Software zur Erstellung der Einkommensteuererklärung für natürliche Personen


Seminararbeit, 2006
17 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhalt

Abbildungen und Tabellen

Abkürzungen

1. Einleitung

2. Elektronische Steuererklärungen: Produktkonzepte und Marktübersicht
2.1 ELSTER
2.2 Produktkonzepte
2.3 Marktübersicht

3. Vergleich ausgewählter Produkte
3.1 Grundausstattung
3.2 Steuer-Spar-Erklärung 2005
3.3 Tax 2005
3.4 Steuerfuchs ESt
3.5 WISO InternetSparbuch und WISO Sparbuch 2005

4. Fazit

Literatur

Abbildungen und Tabellen

Abbildung 1: Anzahl der elektronischen Einkommensteuererklärungen (in Millionen), Stand: 01.12.2005, daher Zahlen für 2005 nur vorläufig. Quelle: a) BLS (2005), b) eigene Darstellung, basierend auf den Daten von BLS (2005).

Tabelle 1: Derzeit erhältliche Einkommensteuer-Software für das Steuerjahr 2004 (Quelle: eigene Darstellung, Datenbasis: BLS (2005), Altmann (2005), eigene Preisrecherche).

Abkürzungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In keinem anderen Land der Welt ist der simple Akt der Steuererklärung mit einem derartigen Aufwand verbunden.

Björn Lorenz (2005, S. 45) zum deutschen Steuerrecht.

1. Einleitung

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit Software, die natürliche Personen bei der Erstellung ihrer Einkommensteuererklärung unterstützen soll. Die Werbeaussagen der Anbieter solcher Programme versprechen die Überflüssigkeit eines Steuerberaters bei Verwendung ihrer Software [vgl. o.V. 2005]. Die Produkte müssen folglich in der Lage sein, zu allen denkbaren Einkommensarten natürlicher Personen einfach und kompetent die relevanten Steuertatbestände sowie Möglichkeiten zur Reduktion der Steuerlast zu nennen. Zudem müssen die Programme selbständig die vorteilhaftesten Optionen bei der Erstellung der Steuererklärung wählen. Als Beispiel sei an dieser Stelle die Wahl der steuerminimalen Veranlagungsart (Zusammen- oder Getrenntveranlagung) bei Ehepaaren genannt. Schließlich müssen die Programme eine zuverlässige Steuerprognose liefern. Die Zuverlässigkeit aller Rechenfunktionen hängt dabei grundlegend davon ab, dass der Benutzer die richtigen Daten in die richtigen Felder einträgt. Der Übersichtlichkeit und Verständlichkeit der Benutzerführung muss daher ebenfalls ein hoher Stellenwert beigemessen werden. Ob die betrachteten Produktpakete dieses umfangreiche Werbeversprechen halten, wird im weiteren Verlauf zu klären sein.

Nach einer Darstellung der offiziellen Schnittstelle der Finanzbehörden für elektronische Steuererklärungen (ELSTER) werden zunächst die beiden am Markt angebotenen Produktkonzepte vorgestellt. Anschließend sorgt die Übersicht derzeit verfügbarer Produkte für Markttransparenz. Bei Erstellung dieser Arbeit lagen noch keine Testergebnisse zu Programmen für das Steuerjahr 2005 vor. Erfahrungsgemäß testen die gängigen Fachzeitschriften diese Produktpakete in den ersten Monaten des Folgejahres. Die Marktübersicht bezieht sich daher auf Produkte für das Steuerjahr 2004. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Arbeit liegen unter Umständen bereits neuere Testergebnisse vor, die nicht mehr berücksichtigt werden konnten.

In Kapitel 3 werden schließlich die Stärken und Schwächen ausgewählter Programme ausführlicher dargestellt. Hier wird sich die Frage nach der Überflüssigkeit von Steuerberatern klären.

2. Elektronische Steuererklärungen: Produktkonzepte und Marktübersicht

2.1 ELSTER

Seit dem Jahr 2000 ist es möglich, verschiedene Steuererklärungen über die ELSTER-Schnittstelle elektronisch an das Finanzamt zu übermitteln. Die Finanzbehörden verfolgen langfristig das Ziel, diese Form der Steuererklärung zum Regelfall zu machen[2] [vgl. Ziegler 2001]. Um dabei die Unterstützung der Steuerpflichtigen zu gewinnen, verbinden die einzelnen Landesfinanzbehörden Anreize mit der Abgabe elektronischer Steuererklärungen. Für die Einkommensteuererklärung sind diese Anreize weitgehend bundeseinheitlich und stellen sich einerseits über die bevorzugte Bearbeitung digitaler Steuererklärungen dar[3]. Andererseits entfällt das Einreichen von Belegen, außer in gesetzlich vorgeschriebenen Fällen wie im Fall der Lohnsteuerkarte und bei Spendenquittungen. Die Finanzbehörden arbeiten jedoch daran, das Einreichen derartiger Belege zukünftig ebenfalls in digitaler Form zu ermöglichen [vgl. Oswald 2005]. Dem Steuerpflichtigen erwächst darüber hinaus aus der digitalen Steuererklärung der Vorteil, dass die formale Korrektheit der Eingaben sofort durch die Software geprüft wird. Dies erspart Rückfragen durch das Finanzamt. Zudem liegen die Daten dem Sachbearbeiter bereits digital vor. Die Gefahr eines falschen Abschreibens der auf Papier gemachten Angaben während der Digitalisierung durch den Sachbearbeiter entfällt. Die digitale Steuererklärung via ELSTER bietet Steuerpflichtigen und Finanzbehörden also eine Reihe von Vorteilen. Anhand von Abbildung 1 wird nun der Frage nachgegangen, ob das neue System von den Steuerpflichtigen akzeptiert wird. Abbildung 1 zeigt die Anzahl der elektronisch eingegangenen Einkommensteuererklärungen für die Jahre 1999-2005 (in Millionen). Leider ließ sich aus den vorhandenen Informationen nicht schließen, ob es sich um jährliche oder kumulierte Zahlenwerte handelt[4].[1]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Anzahl der elektronischen Einkommensteuererklärungen (in Millionen), Stand: 01.12.2005, daher Zahlen für 2005 nur vorläufig. Quelle: a) BLS (2005), b) eigene Darstellung, basierend auf den Daten von BLS (2005).

Abbildung 1a) gibt die Daten wieder, die in BLS (2005) dargestellt werden. Abbildung 1b) unterstellt, dass es sich bei den Daten aus Abbildung 1a) um kumulierte Werte handelt und stellt die daraus resultierende Anzahl elektronischer Einkommensteuererklärungen pro Jahr dar. Die zentrale Aussage der Daten ist jedoch in beiden Fällen dieselbe: Die absolute Anzahl der per ELSTER übermittelten Einkommensteuererklärungen steigt mit jedem Jahr. Die Akzeptanz der elektronischen Einkommensteuererklärung scheint im Zeitverlauf zuzunehmen.

Bislang musste zusätzlich zur digitalen Übermittlung die „komprimierte Steuererklärung“ auf Papier nachgereicht werden, um Rechtskräftigkeit zu erreichen. Seit dem 01.01.2006 ist es jedoch durch neue Gesetzesgrundlagen im Bereich digitaler Signaturen und einer entsprechenden Ausgabe gesetzeskonformer digitaler Signaturen durch die Finanzbehörden möglich, Steuererklärungen rein elektronisch zu übermitteln [vgl. Oswald 2005].

Da der Komfort der digitalen Übermittlung von Steuererklärung –neben der propagierten Steuerberatungsfunktion– ein grundsätzliches Argument für den Einsatz einer Steuererklärungssoftware darstellt, werden in dieser Arbeit ausschließlich Programme betrachtet, die die direkte Übertragung der Steuererklärung via ELSTER unterstützen.

2.2 Produktkonzepte

Auf dem Markt der Einkommensteuersoftware für nicht-gewerbliche Anwender lassen sich zwei unterschiedliche Produktkonzepte beobachten. Den Großteil der Anwendungen machen konventionelle Softwarepakete aus, die vom Anwender lokal zu installieren sind. Im Gegensatz dazu gibt es die Gruppe der webbasierten Anwendungen. Diese Anwendungen arbeiten nach dem Client-Server-Prinzip. Die Software ist auf einem oder mehreren Servern installiert und wird über ein Netzwerk von Rechnern aus benutzt, die eine entsprechende Client-Software installiert haben [vgl. Mertens et al. 2005]. Im spezifischen Fall der Steuererklärungssoftware handelt es sich bei dem Netzwerk um das Internet. Die Client-Software ist ein beliebiger Webbrowser, in dessen Fenster der Nutzer die Steuerdaten eingibt. Die Daten werden via Internet an den Server[5] geschickt, der die Steuererklärung erstellt und auch gegebenenfalls per ELSTER an das zuständige Finanzamt weiterleitet oder dem Anwender zur Ausgabe am heimischen Drucker aufbereitet. Nachteil dieser Lösung ist, dass im Zuge der Steuererklärung persönliche Daten an den Softwareanbieter geschickt werden, der diese potentiell missbrauchen kann [vgl. Schüler 2005]. Der Vorteil dieser Lösung liegt in der Plattformunabhängigkeit. Dies ist besonders für Apple Macintosh-Nutzer interessant, da es für MacOS X derzeit kein Produkt auf dem Markt gibt, das ELSTER unterstützt [vgl. Lorenz 2005]. Generell ist der Markt für Steuererklärungssoftware sehr Windows-lastig. Linux-Nutzer finden neben den webbasierten Angeboten ebenfalls kaum Alternativen. Sie können lediglich auf die Linux-Version des konventionellen Programms Tax 2005 zurückgreifen [vgl. Altmann 2005], das in Kapitel 3.3 ausführlicher dargestellt wird.

2.3 Marktübersicht

Die folgende Marktübersicht (Tabelle 1) basiert auf der tabellarischen Darstellung „Software-Produkte mit ELSTER“ [BLS 2005]. Diese wurde um Produkte bereinigt, die entweder keine Funktion zur Erstellung der Einkommensteuererklärung beinhalten oder sich ausschließlich an Steuerberater oder Unternehmen richten. Ergänzt wurde die Zusammenstellung um das Programm Maxtax. Einige Programme werden mit unterschiedlicher Ausstattung unter verschiedenen Namen beziehungsweise mit verschiedener grafischer Aufbereitung desselben Programmkerns vertrieben [vgl. Altmann 2005]. Diese werden in einem Produktfeld genannt, um deren Zusammengehörigkeit zu verdeutlichen. Hinter den jährlich wiederkehrenden Angeboten großer Lebensmitteldiscounter verbergen sich häufig ebenfalls die in Tabelle 1 aufgeführten Programmkerne. Da diese Angebote meist keinerlei Steuerratgeber und -gesetze enthalten [vgl. o.V. 2005], können sie den Steuerberater kaum ersetzen und fallen schon an dieser Stelle aus der weiteren Betrachtung heraus.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Derzeit erhältliche Einkommensteuer-Software für das Steuerjahr 2004 (Quelle: eigene Darstellung, Datenbasis: BLS (2005), Altmann (2005), eigene Preisrecherche).

Das Programm ElsterFormular und dessen webbasiertes Pendant ElsterOnline, das sich derzeit noch in der Entwicklung befindet, fallen ebenfalls aus der weiteren Betrachtung heraus. ElsterFormular wird von den Finanzbehörden kostenfrei zur Verfügung gestellt und entspricht lediglich einer digitalen Version des Steuer-formulars. Hilfestellungen oder gar Steuerspartipps bietet das Programm nicht [vgl. o.V. 2005].

Aus Tabelle 1 wird ersichtlich, dass der Markt derzeit von konventionellen Programmen dominiert wird. Leider existiert für keines der konventionellen Produkte eine Demo-Version, so dass der Anwender eventuelle Inkompatibilitäten und daraus resultierende Probleme, beispielsweise Installationsabbrüche, erst nach dem Kauf feststellen kann. Anders verhält es sich mit den webbasierten Programmen SteuerFuchs ESt und WISO InternetSparbuch, welche erst kostenpflichtig werden, wenn die Steuererklärung tatsächlich ausgedruckt oder per ELSTER an die Finanzbehörden übermittelt werden soll.

[...]


[1] Die Informationen in diesem Kapitel sind, sofern nicht anders angegeben, BLS (2005) entnommen.

[2] Für Umsatzsteueranmeldungen von Unternehmen ist die elektronische Erklärung seit 2005 schon Pflicht [vgl. Schüler 2005].

[3] Einzige Ausnahme ist Brandenburg, wo elektronische Steuererklärungen nicht bevorzugt bearbeitet werden.

[4] Auf eine Anfrage beim Verfasser der Statistik erfolgte bis zum Abgabetermin leider keine Antwort.

[5] Genaugenommen handelt es sich wohl bei den meisten Anbietern, wie zum Beispiel bei der Firma Hartwerk GmbH, dem Anbieter von SteuerFuchsESt, um sogenannte „Server-Farmen“, auf denen sich eine Vielzahl zu einem Leistungsverbund vernetzter Server die Rechenarbeit teilen [vgl. Hartwerk (2005), Mertens et al. (2005)].

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Software zur Erstellung der Einkommensteuererklärung für natürliche Personen
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Veranstaltung
Proseminar: Ausgewählte Probleme der Betriebswirtschaftslehre
Note
2,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
17
Katalognummer
V200933
ISBN (eBook)
9783656270041
Dateigröße
698 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Steuererklärungssoftware, Einkommensteuererklärung, Steuerberater, ELSTER
Arbeit zitieren
Dr. Christopher Müller (Autor), 2006, Software zur Erstellung der Einkommensteuererklärung für natürliche Personen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200933

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