Die Gefahr von weltweiten Wasserkrisen, die auf Wassermangel oder Wasserknappheit sowie die Verschmutzung von Trinkwasser durch Industrieabfälle zurückzuführen sind, wird in der Zukunft stark ansteigen. Zurzeit haben circa 884 Millionen Menschen keinen ausreichenden Zugang zu sauberem Wasser und rund 1,2 Milliarden Menschen leben in Regionen, in denen Wasserknappheit besteht. (Stiftung Weltbevölkerung, 2011) Die Oberflächen- und Grundwasserressourcen der Welt überschreiten politische und geografische Grenzen. Die Reserven an Süßwasser sind äußerst ungleich verteilt und konzentrieren sich zumeist nur in vereinzelten Regionen der Welt. (Dombrowsky, 2001, S. 30 ff.). Die Entwicklung eines Landes kann durch Wassermangel oder Wasserknappheit erheblich eingeschränkt werden. Deshalb ist es von essenzieller Bedeutung, dass die internationale Entwicklungspolitik für eine gerechte beziehungsweise ausgeglichene Wasserverteilung sorgt (Seibert, 2009).
Hervorgerufen werden globale Wasserkrisen durch verschiedenste Ursachen, hauptsächlich jedoch vom Menschen verursacht. Diese Arbeit soll einen Überblick über diese Ursachen beziehungsweise die Verstärker zukünftiger und bereits bestehender Wasserkrisen geben. Des Weiteren wird ein Lösungsmodell für die nachhaltige Nutzung der Wasserressourcen unter Berücksichtigung internationaler Wasserpolitiken analysiert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Internationale Wasserpolitik
3 Ursachen für Wasserkrisen
3.1 geografisch ungleich verteilte Wasserressourcen
3.2 Strukturwandel in der Landwirtschaft
3.3 Urbanisierung und Industrialisierung
3.4 Bevölkerungszunahme und Ernährung
3.5 Wohlstandsgewinne und die Anpassung der Landwirtschaft
3.6 Klimawandel
4 Kommerzialisierung von Wasserressourcen
5 Folgen von Wasserkrisen
5.1 Beispiel Aralsee
5.2 Beispiel Mittlerer Osten
6 Wechselwirkung einer globalen Wasserkrise
7 Die Idee der nachhaltigen Nutzung
8 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die vielfältigen Ursachen sowie die globalen Auswirkungen der wachsenden Wasserkrise im 21. Jahrhundert und analysiert dabei Lösungsansätze für eine nachhaltige Wasserressourcennutzung unter Berücksichtigung internationaler politischer Rahmenbedingungen.
- Analyse der primären Ursachen für Wassermangel und Wasserknappheit.
- Untersuchung der Auswirkungen von Landwirtschaft, Urbanisierung und Klimawandel.
- Kritische Beleuchtung der Kommerzialisierung und Privatisierung von Wasserressourcen.
- Darstellung von Fallbeispielen zu regionalen Wasserkonflikten.
- Diskussion von Nachhaltigkeitskonzepten zur Sicherung globaler Wasserreserven.
Auszug aus dem Buch
3.1 geografisch ungleich verteilte Wasserressourcen
Die Erdoberfläche ist zu rund 71 Prozent mit Wasser bedeckt. Das Gesamtvolumen der weltweiten Wasserressourcen beträgt rund 1.360 Millionen km3. (Wallacher, 2001, S. 89) Von diesem Volumen sind aber nur 2,53 Prozent Süßwasser, wovon wiederum zwei Drittel in Form von Eis, hauptsächlich an den Polen, gespeichert sind. Nur circa 1 Prozent der weltweiten Wasserressourcen stehen für den menschlichen Gebrauch zur Verfügung. Diese verwertbaren Wasserressourcen sind geografisch im Verhältnis zur Bevölkerungsdichte äußerst ungleich verteilt. (Weltwasserentwicklungsbericht der Vereinten Nationen, 2006, S. 8 f.) Abbildung 1 veranschaulicht die weltweite Wasserverteilung. Neun Staaten dieser Welt (Brasilien, Russland, China, Kanada, Indonesien, Indien, Kolumbien, Kongo und die USA) verfügen über 60 Prozent der weltweiten Süßwasserressourcen. (Gramling, 2012)
Wasserreichtum und Wassermangel liegen oft geografisch nah beieinander. Zumeist endet diese Situation in zwischenstaatlichen Disputen, die auch mit militärischen Mitteln ausgetragen werden, um die Ressource Wasser langfristig zu sichern. Bereits heute geht es für viele Staaten längst nicht mehr um die Sicherung des Grundbedarfs an Wasser, sondern um die Behebung eines akuten Mangels und die damit einhergehende Verwüstung ganzer Regionen. (Lohmann, 1999, S. 2 f.)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik weltweiter Wasserkrisen ein und formuliert die Zielsetzung der Arbeit, ein Lösungsmodell für eine nachhaltige Wassernutzung zu analysieren.
2 Internationale Wasserpolitik: Das Kapitel zeichnet die Anfänge der globalen Wasserpolitik ab 1977 nach und erörtert internationale Abkommen sowie das Menschenrecht auf Zugang zu sauberem Trinkwasser.
3 Ursachen für Wasserkrisen: Hier werden die wesentlichen Faktoren wie ungleiche geografische Verteilung, landwirtschaftlicher Strukturwandel, Urbanisierung, Bevölkerungswachstum und Klimawandel als Treiber der Krise identifiziert.
4 Kommerzialisierung von Wasserressourcen: Dieses Kapitel kritisiert die Privatisierung des Wassersektors und den wachsenden Einfluss internationaler Konzerne auf die weltweiten Wasserreserven.
5 Folgen von Wasserkrisen: Anhand der Beispiele Aralsee und Mittlerer Osten werden die ökologischen und ökonomischen Auswirkungen sowie das Konfliktpotenzial durch Wassermangel verdeutlicht.
6 Wechselwirkung einer globalen Wasserkrise: Es wird dargelegt, wie eine globale Wasserkrise als Krisenmultiplikator wirkt und Wechselwirkungen mit anderen Umwelt- und sozialen Krisen verstärkt.
7 Die Idee der nachhaltigen Nutzung: Dieses Kapitel erläutert das Konzept der Nachhaltigkeit im Wassersektor unter Bezugnahme auf das Drei-Säulen-Modell und die Dublin-Leitprinzipien.
8 Fazit: Das Fazit fasst die Dringlichkeit der globalen Wasserkrise zusammen und fordert verbindliche internationale Verträge statt einer rein ökonomischen Ausrichtung der Ressourcennutzung.
Schlüsselwörter
Wasserkrise, Wasserknappheit, Internationale Wasserpolitik, Süßwasserressourcen, Nachhaltige Entwicklung, Bewässerungslandwirtschaft, Privatisierung, Klimawandel, Konfliktpotenzial, Aralsee, Wasserressourcenmanagement, Globalisierung, Ernährungssicherung, Bevölkerungswachstum, Ressourcenschutz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der globalen Wasserkrise, ihren Ursachen und den politischen sowie gesellschaftlichen Herausforderungen, um den Zugang zu Wasser für alle Menschen nachhaltig zu sichern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der geografischen Wasserverteilung, den Auswirkungen der Landwirtschaft und Industrialisierung, der Rolle multinationaler Konzerne und dem Konzept der nachhaltigen Nutzung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, einen Überblick über die Ursachen und Verstärker bestehender Wasserkrisen zu geben und ein Lösungsmodell zu analysieren, das eine nachhaltige Nutzung unter Berücksichtigung internationaler Politik ermöglicht.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die internationale Berichte, Konferenzdokumente und Fachpublikationen zusammenführt, um die globale Situation wissenschaftlich darzustellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Ursachen (z.B. Klimawandel, Landwirtschaft), die kritische Auseinandersetzung mit der Privatisierung, eine Darstellung der Folgen anhand von Fallbeispielen und die Vorstellung von Nachhaltigkeitskonzepten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie globale Wasserkrise, Wasserknappheit, nachhaltiges Ressourcenmanagement, ökologische Folgen und die politische Dimension der Wasserverteilung geprägt.
Warum wird die Privatisierung von Wasserressourcen kritisch gesehen?
Die Arbeit weist darauf hin, dass eine rein ökonomische Ausrichtung und Privatisierung insbesondere in Entwicklungsländern ärmere Bevölkerungsschichten in die Abhängigkeit großer Konzerne treiben kann und somit die Gefahr von Ernährungskrisen birgt.
Welche Rolle spielt der Aralsee in der Analyse?
Der Aralsee dient als zentrales Fallbeispiel für eine durch menschliches Eingreifen verursachte Umweltkatastrophe, die belegt, wie industrielle und landwirtschaftliche Fehlentscheidungen eine Region ökologisch und wirtschaftlich zerstören können.
- Quote paper
- Niels Schirrmeister (Author), 2012, Die globale Wasserkrise, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201006