Die Außen- und Sicherheitspolitik der VR China am Beispiel des Konfliktes um die Spratly–Inseln


Hausarbeit, 2004
17 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Analyse der Außen- und Sicherheitspolitik der VR – China mit Bezug auf den Konflikt um die Spratly – Inseln
1.1) Überblick über die Außen- und Sicherheitspolitik der VR – China in den 70er und 80er Jahren
1.2) Aktuelle Außen- und Sicherheitspolitik
a) Die 5 Prinzipien der friedlichen Koexistenz
b) Multipolarität oder Multilateralismus?
c) Gibt es einen ostasiatischen Regionalismus?
d) Aspekte der Sicherheitsstrategie der VRC
2.1) Die Spratly – Inseln
a) Geographie
b) Territorialansprüche und Rechtfertigung
2.2) Der Konflikt um die Spratly – Inseln
a) Völkerrechtliche Rechtsgrundlagen
b) Verlauf des Konfliktes
2.3) Die Energiefrage in der Sicherheitsstrategie der VR – China

III. Fazit

IV. Abkürzungsverzeichnis

V. Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit behandelt das Thema „Die Außen- und Sicherheitspolitik der VR China am Beispiel des Konfliktes um die Spratly Inseln“. Diese Hausarbeit ist Teil des Gruppenthemas „Zaghafte Initiativen: China als Ordnungsmacht in Ostasien“.

Diese Arbeit ist in ihrem Kern (Hauptteil) in zwei sich ergänzende Kapitel unterteilt. In Kapitel II.1 erfolgt eine Analyse der Außen- und Sicherheitspolitik der VR – China. Im anschließenden Kapitel II.2 soll versucht werden, die Sicherheitspolitik der VR China am Beispiel des Konfliktes um die Spratly Inseln zu verdeutlichen. Den Schluss dieser Hausarbeit bildet das Kapitel III. mit einer eigenen Stellungnahme des Autors.

Ziel dieser Hausarbeit ist es dazustellen, in wieweit sich die Außen- und Sicherheitspolitik der VR China seit den 1970er Jahren geändert hat, welche Konzepte und Faktoren Einfluss auf die Außen- und Sicherheitspolitik haben, sowie die dazu gehörige Einordnung des Spratly Konfliktes.

Die passende Fragestellung hierzu lautet: „Haben sich die Sicherheitsinteressen der VR China seit den 70er Jahren geändert, und lässt der Konflikt um die Spratly-Inseln einen möglichen Ausblick auf die zukünftige Außen- und Sicherheitspolitik der VR China zu?“.

Das Wirtschaftswachstum der vergangenen Jahre, die immer liberaler werdenden chinesischen Märkte, der (teilweise gelungene) Anschluss an die sogenannte „moderne Welt“ und die neuen Möglichkeiten der Informationsbeschaffung für Bürger der Volksrepublik China (z. B. Internet), haben sicher (auch) dazu beigetragen, dass inzwischen von einem langsamen, aber bemerkbaren Kurswechsel in der chinesischen Außen- und Sicherheitspolitik die Rede ist. Kannte man aus der chin. Geschichte bislang nur das „Tributsystem“ welches bis Anfang des 19. Jahrhunderts galt, sowie das Konzept der „Multipolarität“ - bis in die 1990er Jahre, so sprechen viele in chin. Regierungskreisen inzwischen (2003) in Teilen von Multilateralismus.

In bezug auf die Sicherheitspolitik lieg das Augenmerk der Volksrepublik vor allem auf der noch ungelösten Taiwanfrage, dem nordkoreanischen Atomkonflikt, den Beziehungen zu den USA und Japan sowie, und das nicht ohne Grund, auf der südchinesischen See (Spratly Inseln). Insbesondere die dort vermuteten Rohstoffvorkommen (Erdöl, Erdgas) sind für China, mit seinem stetig steigenden Verbrauch an Energie, wichtig zur Sicherung der eigenen Unabhängigkeit und damit Teil der eigenen Sicherheitsstrategie und –politik.

Peking legt demnach den Schwerpunkt seiner Außen- und Sicherheitspolitik auch auf den asiatisch-pazifische Raum um einerseits ein Anwachsen der US-amerikanischen und japanischen Einflüsse zu be-/verhindern und seinerseits an Einfluss zu gewinnen.[1]

II. Analyse der Außen- und Sicherheitspolitik der VR – China mit Bezug auf den Konflikt um die Spratly – Inseln

Bei Betrachtung der Außen- und Sicherheitspolitik der VR China, ist es wichtig, den außenpolitischen Verlauf, vor allem der letzten 30 Jahre, wie auch die Konzepte der derzeitigen Außenpolitik zu berücksichtigen. Begriffe wie Multipolarität, Multilateralismus, Regionalismus, die „Fünf-Prinzipien“ etc. spielen dabei eine entscheidende Rolle.

1.1) Überblick über die Außen- und Sicherheitspolitik der VR – China in den 70er und 80er Jahren

1970 – Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Italien

1971 – Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Österreich und Mitgliedschaft in der Uno

1972 – Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu BR Deutschland, Luxemburg, Niederland, Griechenland, Japan

1973 – Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Spanien

1974 – Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Portugal und Irland;

Deng Xiaoping verfasst seine sogenannte „Zwischenzonentheorie“, die besagt, dass es zwischen den USA und den sozialistischen Staaten sogenannte Zwischenzonen gibt – welche sich von der Bevormundung der USA lösen wollen[2]

1975 – Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der EG und China

1978 – EG und China unterzeichnen das erste Handelsabkommen

1979 – Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu den USA

1980 – Erstes parlamentarisches Treffen zwischen Mitgliedern des Europa- parlaments und des Nationalen Volkskongresses

1984 – Erstes EG Projekt der Zusammenarbeit zwischen China und der EG (z.B. ländliche Entwicklung)

1985 – EG und China unterzeichnen Vereinbarung über Zusammenarbeit in den Bereichen Handel und Wirtschaft

1987 – Erste europäische Finanzierung von NGO´s – Projekten in China

1989 – EG bricht nach den Vorfällen vom 04.06 die Beziehungen zu China ab

In den 70er Jahren war mit der Aufwertung, vor allem Westeuropas, der Versuch unternommen worden eine Art Gegengewicht zu den USA aufzubauen, welche eine eigenständige, nicht von den USA beeinflusste Politik betreiben sollte („Ausspielung der Barbaren“[3] ).

Andererseits war die chinesische Außenpolitik in den 70er Jahren geprägt von einer ablehnenden Haltung gegenüber den UDSSR, China sah sogar eine Gefährdung Westeuropas durch die UDSSR (welche als die aggressivere Supermacht angesehen wurde)[4] .

Unter dem Vorsitz von Deng Xiaoping orientierte sich die Volksrepublik in den 80er Jahren immer stärker zu einem marktwirtschaftlichem System („sozialistische Marktwirtschaft“). In den 80er Jahren kam es zu ersten gemeinsamen Projekten mit der EG. Auch die Beziehungen zu den USA verbesserten sich langsam aber stetig – mit immer wiederkehrenden Hoch und Tiefs. Nach dem Massaker vom Tiananmen – Platz 1989 brachen die „guten“ Kontakte zu den westlichen Staaten abrupt ab, zumindest offiziell. Vor allem die USA (aber auch eine Reihe anderer Staaten) hielten insgeheim weiter Kontakt zu der chinesischen Führung. Grund hierfür waren wirtschaftliche Interessen. Trotz allem musste China seine Politik in einigen Bereichen überdenken und ändern, wollte es mit seiner Modernisierungs- und Öffnungspolitik weitermachen wie bisher.[5]

1.2) Aktuelle Außen- und Sicherheitspolitik

a) Die Fünf Prinzipien der friedlichen Koexistenz

Als ein wichtiger Aspekt in der Außen- und Sicherheitspolitik der VR China gelten die erstmals 1953 von Zhou Enlai vorgestellten „Fünf Prinzipien der friedlichen Koexistenz“, welche da lauten:[6]

— China bestimmt unabhängig und selbständig seine Haltung und Politik zu allen internationalen Fragen. Es schließt auf keinen Fall mit einer der Supermächte oder einer der internationalen Organisationen ein Bündnis oder nimmt strategische Beziehungen mit einer von ihnen auf. China kämpft gegen Hegemonismus und Machtpolitik.

— Die Ziele der Außenpolitik Chinas bestehen darin, den Weltfrieden zu wahren und eine friedliche internationale Lage für den Aufbau eines modernen Landes zu schaffen.

— China ist bestrebt, auf der Grundlage der Fünf Prinzipien der gegenseitigen Achtung der Souveränität und territorialen Integrität, des gegenseitigen Nichtangriffs, der gegenseitigen Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten, der Gleichberechtigung und des gegenseitigen Nutzens sowie der friedlichen Koexistenz Beziehungen mit allen Ländern zu entwickeln.

— China betrachtet die Verstärkung der Einheit und Zusammenarbeit mit den anderen Entwicklungsländern und die Entwicklung gutnachbarlicher Beziehungen mit den Nachbarländern als Grundprinzipien seiner Außenpolitik.

— China befürwortet, auf der Grundlage der Fünf Prinzipien der friedlichen Koexistenz eine neue Ordnung hinsichtlich der internationalen Politik und Wirtschaft herzustellen

[...]


[1] Möller, Kay: China in Fernost: Selektive Multilateralität, in: China aktuell, April 2004, S. 390

[2] Roy, Denny: China´s Foreign Relations, 1998, S. 30

[3] Gu, Xuewu: Ausspielung der Barbaren: China zwischen den Supermächten in der Zeit des Ost-West-Konfliktes, Baden-Baden, 1989

[4] Glaubitz, Joachim: China VR Außenpolitik, in: Lexikon der Politik Bd. 6, Internationale Beziehungen, S. 78

[5] Levine, Steven I.: Perception and Ideology in Chinese Foreign Policy, in: Robinson T.W./ Shambaugh D. (Hg.): Chinese Foreign Policy. Theory and Practice, Oxford 1994, S. 42

[6] vgl.: http://www.china-embassy.ch/ger/17600.html , 14.07.2004, 18:37 Uhr

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die Außen- und Sicherheitspolitik der VR China am Beispiel des Konfliktes um die Spratly–Inseln
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Fakultät für Ostasienwissenschaften: Sekion Politik Ostasiens)
Veranstaltung
Grundlagen der politischen Ostasienforschung
Note
1,7
Autor
Jahr
2004
Seiten
17
Katalognummer
V201234
ISBN (eBook)
9783656279020
ISBN (Buch)
9783656648482
Dateigröße
608 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sicherheitspolitik, Energie, Spratly-Inseln, Internationale Politik, Außenpolitik, China, Spratly
Arbeit zitieren
Stephan Ackerschott (Autor), 2004, Die Außen- und Sicherheitspolitik der VR China am Beispiel des Konfliktes um die Spratly–Inseln , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201234

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Die Außen- und Sicherheitspolitik der VR China am Beispiel des Konfliktes um die Spratly–Inseln


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden