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Die Welt als Spiegel - Annäherungen an Werthers Leiden

Titel: Die Welt als Spiegel - Annäherungen an Werthers Leiden

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2012 , 18 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Kristin Freter (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Auszug aus der Einleitung:
[...] Die Frage nach Werther Leiden und Scheitern ist oft gestellt und in der Forschungsliteratur auf unterschiedliche Weisen beantwortet worden. Der Fokus dieser Arbeit liegt auf der psychologischen Deutung, was angesichts des begrenzten Rahmens die vorhandenen gesellschafts- und religionskritischen Aspekte des Romans in den Hintergrund treten lässt. Ziel dieser Arbeit ist es, neben dem „Symptomkomplex, der die ‚Krankheit zum Tode‘ als Summe verschiedener Krankheitsbilder ausweist“ , anhand ausgewählter Textstellen auch jene Faktoren aufzuzeigen, die Werthers psychische Dispositionen wahrscheinlich begünstigt haben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. THEORETISCHER RAHMEN

2.1 DER BRIEFROMAN ALS EIN MEDIUM LITERARISCHER SEELENSCHAU

2.2 ANNÄHERUNGEN AN WERTHERS LEIDEN

3. TEXTANALYSE

3.1 DAS VERHINDERTE GENIE

3.2 WERTHERS REGRESSIVE ABWEHRMECHANISMEN

3.3 DER LOTTE-MUTTERKOMPLEX

4. DIE PSYCHO-LOGIK DES FREITODS WERTHERS – EIN FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die psychischen Dispositionen des Protagonisten in Johann Wolfgang von Goethes Briefroman "Die Leiden des jungen Werthers" durch eine literaturpsychologische Analyse. Das primäre Ziel besteht darin, Werthers Scheitern und seinen Suizid nicht primär gesellschaftskritisch, sondern als Symptomkomplex tiefgreifender narzisstischer und infantiler Persönlichkeitsstörungen zu deuten, die in frühen Erfahrungen wurzeln.

  • Die Funktion des Briefromans als Medium der subjektiven Seelenschau.
  • Analyse von Werthers Abwehrmechanismen wie Realitätsverleugnung und Projektion.
  • Die Untersuchung von Werthers Dilettantismus und seiner Ich-Bezogenheit.
  • Der Lotte-Mutterkomplex als zentrale Störung in Werthers Beziehungsverhalten.
  • Die psycho-logische Herleitung des Freitods als Flucht aus der Realität.

Auszug aus dem Buch

3.1 Das verhinderte Genie

Einen regelrechten Symptom-Fundus bietet der Brief vom 10. Mai 1771. In ihm offenbart sich unter anderem Werthers künstlerischer Dilettantismus, der nicht etwa einer Talentlosigkeit entspringt, sondern seiner ausgeprägten Ich-Bezogenheit zugrundeliegt. Freimütig bekennt Werther: „Ich bin so glücklich, […] daß meine Kunst darunter leidet. Ich könnte jetzo nicht zeichnen, nicht einen Strich, und bin niemalen ein grösserer Mahler gewesen als in diesen Augenblicken.“ Werther vertritt hier die Ansicht, dass es einer melancholischen Grundstimmung bedarf, um sich künstlerisch auszudrücken – und dass sich im Gegenzug seine „wunderbare Heiterkeit“ schlecht auf die Kreativität auswirke.

Mag sein künstlerisches Scheitern auf die Malerei zutreffen, so gelingt es ihm allerdings sehr wohl, mit Worten zu malen, also sich mit dem logos auszudrücken. Da dieser gemeinhin dem Verstand zugeordnet wird, ergibt sich somit ein eigentümlicher Kontrast zu Werthers gefühlsaffiner Einstellung. Trotzdem, Werther ist kein Künstler-Genie und wird es auch im weiteren Verlauf des Romans nicht. Uwe Wirth zufolge erliegt Werther einem „metonymischen Missverständnis“, indem er „seine rezeptive Empfindungsfähigkeit als Indiz für eine produktive Bildungskraft deutet.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in das Werk und die Rezeptionsgeschichte ein und umreißt die psychologische Fragestellung sowie die Zielsetzung der Untersuchung.

2. THEORETISCHER RAHMEN: Dieses Kapitel erläutert die Gattung des Briefromans als Medium zur Darstellung psychischer Prozesse und führt in die Thematik von Werthers Leiden ein.

3. TEXTANALYSE: In diesem Hauptteil wird das Verhalten Werthers anhand seiner künstlerischen Krisen, Abwehrmechanismen und der ambivalenten Mutter-Projektion auf Lotte detailliert seziert.

4. DIE PSYCHO-LOGIK DES FREITODS WERTHERS – EIN FAZIT: Das Fazit führt die Analysen zusammen und bestimmt den Freitod als Konsequenz einer tief verwurzelten infantilen Liebesbedürftigkeit und der Unfähigkeit, die Realität als Erwachsener zu bewältigen.

Schlüsselwörter

Werther, Johann Wolfgang von Goethe, Briefroman, Literaturpsychologie, Narzissmus, Infantilismus, Melancholie, Abwehrmechanismen, Lotte-Mutterkomplex, Identitätskrise, Selbstmord, Sturm und Drang, Subjektivität, Beziehungsunfähigkeit, Realitätsverlust.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der psychologischen Analyse der Figur Werther aus Goethes Briefroman "Die Leiden des jungen Werthers" und untersucht die Hintergründe seiner inneren Zerrissenheit.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentral sind die psychologische Deutung von Werthers Verhalten, seine narzisstische Persönlichkeit, der Einfluss von Kindheitserfahrungen auf sein Erwachsenenleben sowie die Analyse seiner Unfähigkeit zur sozialen Anpassung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit möchte aufzeigen, wie Werthers psychische Dispositionen – speziell seine infantile Prägung – zwangsläufig in sein Scheitern und letztlich in den Suizid münden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine literaturpsychologische Interpretationsmethode, gestützt auf psychoanalytische Konzepte und theoretische Ansätze zur Literatur des 18. Jahrhunderts.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung von Werthers künstlerischem Dilettantismus, seine regressiven Abwehrmechanismen und eine tiefenpsychologische Deutung seiner Fixierung auf Lotte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Werther, Narzissmus, Infantilismus, Melancholie, Psychologie und Literaturanalyse.

Wie deutet die Autorin Werthers Verhältnis zu seinem Vater?

Sie postuliert, dass Werther seinen Vater früh verloren hat, dies nie verarbeitete und stattdessen eine unbewusste Wut auf die Mutter entwickelte, die er später auf andere Beziehungskonstellationen überträgt.

Warum fungiert Lotte für Werther als "Mutterimago"?

Weil sie mütterliche Qualitäten verkörpert, nach denen sich der Protagonist seit dem Tod des Vaters sehnt, was zu einem unauflösbaren Konflikt zwischen idealisierter Liebe und inzestuösem Tabu führt.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Welt als Spiegel - Annäherungen an Werthers Leiden
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Deutsches Institut)
Note
1,0
Autor
Kristin Freter (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
18
Katalognummer
V201241
ISBN (eBook)
9783656273417
ISBN (Buch)
9783656274582
Sprache
Deutsch
Schlagworte
welt spiegel annäherungen werthers leiden
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kristin Freter (Autor:in), 2012, Die Welt als Spiegel - Annäherungen an Werthers Leiden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201241
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  18  Seiten
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