Mit dem Ende der Bipolarität und dem Kollaps des Kommunismus 1990/91 begann für den Vorgänger und Nachfolger der Sowjetunion ein neues politisches Zeitalter. Nach der kommunistischen Diktatur ab 1917 unter Lenin und Stalin und dem Vorhandensein des ‚Eisernen Vorhangs’ bis 1991 implodierte das Imperium und entließ unfreiwillig die Satellitenstaaten und sowjetischen Staaten in die Freiheit und Unabhängigkeit
Als postkommunistisches Land ist Russland seitdem bemüht als Akteur auf der Weltbühne seine tragende Rolle wiederzufinden und der einzig verbliebenen Weltmacht USA nicht alleine die Geschicke der Welt zu überlassen, sondern ist bestrebt sich einzumischen und vor allem nach dem 11.09 auch über den Sicherheitsrat seinen Einfluss geltend zu machen. Wie sieht es mit der momentanen Außenpolitik und der Demokratieentwicklung des riesigen Landes in Zukunft aus? Kann Russland seine anstrebende Großmachtsrolle wiederfinden und diese vor allem auch politisch und thematisch ausfüllen? Ist Russland bereit in der Innenpolitik die nötigen Reformen durchzuführen, die der Europarat oftmals angeprangert hat und den belastenden Tschetschenien-Krieg zu beenden? Quo Vadis Rossija?
Inhaltsverzeichnis
I. Entwicklung
II. Außenpolitik
III. Innenpolitik / Demokratie
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit analysiert die politische Wandlung Russlands seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Jahr 1991, wobei der Fokus auf dem Fortschritt des Demokratisierungs- und Transformationsprozesses sowie der Integration Russlands in die neue Weltordnung liegt.
- Analyse der Transformation Russlands vom postsowjetischen Staat zum Akteur auf der Weltbühne.
- Untersuchung der außenpolitischen Neuausrichtung und des Verhältnisses zu den USA und Europa.
- Bewertung der innenpolitischen Entwicklung und der Qualität der russischen Demokratie unter Präsident Putin.
- Diskussion der Auswirkungen autoritärer Tendenzen und der Machtkonzentration auf den Reformprozess.
- Auseinandersetzung mit den Herausforderungen im Kaukasus-Konflikt und der Rolle der Medienfreiheit.
Auszug aus dem Buch
I. Entwicklung
‚Wer zu spät kommt, den bestraft die Geschichte’ : Obgleich es bereits zu spät und der Auflösungsprozess eingeleitet war, kam mit Michail Gorbatschow, als letztem Präsidenten der Sowjetunion, Bewegung in das starre russische System. Seine Reformpolitik, bis heute gekennzeichnet durch die Schlagwörter ‚Perestroika’ und ‚Glasnost’ wollte die sowjetische Hegemonie lockern, die kommunistisch autoritäre Ordnung zurückdrängen und das alte post-stalinistische System politisch demokratisieren. Doch hatten die sowjetischen Führer vor 1985 zu viel zerstört und den sowjetischen Staat bereits demontiert, dass Gorbatschow höchstens nur noch als Konkursverwalter der Union der sozialistischen Sowjetstaaten auftreten konnte :
Nach dem Ende des zaristischen Russland unter Nikolaus II. und dem mit der Oktoberrevolution 1917 begonnenen Bolschewismus Lenins wurden für ein Dreivierteljahrhundert Terror und Gewaltherrschaft installiert, das sowohl Stalin bis zu seinem Tode 1953 perfekt in seinem ‚Gulag-Staat’ diktatorisch umsetzte, als auch die weiteren sowjetischen Herrscher Chruschtschow, Breschnjew, Andropow und Tschernenko nicht vollständig beenden konnten.
Unter Stalins fast 30-jährigen Herrschaft stieg die UdSSR zur Weltmacht und „Großmacht ohne Staatsidee“ auf Seine tyrannische Kaltblütigkeit, zusammen mit seiner Methode der Säuberungen und dem System der ‚chirurgischen Eingriffe’ schufen den ‚Stalinismus’, der den Nachfolgern des Sowjetreichs ein Imperium hinterließ, welches im Kampf der Ideologien im Kalten Krieg ein Gegenpol zur USA darstellte.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Entwicklung: Dieses Kapitel zeichnet den Niedergang des Sowjetimperiums nach und beleuchtet die Reformansätze Gorbatschows sowie die Entstehung des neuen russischen Staates unter Jelzin.
II. Außenpolitik: Der Autor untersucht hier, wie Russland nach dem Ende des Ost-West-Konflikts seine Identität als Großmacht neu definiert und welche pragmatischen Kooperationen mit dem Westen und dem asiatischen Raum angestrebt werden.
III. Innenpolitik / Demokratie: Hier wird kritisch analysiert, wie sich Russland unter Putin zu einer "gesteuerten Demokratie" mit autoritären Strukturen und einer starken Machtkonzentration in der Präsidentschaft entwickelt hat.
Schlüsselwörter
Russland, Transformation, Demokratisierung, Sowjetunion, Außenpolitik, Innenpolitik, Wladimir Putin, Perestroika, Glasnost, Machtkonzentration, Tschetschenien-Konflikt, politische Reformen, Großmachtanspruch, Rechtsstaatlichkeit, Medienfreiheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der politischen Entwicklung Russlands nach 1991, insbesondere mit der Frage, wie erfolgreich der Transformationsprozess zur Demokratie verlaufen ist.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung seit der Sowjetära, der außenpolitischen Positionierung in der neuen Weltordnung und den innenpolitischen Reformbemühungen sowie deren Defiziten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage zielt darauf ab zu klären, ob Russland seine Großmachtsrolle finden konnte, ob es bereit ist, notwendige innenpolitische Reformen umzusetzen und wie die demokratische Entwicklung zu bewerten ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer politikwissenschaftlichen Analyse von Reformprozessen, dem Vergleich historischer Strukturen mit gegenwärtigen politischen Gegebenheiten und einer Auswertung aktueller politischer Entwicklungen und Diskurse.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung des sowjetischen Erbes, die Analyse der russischen Außenpolitik nach dem Ende der Bipolarität und eine Untersuchung der innenpolitischen Diskrepanzen zwischen demokratischem Anspruch und autoritärer Realität.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem "gesteuerte Demokratie", "Transformation", "Großmachtanspruch", "Autoritarismus" und "Re-Sowjetisierung".
Wie bewertet der Autor den aktuellen Status der russischen Demokratie?
Der Autor kommt zu einem bescheidenen Fazit und attestiert Russland erhebliche Defizite, die auf eine autoritär-totalitäre Tradition zurückführen, statt eine gefestigte demokratische Zivilgesellschaft aufzubauen.
Warum wird der Tschetschenien-Konflikt in dieser Arbeit thematisiert?
Der Konflikt dient als Indikator für das Verständnis der russischen Staatsführung in Bezug auf territoriale Integrität, den Einsatz von Gewalt und den Umgang mit Kritik sowie der Einschränkung von Pressefreiheit.
- Citar trabajo
- Alexander Stock (Autor), 2003, Quo Vadis Rossija? Russlands Rolle als postkommunistisches Land, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20107