Psychologie der Finanzmärkte

Eine Einführung


Hausarbeit (Hauptseminar), 2012

36 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen

3. Der Finanzplatz - Die Börse
3.1. Die Entstehung der Börse
3.2. Börsen und handelbare Papiere
3.2.1. Beteiligungspapiere und Forderungspapiere
3.2.2. Spotmärkte und Terminmärkte
3.2.3. Derivate (Optionen und Futures)
3.2.4. Investmentfonds
3.2.5. Devisenmarkt

4. Psychologie und Finanzmärkte
4.1. Über- und Unterreaktionen
4.2. Dispositionseffekt
4.3. Rückschaufehler
4.4. Heuristiken
4.4.1. Repräsentativitätsheuristik
4.4.2. Ankerheuristik
4.4.3. Rekognitionsheuristik
4.5. Emotionen
4.6. Soziale Einflüsse

5. Fehler von Investoren - Sieben Todsünden des Fondsmanagement

6. Kritische Würdigung und Reflexion

7. Zusammenfassung

8. Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 01: Aktienchart von Volkswagen i. d. Zeit der versuchten Übernahme durch Porsche

Abb. 02: Aktienchart von Porsche i. d. Zeit der versuchten Übernahme von VW

Abb. 03: Übersicht der Fehlerquellen in Finanzentscheidungen

Wenn man über die Einzelheiten zu viel weiß,
hat man keinen Überblick mehr über das Ganze.“

André Kostolany (1906-1999)

1. Einleitung

Spricht man jemanden auf die Rolle der Psychologie in Finanzmärkte an, so darf man sich über große Augen mit hochgezogenen Augenbrauen nicht wundern. Grundsätzlich ist dieses Verhalten gar nicht abwegig, denn eigentlich stellt die Börse nach Kirchler (2011) einen reinen Markt dar - das Idealbild effizienter Märkte: Es gibt viele Marktteilnehmer, die sofort und gleichzeitig alle kostenlosen Informationen über das Marktgeschehen zur Verfügung haben. Die Verarbeitung der Informationen läuft vollständig und schnell ab und zeigt sich schlussendlich in rationalen und zielorientierten Verhaltensweisen; d. h. die Marktteilnehmer kaufen und verkaufen einzig auf Grund des jeweiligen Kurses ohne nennenswerte Transaktionskosten.

Auf Grundlage dieser Tatsache lässt sich schlussfolgern, dass Börsenakteure in ihrem Verhalten stark dem Wirtschafts-Musterknaben Homo Oeconomicus [1] ähneln müssen - zumindest auf einer aggregierten Ebene. Doch warum haben dann Faktoren wie die eigene Gefühlswelt des Händlers, Berichte über Flugzeugabstürze oder Gewaltverbrechen und Entscheidungsheuristiken einen messbaren Einfluss auf die Finanzwirtschaft und somit direkt auch auf die Kurse an den Märkten? Gibt es unter den Börsenakteuren also doch keinen Homo Oeconomicus ?

Im ersten Teil der Arbeit wird der Fokus auf die Börse als Marktplatz gerichtet. Es werden grundlegende Definitionen zur einfacheren Abgrenzung aufgeführt, in verschiedene Ausprägungen der Börse eingeführt, ein Einblick in unterschiedliche Aktien- und Anlageformen gegeben und relevante Begriffe aus dem Börsenhandel beleuchtet. Der zweite Teil der Arbeit widmet sich gezielt der Psychologie an Finanzmärkten. Genauer werden verschiedene Forschungsansätze und Erklärungsmodelle betrachtet, die als Erklärungsgrundlage für das Verhalten an Börsen herangezogen werden. Weiter wird versucht, im Laufe der Arbeit mit praxisnahen Beispielen in typische Probleme der Händler einzuführen. Hierdurch soll ein Transfer zwischen psychologischer Theorie und verhaltensökonomischer Realität an Börsen hergestellt werden. An den verhaltensökonomischen Ansatz anknüpfend folgen ergänzend noch die Sieben Todsünden des Fondsmanagements. Die kritische Würdigung und Reflexion bilden den Abschluss der Arbeit über die Psychologie der Finanzmärkte.

2. Theoretische Grundlagen

Unter den theoretischen Grundlagen wird nachfolgend die Börse anhand zwei relevanter Definitionen nach Gerd Wiendieck und Erich Kirchler für das weitere Verständnis beschrieben.

Definition Börse nach Wiendieck (1990, S. 48f.; zitiert in Fischer & Mörsch, 1999, S. 35f.): „Die Börse stellt zunächst einen Markt dar, allerdings einen mit der Besonderheit einer doppelten Abstraktheit oder Anonymität. Weder die gehandelten Waren oder Effekte werden dort gegenständlich getauscht, noch treffen Käufer und Verkäufer persönlich aufeinander. Überdies werden keine Einzelstücke, sondern nahezu beliebig teilbare Massengüter bzw. die Rechte hierauf gehandelt. So gesehen liegt die Vermutung nahe, dass spezifische Merkmale des einzelnen Gutes oder individuelle Charakteristika der beteiligten Menschen unerheblich seien, da sie wegen der Ausgleichsfunktion der großen Zahl nivelliert werden. So betrachtet könnte die Börse geradezu als Paradeplatz der reinen Marktwirtschaft gelten. Der „Homo Oeconomicus“ trifft Seinesgleichen und tauscht mit großer Rationalität etwas, das ihn gar nicht interessiert, nur um danach mehr Geld zu haben als vorher.“

Nach Kirchler (2011, S. 587) ist die Börse „… als ein Markt zu verstehen, auf welchem Güter von Marktteilnehmern (Maklern) gehandelt werden. Die Preise oder Kurse werden unter geregelten Voraussetzungen und zu definierten Zeiten nach Angebot und Nachfrage gebildet. Bei der Börse handelt sich um einen organisierten Markt für Wertpapiere (z. B. Aktien, Anleihen), Devisen, Waren (z. B. Rohstoffe, Metalle) oder davon abgeleitete Rechte.“

Weitere Begriffserklärungen und -abgrenzungen zu einzelnen speziellen Themen und Unterthemen finden in den jeweiligen Kapiteln und Unterkapiteln statt. Dieses Vorgehen wird zwecks einfacherer und direkterer Zuordnungsfähigkeit der jeweiligen Begrifflichkeiten im Kontext gewählt.

3. Der Finanzplatz - Die Börse

Auf einem Marktplatz werden Waren und Güter gehandelt. So auch auf einem Finanzmarktplatz. Der Unterschied ist jedoch, dass hier Waren und Güter Kapital in jeglicher Erscheinungsform entsprechen. Demnach werden an Börsen Geld, Devisen, Kredite usw. gehandelt. Allerdings gibt es auch innerhalb der Börse unterschiedliche Ausprägungen. So existieren innerhalb einer Börse spezielle Handelsbereiche, an denen beispielsweise Rohstoffe wie Getreide und Metalle gehandelt werden.

3.1. Die Entstehung der Börse

Die erste Börse wurde nach Redak & Weber (2000) im Jahre 1409 in Brügge, Belgien, gegründet; 1531 folgte dann das erste feste Börsengebäude in Brügge. Die frühen Formen der Börse entsprachen sog. Warenbörsen. An diesen wurden vor allem importierte als auch heimische landwirtschaftliche Erzeugnisse gehandelt. Mittlerweile gibt es für die unterschiedlichen gehandelten Waren unterschiedliche Börsenplätze. Es lassen sich nach Kirchler (2011, S. 587) Waren-, Termin-, Wertpapier-, Devisen- sowie Dienstleistungsbörsen aufzählen, die nachfolgend kurz erläutert und voneinander abgegrenzt werden:

- An Warenbörsen, auch spezialisierte Produktbörsen und Spezialbörsen, werden bestimmte Welthandelsgüter, wie z. B. Edelmetalle oder Kaffee, gehandelt
- An Terminbörsen oder Warenterminbörsen werden Warentermingeschäfte abgewickelt sowie Derivate gehandelt
- Auf Wertpapierbörsen oder Aktienbörsen werden Aktien und festverzinsliche Wertpapiere gehandelt
- Auf Devisenbörsen werden Fremdwährungen gehandelt
- Weiter existieren börsenähnlich organisierte Märkte, beispielsweise Dienstleistungsbörsen für Geschäfte im Verkehrs- und Versicherungsbereich, zum Beispiel Schifffahrtsbörsen

[...]


[1] Homo Oeconomicus = Modell eines ausschließlich „wirtschaftlich” denkenden Menschen, das den Analysen der klassischen und neoklassischen Wirtschaftstheorie zugrunde liegt. Hauptmerkmal des Homo Oeconomicus ist seine Fähigkeit zu uneingeschränktem rationalen Verhalten . Handlungsbestimmend ist das Streben nach Nutzenmaximierung, das für Konsumenten, oder Gewinnmaximierung, das für Produzenten angenommen wird. Zusätzliche charakteristische Annahmen sind l ückenlose Information über sämtliche Entscheidungs-alternativen und deren Konsequenzen; vollkommene Markttransparenz. (Quelle: Gabler Wirtschaftslexikon [Online], Abruf: 25.04.2012)

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten

Details

Titel
Psychologie der Finanzmärkte
Untertitel
Eine Einführung
Hochschule
Hochschule für angewandte Wissenschaften im Harz; Halberstadt  (Institut für Wirtschaftspsychologie)
Note
1,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
36
Katalognummer
V201111
ISBN (eBook)
9783656272069
ISBN (Buch)
9783656272632
Dateigröße
1143 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Finazmarkt, Finanzmärkte, Börse, Verhaltenspsychologie, handelbare Papiere, Devisenmarkt, Investmentfonds, Derivate, Spotmärkte, Terminmärkte, Spotmarkt, Terminmarkt, Überreaktion, Überreaktionen, Unterreaktion, Unterreaktionen, Dispositionseffekt, Rückschaufehler, Heuristiken, Repräsentativitätsheuristik, Ankerheuristik, Rekognitionsheuristik, Emotionen, Soziale Einflüsse, Fehler von Investoren, Sieben Todsünden des fondsmanagement, Behavioral Finance, Verhaltensökonomie, Verhaltenstheorie, Finanzpsychologie, Börsenpsychologie, Wirtschaftspsychologie
Arbeit zitieren
Urs Kargl (Autor), 2012, Psychologie der Finanzmärkte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201111

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