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Die Türkei als Wegweiser für die Länder des Arabischen Frühlings?

Die neue Rolle der Türkei im Nahen Osten und Nordafrika nach dem Arabischen Frühling

Titel: Die Türkei als Wegweiser für die Länder des Arabischen Frühlings?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2012 , 27 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Niels Schirrmeister (Autor:in)

Politik - Region: Naher Osten, Vorderer Orient
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Nahe Osten1 sowie weite Teile Nordafrikas stellen seit vielen Jahrzehnten eine Konfliktregion dar. Die dort regierenden arabischen Regime sind zumeist korrupt und herrschen autoritär. (Asseburg M. , 2011)

Notwendige Reformen in allen Bereichen des öffentlichen Lebens sind bisher ausgeblieben, sodass der Unmut in der Bevölkerung über die Jahre angewachsen ist und nun zu Konflikten führt. Auf soziale, politische und ökonomische Herausforderungen reagierten die Regime zumeist mit Islamisierung, Informalisierung, Repression, Kooption sowie begrenzter ökonomischer und politischer Liberalisierung; unterstützt wurden sie dabei vom Westen, der in der Herrschaft von Autokraten einen Garanten für Stabilität in der Region sah (Harders, 2011). Die autokratisch-arabischen Regime galten lange Zeit als anpassungsfähig und in Ländern mit mehreren ethnischen Gruppen sogar als äußerst stabil. Nach Jahrzehnten der Unterdrückung rebellieren jedoch die Menschen in vielen arabischen Gebieten gegen ihre Regime und verlangen politische Partizipation (Asseburg, 2011).

Angesichts der aktuellen Protest- und Demokratiebewegung in der arabischen Welt sind die Menschen auf der Suche nach neuen Formen des Regierens und Zusammenlebens. Hierbei entwickelte sich sehr schnell eine Diskussion darüber, ob die Türkei als ein Vorbild beziehungsweise „Modellstaat“ für die arabische Welt dienen könne. Denn die Türkei ist zurzeit das einzige Land in der Region, das politisch und wirtschaftlich stabil ist und über eine säkulare Ordnung verfügt. Am Rande des Arabischen Frühlings präsentiert sich die Türkei unter Tayyip Erdoğan als eine neue aufstrebende Regionalmacht. (Seufert, 2011)

Die vorliegende Hausarbeit befasst sich deskriptiv mit der Türkei als neuer regionaler Partner mit Führungsanspruch in der arabischen Welt und berücksichtigt dabei aktuelle Protest- und Demokratiebewegungen. Des Weiteren wird erörtert, ob die Türkei als Wegweiser oder sogar als demokratischer „Modellstaat“ für die arabischen Länder dienen kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der arabische Frühling

3 Die Türkei

3.1 Wirtschaftliche Entwicklung der Türkei seit 2002

3.2 Die türkische Außenpolitik

3.2.1 Beziehungen zu Israel

3.2.2 Kooperationen mit den arabischen Staaten

3.3 Beziehungen der Türkei zur EU

4 Das Führungsvakuum in Nordafrika und Nahost

5 Tayyip Erdoğans Tour durch die Länder des Arabischen Frühlings

6 Demokratiemodell Türkei für die Länder des Arabischen Frühlings

6.1 Frauenrechte

6.2 Meinungs- und Pressefreiheit

6.3 Parteiensystem

7 Wahrnehmung der Türkei in den arabischen Gebieten

7.1 Die TESEV-Umfrage

7.2 Die ORSAM-Umfrage

8 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht deskriptiv die neue Rolle der Türkei als regionaler Akteur mit Führungsanspruch im Kontext des Arabischen Frühlings und erörtert, inwiefern die Türkei als Wegweiser oder demokratisches Modell für die betroffenen arabischen Staaten dienen kann.

  • Wirtschaftliche Entwicklung und politische Neuausrichtung der Türkei
  • Die Außenpolitik der Türkei im Nahen Osten und Nordafrika
  • Das Potenzial der Türkei als Demokratie-Vorbild für die arabische Welt
  • Die Wahrnehmung der Türkei durch die Bevölkerung in arabischen Ländern
  • Herausforderungen in den türkisch-europäischen Beziehungen

Auszug aus dem Buch

Die türkische Außenpolitik

Die Türkei ist seit dem Ende des Ost-West-Konfliktes – und damit auch mit dem Ende der strategischen Funktion als NATO-Südflanke – auf der Suche nach einer neuen Rolle in der internationalen Politik (Tibi, 2007, S. 136). Betont wird dies durch die Verweigerung des türkischen Parlaments am 1. März 2003, mit den USA in den zweiten Irakkrieg zu ziehen. Erst nach Kriegsende und der Resolution des UN-Sicherheitsrates 1483 beschloss die Türkei am 7. Oktober 2003, Truppen für eine Friedensmission in den Irak zu entsenden. (Altunisik, 2010, S. 9)

Seitdem die türkische AKP im November 2002 die Regierung übernommen hat, ist die Region um Nordafrika und Nahost ein wichtiges außenpolitisches Aktionsfeld der Türkei geworden. Ahmet Davutoglu, Universitätsprofessor für Internationale Beziehungen, seit 2003 Berater der AKP-Regierung und seit Mai 2009 türkischer Außenminister, schuf das türkische Konzept der „Strategischen Tiefe“, in dem die Türkei intensiver als zuvor mit ihren unmittelbaren Nachbarn agiert und eine „Null-Problem-Politik“ anstrebt. Dabei wird die bislang dominierende Europa- und Westorientierung zunehmend ausgehebelt. Im Fokus stehen nunmehr eigene türkische Interessen losgelöst von den westlichen Partnern. (Faath, 2011, S. 259) (Ramm, 2011, S. 53 ff.) Ahmet Davutoglu hat somit das Ziel, die Türkei als neue Regionalmacht zu positionieren und eine Führungsrolle in Nahost und Nordafrika einzunehmen (Schmid & Dehnert, 2011, S. 5 f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die politische Instabilität in Nordafrika und Nahost und wirft die zentrale Frage auf, ob die Türkei als Modellstaat für die arabischen Transformationsländer fungieren kann.

2 Der arabische Frühling: Dieses Kapitel skizziert den Auslöser und die Ausbreitung der Aufstände, beginnend mit den Ereignissen in Tunesien bis hin zur politischen Umwälzung in weiteren Staaten der Region.

3 Die Türkei: Hier werden die wirtschaftliche Entwicklung, die Außenpolitik sowie die komplexen Beziehungen der Türkei zu ihren Nachbarstaaten, Israel und der EU analysiert.

4 Das Führungsvakuum in Nordafrika und Nahost: Der Autor beschreibt das durch den Sturz autoritärer Regime entstandene Machtvakuum und das Bestreben der Türkei, diese Lücke außenpolitisch zu füllen.

5 Tayyip Erdoğans Tour durch die Länder des Arabischen Frühlings: Das Kapitel behandelt die diplomatische Reise Erdoğans im September 2011 und seine Versuche, die Türkei als Vorbild und Führungsmacht zu präsentieren.

6 Demokratiemodell Türkei für die Länder des Arabischen Frühlings: Es wird die Eignung der türkischen säkularen Demokratie als Vorbild geprüft, unter Berücksichtigung interner Herausforderungen wie Menschenrechte und Meinungsfreiheit.

7 Wahrnehmung der Türkei in den arabischen Gebieten: Basierend auf Umfragen von TESEV und ORSAM wird aufgezeigt, wie die arabische Bevölkerung die Türkei und deren Rolle in der Region bewertet.

8 Fazit: Das Fazit zieht eine Bilanz aus den Umfrageergebnissen und der politischen Analyse, wobei die Rolle der Türkei als Orientierungshilfe, jedoch mit Einschränkungen aufgrund interner Defizite, bewertet wird.

Schlüsselwörter

Türkei, Arabischer Frühling, Außenpolitik, Tayyip Erdoğan, Modellstaat, Nahost, Nordafrika, Demokratie, Islam, AKP, Regionalmacht, Null-Problem-Politik, TESEV, Transformation, Geopolitik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert, ob und inwiefern die Türkei nach dem Ausbruch des Arabischen Frühlings eine Vorbildrolle oder einen Führungsanspruch in den arabischen Ländern wahrnehmen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören die türkische Außen- und Wirtschaftspolitik, das Demokratieverständnis des Landes und die Wahrnehmung der Türkei innerhalb der arabischen Bevölkerung.

Welche Forschungsfrage wird verfolgt?

Die primäre Fragestellung lautet, ob die Türkei als Wegweiser oder demokratischer „Modellstaat“ für die Länder des Arabischen Frühlings dienen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wendet eine deskriptive Analysemethode an, die aktuelle politische Entwicklungen und empirische Umfragedaten verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der wirtschaftlichen und politischen Ausgangslage der Türkei, den Beziehungen zu Israel und der EU, dem Führungsvakuum im Nahen Osten und der Resonanz der türkischen Politik in arabischen Staaten.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Türkei, Arabischer Frühling, Außenpolitik, Modellstaat, Demokratie, Regionalmacht und Geopolitik.

Wie bewerten arabische Länder die Türkei laut Umfragen?

Laut den TESEV- und ORSAM-Umfragen stößt die Türkei in der arabischen Bevölkerung weitgehend auf positive Resonanz und wird als ein Zukunftsmodell für die Vereinbarkeit von Islam und Demokratie wahrgenommen.

Welche Defizite weist das türkische Modell laut Autorin auf?

Die Autorin weist darauf hin, dass die Türkei trotz ihrer Fortschritte Defizite bei der Presse- und Meinungsfreiheit, den Frauenrechten und dem Parteiensystem aufweist, was eine uneingeschränkte Vorbildrolle einschränkt.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Türkei als Wegweiser für die Länder des Arabischen Frühlings?
Untertitel
Die neue Rolle der Türkei im Nahen Osten und Nordafrika nach dem Arabischen Frühling
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Otto-Suhr-Institut Berlin)
Note
1,3
Autor
Niels Schirrmeister (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
27
Katalognummer
V201004
ISBN (eBook)
9783656270324
ISBN (Buch)
9783656271116
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Politik Türkei Arabischer Frühling
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Niels Schirrmeister (Autor:in), 2012, Die Türkei als Wegweiser für die Länder des Arabischen Frühlings?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201004
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Leseprobe aus  27  Seiten
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