Die Geschichte der Migration in Deutschland ist kein soziales Phänomen der letzten Jahrzehnte oder der Nachkriegszeit. Schon mit Beginn der Industrialisierung in Deutschland um 1870, demnach in der Zeit der deutschen Reichsgründung, war der Bedarf als billigen und genügsamen Arbeitskräften enorm. Waren vorher bestimmte Teile der Arbeiterschaft und der ländlichen Bevölkerung aus allen Teilen Deutschlands gezwungen, ihr Überleben in der Auswanderung zu suchen, so sollte sich dieser Sachverhalt ändern. Doch vorher, in der Zeit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, gab es eine starke deutsche Auswanderungsbewegung nach Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa bis zur Krim und Wolga. Parallel dazu kam es auch zu ersten Auswanderungswellen nach Nordamerika in die britischen Kolonien. Pennsylvania war das bevorzugte Ziel dieser Auswanderer, die überwiegend aus dem deutschsprachigen Elsaß-Lothringen, der Pfalz, der Eifel aber auch aus der deutschsprachigen Schweiz stammten.
Zwischen 1830-1855, kam es aufgrund großer ökonomischer Probleme im deutschen Reichsgebiet zu einer Massenauswanderung von Deutschen in die Vereinigten Staaten. Zwischen 1847 und 1858 wanderten rund 1,3 Millionen Deutsche fast ausschließlich in die USA aus. Doch der eigentliche Höhepunkt der Auswanderung erfolgte in den Jahren zwischen 1880 und 1883, wonach nochmals rund 1,8 Millionen Personen auswanderten. Zwischen 1830 und 1914 dürften rund 5,5 Millionen aus unterschiedlichen Bewegungen nach Übersee auswanderten sein. Wobei nicht nur Nordamerika, sondern auch Kanada, Brasilien, Argentinien aber auch Australien als Auswanderungsländer gewählt wurden.
Inhaltsverzeichnis
1. Migration und Minoritäten in Deutschland – Ein Abriss
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit liefert einen historischen und statistischen Überblick über die Migrationsbewegungen in Deutschland von der Zeit der Industrialisierung bis in die Gegenwart. Dabei wird insbesondere untersucht, wie sich Arbeitskräftemangel, wirtschaftliche Entwicklungen und politische Rahmenbedingungen auf Zuwanderungs- und Auswanderungsprozesse ausgewirkt haben.
- Historische Entwicklung der Migration seit dem späten 18. Jahrhundert
- Die Rolle Deutschlands als „Arbeitseinfuhrland“ und die Bedeutung ausländischer Arbeitskräfte
- Statistische Analyse der Bevölkerungsentwicklung und Migrationsdaten
- Diskussion über Abwanderung von Hochqualifizierten
- Einbürgerungspraxis und Integration im europäischen Vergleich
Auszug aus dem Buch
Migration und Minoritäten in Deutschland – Ein Abriss
Die Geschichte der Migration in Deutschland ist kein soziales Phänomen der letzten Jahrzehnte oder der Nachkriegszeit. Schon mit Beginn der Industrialisierung in Deutschland um 1870, demnach in der Zeit der deutschen Reichsgründung, war der Bedarf als billigen und genügsamen Arbeitskräften enorm. Waren vorher bestimmte Teile der Arbeiterschaft und der ländlichen Bevölkerung aus allen Teilen Deutschlands gezwungen, ihr Überleben in der Auswanderung zu suchen, so sollte sich dieser Sachverhalt ändern. Doch vorher, in der Zeit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, gab es eine starke deutsche Auswanderungsbewegung nach Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa bis zur Krim und Wolga. Parallel dazu kam es auch zu ersten Auswanderungswellen nach Nordamerika in die britischen Kolonien. Pennsylvania war das bevorzugte Ziel dieser Auswanderer, die überwiegend aus dem deutschsprachigen Elsaß-Lothringen, der Pfalz, der Eifel aber auch aus der deutschsprachigen Schweiz stammten.
Zwischen 1830-1855, kam es aufgrund großer ökonomischer Probleme im deutschen Reichsgebiet zu einer Massenauswanderung von Deutschen in die Vereinigten Staaten. Zwischen 1847 und 1858 wanderten rund 1,3 Millionen Deutsche fast ausschließlich in die USA aus. Doch der eigentliche Höhepunkt der Auswanderung erfolgte in den Jahren zwischen 1880 und 1883, wonach nochmals rund 1,8 Millionen Personen auswanderten. Zwischen 1830 und 1914 dürften rund 5,5 Millionen aus unterschiedlichen Bewegungen nach Übersee auswanderten sein. Wobei nicht nur Nordamerika, sondern auch Kanada, Brasilien, Argentinien aber auch Australien als Auswanderungsländer gewählt wurden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Migration und Minoritäten in Deutschland – Ein Abriss: Dieses Kapitel bietet eine detaillierte Analyse der Migrationshistorie, beginnend bei der Industrialisierung und den Auswanderungswellen des 19. Jahrhunderts bis hin zur Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte, den Herausforderungen des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegsmigration in der Bundesrepublik und der DDR.
Schlüsselwörter
Migration, Deutschland, Arbeitskräftemangel, Auswanderung, Zuwanderung, Industriegeschichte, Gastarbeiter, Zwangsarbeit, Bevölkerungsentwicklung, Hochqualifizierte, Einbürgerung, Statistik, Integration, Wirtschaftsgeschichte, Demografie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die historische und statistische Entwicklung der Migration in Deutschland von der Zeit der Industrialisierung bis zum frühen 21. Jahrhundert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Anwerbung von Arbeitskräften, der Wandel Deutschlands zum Einwanderungsland, der Umgang mit Zwangsarbeit im NS-Regime sowie aktuelle demografische Trends.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die komplexen Migrationsbewegungen sowie deren statistische Erfassung und wirtschaftliche Hintergründe durch eine fundierte Datenanalyse nachvollziehbar darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive historische Analyse auf Basis statistischer Datenreihen, Regierungsberichte und relevanter Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in historische Analysen der Arbeitskräfteanwerbung, die Auswertung von Bevölkerungsstatistiken und den Vergleich von Einbürgerungs- sowie Asylsuchendendaten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Migration, Arbeitskräftemangel, Auswanderung, Zuwanderung und Wirtschaftsgeschichte charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die Erfassung von "Vertriebenen" von anderen Migrantengruppen?
Vertriebene werden aufgrund ihrer deutschen Staatsangehörigkeit in der Regel nicht als klassische Migranten im Sinne der Ausländerstatistik deklariert.
Welche Rolle spielt die Abwanderung von Hochqualifizierten?
Die Arbeit thematisiert die Sorge um den sogenannten "Brain Drain" und beleuchtet die aktuelle Auswanderung von hochqualifizierten Fachkräften, beispielsweise in die Schweiz.
Warum gibt es Divergenzen bei den statistischen Daten?
Divergenzen entstehen durch unterschiedliche Erfassungsmethoden der beteiligten Institutionen wie OECD, Eurostat und dem Statistischen Bundesamt sowie durch verschiedene Definitionen des Migrationshintergrunds.
- Citation du texte
- Karl-Heinz Pröhuber (Auteur), 2012, Migration und Minoritäten in Deutschland – Ein Abriss, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201178