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Selbstregulierungsprozesse in afrikanischen Megastädten

Verdeutlicht am Beispiel Lagos (Nigeria)

Titre: Selbstregulierungsprozesse in afrikanischen Megastädten

Thèse de Bachelor , 2012 , 83 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Tabitha Triphaus (Auteur)

Sciences de la Terre / Géographie - Démographie, Urbanisation et Aménagement du territoire
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Résumé Extrait Résumé des informations

Kofi Annan deklariertedas aktuelle Jahrtausend zum „Millennium der Städte“. In seiner Rede machte er deutlich, dass die weltweite Urbansierung eine „der entscheidenden globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts“ (BOHRSDORF u. BENDER 2010, S. 364) darstelle. Bereits seit dem Jahr 2007 leben weltweit mehr Menschen in der Stadt als auf dem Land(ANGENENDT 2009, S. 37; BMZ 2011, S. 1, 3; HERRLE, JACHNOW u. LEY 2006, S. 2; UNRIC 2000, o.S).
Zwar findet der höchste Anteil dieses Wachstums in kleineren und mittleren Städten statt, doch ein besonderes Phänomen der jetzigen Urbanisierung ist das extreme Wachstum von Megastädten. Diese Entwicklung und die Entstehung neuer Megastädte können zunehmend auch in Afrika beobachtet werden (ANGENENDT 2009, S. 37; BOHRSDORF u. BENDER 2010, S. 364).
Megastädte sind kein völlig neuartiges Phänomen, doch was die „neuen“ Megastädte besonders macht, ist die Kombination von massivem Bevölkerungs- und Flächenwachstum in kürzesten Zeiträumen. Insgesamt können Megastädte als relativ junge Gebilde (post)moderner Stadtentwicklung betrachtet werden. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass auf einem relativ komprimierten Raumausschnitt unterschiedlichste Prozesse, Entwicklungen und Veränderungen sowie deren wechselseitigen Auswirkungen beobachtet und untersucht werden können, in denen zudem lokale, regionale, nationale und internationale Einflussfaktoren aufeinandertreffen (DANNER 2005, S. 223; KRAAS 2011,S. 879f).
Allerdings werden die Megastädte häufig auch mit zahlreichen Herausforderungen, Risiken und Krisen assoziiert. Besonders die zunehmende Verbreitung von „informellen Strukturen und Prozesse[n]“ (MERTINS 2006, S. 65) wird oft negativ bewertet. Allerdings wirft beispielweise gerade die vermeintliche Willkürlichkeit des Wachstums informeller Siedlungen „die Frage nach den dahinterstehenden (informellen) sozialen Regulierungsmustern“ (MERTINS 2006, S. 65) für die Boden- und Wohnungsmärkte auf. Diese Hintergründe der urbanen Veränderungsprozesse zu erforschen und zu erklären sowie ein gewisses Verständnis für Folgen und Umgangsmöglichkeiten mit ihnen zu entwickeln, stellt eine große Aufgabe für die heutige Wissenschaft dar (DAVIS 2007, S. 11; ECKERT 2008, S. 175; HEINRICHS u. NUISSL 2007, S. 295; MERTINS 2006, S. 65).

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Einführung ins Thema

1.2 Ziele und Fragestellungen der Arbeit

1.3 Aufbau der Arbeit

2 Megastädte und „Informalität“

2.1 Einordnung in das geographische Forschungsfeld

2.1.1 Megastädte

2.1.2 „Informalität“

2.2 Megastädte

2.2.1 Definition

2.2.2 Megastädte weltweit

2.3 „Informalität“

2.3.1 Definitionen / Begriffswahl

2.3.2 Formen und Prozesse von „Informalität“

2.3.3 Umgang mit „Informalität“

3 Das Konzept „Urban Informality“ von ANANYA ROY und NEZAR ALSAYYAD

3.1 Hintergründe

3.2 Definition

3.3 Informelle Boden- und Wohnungsmärkte

4 Megastädte in Afrika

4.1 Urbanisierung in Afrika

4.2 Herausforderungen für Afrikanische Megastädte

4.3 Selbstregulierungsprozesse

5 Methodik

6 Urban Informality in der Megastadt Lagos

6.1 Lagos (Nigeria) – Vorstellung des Untersuchungsraumes

6.1.1 Nigeria

6.1.2 Megastadt Lagos

6.2 Urban Informality in der Stadt Lagos

6.2.1 Hintergrund Bevölkerungsentwicklung

6.2.2 Entwicklung des Boden- und Wohnungsmarktes

6.2.3 Rückbezug zum Konzept von ALSAYYAD und ROY

7 Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht Selbstregulierungsprozesse in afrikanischen Megastädten am Beispiel von Lagos. Das primäre Ziel ist es, das Konzept der „Urban Informality“ von Ananya Roy und Nezar AlSayyad auf die spezifischen informellen Boden- und Wohnungsmärkte in Lagos anzuwenden und zu prüfen, inwieweit dieses Konzept zum Verständnis städtischer Entwicklungsprozesse in Afrika beitragen kann.

  • Analyse des Konzepts der „Urban Informality“
  • Untersuchung städtischer Entwicklung in Afrika mit Fokus auf Lagos
  • Untersuchung informeller Boden- und Wohnungsmärkte
  • Bewertung der Rolle von Selbstregulierungsprozessen in Megastädten
  • Kritische Reflexion über eurozentrische Stadtplanungsmodelle

Auszug aus dem Buch

3.2 Definition

Den bisherigen Konzepten soll ein neues Verständnis entgegengesetzt werden, welches nicht einen informellen Sektor betrachtet, sondern „Informalität“ als eine Art und Weise der Urbanisierung sieht. Der Begriff „urban informality“ soll eine organisierende Logik beschreiben, ein System von Normen, das den Prozess der städtischen Transformation selbst regiert. Entgegen der verbreiteten Darstellung von den zwei Sektoren formell und informell wird urban informality nicht separiert betrachtet, sondern als eine Reihe von Vorgängen, die verschiedene Ökonomien und Räume miteinander verbindet (ROY 2005, S. 148).

Mit dem Begriff der urban informaliy definieren ALSAYYAD und ROY folglich „the manifestation of the informal process in the urban environment” (ALSAYYAD u. ROY 2004, S. 1). Urban informality ist somit „urbanes Prinzip“ (ECKERT 2006, S. 238), ein Prozess der Strukturierung, der bereits alle Handlungsfelder und Vorgänge in vielen Städten in irgendeiner Art und Weise beeinflusst, mit ihnen verbunden oder in sie eingebunden ist. Diese Sichtweise kann einen anderen Umgang mit dem Thema ermöglichen und soll helfen, einige aktuelle Trends in der Urbanisierung besser zu verstehen (ALSAYYAD u. ROY 2004, S. 5; ECKERT 2006, S. 238; ROY 2005, S. 148).

Um urban informality zu verstehen, kann man auch weiterhin von WIRTHS Verständnis, was „urbanism as a way of life“ (ALSAYYAD 2004, S. 8) ausmacht, ausgehen: es existieren drei voneinander abhängige und in Wechselwirkung stehende Perspektiven: die physikalische Struktur, einschließlich einer Bevölkerungsbasis; ein System von sozialer Organisation, welches eine charakteristische soziale Struktur und zugehörige Muster sozialer Beziehungen zur Folge hat; und ein Set an Verhaltensweisen und Ansichten von Individuen oder Gruppen, das eingeschlossen ist in bzw. funktioniert unter den Formen des kollektiven Verhaltens und/oder der sozialen Kontrolle (ALSAYYAD 2004, S. 8).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Megastadtwachstums ein und definiert die Forschungsfrage, die sich auf das Konzept der „Urban Informality“ in afrikanischen Städten konzentriert.

2 Megastädte und „Informalität“: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen zu Megastädten sowie zum Begriff der „Informalität“ und ordnet diese Themen in den geographischen Kontext ein.

3 Das Konzept „Urban Informality“ von ANANYA ROY und NEZAR ALSAYYAD: Hier wird der theoretische Ansatz von Roy und AlSayyad vorgestellt, der Informalität als eine Art der Urbanisierung und nicht als separaten Sektor betrachtet.

4 Megastädte in Afrika: Dieser Abschnitt thematisiert die spezifischen Herausforderungen und das rasante Urbanisierungswachstum auf dem afrikanischen Kontinent sowie die daraus resultierenden Selbstregulierungsprozesse.

5 Methodik: Dieses Kapitel begründet die Wahl der Literaturstudie als Methode zur Analyse des Falls Lagos unter Anwendung des Konzepts der Urban Informality.

6 Urban Informality in der Megastadt Lagos: Der Hauptteil untersucht detailliert die historische und aktuelle Entwicklung von Lagos, insbesondere die Boden- und Wohnungsmärkte im Kontext informeller Prozesse.

7 Zusammenfassung und Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die Anwendbarkeit des theoretischen Konzepts sowie künftige Anforderungen an die Stadtplanung.

Schlüsselwörter

Lagos, Megastädte, Urban Informality, Informalität, Urbanisierung, Subsahara-Afrika, Selbstregulierungsprozesse, Bodenmarkt, Wohnungsmarkt, Stadtplanung, Marginalisierung, Transnationalismus, Stadtentwicklung, informelle Siedlungen, Raumproduktion

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie in afrikanischen Megastädten, beispielhaft dargestellt am Fall Lagos, Prozesse der Selbstregulierung ablaufen, wenn staatliche Kapazitäten zur Steuerung der Stadtentwicklung nicht ausreichen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen Urbanisierung, Megastadtentwicklung, städtische Informalität, Boden- und Wohnungsmärkte sowie die Dynamiken zwischen formellen und informellen Strukturen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet: Inwieweit lässt sich das Konzept der „Urban Informality“ von AlSayyad und Roy auf die Boden- und Wohnungsmärkte in afrikanischen Megastädten wie Lagos übertragen?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturstudie, die theoretische Konzepte der Stadtforschung auf empirische Daten und Beobachtungen der Megastadt Lagos anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in das Konzept der Urban Informality, eine Analyse der Urbanisierung in Afrika und eine detaillierte Untersuchung der informellen Boden- und Wohnungsmärkte in der Stadt Lagos.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Urban Informality, Lagos, Megastädte, Informalität, Selbstregulierung, Boden- und Wohnungsmarkt sowie Stadtentwicklung charakterisiert.

Welche Bedeutung hat das „Lagos Slum Clearence Scheme“ für die Stadtentwicklung?

Das Programm verdeutlicht das staatliche Vorgehen bei der sogenannten „Modernisierung“ durch Räumung informeller Siedlungen, welches jedoch oft zu Verdrängungseffekten und einer Verdichtung an anderen Orten führte, statt den Wohnungsmangel zu lösen.

Inwiefern beeinflusst der informelle Sektor die städtische Planung in Lagos?

Die informellen Akteure übernehmen oft Aufgaben, die eigentlich im Verantwortungsbereich der Stadtverwaltung liegen, wodurch ein komplexes Zusammenspiel entsteht, das die herkömmliche Stadtplanung oft überfordert oder zur Anpassung zwingt.

Wie unterscheidet sich die Situation in Lagos von westlichen Städten?

Im Gegensatz zu westlichen Städten, in denen formelle Planung dominanter ist, ist Lagos durch ein rapides, oft informelles Wachstum geprägt, bei dem staatliche Strukturen eine untergeordnete oder oft abwesende Rolle bei der Wohnraumversorgung spielen.

Was ist die Schlussfolgerung bezüglich des Konzepts „Urban Informality“ für Lagos?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass das Konzept von AlSayyad und Roy als hilfreiches heuristisches Werkzeug dient, um die komplexen Machtstrukturen und informellen Prozesse in Lagos zu verstehen, auch wenn es sich nicht um eine Patentlösung handelt.

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Résumé des informations

Titre
Selbstregulierungsprozesse in afrikanischen Megastädten
Sous-titre
Verdeutlicht am Beispiel Lagos (Nigeria)
Université
University of Münster  (Institut für Geographie)
Note
1,0
Auteur
Tabitha Triphaus (Auteur)
Année de publication
2012
Pages
83
N° de catalogue
V201059
ISBN (ebook)
9783656290063
ISBN (Livre)
9783656290827
Langue
allemand
mots-clé
Afrika Megastädte Informalität Lagos Selbstregulierung urban informality Boden- und Wohnungsmärkte Nigeria Stadtplanung Geographie Stadtgeographie
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Tabitha Triphaus (Auteur), 2012, Selbstregulierungsprozesse in afrikanischen Megastädten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201059
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Extrait de  83  pages
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