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Ausbildung und die Theorie der öffentlichen Bereitstellung privater Güter

Title: Ausbildung und die Theorie der öffentlichen Bereitstellung privater Güter

Seminar Paper , 2005 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dr. Christopher Müller (Author)

Economics - Finance
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Die Arbeit befasst sich mit folgenden Fragen:
Wie ist die öffentliche Bereitstellung von Bildung in Anbetracht des ersten Hauptsatzes der Wohlfahrtstheorie zu bewerten?
Welche Rolle spielen Umverteilungsziele und Informationsasymmetrie in diesem Zusammenhang?
Um diesen Fragen nachzugehen, werden in Kapitel 2 zunächst die Auswirkungen von Informationsasymmetrien auf die Effizienz des Marktes und die Handlungsmöglichkeiten des Staates dargestellt. In Kapitel 3 wird anhand eines Modells analysiert, welche Implikationen sich durch die öffentliche Bereitstellung privater Güter bei Informationsasymmetrie für die gesellschaftliche Wohlfahrt ergeben.
Nach einer zunächst allgemeinen Formulierung und Analyse des Modellrahmens, wird es im Anschluss speziell auf den Fall des staatlichen Bildungswesens übertragen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. UMVERTEILUNG ÜBER MONETÄRE TRANSFERS

2.1 Pauschaltransfers und gebundene Transfers

2.2 Das Problem der Informationsasymmetrie

3. ÖFFENTLICHE BEREITSTELLUNG PRIVATER GÜTER ZUR LOCKERUNG DES ASYMMETRIEPROBLEMS

3.1 Der Einfluss der Güterbereitstellung auf die Umverteilungsmöglichkeiten

3.2 Bedingungen für Wohlfahrtssteigerungen durch öffentliche Bereitstellung

3.3 Anwendung der vorgestellten Modelle auf den Fall der Bildung

4. KRITIK

5. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die ökonomische Rechtfertigung für die staatliche Bereitstellung privater Güter, insbesondere im Bildungssektor, unter Berücksichtigung von Informationsasymmetrien. Ziel ist es zu analysieren, ob öffentliche Bildungsangebote als Instrument zur Umverteilung und Wohlfahrtssteigerung dienen können, wenn traditionelle monetäre Transfers an Grenzen stoßen.

  • Rolle von Informationsasymmetrien bei staatlichen Eingriffen
  • Selbstselektionsmechanismen in der Wohlfahrtstheorie
  • Effizienz monetärer Transfers versus öffentlicher Güterbereitstellung
  • Anwendung ökonomischer Modelle auf das staatliche Bildungswesen
  • Kritische Würdigung der Voraussetzungen für wohlfahrtssteigernde öffentliche Bildung

Auszug aus dem Buch

2.2 Das Problem der Informationsasymmetrie

Die Hauptsätze der Wohlfahrtstheorie beanspruchen ihre Gültigkeit nur in einer Welt mit perfekten Märkten, also in Abwesenheit von Informationsproblemen [Boadway und Bruce 1984]. In der Realität herrscht jedoch Informationsasymmetrie zwischen dem Staat und den Individuen. Der Staat kann sein Politikinstrumente nicht an jede beliebige Eigenschaft der Individuen binden, da ihm nicht alle Charakteristika bekannt sind. Es ist ihm zum Beispiel nicht möglich, die Transferbegünstigung eines Individuums direkt mit dessen Produktivität zu verknüpfen, da ihm diese Information nicht zur Verfügung steht. Daher muss er bei der Gestaltung seiner Politik auf die ihm zugänglichen Indikatoren zurückgreifen, um die Individuen zuzuordnen. Als Indikator für Produktivität könnte beispielsweise das Arbeitseinkommen dienen.

Allerdings führt die Verwendung von Indikatoren zu Anreizproblemen. Es kann für ein Individuum vorteilhaft sein, durch Verhaltensänderungen seinen Indikatorwert zu beeinflussen, um beispielsweise der Besteuerung zu entgehen oder als transferberechtigt zu erscheinen [Corneo 2003, Nichols und Zeckhauser 1982].

Blackorby und Donaldson (1988) zeigen, dass in einer Welt mit Informationsasymmetrien die Gleichverteilung des Einkommens die einzig mögliche first-best Lösung ist. Alle anderen erreichbaren Lösungen befinden sich auf einem niedrigeren Wohlfahrtsniveau als bei symmetrischer Information.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Problematik ein, Bildung als privates Gut zu betrachten und stellt die Forschungsfragen bezüglich der Rolle von Informationsasymmetrien und Umverteilungszielen bei der öffentlichen Bereitstellung von Bildung.

2. UMVERTEILUNG ÜBER MONETÄRE TRANSFERS: Dieses Kapitel erläutert die Grenzen pauschaler Umverteilung und analysiert, wie Informationsasymmetrien zwischen Staat und Individuen die Effizienz staatlicher Politikinstrumente einschränken.

3. ÖFFENTLICHE BEREITSTELLUNG PRIVATER GÜTER ZUR LOCKERUNG DES ASYMMETRIEPROBLEMS: Hier wird untersucht, wie die Bereitstellung privater Güter durch den Staat genutzt werden kann, um Selbstselektionsmechanismen zu beeinflussen und die Umverteilungsmöglichkeiten zu erweitern, wobei auch eine spezifische Anwendung auf den Bildungssektor erfolgt.

4. KRITIK: Das Kapitel kritisiert die Annahmen der vorgestellten Modelle, insbesondere hinsichtlich der Bildungsnachfrage durch verschiedene Haushaltstypen, und hinterfragt die Plausibilität der Resultate.

5. FAZIT: Das Fazit fasst zusammen, dass die Umverteilungswirkung allein nicht ausreicht, um das staatliche Bildungswesen zu begründen, und verweist auf alternative Erklärungsansätze wie externe Effekte oder den Sozialversicherungseffekt.

Schlüsselwörter

Öffentliche Bereitstellung, Private Güter, Bildung, Humankapital, Informationsasymmetrie, Wohlfahrtstheorie, Umverteilung, Pareto-Effizienz, Selbstselektion, Steuerpolitik, Transferinstrumente, Arbeitseinkommen, Sozialversicherungseffekt, Marktversagen, Modellanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert aus volkswirtschaftlicher Sicht, warum der Staat private Güter wie Bildung kostenlos bereitstellt, obwohl diese prinzipiell marktfähig wären.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Wohlfahrtstheorie, den Auswirkungen von Informationsasymmetrien auf die Steuer- und Transferpolitik sowie der ökonomischen Modellierung von Anreizproblemen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die theoretische Begründung für die öffentliche Bereitstellung von Bildung zu prüfen und zu hinterfragen, ob dies tatsächlich die wohlfahrtsoptimale Lösung bei asymmetrischer Information darstellt.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Der Autor verwendet Ansätze der Optimalsteuertheorie und analysiert verschiedene ökonomische Modelle (u.a. von Boadway/Marchand und Blomquist/Christiansen), um die Auswirkungen staatlicher Eingriffe auf die Wohlfahrt herzuleiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Auswirkungen von Informationsasymmetrien auf Umverteilungsspielräume und stellt formale Optimierungsmodelle für die Bereitstellung privater Güter sowie deren Anwendung auf das staatliche Bildungswesen dar.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zentrale Begriffe sind Informationsasymmetrie, öffentliche Bereitstellung, Humankapital, Pareto-Effizienz und Selbstselektion.

Warum reicht das Argument der Umverteilung nach Ansicht des Autors nicht aus?

Der Autor kritisiert, dass die Annahme, der imitierende H-Typ würde weniger Bildung nachfragen, empirisch und theoretisch schwach ist, was die Gültigkeit der Modellresultate in Frage stellt.

Was versteht der Autor unter dem Sozialversicherungseffekt von Bildung?

Es ist der Effekt, dass der Staat Individuen vor dem Risiko persönlicher Verschuldung bei einer Fehlinvestition in die eigene Ausbildung schützt, indem er Bildung öffentlich finanziert.

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Details

Title
Ausbildung und die Theorie der öffentlichen Bereitstellung privater Güter
College
University of Frankfurt (Main)  (Professur für Volkswirtschaftslehre, insb. Finanzwissenschaften)
Course
Bildung, Humankapital und Studiengebühren
Grade
1,0
Author
Dr. Christopher Müller (Author)
Publication Year
2005
Pages
17
Catalog Number
V200931
ISBN (eBook)
9783656270065
ISBN (Book)
9783656450153
Language
German
Tags
öffentliche Güter öffentliche Bereitstellung privater Güter Bildungsökonomik optimale Bereitstellung öffentlicher Güter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. Christopher Müller (Author), 2005, Ausbildung und die Theorie der öffentlichen Bereitstellung privater Güter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200931
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