Gründung einer US Corporation als 100% Niederlassung in den USA

Anleitung zur Planung und Umsetzung einer Firmengründung in den USA


Fachbuch, 2012
77 Seiten, Note: 1.0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung: Definition der US amerikanischen Rechtsform „Incorporated“ und der B-, C- und S-Corporation
1.1. Strategisch vorteilhafte Motivationsgründe zur Gründung einer Corporation als eine 100% Niederlassung in den USA

2. Stammhaus interne und Produkt strategische Voraussetzungen für die erfolgreiche Gründung einer Corporation in den US
2.1. Stammhausinterne Strategie-Voraussetzungen
2.2. Berücksichtigung der US-Kundenwünsche: Produkt-Anpassung und Produkt-Service

3. Strategische Informationsgewinnung zu den USA: Rahmenbedingungen, Landes-Risiko- und Markt-Analyse
3.1. Analyse der Rahmenbedingungen in den USA (nach PEST)
3.2. Die Landes-Risiko-Analyse: BERI-Index
3.3. Die systematische Markt-Analyse

4. Die Projekt-Planung: Strategien, Taktik, Umsetzungs-Kosten
4.1. Direkt-Investitions-Plan: Greenfiled oder Brownfield Investment
4.2. Unternehmens-Planung und Organisation: Ablauf-, Aufbau- und Prozess­Organisation als Funktion der Wertschöpfungskette
4.3. Der IT- & Kommunikations-Plan: Anforderungen aus dem Wertschöpfungs­Prozesse sowie der Unternehmens-Organisation
4.4. Der Personal-Plan: Bedarfs-Analyse, interkulturelle Kompetenzen und Fähigkeiten, Stellen-Plan, Personal-Kosten und -Beschaffung
4.5. Der Geschäfts- oder Business-Plan: Ziele und Inhalte
4.6. Der Exit- oder Ausstiegs-Plan als Teil des Risiko-Managements

5. Projekt-Realisierung: Der Incorporation-Process, Erfüllung der Vorschriften und Formalitäten für den Gründungs-Prozess in den USA

6. Organisatorische Regelungen: Vertragliches Rahmenwerk und das typische amerikanische Aufbau-Organisations-Modell
6.1. Verträge für die Zusammenarbeit mit den Marktteilnehmern
6.2. Das amerikanische Aufbau-Organisations-Modell: Organe, Hierarchien Management-Ebenen, Corporate Titels und Funktionsbezeichnungen

7. Unternehmungs-Steuerung: Steuerungs-Organe, Corporate Governance, Führung und Management
7.1. Die Steuerungs-Organe der Corporation
7.2. Corporate Governance zur Führung und Kontrolle der Corporation
7.3. Der Steuerungs-Prozess im Unternehmen: Führung und Management
7.4. Die strategische und die operative Planung als Instrumente der Unternehmens-Steuerung- und Kontrolle
7.5. Das Berichts-Wesen als fundamentales Instrument der Unternehmens­Steuerung und -Kontrolle
7.6. Financial und Investment Controlling: Primäre Informations-Quellen für die Bericht-Erstattung zur Steuerung und Kontrolle des Unternehmens
7.7. Weitere wichtige Steuerungs- und Kontroll-Systeme des Unternehmens
7.8. Corporate-Risk-Management n. ISO 31000: Unternehmens-Steuerung und Kontrolle mittels dem Risiko-Management, Vorteilhaftigkeit, Tools
7.9. Corporate-Leadership und -Change: Unternehmens-Steuerung und Personal-Veränderung als wichtige Risiko- und Erfolgs-Faktoren

8. Literaturverzeichnis

1. Einführung: Definition der US amerikanischen Rechtsform „Incor­porated“ und der B-, C- und S-Corporation

Ein Unternehmen der Rechtsform „Incorporated“ (Inc.) wird als „Corporation“ be­zeichnet. Die Rechtsform der „Incorporated“ entspricht der einer deutschen AG. Sie ist somit als eine Kapitalgesellschaft auf Aktien (Stocks) zu verstehen. Eine Kapitalgesellschaft ist eine separate und eigenständige rechtliche Einheit. Dies bedeutet, dass eine Kapitalgesellschaft unter ihrem eigenen Namen Bankkonten eröffnen, Eigentum besitzen und Geschäfte machen kann. Die Corporation wird von einem „Board of Directors“ verwaltet, das für wichtige unternehmerische Ent­scheidungen und die Kontrolle der allgemeinen Angelegenheiten der Gesellschaft verantwortlich ist. Das „Board of Directors“ entspricht dem Führungsorgan des Verwaltungsrates einer Schweizer AG. Die Mitglieder des „Board of Directors“ auch „Board of Trustees“ wegen der treuhänderischen Qualität der Directors und „Supervisory Board“ aufgrund seiner Aufsichts- und Kontroll-Funktionen genannt, wird von den Eigentümern bzw. den Aktionären der Corporation gewählt. Das „Board of Directors“ besteht aus rein aufsehenden und beratenden Directors oder „Non Executive Members of the Board“ und den ausführenden oder exekutiven „Executive Members of the Board“. Die rangmäßig folgenden „Coporate Executive Officers“ entsprechen den Vorstandsmitgliedern einer deutschen AG, sie werden vom „Board of Directors“ gewählt damit sie als Geschäftsführer und „Top Mana­ger“ das Tagesgeschäft des Unternehmens führen und managen.[1]

Einer der größten Vorteile der Corporation ist die der „Corporate Veil“, bzw. der „Schutzschleier der Körperschaft“. Der „Corporate Veil“ verwahrt die Anteilseig­ner und Aktionäre vor Haftung gegenüber den Gläubigern, für eventuell durch das Unternehmen verursachte Schäden und Schulden, mit dem persönlichen Vermö­gen. Allerdings gilt dies nur, solange nachweislich keine betrügerische, unerlaub­te oder grobfahrlässige Handlungen seitens der Geschäftsführung zu den Schä­den und Verschuldung des Unternehmens führen. Im Falle eines nachweislich schuldhaften Handelns seitens der Geschäftsführung, gilt die Gesellschafter- Geschäftsführer-Durchgriffs-Haftung, bzw. das “piercing the corporate veil“. D.h., der Durchgriff auf das persönliche Vermögen der Gesellschafter und Geschäfts­führer. Hieraus erkennt man wie wichtig es ist, dass ein verantwortliches „Board of Directors“ gewählt wird. Des Weiteren lässt erkennt man daraus, dass obwohl handelsrechtlich keine Veröffentlichung des Jahresabschlussberichtes erforderlich ist, eine Kontrolle der Rechnungslegung nach den Leitlinien des „Internal Control over Financial Reporting“ (ICoFR, Interne Kontrolle über die Finanzberichterstat­tung), im Rahmen des 2003 in Kraft getretenen des Sarbanes-Oxley Act zur Fi­nanzberichterstattung durch Anwendung anerkannter Rechnungslegungs­Standards wie den US-GAAP oder den IFRS, im Unternehmen praktiziert und ein­gehalten wird. [2]

Hinsichtlich der Anzahl der Aktionäre und Besteuerung des Unternehmens­Gewinns durch das amerikanische IRS (Income Revenue Service), unterscheidet man zwischen folgenden zwei Arten von „standard“ Corporations:[3]

- C Corporation
- S Corporation

Der Jahresüberschuss oder Gewinn der „C Corporation“ wird doppelt besteuert (Double Taxation). Auf Unternehmensebene wird der Jahresüberschuss mit einer Körperschaftssteuer (Corporate Tax) von 15% ein erstes Mal belastet. Auf der Ebene der Aktionäre und Anteilseigner (Shareholders) werden die ausgeschütte­ten Dividende mit deren persönlichen Einkommenssteuersatz (Income Tax) ein zweites Mal belastet. Die Gründer, Anteilseigner und Aktionäre einer „C Corpora­tion“ dürfen auch ausländische, nicht als US-Bürger geltende Personen sein. Im Falle der persönlichen Einkommenssteuer für ausländische Unternehmer, gelten die internationalen Gesetze des Doppel-Besteuerungs-Abkommens (DBA).[4]

Der Jahresüberschuss der „S Corporation“ wird direkt an die Aktionäre und An­teilseigner ausgeschüttet oder weitergereicht (pass through), wie das bei Perso­nengesellschaften und Einzelunternehmen der Fall ist. Somit wird der weiterge­reichte Gewinn der „S Corporation“ nur einmal (single taxation) auf der Ebene der Anteilseigner und Aktionäre mit deren persönlichen Einkommenssteuersätzen be­lastet. Da der persönliche Spitzensteuersatz von 34% in den USA vergleichswei­se niedrig ausfällt und man von Staat zu Staat unterschiedliche Einkommenssteu­er-Begünstigungen vorfindet, kann die Gründung einer „S Corporation“ spürbare

Steuervorteile mit sich bringen. Da die „S Corporation“ strikt auf der persönlichen US-Einkommenssteuer-Ebene besteuert wird, müssen ihre Gründer, Anteilseigner und Aktionäre den legalen Status eines US-Bürgers besitzen. Die Gründung einer „S Corporation“ hängt von weiteren Einschränkungen ab, die jedoch hier nicht wei­ter erläutert werden, da sie den vorgegeben Umfang dieser Semesterarbeit über­schreiten würden.[5]

Die B-Corporation und das B-Lab

Seit der US-Finanz- und -Wirtschafts-Krise von 2006, aufgrund zunehmender so­zialer und umweltbezogener Skrupellosigkeit und Verantwortungslosigkeit ameri­kanischer, rein Profit orientierter Corporations, kämpft ein unabhängiges US- Wirtschafts-Zertifizierungs-Institut namens „B Lab“ für die Etablierung und legale Anerkennung einer neuen, sozialeren, humaneren und umweltfreundlicheren Art der Corporation: Die „B Corporation“. Diese sozial und auf die Umwelt bezogen nachhaltige „B Corporation“, auch als „Benefit Corporation“ oder „Gemeinwohl Corporation“ muss einen Jahresabschluss-Bericht erstatten und im Wesentlichen folgenden gemeinnützigen Zwecken entsprechen: „to cause a positive social and environmental impact“, „best for the world and not best in the world“, „responsible investment“, „transparent reporting“ und „a socially responsible corporation“. Ih­rem gemeinnützigen Geschäfts-Zweck nach, entspricht sie einer deutschen Stif­tung. Sie wird entweder als „C“ oder als „S“ Corporation besteuert, davon abhän­gig in welcher Form sie gestaltet wird. Die „B Corporation“ wird bereits in 19 US- Staaten legal anerkannt und bevorzugt. Sie entsteht durch die Unternehmenswert steigernde Zertifizierung hinsichtlich sozialer und Umwelt bezogener Nachhaltig­keit, einer bestehenden C- oder S-Corporation. Die größten Vorteile einer „B Cor­poration“ in den krisengebeutelten Gemeinden der USA sind leicht denkbar: Be­vorzugte staatliche und kommunale Beauftragung, loyale Kundenkreise die sich mit dem Change Prozess der USA identifizieren, strategische Partnerschaften, besserer Zugang zu privatem und staatlichem Kapital aufgrund des „responsible investments“. Nach Erreichen eines „B Corporation“ Zertifikats wird die Nachhal­tigkeit der „B Corporation“ jährlich aufs Neue geprüft.[6]

1.1. Strategisch vorteilhafte Motivationsgründe zur Gründung einer Corpo­ration als eine 100% Niederlassung in den USA

Eine Geschäftserweiterung in den USA mittels einer eigenen Niederlassung in der Rechtsform einer „Incorporated“ hat hauptsächlich folgende vorteilhafte Gründe:

- Präsenz vor Ort, Kundennähe: Dadurch wird den Kunden in den USA ein Sicherheitsgefühl vermittelt, denn im Gegensatz zum Exportgeschäft mit längeren Lieferzeiten und -wegen aus Deutschland, wird der Kunde kurz­fristig und aus spürbarer Nähe beliefert. Des Weiteren vermittelt eine US- Niederlassung die ernsthaften Geschäfts-Absichten des Produkt­Herstellers. Die Präsenz vor Ort ermöglicht die für eine internationale Ge­schäftserweiterung absolut unabdingbare Kundennähe.[8]
- Amerikanisches Vertragsrecht: Amerikanische Kunden bevorzugen den Handel mit amerikanischen Vertragspartnern und unter dem amerikani­schen Handels-Vertragsrecht. Mit einer US-Niederlassung vermittelt man zusätzliche Sicherheit, zugunsten des Vertrauens der amerikanischen Kun­den, wegen der Gerichtsbarkeit des Vertragspartners.[9]
- Optimaler Markt-Zugang: Da eine US-Niederlassung ein Teil des US-
Marktes ist, hat sie bessere Zugangs-Möglichkeiten auf Messen, Ausstel­lungen, US-Marktanalysen und auf die US-Werbungsindustrie, um neue Kunden des US-Geschäftsumfeldes zu gewinnen. Eine US-Niederlassung, die einheimische Amerikaner beschäftigt und die Gewerbesteuer in den USA zahlt, stößt natürlich auf eine höhere Akzeptanz und Sympathie sei­tens der potentiellen Kunden und der US-Gewerbeaufsicht, als ein „Sales Agent“ oder einem „Distributor“ des Export-Geschäfts. Somit entstehen enorme strategische, operative und administrative Markt-Zugangs-Vorteile durch die US-Niederlassung.[10]

- Natural Hedging: Durch die Produktionsverlagerung in das Währungs- und Absatzgebiet der USA, reduziert sich die Differenz zwischen den betriebli­chen Einnahmen und Ausgaben der US-Niederlassung. Somit verringert sich das Risiko der Wechselkursschwankungen, denn die Betriebskosten werden mit der gleichen Währung wie die der Einnahmen aus dem Pro­duktabsatz, bezahlt. Man unterstellt, dass die US-Niederlassung Gewinne erwirtschaftet, bzw. oberhalb der Break-Even-Ergebnisgrenze operiert und somit, der in Deutschland ansässigen Muttergesellschaft keine Wechsel­kursverluste entstehen.[10]
- Steuerlich günstig: Die USA sind ein Niedrigsteuerland mit einem Spit­zensteuersatz von ca. 34%. Je nach Bundesstat ist der Entfall der Bundes­staats-Steuern bzw. Stet Tax möglich.[11]
- Internationaler Bekanntheitsgrad: Die Incorporated ist eine weltweit be­
-annte und akzeptierte Rechtsform.[12]
- Ideal auch als Holding: Die Incorporated ist auch als Holding für eine deut­sche GmbH geeignet da es wesentlich kostengünstiger ist als die Umgrün­dung einer GmbH in eine AG.[13]
- Risikomanagement, „the Corporate Veil“: Die Haftung der Gesellschafter der US-Niederlassung ist durch die Schutzfunktion des „Corporate Veil“ auf das Stammkapital beschränkt, solange das Verhältnis von Stammkapital zu Umsatz bei mindestens 20% liegt. D.h., dass bei einer Insolvenz die Gläu­biger nicht aus dem Kapital, bzw. der Kasse der in Deutschland ansässigen Muttergesellschaft bedient werden müssen, es sei denn man hat die US- Niederlassung durch ein nachweislich vorsätzliches korruptes Handeln in die Insolvenz getrieben. Die Durchgriffs-Haftung nachweislich schuldhafter Eigentümer und Gesellschafter einer Incorporated nennt sich „piercing the Corporate Veil“.[14]

o Kein Mindestkapital: Im Gegensatz zur Gründung einer Kapitalgesellschaft in Deutschland, kann man die „Incorporate“ mit einem Stammkapitaleinla­ge von 1US$ gründen. Des Weiteren muss man das "nominelle" Stammka­pital weder jemals nachweisen noch einzahlen.[15]

2. Stammhaus interne und Produkt strategische Voraussetzungen für die erfolgreiche Gründung einer Corporation in den US

Eine Auslandsinvestition bietet Chancen und birgt Risiken. Die beste und gründ­lichste Methode zur Findung der erforderlichen, Stammhaus internen strategi­schen Voraussetzungen für den Investitions-Erfolg, ist die gezielte Durchführung eines umfassenden Risikomanagement-Prozesses zur Analyse und Ermittlung der möglichen Risiken und Chancen für die erfolgreiche Gründung einer US- Corporation. Aus dieser systematischen Gewinnung, Auswertung von Information erfolgen die Ableitung strategischer Entscheidungen, der Geschäftsziele, des Ge­schäftskonzepts, des Geschäftsplans, der Personalstrategie, der Marketingstrate­gie sowie die zu deren Umsetzung erforderlichen betriebswirtschaftlichen Maß­nahmen und Methoden.

2.1. Stammhausinterne Strategie-Voraussetzungen

Die zu gründende Corporation fertigt, verkauft und bietet Montage-, Reparatur und Instandhaltungs-Service in den USA an. Die patentierten Produkte stammen dem deutschen Stammhaus. Im Rahmen der Unternehmens-Organisation müssen die neuen Aufgaben und Verantwortlichkeiten im Voraus klar differenziert und definiert werden. Die erforderlichen strategischen Voraussetzungen lasen sich hauptsäch­lich in folgenden Schwerpunkten zusammenfassen.

- Personal im Stammhaus: Zur Unterstützung der Auslandsniederlassung in den USA müssen personaltechnische Voraussetzungen im Stammhaus ge­schaffen werden. Wichtig ist der Ausbau einer Verbindungsstelle zur Be­dienung der anfallenden Unterstützungs-Aktivitäten hinsichtlich der Ge­schäftsführung, der Produkt-Entwicklung, -Fertigung und Serviceleistungen, des Total-Quality-Management-Konzepts, der Finanz- und Steuerberatung, der Werbungs- und Marketingstrategie sowie der Preis- und Vertriebspolitik in den USA.[16]
- Führungspersonal im Ausland: Der Erfolg einer Corporation hängt stark vom Erfolg seines Managements ab. Einerseits muss das Management über tiefe Kenntnisse der US-Geschäfts-Kultur verfügen, anderseits muss es die Unternehmens-Kultur des Stammhauses verstehen, umsetzen und in den USA vertreten. Nebst dieser bilateralen kulturellen Eignung muss es weiterhin die „Corporate Governance“ und das gute Image des Stammhau­ses in der Corporation vorleben und durchsetzen. Durchsetzungsvermö­gen, Kommunikationsfähigkeit und Flexibilität im Denken und Handeln sind unabdingbare Eigenschaften des Führungspersonals im Ausland. Füh­rungskompetenzen basieren auf kommunikativen Fähigkeiten, deren Wir­kungsziele das Erhalten oder das Steigern der Personalleistung ist.[17]
- Sprache, Mentalität und interkulturelle Kompetenzen: Englisch muss im Fal­le einer US-Corporation auf verhandlungssicherem Niveau beherrscht wer­den. Kunden und andere Vertragspartner müssen das Gefühl verspüren, dass sie richtig verstanden werden. Es dürfen keineswegs Missverständ­nisse und Kommunikationsschwierigkeiten aufgrund mangelhafter Englisch­Kenntnisse auftreten, die den Verlust von Vertrauen, Image und Sympathie bewirken und außerdem den Verlust weiterer potentieller Kunden aus Wei­terempfehlungen herbeiführen. Hinsichtlich der interkulturellen Kompeten­zen müssen das „Board of Directors“ und die leitenden Angestellten der Corporation aus Personen bestehen, die die US-Marktkultur, die US- Kunden-Kultur und die US-Vertragspartner-Kultur kennen bestens verste­hen. Kenntnisse und Beherrschung der s.g. „Soft Skills“, bzw. der „Wei­chen Faktoren“ der US-Mentalität sind maßgebend für den Geschäftserfolg, die Gruppe der US-Stakeholder muss sich kulturell mit dem Management und der Unternehmenskultur der US-Corporation identifizieren können.[18]
- Unternehmens-Organisation: Ebenso wie das Stammhauspersonal, muss die Unternehmensorganisation mit der Gründung einer US-Corporation ent­sprechend angepasst werden. Die Aufbau- und die Ablauforganisation bil­den die Hierarchien, Zuständigkeiten, Produkte, Aufgaben und Verantwort­lichkeiten im globalisierten Unternehmen ab sowie dessen organisatorische Einheiten, Aufgabenverteilung und Kommunikationsbeziehungen. Die Gründung einer Niederlassung als US-Corporation, verlangt zusätzliche Leitungsbeziehungen zwischen den einzelnen Organisationseinheiten unter dem Dach des Stammhauses. Die erforderliche Koordination und Kommu- nikation zwischen Stammhaus und US-Corporation erfordern eine internati­onal ausgerichtete und funktionierende Unternehmensorganisation.[19]
- Staatliche Förderungsmaßnahmen: Alle Möglichkeiten und Vorteile aus der Inanspruchnahme staatlicher Förderungsmaßnahmen sollten vorab näher untersucht werden. Für Geschäfts internationalisierende Unternehmens­gründer gibt es Steuerbegünstigungen und Förderkredite zu günstigen Konditionen sowohl in den USA, als auch in der EU. Zu den bekanntesten deutschen Kreditgebern zählt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).[20]

2.2. Berücksichtigung der US-Kundenwünsche: Produkt-Anpassung und Produkt-Service

- Produktanpassung: Ganz wichtig für den erfolgreichen Absatz deutscher Produkte in den USA ist die die Gestaltung produktionstechnischer Mög­lichkeiten zugunsten einer Produktanpassung an die US-Kundenwünsche. Das erfordert eine gründliche vor Ort Untersuchung möglicher US-Kunden- Wünsche hinsichtlich der vorherrschenden technischer Produkt-Richtlinien, Umweltauflagen, Preisniveau, Qualitäts- und Umweltbewusstsein, Produkt­image und Produktstellenwert. Des Weiteren spielen Material, Farbe, For­mat, Marketing, Design, Funktionen und Bedienungsfreundlichkeit eine wichtige Rolle in der Produktpräferenz seitens der US-Kunden. Erfolgs­trächtige Produkteigenschaften sind nicht nur auf internationaler Markt­Ebene unterschiedlich, sondern von Staat zu Staat der USA. Die größten Unterschiede hinsichtlich der Produktpräferenzen im US-Markt, zeigen sich zwischen den traditionellen Nord- und Süd-Staaten sowie zwischen den kul­turell völlig verschiedenen Ost- und West-Küste der USA. Der relativ gerin­ge Erfolg deutscher Unternehmen auf dem US-Markt hängt mit deren ge­ringen Produktanpassung zusammen. Ein großes Problem stellt weiterhin das Metrische Einheitssystem deutscher Produkte dar, denn in den USA wird weiterhin nach dem traditionellen Zoll-Maß gefertigt, obwohl diese Maßeinheit aufgrund der Internationalisierung amerikanischer Produkte, seit den '80Jahren nicht mehr verwendet werden sollte.[21]

- Produkt-Service: Ein garantierter Erfolgs-Faktor auf dem US-Markt ist der Wettbewerbsvorteil durch einen professionellen Produkt-Service. Das Ver­trauen von US-Vertragspartner und US-Kunden kann nur mit einer soliden und zuverlässigen Serviceleistung gewonnen werden. Schließlich stammt die Kunden orientierte Service-Kultur, bzw. die sich in Deutschland mittler­weile etablierte Dienstleistungs-Kultur, aus den USA. Der Produkt-Service muss sich nicht nur auf eigene Produkte beschränken, sondern sollte auch auf die Produkte der Konkurrenz erweitert werden. Daraus lässt sich sofort erkennen, dass der Produkt-Service die Kundenbeziehung und die Kun­denbindung stärkt, er dient obendrein als wichtiger Kommunikationsfaktor mittels dem die Wünsche und Erwartungen an das Produkt kundgegeben werden. Zusätzlich legitimiert der Produkt-Service einen höheren Produkt­preis und leistet somit einen wesentlichen Beitrag zum Unternehmenser- gebnis.[22]

3. Strategische Informationsgewinnung zu den USA: Rahmenbedin­gungen, Landes-Risiko- und Markt-Analyse

„Amerika ist sogar wieder als Investitionsstandort attraktiv. Niedrige Energiekos­ten, wettbewerbsfähige Löhne und der schwache Dollar locken ausländische Kon­zerne an - allen voraus aus Deutschland. In den Südstaaten der USA, die mit be­sonders niedrigen Löhnen und üppigen Fördergeldern locken, eröffnete Siemens im vergangenen Jahr eine neue Gasturbinenfabrik, VW ein neues Autowerk. Der Chemiekonzern Wacker baut in den USA eine neue Fabrik für die Produktion von Polysillicium für den Bau von Photovoltaikanlagen. Deutsche Autokonzerne profi­tieren besonders von der wiedererwachten Konsumlust der Amerikaner:“[23]

Die derzeitige Wirtschaftslage der USA verlangt nach tiefgreifenden Verände- rungs-, bzw. Change-Prozessen, die durch deutsche Unternehmer als Internatio- nalisierungs-Chancen genutzt werden sollten. Deutsche Unternehmen haben sich schon vor Generationen mit Erfolg an die neuen, durch die weltweite Eröffnung der Grenzen und Märkte entstandenen Bedürfnisse aus Marktglobalisierung und internationalem Wettbewerb, neuen umweltschonenden Produktionstechniken, sich weltweit verknappende Ressourcen und Energie, gesättigter Lokalmärkte so­wie aus der Politik und der Gesellschaft, angepasst. Damit eine Investition zur Gründung einer Niederlassung in den USA auch den erwarteten Erfolg bringt, müssen vorab wichtige Informationen zu den herrschenden Rahmenbedingungen, dem vorhandenen Investitions-Risiko und dem Absatz-Markpotenzial gewonnen und ausgewertet werden. Nur so kann eine Internationalisierungsstrategie realis­tisch definiert und gezielt umgesetzt werden.

3.1. Analyse der Rahmenbedingungen in den USA (nach PEST)

o Politische Rahmenbedingungen: Diesbezüglich müssen hauptsächlich fol­gende Faktoren berücksichtigt werden: Regierungssystem, Finanz-, Steuer- und Abgabenpolitik, Doppelbesteuerungsabkommen, Haushaltskonsolidie­rung, Handelsabkommen, Subventionspolitik, Vorschriften und Genehmi­gungsverfahren, Auslandspolitik, Umweltschutzpolitik, Menschenrechte, Ar­beitsmarktpolitik, Verbraucherschutzgesetze, Produkthaftungsgesetze, Gewerkschaftsrecht und soziale Sicherungssysteme (Rentenversicherung, Ar­beitslosenversicherung, Krankenversicherung). Das wirtschaftspolitische Leitbild des legalen Geschäftsleben in den USA ist das „laissez faire“, das auf Freiräume für die private Eigeninitiative setzt und die Rolle des Staates auf das Notwendigste (Sozialsicherungsmaßnahmen, Umweltschutz, Anti- Diskriminierungs-Gesetze) zu beschränken sucht: „Eine Nation ist heute umso wohlhabender, je weniger sie versucht hat, dem freien Unterneh­mungsgeist und der Privatinitiative Hindernisse in den Weg zu legen. Die Bevölkerung der Vereinigten Staaten von Amerika ist wohlhabender als die aller anderen Länder, weil ihre Regierung sich später als die Regierungen aller anderen Weltteile auf die Politik der Eingriffe in das Geschäftsleben eingelassen hat.“[24] Hinsichtlich der US-Umweltpolitik ist folgender Ge­schäftsbericht der Firma NORDEX bezeichnend: „Die politischen Rahmen­bedingungen für den Ausbau der Kraftwerke im Bereich der regenerativen Energien sind trotz der Weltwirtschaftskrise stabil. In den USA gab die US- Regierung Pläne bekannt, wonach die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2020 um etwa 17% gegenüber dem Niveau von 2005 zurückgehen sollen. Außerdem wurde mit dem „Clean Energy and Security Act“ ein Ge­setzentwurf erarbeitet, durch den die nationalen Treibhausgasemissionen reduziert und der Ausbau erneuerbarer Energiequellen gefördert werden sollen. Der Entwurf, auch „Waxman-Markey Bill“ genannt, sieht dafür u. a. die Einführung eines Emissionshandelssystems vor. Präsident Obama stell­te darüber hinaus ein Konzept vor, wonach die Kraftwerkskapazitäten für erneuerbare Energien bis 2012 verdoppelt werden sollen.“[25] Hinsichtlich der US-Steuerpolitik muss man folgendes beachten: „Die USA haben das Wettbewerbsprinzip auch im Steuersystem verankert. Bund, Bundesstaaten und Gemeinden konkurrieren über Zuschlagsrechte auf die Einkommen- und Körperschaftsteuer miteinander. Der Preis für dieses effiziente System ist die Verkomplizierung des Steuerrechts für die Steuerzahler, weil u. U. Steuererklärungen für alle drei Staatsebenen abgegeben werden müssen. Für Privatpersonen ist die Steuerbelastung in den USA vergleichsweise ge­ring, für Unternehmen dagegen überraschend hoch. Die Finanzverfassung der USA ist stark vom Wettbewerbsföderalismus geprägt. Die Steuerhoheit wird aufgeteilt zwischen dem Bund, den Bundesstaaten und den lokalen Gebietskörperschaften. So wird die Einkommensteuer z. B. sowohl vom Bund, als auch von den Staaten und z. T. sogar von den lokalen Gebiets­körperschaften erhoben. Entsprechend differiert die Steuerbelastung regio­nal oft erheblich - sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen. Haupteinnahmequelle des Bundes ist die Einkommensteuer, die ein etwa fünfmal so hohes Aufkommen generiert wie die Körperschaftsteuer. Die Bundesstaaten finanzieren sich sowohl über Einkommen- als auch über Konsumsteuern, während die örtlichen Gebietskörperschaften hauptsäch­lich auf örtliche Grund- und Vermögenssteuern zurückgreifen. Die Bundes­ebene erhebt - anders als die meisten Bundesstaaten und lokalen Gebiets­körperschaften (von 0 bis 9,8%, konzipiert als Einphasensteuer) - keine Umsatzsteuer. Die gesamtwirtschaftliche Steuerquote der USA liegt mit 21,8% fast exakt so hoch wie in D (21,7%). Sehr viel niedriger liegt dage­gen die US-Staatsquote mit 34,2% (D 48,6%). Der hohe Staatsanteil in D wird also im Wesentlichen über eine hohe (Sozial-)Abgabenquote finan­ziert.“ [26]

- Wirtschaftliche Rahmenbedingungen: Diesbezüglich müssen folgende Fak­toren betrachtet werden: BIP-Wachstum, Inflationsrate, Bonitätsnote, Kon­sumtrends, Wirtschaftswachstum, Investitionen, Erwerbstätigkeit und Ar­beitslosigkeit, Einkommensentwicklung und Kaufkraft, Sparquote, Verbraucherpreise, Lohn- und Lohnnebenkosten, Kreditkosten. Im August 2011 wurden die USA durch die Ratingagentur Standard&Poors von ihrer Spitzenbonitätsnote AAA auf die Bonitätsnote AA+ herabgestuft. Mit der Herabstufung werden US-Staatsanleihen, die einst als die weltweit un­bestritten sicherste Geldanlage galten, nun niedriger bewertet und das bringt negative Auswirkungen auf den US-Kapitalmarkt mit sich die man bei einer Investition bedenken muss. „Mit gesenkter Bonitätsnote dürften Kre­dite für die Regierung, aber auch für Unternehmen und Verbraucher in den USA teurer werden. Experten rechnen damit, dass sich die staatlichen Kre­ditkosten mit der Zeit um 100 Mrd. Dollar verteuern könnten.“[27] Der deutsche Chemiekonzern BASF beschreibt die Aussichten auf Wirtschafts­wachstum in den USA folgendermaßen: „In den USA wird das Wirtschaftswachstum 2011 (+2,9%) auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Die gestiegene Arbeitslosigkeit und die durch die Finanzkrise verursachten Vermögensverluste bei großen Teilen der Bevölkerung dämpfen das Wachstum des privaten Konsums weiterhin. Auf Grund der hohen Staats­verschuldung und eines sehr geringen Zinsniveaus ist eine Stimulierung durch expansive Fiskal- oder Geldpolitik kaum mehr möglich. Dagegen wir­ken die zunehmende Investitionstätigkeit und steigende Nettoexporte als Wachstumstreiber. Mittelfristig erwarten wir in den USA eine nahezu gleichbleibende Wachstumsdynamik und ein solides Wachstum (+2,9%).“[28] Aus dem Geschäftsbericht 2011 der Continental AG geht folgende Wirt­schaftswachstums-Prognose für die USA hervor: „Das höchste Wachstum innerhalb der vom IWF sogenannten entwickelten Volkswirtschaften wird für die USA mit 1,8 % prognostiziert. Dieser Wert liegt jedoch deutlich unter den historischen Wachstumsraten. Wenngleich sich jüngst einige makro­ökonomische Frühindikatoren aufhellten, werden nach Ansicht des IWF die hohe Arbeitslosigkeit, der am Boden liegende Häusermarkt sowie die Not­wendigkeit, die hohe Staatsverschuldung durch Sparmaßnahmen abzu­bauen, das Wachstum der USA auch in den kommenden Jahren im Ver­gleich zum historischen Durchschnitt moderat ausfallen lassen. ... Das Scheitern des Superkomitees zur Festlegung von Maßnahmen zur Haus­haltskonsolidierung hat dazu geführt, dass nun Sparmaßnahmen umgesetzt werden müssen, die sich aus gesetzlichen Vorgaben ergeben. Ob und wie diese sich auf die Wirtschaft im Jahr 2012 auswirken, ist schwer prognosti­zierbar. Die US-Wirtschaft ist stark vom Wachstum der privaten Binnen­nachfrage abhängig. Inwiefern aus dieser Richtung Impulse für die Wirt­schaft ausgehen können, hängt davon ab, wie sich die Arbeitslosenquote und das Lohnniveau entwickeln. ... Am 6. November finden die Präsident­schaftswahlen statt. Gleichzeitig werden ein Drittel der Senatoren und das komplette Repräsentantenhaus neu gewählt. In diesem Umfeld dürften die Bedingungen für durchgreifende Beschlüsse eher schlecht sein. Vermutlich wird sich erst der ab Januar 2013 amtierende neue Kongress mit einer Haushaltskonsolidierung befassen. Diese kann im Wesentlichen nur aus einer Kombination von geringeren Ausgaben und höheren Einnahmen durch Steuererhöhungen bestehen. Die daraus resultierende Unsicherheit hinsichtlich der Rahmenbedingungen könnte 2012 die Dynamik der wirt­schaftlichen Entwicklung beeinträchtigen. Der IWF geht für 2012 von einem Wirtschaftswachstum von 1,8 % aus. Die Brutto-Verschuldung des öffentli­chen Haushalts sollte aber aufgrund der verzögerten Haushaltskonsolidie­rung steigen. Aktuell liegt sie gemäß der OECD bei 97,6 % des BIP und soll 2012 auf 103,6 % und 2013 auf 108,5 % steigen. Aufgrund der noch ver­hältnismäßig hohen Arbeitslosenquote und des eher moderaten Wachs­tums ist im Jahr 2012 kein stärkerer Preisauftrieb zu erwarten. Bis Mitte 2012 sollte die Inflationsrate gemäß IWF auf 1,2 % zurückgehen. Vor Mitte 2013 ist daher nicht mit einer Abkehr der nationalen Notenbank (Fed) von ihrer Nullzinspolitik zu rechnen. Nach wie vor signalisiert sie aber ihre Be­reitschaft, die US-Konjunktur durch weitere Lockerungsmaßnahmen zu un­terstützen.“[29]

- Soziokulturelle Rahmenbedingungen: Diesbezüglich müssen Faktoren be­trachtet werden, die aus der gesellschaftlichen Umgebung im weiteren Sin­ne auf die an der Wirtschaft beteiligten Menschen einwirken: Bevölkerung, Bevölkerungswachstum, Altersstrukturentwicklung, Frauenerwerbstätigkeit, Sprache, Wissen und Bildungssystem, Tradition, Religion, soziale Werte, Konsumverhalten, Mobilität, Produktpräferenzen, Arbeitsgewohnheiten, In­dividualisierung, Gesundheitsbewusstsein, Arbeitsbedingungen, Unterneh­menskultur, Beschäftigungskultur (Hire and Fire), Wanderarbeiter, Migrati­onsprobleme, Ethnizität, Rassenkonflikte. Soziokulturell gesehen sind die USA eine extrem heterogene und komplexe Landschaft, von sozialen Ver­hältnissen geprägt die sich ein deutscher kaum vorstellen kann. Die USA sind von einer unterdrückten Kolonie, zur mächtigsten Industrienation und Weltmacht aufgestiegen. Die Gesellschaft der USA ist nicht, wie die Euro­pas und Asiens, das Ergebnis einer Entwicklung über mehrere tausende Jahre. Sondern das Ergebnis einer relativ kurzen Geschichte von Einwan­derern aus der ganzen Welt, einer Zeit als britische und französische Kolonie, des rohen Handelskapitalismus und einer vom Rohstoffreichtum be­günstigten, rasanten industriellen Entwicklung. Vor der Industrialisierung bediente man sich, genauso wie in Europa und Asien, der Sklaverei um den Mangel an Arbeitskräften zu lösen. Eines der größten Probleme der USA ist ein tief verwurzelter Rassenhass, nicht weil die Amerikaner anders sind als der Rest der Weltbürger, sondern weil die große Anzahl in den USA vorhandenen ethnischen Minderheiten zwangsläufig zu Konflikten führt: Die ethnischen Minderheiten wollen immer und ganz egal wo, Mehr­heitsrechte für ihre sozialen Anschauungen und Lebensweisen. Ethnische Minderheiten sind immer unzufrieden weil sie sich gegenüber der ethni­schen Mehrheit ausgegrenzt und benachteiligt fühlen. Wer schon einmal in den USA studiert, gelebt oder gearbeitet hat wird schnell feststellen, dass die Konflikte durch die anhaltende Einwanderung verstärkt werden und so­gar unter den ethnischen Gruppen der Einwanderer fortwähren. Die kultu­rellen Unterschiede zwischen den industrialisierten Nordstaaten und den Südstatten der USA sind markant, der Bürgerkrieg ist noch längst nicht vergessen. Hinzu kommen die großen kulturellen Unterschiede zwischen der Ost und der Westküste. Die Wurzeln der amerikanischen Gesell­schaftsform stammen aus dem Liberalismus. „Sein Ziel war der Rechts­und Verfassungsstaat, der die Menschen- und Bürgerrechte respektiert, die freie Entfaltung der Persönlichkeit gewährleistet, religiös und weltanschau­lich neutral ist und das Wirtschaftsleben dem freien Spiel der Kräfte über- lässt.“[30] Der privatwirtschaftliche Unternehmergeist der USA basiert auf Ei­geninitiative. Der offen gelebte Heimatstolz der Amerikaner ist weiterhin un­übertroffen in den industrialisierten Ländern, nationalistische Grundsätze wie „proud to be American“, „made in the USA“, „American owned and ope­rated“ und „born in the USA“ und eine wehende US-Flagge an jedem Haus­eck sind gewöhnungsbedürftig für deutsche Unternehmer, aber man könn­te diese Eigenschaft sie zugunsten der im Land gefertigten und vermarkte­ten Produkte nutzen.

- Technologische Rahmenbedingungen: Diesbezüglich müssen Faktoren be­trachtet werden, die den Technologiestand und die technologische Infra­struktur des Landes betreffen: Informationstechnik, Telekommunikation und Multimedia, E-Commerce und Online-Shopping-Entwicklung, IT-gestützte neue Technologien, Trends im E-Procurement und E-Business, Transport­wege, Logistik und Speditionssysteme, Frachtkosten, Forschung- und Ent­wicklungseinrichtungen, wissenschaftlicher und technischer Fortschritt, Produktinnovationen, Marktlebenszyklus vorhandener Produkte, Substitu­ierbarkeit vermarkteter Produkte, Biotechnologie, Gentechnik, Nanotech- nik, Mikrosysteme. Die USA sind ein weltweit bekanntes Heimatland von erfolgreichen Forschern, Wissenschaftlern und Erfindern. Die meisten No­bel-Preise für wissenschaftliche Forschung gehen an Wissenschaftler der USA. Historisch gesehen waren die USA immer schon das Land in dem der technische Fortschritt ohne Rücksicht auf soziale Verluste betrieben wurde. Der amerikanische Markt ist ein innovationsfreundlicher markt, das Telefax z.B., wurde in Deutschland erfunden aber auf dem amerikanischen Markt erfolgreich eingeführt. Des Weiteren sind die USA für ihre hochwertigen universitären Forschungszentren bekannt. Die Amerikaner glauben an den Einsatz von Technik zur Lösung ihrer Probleme und zur Verbesserung ihres Lebensstandards, sie sehen sich gerne als die erfolgreichsten Technolo- gie-Vorreiter und Innovatoren der Welt. Die USA bieten ein flächendeckend ausgebautes Telekommunikationsnetz sowie Strassen- und Luftverkehrs­netz. Technikfortschritt ist ein fester Bestandteil des „American Way of Life“.

3.2. Die Landes-Risiko-Analyse: BERI-Index

Das in den USA vorhandene Investitionsrisiko kann dem BERI-Index (Business Environment Risk Indicator) entnommen werden. Der BERI-Index untersucht nur globale Faktoren und keine branchenspezifischen.

Der Landesrisiko-Bericht ist Kostenpflichtig und enthält, durch Experten erstellte, subjektive Risiko-Prognosen die auf vergangenen und gegenwärtigen Landes­Informationen basieren. Ein BERI-Landes-Bericht enthält folgende Prognose- Informationen:[31]

- Geschäftsumfeld für ausländische Produktions- und Service-Unternehmen
- Wahrscheinlichstes politisches Szenario der mittelfristigen Zukunft
- Politische Entwicklungen und die Grundlage für die Prognose
- Economic Performance und Wirtschafts-Entwicklung
- Prognose-Tabelle der Finanz- und Währungsentwicklung

[...]


1 vgl.www.legalzoom.com, “Incorporation Education Center”, Stand: Mai 2012, S.1

2 vgl.www.legalzoom.com, “Incorporation Education Center”, Stand: Mai 2012, S.1

3 vgl.www.legalzoom.com, “Incorporation Education Center”, Stand: Mai 2012, S.1

4 vgl.www.legalzoom.com, “Incorporation Education Center”, Stand: Mai 2012, S.1

5 vgl.www.legalzoom.com, “Incorporation Education Center”, Mai 2012, S.1

6 vgl. Tax Lawyer's Blog, “What is a B Corporation”, Mai 2012, S.1

7 vgl.Stahl,Tycho, Arnall Golden, „Erfolgreich in den USA Expandieren“, 2008, S.7

8 vgl.Stahl,Tycho, Arnall Golden, „Erfolgreich in den USA Expandieren“, 2008, S.7

9 vgl.Stahl,Tycho, Arnall Golden, „Erfolgreich in den USA Expandieren“, 2008, S.7

10 vgl.Stahl,Tycho, Arnall Golden, „Erfolgreich in den USA Expandieren“, 2008, S.7

11 vgl.Stahl,Tycho, Arnall Golden, „Erfolgreich in den USA Expandieren“, 2008, S.2

12 vgl.Stahl,Tycho, Arnall Golden, „Erfolgreich in den USA Expandieren“, 2008, S.2

13 vgl.Stahl,Tycho, Arnall Golden, „Erfolgreich in den USA Expandieren“, 2008, S.2

14 vgl.Wise,Aaron, Thomas Rinne, „Amerikanische Produkthaftung“, 2007, S.21

15 vgl.Mittelstandsportal, Die US-Incorporated die ideale Holding-Lösung für den Mittelstand, Stand: Mai 2012, S.3

16 vgl. Krause, Werner, Internationalisierungsstrategien für technikorientierte mittelständische Un­ternehmen, 2012, S.46

17 vgl. Krause, Werner, Internationalisierungsstrategien für technikorientierte mittelständische Un­ternehmen, 2012, S.47

18 vgl. Krause, Werner, Internationalisierungsstrategien für technikorientierte mittelständische Un­ternehmen, 2012, S.48

19 vgl. Krause, Werner, Internationalisierungsstrategien für technikorientierte mittelständische Un­ternehmen, 2012, S.49

20 vgl. Krause, Werner, Internationalisierungsstrategien für technikorientierte mittelständische Un­ternehmen, 2012, S.55 - 59

21 vgl. Krause, Werner, Internationalisierungsstrategien für technikorientierte mittelständische Un­ternehmen, 2012, S.61- 70

22 vgl. Krause, Werner, Internationalisierungsstrategien für technikorientierte mittelständische Un­ternehmen, 2012, S.71- 74

23 Hennersdorf, Angela, Malte Fischer, “Üppige Fördergelder” in: Ba(ra)ck again?, WiWo 2012/12, S.23-24

24 von Mises, Ludwig, Die Wurzeln des Antikapitalismus, 1979, S.7

25 NORDEX Geschäftsbericht 2009, Wirtschaftliches Umfeld und politische Rahmenbedingungen, 2009, S.1

26 Deutsche Bank Bericht, US-Steuersystem: Mix aus Effizienz und Komplexität, kein Datum, S.1

27 Financial Times Deutschland, Herabstufung durch S&P: USA verlieren "AAA"-Rating, 2011, S.1

28 BASF Bericht 2010, „Prognosebericht Wirtschaftliche Rahmenbedingungen im Jahr 2011“, 2010, S.112

29 Continental Geschäftsbericht 2011, „Wirtschaftliche Rahmenbedingungen in den folgenden zwei Geschäftsjahren“, 2011, S.1

30 Wissen.de, „Politische Ideologien: Liberalismus“, 2012, S.1

31 2 BERI - Business Risk Service, „Quick Response Country Reports (QRCR)“, 2012, S.1

Ende der Leseprobe aus 77 Seiten

Details

Titel
Gründung einer US Corporation als 100% Niederlassung in den USA
Untertitel
Anleitung zur Planung und Umsetzung einer Firmengründung in den USA
Hochschule
Hochschule München  (Wirtschaftsingenieur-Wesen)
Veranstaltung
Geschäfts-Internationalisierungs-Management
Note
1.0
Autor
Jahr
2012
Seiten
77
Katalognummer
V200990
ISBN (eBook)
9783656270898
ISBN (Buch)
9783656271345
Dateigröße
1626 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Firmengründung in den USA, Gründung einer US Corporation als 100% Niederlassung in den USA, Siegfried Hotter, Unternehmens-Steuerung und –Kontrolle, Incorporation Prozess, Incorporation Process, Incorporating Business, soziale verantwortung, B certification, B lab, B Corporation, C corporation, S corporation, corporate tax law, corporate organization, US aufbau organisation, copporate titles, unternehmensplanung, unternehmensorganisation, corporate social responsibility, corporate governance, corporate general meeting, verwaltungsrat der corporation, corporate business usa, incorporation attorney, strategische marktanalyse, unternehmensgründung usa, firmengründung usa, doing corporate busines usa, us aktiengesellschaft, us chamber of commerce, wie gruendet man eine us corporation?, research fellows, unternehmensrechtsform, Income Tax Regulations, Corporation finance, Practical Guide to US Corporations, Fachbuch zur firmengruendung usa, fachbuch zur gruendung einer us corporation, fachbuch zur firmengrurndung usa, anleitung zur unternehmensgruendung usa, anleitung zur firmengruendung usa, niederlassung usa, fachbuch zur unternehmensgruenung, handbuch zur firmengruendung, niederlassung usa eröffnen, niederlassung usa gründen, GESCHÄFTSGRÜNDUNG IN DEN USA, eigene Niederlassung in den USA gründen, L1 Visum:, Besteuerung in den USA, Ausländische Investoren gründen ihre Niederlassungen in den USA, vorteile us corporation, nachteile us corporation, Leitfaden zur Firmengründung in den USA, Company Incorporation USA, Gesellschaftsrecht USA, Gründung einer Incorporation, Firmengründung USA Risiken, Vorteile der Gründung einer US Firma, Gründung einer US Corporation, Wie gründe ich eine Firma in den USA?, existenzgründung usa, selbstständig machen usa
Arbeit zitieren
MSc Business Administration and Engineering Siegfried Hotter (Autor), 2012, Gründung einer US Corporation als 100% Niederlassung in den USA, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200990

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