ist eine Individualisierung der Kommunikation erkennbar. Der Autor des Blogs hat die Möglichkeit seinen eigenen Schreibstil zu präsentieren. Länge und Formulierung des Blogs unterliegen keiner festgelegten Regel – ebenso liegen Verlinkung und Vernetzung des Blogs in der Verantwortung des Autors.

Trotz der laufenden Veränderung und der unterschiedlichen Einsatzgebiete wird der überwiegende Teil der bestehenden Blogs privat geschrieben. Blogs können daher als personal Blog und non-personal Blog unterschieden werden.

Neben den Möglichkeiten und Anwendern dieses Mediums sollen aber auch die technischen Aspekte von Weblogs erwähnt werden. Weblogs lassen sich in zwei Kategorien unterteilen. Es gibt zum einen die Weblogs, die auf einer kommerziellen Anbieterseite gehostet werden und zum anderen die, die von ihren Inhabern auf individuellen Servern betrieben werden. Gängig und unkompliziert ist das Bloggen bei bekannten Anbietern, wie Blogger.com, Wordpress.com und antville.org. Nach einfacher Registrierung werden dem Nutzer Blogspace, Blogdesign und auch Blog-Funktionalitäten zur Verfügung gestellt.

Ein Blog bietet neben der Möglichkeit, eine Art Online-Tagebuch zu verfassen und auf diesem Weg über das Internet zu kommunizieren, noch viele weitere Funktionen, die im nächsten Abschnitt vorgestellt und kurz erläutert werden sollen.

2.1 Funktionalitäten von Weblogs

Spätestens mit dem Einzug des Web 2.0, des sogenannten „mitmach Internets“, da es ganz im Zeichen der sozialen Verknüpfung und der aktiven Mitgestaltung der Inhalte steht, haben auch die vielen Social-Funktionalitäten des Weblogs an Bedeutung gewonnen. Grundsätzlich verfasst ein Blogger sogenannte Posts, die als Artikel in seinem Blog erscheinen und, wie bereits beschrieben, chronologisch umgekehrt angeordnet werden. Für den Leser ist somit leicht zu erkennen, welcher Eintrag der aktuellste ist, zumal dieser meist noch explizit hervorgehoben wird. Den Gesamtablauf der geposteten Artikel nennt man Thread. Ein Thread zeigt alle Beiträge zu einem bestimmten Thema.

Um Beiträge zu verlinken oder andere Blogs hinzuzufügen besitzt jeder Artikel – oftmals sogar jeder Eintrag in einem Blog eine eindeutige Webadresse, den sogenannten Permalink. Mit Hilfe des Permalinks sind auch einzelne Beiträge durch andere Blogger referenzierbar, ohne gleich den gesamten Weblog verlinken zu müssen.

Eine weitere Funktion, die einen Blog auszeichnet, ist das Kommentarfeld. Neben den eigenen geposteten Artikeln bietet man anderen Nutzern (Lesern) die Möglichkeit, die Artikel zu kommentieren. Artikel können dadurch kritisiert, aber auch bereichert, kommentiert und ergänzt werden. In den meisten Fällen ist es dem Autor überlassen die Kommentarfunktion an/ab zu schalten, bzw. festzulegen, ob ein Kommentar ungefiltert erscheinen darf oder zunächst überprüft und erst dann freigegeben werden darf.

Bei dem RSS Feed handelt es sich ebenfalls um ein typisches Blog-Merkmal. Ein Feed kann von einem Leser abonniert werden und bietet die Möglichkeit, dem Leser direkt anzuzeigen, dass es in einem Blog neue Beiträge gibt.

Weitere Funktionalitäten eines Weblogs sind sicherlich Trackbacks und Pingbacks. Hierbei geht es um die Verlinkung von einem Blog zum anderen. Der Blogger, auf dessen Blog verlinkt wurde, kann dieses anhand eines Trackbacks erkennen. Trackbacks und Pingbacks sind weit verbreitet, werden jedoch nicht von jeder Software unterstützt.

Zuletzt soll in diesem Zusammenhang noch auf den Blogroll verwiesen werden, ebenfalls eine Funktion eines Blogs. Ein Blogroll ist eine Linksammlung weiterer Blogs, die der Autor konsolidiert auf seinem Blog anbietet. Es kann sich hierbei um Blogs handeln, die der Autor selber liest oder um solche, die gut zum Thema passen. Standardisierte Kriterien zur Erstellung von Blogrolls gibt es nicht.

Neben den Funktionalitäten, die die Weblogsoftware bietet, sollen aber auch die Funktionen des Weblog-Einsatzes und der Weblog-Einsatzmöglichkeiten be­trachtet werden. Im folgenden Abschnitt geht es um die Einsatzmotive von Weblogs, die völlig unterschiedlicher Natur sein können.

2.2 Motive von Weblogs und Einsatzmöglichkeiten

Im vorherigen Abschnitt wurde auf die Funktionalitäten der Weblogsoftware ein­gegangen. Dabei handelt es sich um Funktionalitäten, die zur didaktischen und methodischen Gestaltung von Blogs eingesetzt werden können. Je nach Zielgruppe und Inhalt entsteht ein besonderer Bedarf, auf den anhand der eben beschriebenen Funktionalitäten eingegangen werden kann.

So wie bei der Anpassung der Software, muss auch auf ihr Einsatzgebiet eingegangen werden. Die häufigsten Weblog-Einsätze dienen folgendem: Persönliches Tagebuch, Lerntagebuch, Wissensmanagement-Werkzeug, E-Portfolio, Diskursmedium, Schulungswerkzeug (Akbari, Schmidt und Spannagel 2008), z.B zur Vermittlung von Medienkompetenz.

Der wohl häufigste Einsatz ist nach wie vor der private Blog. Blogger berichten in Form eines Online-Tagebuchs über ihr Leben oder über bestimmte Themen aus ihrem Leben. Diese Blogs beinhalten subjektive Erlebnisse, Meinungen und Erfahrungen. Sie beziehen sich meist nur und ausschliesslich auf das Leben des jeweiligen Autors und richten sich weitestgehend an seinen Bekanntenkreis. Neben der rein privaten Nutzung haben Blogs jedoch auch im Bildungsbereich keinen geringen Stellenwert. Neben der allgemeinen Informationsmöglichkeit bieten Weblogs den Teilnehmern den Vorteil, dass sie gemeinsam Beiträge kommentieren können. Die Kommentare sind für alle Teilnehmer sichtbar, so dass die Möglichkeit besteht, gemeinsam über Inhalte zu diskutieren. Im Bildungsbereich können Blogs völlig unterschiedlich und individualisiert genutzt werden. Zum einen kann es sich um einen reinen Dozentenblog handeln – während Studierende früher Skripte erhielten und sich in seltenen Sprechstunden an den jeweils Lehrenden wenden konnten, können Blogs heute genauso informativ, jedoch wesentlich zeitnaher eingesetzt werden. Lehrende können mittels eines Blogs ebenfalls Vorlesungs- und Seminarinhalte zur Diskussion stellen.

Eine andere Möglichkeit wäre der Gruppenblog. Insbesondere in den USA wurden häufig kursbegleitende Foren eingesetzt. Diese können nun durch Gruppenblogs ersetzt werden. Der Austausch findet über den Weblog statt. Inhalte werden kommentiert und diskutiert, kurze Zusammenfassungen von „Hausaufgaben“ und „Übungsaufgaben“ werden gepostet. (Hierzu eine persönliche Erfahrung von 2000 an der Graduate School of Education Harvard University: Der Kurs „Tools for Thought“ von Prof. W. Shaffer fand 1x pro Woche statt, zur Vorbereitung auf den Kurs bekamen die Studierenden grosse Literaturmengen zu lesen, die sie als eine Art Hausaufgabe zusammen­gefasst in ein Forum stellen mussten. Der Professor sicherte damit, dass alle Studierenden vorbereitet waren und sich am Kurs beteiligenden konnten. Das damals eingesetzte Forum kann durchaus als eine Art Vorläufer des Weblogs gesehen werden. Kommentarfunktionen sowie das Einstellen von Informationen waren bereits möglich. Das Forum wurde als Kommunikations­plattform von den Studierenden regelmäßig genutzt und durch den Professor (Dozenten) kommentiert und gepflegt.)

Nicht zuletzt können natürlich auch einfach Teilnehmerblogs geführt werden. Teilnehmerblogs sind wahrscheinlich die gängigste Methode beim Einsatz von Blogs. Jeder Teilnehmer schreibt seinen eigenen Blog.[1] Alle hier genannten Weblogs lassen sich sowohl öffentlich als auch gruppenintern führen. Je nach Thematik und Anlass ist es notwendig, Blogs nur einer ausgewählten Gruppe zugänglich zu machen. So möchten Studierende nicht, dass Ihre Kommentare außerhalb des Seminars gelesen werden und Firmen-Mitarbeiter sind darauf angewiesen, dass Firmeninterna nicht einer breiten Masse, im schlimmsten Falle den Mitbewerbern, zugänglich gemacht werden.

Neben den bisher genannten Weblog-Einsatzmöglichkeiten gibt es noch eine weitere, die häufig in der Wirtschaft zu finden ist, die sogenannten Corporate

Blogs.

Corporate Blogs sind persönliche oder thematische Informationsdienste, die oftmals von Unternehmen publiziert werden. „Corporate Blogs er­möglichen eine direkte, ungefilterte und dialogorientierte Kommunikation mit wichtigen Stakeholdern“ (Zerfraß, 2005)

3. Konzepte von Weblogs

Wie bereits zu erkennen ist, ist die Anzahl der im Web vorhandenen Weblogs stetig angestiegen. Weblogs gibt es inzwischen zu allen nur erdenklichen Themen und sie sind vorrangig im privaten, aber auch im wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Bereich nicht mehr wegzudenken. Es gibt sie in verschiedenen Ausprägungen und Formen. Täglich entstehen neue Weblogs, so dass ihre Anzahl bereits weltweit auf über 200 Mio. angewachsen ist. Ein gängiges Konzept von Weblogs gibt es ebenso wenig wie Richtlinien, die standardisierte Vorgaben zur Gestaltung, Umsetzung oder zum Einsatz von Weblogs beschreiben. Das Konzept entsteht individuell und wird vom Autor/ Betreiber des Blogs selbstbestimmt.

Neben der übersichtlichen und einfachen Funktion für den Autor, neue Beiträge zu publizieren, die in chronologischer Reihenfolge umgekehrt dargestellt werden, bieten Weblogs weiterhin den großen Vorteil der Zeit- und Ortsunabhängigkeit. Per RSS Feed werden Abonnenten des Blogs über neue Beiträge informiert. Diese können jederzeit kommentiert oder auch erneut abgerufen werden. Auf diese Weise wird ein Informationsverlust in jedem Fall vermieden. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass der Autor eines Artikels klar erkennbar ist. Ein Blog gewinnt daher weit mehr an Glaubwürdigkeit als ein auf einer Webseite veröffentlichter Artikel ohne genaue Angaben zum Autor.

Letztendlich haben Blogs längst ihren Stellenwert im Bereich des Informations­austausches bewiesen. Wie die Blogs, haben inzwischen auch ihre Autoren einen gewissen Bekanntheitsgrad und außerdem ein Selbstverständnis im Internet erlangt.

[...]


[1] Vgl. mit unserem Kurs, hier hat jeder Kursteilnehmende einen eigenen Blog erstellt

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Weblogs als neues Kommunikationsmedium in der Bildungswissenschaft
Untertitel
Beschreibung, Umsetzung und Reflexion einer eigenen Weblogidee
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Medien und Bildung)
Veranstaltung
Lehren und lernen in der Wissensgesellschaft
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
20
Katalognummer
V200814
ISBN (eBook)
9783656275145
ISBN (Buch)
9783656276326
Dateigröße
1911 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Web, Blog, Bildungswissenschaften, Kommunikation Online
Arbeit zitieren
Dr. Gwendolin Rugen (Autor), 2010, Weblogs als neues Kommunikationsmedium in der Bildungswissenschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200814

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