Exchange Traded Funds (ETFs) - Eine Darstellung


Seminararbeit, 2012

17 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abkürzungs- und Symbolverzeichnis

1. Einleitung

2. Exchange Traded Funds
2.1 Definition
2.2 Geschichte der ETFs
2.2.1 Entstehung
2.2.2 Entwicklung
2.3 Eigenschaften
2.3.1 Passives Management
2.3.2 Funktionsweise
2.3.3 Risiken
2.3.4 Vorteile
2.4 Handel
2.4.1 Kauf und Verkauf
2.4.2 Kosten
2.4.3 Strategischer Einsatz

3. Schlussbemerkung

Literaturverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildung 1: Entwicklung der ETFs in Europa

Abbildung 2: Full-Replication-Methode

Abbildung 3: Swap-Ansatz, Performance-Tausch

Abkürzungs- und Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Meine Seminararbeit thematisiert das Gebiet der Exchange Traded Funds, kurz ETFs, aus dem Bereich des Wertpapierhandels.

Bei ETFs handelt es sich um börsengehandelte Fonds, genauer gesagt um passiv gemanagte Investmentanteile, die einen ganzen Markt abbilden.

Trotz steigender Nachfrage und stetiger Präsenz in den Medien, sind diese Fonds, zumindest unter Privatanlegern, noch recht unbekannt.

Ihren Ursprung findet die Anlageform in der Aussage des französischen Mathematikers Louis Bachelier, welcher bewies, dass die Chancen den Markt zu schlagen genau bei 50 % liegen. Weiterentwickelt wurde dieser Beweis in der modernen Portfolio-Theorie von dem Nobelpreisträger Harry Markowitz.[1] Er untersuchte das Risiko eines Portfolios unter Streuungsgesichtspunkten und stellte heraus, dass man nicht „alle Eier in einen Korb legen soll“.[2]

Die Theorie hat in der heutigen Zeit, die immer wieder durch Finanzkrisen und Innovationen der Produktwelt geprägt ist, mehr denn je an Bedeutung gewonnen.

Anleger sind besonders in solchen Zeiten zunehmend in Ihren Entscheidungen verunsichert und können durch mangelnde Transparenz die Anlagemöglichkeiten und den Markt nur schwierig durchblicken.

ETFs können daher eine interessante Investitionsmöglichkeit darstellen. Dabei verraten Werbesprüche wie: „Wir haben Sie gefunden, es gibt sie wirklich – die eierlegende Wollmilchsau in Gestalt von Exchange Traded Funds(...)“[3] und „ETFs – Königsklasse der Indexanlagen“[4], schon viel über die Vorteile und Eigenschaften dieser Fonds.

Im Vergleich zu anderen Wertpapieranlagen bieten Exchange Traded Funds mehr Transparenz, Flexibilität und Klarheit und sind dabei auch noch preiswert und sicher.

Auf den folgenden Seiten meiner Arbeit, möchte ich dem Leser die Charakteristik und den Handel mit ETFs näher erläutern. Des Weiteren wird dem Leser ein Einblick in die geschichtliche Entstehung und Entwicklung der Fonds gegeben und es werden die Risiken einer Anlage in ETFs aufgezeigt, denn ein ETF ist nur so gut bzw. schlecht in seiner Performance, wie sein zugrundeliegender Index.

2. Exchange Traded Funds

2.1 Definition

ETF ist die Abkürzung für Exchange Traded Funds. Exchange Traded Funds sind Investmentfonds, die einen zugrundeliegenden Basiswert (Index) nahezu eins zu eins abbilden.[5]

Ein Investmentfonds ist ein von einer Kapitalanlagegesellschaft verwalteter Topf, in den Gelder von Anlegern eingezahlt und verwaltet werden. Die KAG investiert diese Gelder in Wertpapiere, Grundstücke oder Immobilien. Die Länder- oder Branchenaufteilung, die der Fonds als Anlageschwerpunkt setzt, ist vorher festgelegt. Der Anleger bekommt für sein eingezahltes Kapital Anteile, die die Höhe seiner Einzahlung darstellen.[6]

Im Gegensatz zu klassischen Investmentfonds, werden ETFs während den Handelszeiten an der Börse gehandelt. Ihre Preisfeststellung ist fortlaufend und wird nicht nur einmal täglich errechnet.[7]

Der Preis eines ETF „beträgt einen vom Emittenten des Fonds festgelegten Bruchteil des Index und ist jederzeit durch den fortlaufend berechneten iNAV (indikativer Net Asset Value) überprüfbar“.[8] Der iNav bezeichnet den Wert eines Fondsanteils auf Grundlage des Portfolios. Dieser Wert wird fortlaufend während der Börsenhandelszeiten auf der Basis der Einzeltitel des Fonds ermittelt.[9]

Exchange Traded Funds sind passiv gemanagte Kapitalanlagen, die rechtlich gesehen zum Sondervermögen einer KAG zählen. Vor diesem Hintergrund werden sie im Insolvenzfall der Gesellschaft vom verwertbaren Vermögen getrennt und sind somit geschützt.[10]

Eine Laufzeitbegrenzung bzw. Endfälligkeit gibt es bei den Exchange Traded Funds nicht.

2.2 Geschichte der ETFs

2.2.1 Entstehung

Im Jahre 1900 begann die Geschichte der passiven Investmentstrategien mit der

Aussage des französischen Mathematikers Louis Bachelier, der die Bewegung von Aktienkursen untersuchte und nachweisen konnte, dass die Chancen die Entwicklung des Marktes zu schlagen genau bei 50% liegen.[11] Diese Feststellung sowie der Ansatz der modernen Portfoliotheorie von Harry Markowitz, die bis heute an Aktualität nicht verloren haben, wurde Anfang der siebziger Jahre von William Sharpe und Bill Fouse aufgegriffen. Sie entwickelten bei Wells Fargo (US Investmentbank) den ersten Indexfonds namens Samsonite Pension Fund für institutionelle Anleger. Im Jahre 1975 wurde auch für Privatanleger der Markt zu Indexfonds, durch den Vanguard 500 und der gleichnamigen Investmentgesellschaft Vanguard, zugänglich gemacht.[12]

In den folgenden Jahren wurden die Indexfonds immer weiterentwickelt. Anfang der 80er Jahre ermöglichten der Programmhandel sowie der Handel mit Futures institutionellen Investoren erstmals große Aktienkörbe zu verwalten und zu kaufen.[13]

Schließlich kam 1993 der erste ETF auf den Markt. Dieser Fonds, mit dem Namen Standard and Poor´s Depositary Receipt (SPDR), wurde von der State Street Global Advisors auf den Aktienindex S&P 500 aufgelegt und ist heute noch einer der größten ETF der Welt.[14]

2.2.2 Entwicklung

Nach dem Start des Standard and Poor´s Depositary Receipt (SPDR), folgten drei Jahre später die ersten ETFs auf Länderkörbe.[15]

Ab April 2000 kamen auch für deutsche Anleger zwei ETFs auf den EuroStoxx50 und den Stoxx50 sowie 2001 der erste Dax-ETF als Anlagemöglichkeit auf den Markt.

Diese Fonds wurden zunächst nur auf europäische sowie amerikanische Indizes aufgelegt, bis 2004 auch ETFs auf Schwellenländer, Immobilien und Rohstoffe emittiert wurden. So gab es im Oktober 2007 in Deutschland bereits 264 zugelassene ETFs, wobei die meisten davon auf Branchen zu kaufen waren:

- „52 ETFs auf Länderindizes - 58 ETFs auf Regionen - 76 ETFs auf Branchen - 23 ETFs auf Strategieindizes - 44 ETFs auf Rentenindizes - 11 ETFs auf Rohstoffindizes“[16]

Die schnelle Entwicklung fand selbst in der schwierigsten Börsenzeit statt, welche darin begründet ist, dass institutionelle Investoren eine hohe Nachfrage stellten. So konnten die ETFs bis Oktober 2008 einen weltweiten Netto-Mittelzufluss von 187,50 Milliarden US-Dollar verzeichnen, wobei die aktiv gemanagten Investmentfonds hingegen 256,70 Milliarden US-Dollar Netto-Mittelabflüsse hatten.[17]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Entwicklung der ETFs in Europa[18]

Es ist festzuhalten, dass das global verwaltete Fondsvermögen Ende 2009 die Grenze von 1000 Milliarden US-Dollar erreichte und an weltweit über 40 Börsen, insgesamt 1939 Exchange Traded Funds gelistet waren. Der weltweite Tagesumsatz lag dabei im Durchschnitt bei rund 50 Milliarden US-Dollar.

2.3 Eigenschaften

2.3.1 Passives Management

Das passive Management ist die Anlagestrategie der passiv verwalteten Fonds. Dabei verzichtet das Fondsmanagement auf eine aktive Marktanalyse und die damit verbundene Auswahl an renditeversprechender Einzeltitel. Die Anlageauswahl des Managements spiegelt beim passiven Investieren den zugrundeliegenden Basiswert wieder. Dieser wird nachgebildet um die gleiche Performance zu erzielen. Damit auch die Marktrendite erzielt wird, kommt die Buy- and Hold-Strategie zum Tragen. Diese Strategie bedeutet frei übersetzt, Kaufen- und Halten-Strategie. Somit werden Gelder langfristig angelegt und gehalten. Spekulative oder kurzfristige Investments spielen dabei keine Rolle.[19]

Der Ursprung des passiven Managements liegt in der modernen Portfoliotheorie von Harry Markowitz, welche besagt, dass die Verteilung auf mehrere Assetklassen wichtiger ist, als die Einzelauswahl von Wertpapieren.[20]

[...]


[1] Vgl. A. Etterer/M. Wambach in Deutsche Börse AG (Hrsg.), ETF-Handbuch; Frankfurt 2008, S.18

[2] Quelle: WELT ONLINE: Börsianer sollen nicht alle Eier in einen Korb legen URL: http://www.welt.de/finanzen/article4809409/Boersianer-sollen-nicht-alle-Eier-in-einen-Korb-legen.html Zugriff: (11.02.2012, 15:30)

[3] Vgl. R. Götte, Exchange Traded Funds (ETFs), Grundlagen, Funktionsweisen und praktischer Einsatz,1. Auflage, Stuttgart 2010, S. 141

[4] Vgl. R. Götte, Exchange Traded Funds (ETFs), Grundlagen, Funktionsweisen und praktischer Einsatz,1. Auflage, Stuttgart 2010, S. V

[5] Vgl. A. Picard/G. Braun in Six Swiss Exchange AG (Hrsg.), Exchange Traded Funds (ETF), 2. aktualis. Aufl., Zürich 2010, S. 2

[6] Vgl. Dr. S. T. Ruh in Deutsche Börse AG (Hrsg.), Fondshandbuch der Börse Frankfurt, Frankfurt 2009, S. 8-9

[7] Vgl. A.Picard/G.Braun in Six Swiss Exchange AG (Hrsg.), Exchange Traded Funds (ETF), 2. aktualis. Aufl., Zürich 2010, S. 2

[8] R.Thiery, Die Anlage in ETF-Fonds, 1.Aufl., Hamburg 2010, S. 2

[9] Vgl. A. Etterer/M. Wambach in Deutsche Börse AG (Hrsg.), ETF-Handbuch; Frankfurt 2008, S.28

[10] Vgl. R. Thiery, Die Anlage in ETF-Fonds, 1.Auflage, Hamburg 2010, S. 52

[11] Vgl. A. Etterer/M. Wambach in Deutsche Börse AG (Hrsg.), ETF-Handbuch; Frankfurt 2008, S.18

[12] Vgl. R. Götte, Exchange Traded Funds (ETFs), Grundlagen, Funktionsweisen und praktischer Einsatz,1. Auflage, Stuttgart 2010, S. 129

[13] Vgl. H. Eibl, Lyxor, ETFs Exchange Traded Funds, München 2008, S. 16

[14] Vgl. A. Picard/G. Braun in Six Swiss Exchange AG (Hrsg.), Exchange Traded Funds (ETF, 2. aktualis. Aufl., Zürich 2010, S. 17

[15] Vgl. hierzu und im Folgendem A. Etterer/M. Wambach in Deutsche Börse AG (Hrsg.), ETF-Handbuch; Frankfurt 2008, S.20-21

[16] A. Etterer/M. Wambach in Deutsche Börse AG (Hrsg.), ETF-Handbuch; Frankfurt 2008, S.21

[17] Vgl. hierzu und im Folgenden R. Thiery, Die Anlage in ETF-Fonds, 1. Auflage, Hamburg 2010, S. 3-4

[18] Quelle R. Thiery, Die Anlage in ETF-Fonds, 1. Auflage, Hamburg 2010, S. 4

[19] Vgl. G. Kommer, Souverän investieren mit Indexfonds, Indexzertifikaten und ETFs, 3. überarbeitete und aktualis. Aufl. 2011, Frankfurt am Main, S. 175-176

[20] A. Etterer/M. Wambach in Deutsche Börse AG (Hrsg.), ETF-Handbuch; Frankfurt 2008, S. 16-17

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Exchange Traded Funds (ETFs) - Eine Darstellung
Hochschule
Frankfurt School of Finance & Management
Note
1,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
17
Katalognummer
V200914
ISBN (eBook)
9783656281924
ISBN (Buch)
9783656282266
Dateigröße
567 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Note 1,0 (95 Punkte)
Schlagworte
Portfoliomanagement, ETF, Bankbetriebswirtschaft, Frankfurt School
Arbeit zitieren
Martin Vennedey (Autor), 2012, Exchange Traded Funds (ETFs) - Eine Darstellung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200914

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