Der Begriff der Erfahrung und seine Verbindung zum Lernen nach John Dewey


Ausarbeitung, 2011

11 Seiten


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Was ist Erfahrung?
2.1. Aktive und passive Elemente der Erfahrung
2.2. Kriterien der Erfahrung
a) Die Kontinuität von Erfahrung
b) Das Prinzip der Wechselwirkung

3. Die Verbindung zum Lernen

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In der vorliegenden schriftlichen Ausarbeitung möchte ich versuchen, sowohl John Deweys Begriff der Erfahrung zu skizzieren, als auch seine Verbindung zum Lernen aufzuzeigen.

Ich habe bei der Erstellung nur wenig Literatur hinzugezogen, da ich wirklich Deweys „originale‟ Sicht des Begriffs und genannter Beziehung erörtern und keine Interpretationen anderer Autoren einfließen lassen möchte. Ein Großteil meiner Arbeit stützt sich somit auf Deweys Buch „Demokratie und Erziehung‟.

Ich möchte mit meinen Ausführungen verdeutlichen, warum Dewey der Erfahrung im Bildungsprozess einen so hohen Stellenwert zuschreibt, und dem Leser so eine kleine Grundlage des Verstehens geben, warum Dewey später die Projektarbeit als den Königsweg der Erziehung ansieht.

Ich möchte jedoch betonen, dass diese Ausarbeitung keinesfalls den Anspruch darauf erhebt, alle Meinungen und Ansichten Deweys zu diesem Thema darzulegen, sondern sie stellt lediglich eine kleine Basis dar.

2. Was ist Erfahrung?

„ Eine Erfahrung [...] kann Theorie in jedem Umfang erzeugen und tragen, aber eine Theorie ohne Bezugnahme auf irgendwelche Erfahrung kann nicht einmal als Theorie bestimmt und klar erfasst werden.‟1

Dieses Zitat verdeutlicht, welch hohen Stellenwert John Dewey der Erfahrung zukommen lässt. Im Folgenden möchte ich versuchen kurz zu skizzieren, was er unter diesem Begriff der „Erfahrung‟ versteht.

2.1. Aktive und passive Elemente der Erfahrung

Zunächst einmal ist festzustellen, dass nach Deweys Theorie jede Erfahrung sowohl aktive als auch passive Komponenten besitzt.

Unter der aktiven Seite der Erfahrung versteht er das Handeln des Menschen, also sein Einwirken auf einen Gegenstand.

Die passive Seite bezeichnet das Rückwirken des Gegenstandes nach der Handlung auf den Handelnden, welcher dieser praktisch erleidet. Dewey bezeichnet dies als „Hinnehmen‟.2

Wenn also ein Kind mit bloßen Händen in den Schnee fasst, ist dies zunächst nur die aktive Seite der Erfahrung. Wenn es nun aber an seiner Hand merkt, dass diese kalt wird und schmerzt, wirkt der Gegenstand auf das Kind zurück und es lernt, dass ein Griff in den Schnee ohne Handschuhe kalte Finger bedeutet.

Je größer die Erkenntnis des Zusammenhangs zwischen dem kalten Schnee und der kalten Hand bzw. den Schmerzen läge - welcher mit Hilfe des Denkens hergestellt würde - desto größer sei auch der Wert der gemachten Erfahrung, so Dewey. Jedoch dürfe im Denken nicht bloß festgestellt werden, dass eine Beziehung besteht, sondern diese müsse bis ins kleinste Detail und mit all ihren Komponenten erfasst werden, sonst verliere die Erfahrung an Wert und Bedeutung.

Dewey stellt fest, dass wir unzählige - zufällige - Erlebnisse haben, in denen wir keine Verbindung zwischen dem Tun und der Rückwirkung suchen oder herstellen, wodurch diese Erfahrungen an Bedeutung für das Leben verlören.

2.2. Kriterien der Erfahrung

3 Ein etwas komplexerer Bereich der Eigenschaften von Erfahrung beruht in den zwei Kriterien, welche Dewey ihnen zuspricht. Zum einen handelt es sich hierbei um das Prinzip der "Kontinuität von Erfahrung" und zum anderen um den Begriff der „Wechselwirkung‟.

a) Die Kontinuität von Erfahrung

Wenn man es einfach ausdrücken möchte, könnte man nach John Dewey sagen, dass das Ziel der Kontinuität von Erfahrung die Unterscheidung zwischen pädagogisch wertvollen und pädagogisch wertlosen Erfahrungen sei.

Etwas weitläufiger ausgedrückt kann man jedoch ergänzend feststellen, dass jede Erfahrung denjenigen, der sie macht, in seinen Haltungen, Wünschen und Zielen verändert, was wiederum die Qualität der darauf folgenden Erfahrungen beeinflusse. Diese Schlussfolgerung dränge sich auf, wenn man bedenkt, dass das Prinzip auf der biologischen Interpretation von Verhaltensformen beruhe.

Doch zunächst müssen wir feststellen, was mit diesen Verhaltensformen gemeint ist.

Dewey versteht darunter das genaue Verhalten eines Menschen sowohl im emotionalen, als auch im intellektuellen Bereich, wobei seine Aufnahmefähigkeit und seine Reaktionsformen ebenfalls eingeschlossen werden.4

Eine genaue Definition von Kontinuität von Erfahrung laute folglich, dass demnach jede Erfahrung sowohl die ihr vorhergegangenen als auch die ihr nachfolgenden Erfahrungen in ihrer Qualität nachträglich beziehungsweise zuvorkommend beeinflusst. Dies tue sie zum Beispiel dadurch, dass der Mensch aus ihr heraus Vorlieben oder Abneigungen entwickle, welche dann bei zukünftigen Erfahrungen Anwendung fänden.

[...]


1 Dewey, John: Demokratie und Erziehung. Eine Einleitung in die philosophische P ä dagogik. Weinheim [u.a.], Beltz, 2000, S. 193

2 Vrgl. ebd. S. 186

3 Vrgl. Dewey, John: Erfahrung und Erziehung. In: Psychologische Grundfragen der Erziehung. München,Basel (Ernst Reinhardt), 1974

4 Vrgl. ebd. S. 285

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Der Begriff der Erfahrung und seine Verbindung zum Lernen nach John Dewey
Hochschule
Technische Universität Dortmund
Veranstaltung
Allgemeine Didaktik
Autor
Jahr
2011
Seiten
11
Katalognummer
V201237
ISBN (eBook)
9783656272731
ISBN (Buch)
9783656272724
Dateigröße
426 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
begriff, erfahrung, verbindung, lernen, john, dewey
Arbeit zitieren
Vanessa W. (Autor), 2011, Der Begriff der Erfahrung und seine Verbindung zum Lernen nach John Dewey, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201237

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