Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Geschichte Deutschlands - Neuere Geschichte

Der Fränkische Reichskreis und der Spatial Turn

Die Raumkonzeption des Fränkischen Reichskreises im Wandel

Titel: Der Fränkische Reichskreis und der Spatial Turn

Seminararbeit , 2012 , 23 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Philip J. Dingeldey (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Neuere Geschichte
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Für das frühneuzeitliche räumliche Selbstverständnis treten viele Fragen auf: Untersuchen könnte man etwa die räumliche Identitätsstiftung oder die Raumebene im Alten Reich, welcher man sich verbunden fühlte: dem Reich, dem Reichskreis oder dem Landesherrn. Aber die vorliegende Arbeit geht der Frage nach, wie welche Räume im Alten Reich konzipiert wurden (daraus können sich auch Antworten für die anderen Fragen ergeben). Konkret soll die Raumkonzeption der Reichkreise untersucht werden, da diese als offene Räume aus der Ohnmacht von Reich und Ständen entstanden und sich so die Frage stellt, ob sie nur ein politisches Instrument der Reichspolitik waren oder ob durch sie das Reich regional implementiert wurden. Die Raumkonzeption in den Kreisen und ihr möglicher Wandel sollen anhand von drei Quellen bezüglich des Fränkischen Reichskreises untersucht werden, nämlich König Maximilians I. Regimentsordnung, Pastorius´ „Franconia Rediviva“ und Mosers „Von der teutschen Crays-Verfassung“. Diese Quellen sollen je in ihrem Inhalt, ihrer Raumkonzeption und ihrer Rezeption untersucht werden. Zuvor aber wird ein Exkurs zur Methodik des Spatial Turn in der Geschichtswissenschaft eingeschoben, worin auch die hier verwendete Methode eingeordnet wird. Ein Fazit rundet das Ganze ab.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.) Was ist der Spatial Turn und was hat er mit den Reichskreisen zu tun?

2.) Zur Methodik des Spatial Turn in der Geschichtswissenschaft

3.) Raumkonzeption des Fränkischen Reichskreises in der Regimentsordnung von 1500

3.1) Inhalt

3.2) Raumkonzeption

3.3) Rezeption

4.) Raumkonzeption des Fränkischen Reichskreises in Pastorius´ „Franconia Rediviva“

4.1) Inhalt

4.2) Raumkonzeption

4.3) Rezeption

5.) Raumkonzeption des Fränkischen Reichskreises in Mosers „Von der Teutschen Crays-Verfassung“

5.1) Inhalt

5.2) Raumkonzeption

5.3) Rezeption

6.) Fazit: Die Raumkonzeption des Fränkischen Reichskreises im Wandel und braucht es dazu den Spatial Turn?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel der Raumkonzeption des Fränkischen Reichskreises anhand dreier ausgewählter Quellen aus der Frühen Neuzeit, um zu analysieren, ob der Kreis lediglich als politisches Instrument wahrgenommen wurde oder eine identitätsstiftende kulturelle Raumeinheit darstellte.

  • Analyse der Raumwahrnehmung und -konstruktion in der Regimentsordnung von 1500.
  • Untersuchung des identitätsstiftenden Kreispatriotismus bei Melchior Adam Pastorius.
  • Betrachtung der juristisch-neutralen Darstellung von Kreisstrukturen bei Johann Jakob Moser.
  • Reflexion über die Anwendbarkeit der Spatial-Turn-Methodik auf frühneuzeitliche Quellentexte.

Auszug aus dem Buch

4.2) Raumkonzeption

Für Pastorius war ergo der Fränkische Reichskreis geographische Raumeinheit und politische Struktur. Doch was für ein Raumkonzept vermittelte er vom Kreis? Antworten dazu findet man seltener in den Beschreibungen, sondern eher in der Zuschrift, in der er seine Ziele deutlich machte. So schrieb er dort über den Zweck der „Franconia Rediviva“:

„Wo benebens ich auch dieses vielfältig mit Verwunderung war genommen/ das hundert und aber hundert dieses Hochlöblichen Fränkischen Craises seßhafte Inwohner und Unterthanen (weiß nicht aus was für einer blinden Einfalt) dieses so Herzlichen Landes vorgesetzte Hohe Obrigkeiten/ als Vatter/ Landes Vätter/ nit einmal kennen zu benahmsen wissen/ dahero der geziemende Respekt und obliegende Ehr Erweisungen nicht beygetragen werden kann. So bin ich nicht unzeitig bewogen worden/ nicht allein diesen Letztern Defectus zu succurriren/ sondern auch die fast eingeschläferte Teutsche Treue/ und generosité per Exempla derer höchst rühmlichen Vorfordern zu refuscitiren.“

Pastorius hielt es also für verwerflich, wenn ein Einwohner des Fränkischen Kreises die Namen und Positionen der verantwortlichen Personen und Ämter des Kreises nicht kannte. Dadurch, dass der Kreis inzwischen „Hochlöblicher Fränkischer Crais“ genannt wurde, zeigte sich eine Art Kreispatriotismus; an weiteren Stellen wurde der Kreis ebenfalls als löblich bezeichnet. Diese Begriffe waren schon positiver aufgeladen, als die Nummerierung von 1500 und dadurch, dass ein Name für die Region verwendet wurde, erschien sie nun auch als kulturell und regional zusammenhängendes Gebiet. Der so benannte Kreis wurde aber durch den inzwischen gebräuchlichen Begriff „(hoch-)löblich“ als Kulturraum äußerst positiv konnotiert, wodurch es zu patriotischen und identitätsstiftenden Elementen kam.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Was ist der Spatial Turn und was hat er mit den Reichskreisen zu tun?: Das Kapitel führt in das theoretische Konzept des Spatial Turn ein und erläutert dessen Relevanz für die geschichtswissenschaftliche Untersuchung von Räumen.

2.) Zur Methodik des Spatial Turn in der Geschichtswissenschaft: Hier wird der methodische Ansatz der Arbeit dargelegt, wobei die textuelle Analyse gegenüber kartographischen Methoden bevorzugt wird, um eine wissenschaftliche Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten.

3.) Raumkonzeption des Fränkischen Reichskreises in der Regimentsordnung von 1500: Diese Quelle zeigt den Kreis primär als politisch-exekutives Instrument, wobei eine explizite kulturelle Identitätsbildung zum Zeitpunkt der Gründung noch fehlte.

4.) Raumkonzeption des Fränkischen Reichskreises in Pastorius´ „Franconia Rediviva“: Dieses Kapitel arbeitet heraus, wie Pastorius durch eine emotional aufgeladene Darstellung der Ämter und Akteure ein identitätsstiftendes Bewusstsein für den Fränkischen Reichskreis als Kulturraum förderte.

5.) Raumkonzeption des Fränkischen Reichskreises in Mosers „Von der Teutschen Crays-Verfassung“: Die Analyse offenbart eine Rückkehr zu einer sachlich-juristischen Sichtweise, in der der Kreis erneut als reines Verwaltungsorgan ohne explizite kulturelle Konnotation erscheint.

6.) Fazit: Die Raumkonzeption des Fränkischen Reichskreises im Wandel und braucht es dazu den Spatial Turn?: Das Fazit fasst den Wandel der Raumkonzeptionen zusammen und reflektiert kritisch den Nutzen des Spatial Turn für die vorliegende Untersuchung.

Schlüsselwörter

Spatial Turn, Fränkischer Reichskreis, Raumkonzeption, Regimentsordnung 1500, Pastorius, Franconia Rediviva, Johann Jakob Moser, Kreispatriotismus, Identitätsstiftung, Kulturraum, Politikgeschichte, Frühe Neuzeit, Territorien, Reichspublizistik, Raumwahrnehmung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie sich das Verständnis und die Konzeption des Fränkischen Reichskreises als „Raum“ in drei historischen Quellentexten aus dem 16. bis 18. Jahrhundert widerspiegeln.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die politische Organisation der Reichskreise, die zeitgenössische mediale Aufbereitung dieser Kreise sowie die Frage nach der Entstehung eines regionalen Identitätsgefühls.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den Wandel von einer rein pragmatisch-politischen Raumwahrnehmung hin zu einer identitätsstiftenden kulturellen Raumkonzeption – und deren späteres Verschwinden in juristischen Texten – aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es wird eine klassische semantische und texthermeneutische Methodik angewandt, um die Raumrepräsentationen in den ausgewählten Texten kritisch zu analysieren.

Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Regimentsordnung von 1500, Pastorius’ Werk „Franconia Rediviva“ sowie Mosers „Von der Teutschen Crays-Verfassung“ hinsichtlich ihres Inhalts, ihrer Raumkonzeption und ihrer historischen Rezeption.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Publikation?

Wesentliche Begriffe sind Spatial Turn, Fränkischer Reichskreis, Raumkonzeption, Identitätsstiftung und Kreispatriotismus.

Wie unterscheidet sich die Raumdarstellung bei Pastorius von der bei Moser?

Während Pastorius den Kreis als emotional aufgeladenen und identitätsstiftenden Kulturraum darstellt, betrachtet Moser den Kreis als rein juristisches und politisches Verwaltungsorgan ohne kulturellen Anspruch.

Welche Rolle spielt die „Regimentsordnung von 1500“ in diesem Kontext?

Sie bildet den Ausgangspunkt der Untersuchung und markiert die Gründung der Reichskreise als politische Institutionen, die primär pragmatischen Zwecken dienten.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Fränkische Reichskreis und der Spatial Turn
Untertitel
Die Raumkonzeption des Fränkischen Reichskreises im Wandel
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Department für Geschichte)
Veranstaltung
Die Reichskreise in der Frühen Neuzeit
Note
1,0
Autor
Philip J. Dingeldey (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
23
Katalognummer
V200927
ISBN (eBook)
9783656275527
ISBN (Buch)
9783656277170
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Spatial Turn Reichskreise Altes Reich Fränkischer Reichskreis Franken Raumkonzeption Karl Schlögel Melchior Adam Pastorius Johann Jakob Moser Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation Frühe Neuzeit König Maximilian Regimentsordnung Franconia Rediviva Von der teutschen Crays-Verfassung Mediengeschichte Kulturgeschichte Raum Topographical Turn Deutschland deutsche Geschichte Neuzeit Idendität Idenditätskonzeption
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Philip J. Dingeldey (Autor:in), 2012, Der Fränkische Reichskreis und der Spatial Turn, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200927
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  23  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum