In der folgenden Hausarbeit geht es um narzisstische Persönlichkeitsstörungen. Leider wird der Begriff Narzissmus heutzutage oft mit dem Wort Egoismus verwechselt, was absolut nicht zutrifft. Narzissmus steht für eine übertriebene Ich – Bezogenheit und Selbstliebe, aber viele wissen nicht, dass in jedem von uns ein Narzisst steckt, in dem Einen mehr und dem Anderen weniger. Denn Narzissmus ist nicht gleich negativ, es steht auch dafür stolz auf sich selbst zu sein und ehrgeizig seine Ziele zu verfolgen.
Zu einer Persönlichkeitsstörung wird es erst dann, wenn die Person anfängt ihre Unsicherheiten, Ängste und Minderwertigkeitskomplexe durch exorbitanten Egoismus und gleichzeitiger Gleichgültigkeit anderen Menschen gegenüber zu kompensieren und der Betroffene als auch seine Umwelt unter seinem Verhalten zu leiden beginnt.
Um tiefere Einblicke in das Thema zu erhalten, wird zunächst auf den geschichtli-chen Hintergrund des Wortes „Narzisst“ eingegangen. Darauf folgen die Begriffsdefinitionen und die diagnostischen Kriterien, die erfüllt sein müssen, um eine narzisstische Persönlichkeitsstörung feststellen zu können. Anschließend wird sich mit den Theorien zur Entstehung befasst und den möglichen Therapieformen, sowie ihren Zielen. Im Anschluss daran folgt ein Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
1.1 GESCHICHTLICHER HINTERGRUND DES BEGRIFFES NARZISSMUS
2. DEFINITIONEN UND DIAGNOSTIK DES NARZISSMUS
2.1 DEFINITIONEN
2.1.1 Positiver Narzissmus
2.1.2 Negativer Narzissmus
2.1.3 Pathologischer Narzissmus
2.1.4 Persönlichkeitsstörungen
2.2 DIAGNOSTISCHE KRITERIEN NACH DSM IV
3. THEORIEN ZUR ENTSTEHUNG EINER NARZISSTISCHEN PERSÖNLICHKEIT
3.1 LERNTHEORETISCH FUNDIERTE ENTWICKLUNGSPATHOPSYCHOLOGIE
3.2 PSYCHOANALYTISCH ORIENTIERTE ENTWICKLUNGSTHEORIE
4. THERAPIEFORMEN UND -ZIELE DER NARZISSTISCHEN PERSÖNLICHKEITSSTÖRUNG
4.1 PHARMAKOTHERAPIEN
4.2 PSYCHOTHERAPIEN
4.2.1 Psychoanalyse nach Siegmund Freud
4.2.2 Analytisch orientierte Psychotherapie
4.2.3 Verhaltenstherapie (kognitive Therapie)
4.3 THERAPIEZIELE
5. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit setzt sich zum Ziel, ein fundiertes Verständnis über die narzisstische Persönlichkeitsstörung zu vermitteln, indem sie das Phänomen von der Alltagsvorstellung des Egoismus abgrenzt und die psychologischen Hintergründe sowie therapeutische Ansätze beleuchtet.
- Differenzierung zwischen gesundem und pathologischem Narzissmus
- Klinische Diagnostik gemäß DSM-IV
- Theoretische Entstehungsmodelle der Persönlichkeitsstörung
- Verschiedene Therapieformen (Pharmakotherapie, Psychoanalyse, Verhaltenstherapie)
- Zentrale Therapieziele bei narzisstischen Patienten
Auszug aus dem Buch
1.1 Geschichtlicher Hintergrund des Begriffes Narzissmus
Der Narzissmus hat seinen Ursprung in der griechischen Mythologie, in der es heißt, dass der Flussgott Kephisos die Wassernymphe Leiriope vergewaltigte und ein Kind namens Narzissos mit ihr zeugte.
Der Seher Teiresias sagte ihm voraus, dass er nur dann ein langes Leben haben werde, wenn er sich nicht selbst erkennen sollte („si se non noverit“).
Narzissos wurde von allen Mädchen und Jungen umschwärmt, war aber von eigensinnigem Stolz auf seine eigene Schönheit so sehr erfüllt, dass er alle Verehrer/innen zurückwies. Dies tat er auch mit der Bergnymphe Echo und Ameinios, dem Narzissos sogar ein Schwert gab um sich selbst zu töten. Dies tat er auch, doch zuvor rief er die Götter an, seinen Tod zu rechen. Was sie auch taten. Nemesis strafte Narzissos mit maßloser Selbstliebe und als er sich an einer Wasserquelle niederließ, verliebte er sich in sein eigenes Spiegelbild.
Nach Pausanias Überlieferung setzte Narzissos sich eines Tages wieder an den See um sich selbst zu bewundern, woraufhin ein Blatt ins Wasser fiel und durch die erzeugten Wellen sein Spiegelbild verzehrte. Narzissos war so empört über die vermeidliche Erkenntnis er sei unansehnlich, dass er starb und in eine Narzisse verwandelt wurde. (Vgl. H.-W. Bierhoff und M.-J. Herner, 2009, S. 21f)
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung klärt Begriffsverwirrungen zwischen Narzissmus und Egoismus und skizziert den Aufbau der Arbeit zur Erforschung narzisstischer Störungen.
2. DEFINITIONEN UND DIAGNOSTIK DES NARZISSMUS: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Ausprägungen von Narzissmus und definiert die klinischen Kriterien nach dem DSM-IV-Standard.
3. THEORIEN ZUR ENTSTEHUNG EINER NARZISSTISCHEN PERSÖNLICHKEIT: Hier werden lerntheoretische und psychoanalytische Ansätze vorgestellt, um die Ursprünge der narzisstischen Persönlichkeitsstruktur zu erklären.
4. THERAPIEFORMEN UND -ZIELE DER NARZISSTISCHEN PERSÖNLICHKEITSSTÖRUNG: Das Kapitel diskutiert medikamentöse und psychotherapeutische Behandlungsmöglichkeiten sowie die angestrebten Therapieziele bei Patienten mit dieser Störung.
5. FAZIT: Das Fazit fasst zusammen, dass Narzissmus nicht pauschal als negativ zu bewerten ist und betont die Notwendigkeit weiterer Forschung zur Verbesserung der therapeutischen Ansätze.
Schlüsselwörter
Narzissmus, Persönlichkeitsstörung, DSM-IV, Psychoanalyse, Psychotherapie, Narzisstische Persönlichkeitsstörung, Selbstwertgefühl, Pathologie, Verhaltensauffälligkeit, Objektlibido, Therapieziel, Kindheitsentwicklung, Egoismus, Psychopharmakotherapie, Selbstwahrnehmung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Thema der narzisstischen Persönlichkeitsstörung und setzt sich kritisch mit der Abgrenzung zu alltagssprachlichem Egoismus auseinander.
Was sind die zentralen Themenfelder der Hausarbeit?
Die Arbeit deckt die geschichtlichen Wurzeln, die diagnostische Einordnung, theoretische Erklärungsmodelle zur Entstehung sowie verschiedene Therapieansätze ab.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist ein besseres Verständnis des Narzissmus-Begriffs und der Komplexität, die bei der therapeutischen Behandlung einer entsprechenden Persönlichkeitsstörung vorliegt.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung auf Basis der vorhandenen Fachliteratur und psychiatrischer Klassifikationssysteme.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden Definitionen, Entstehungstheorien (lerntheoretisch/psychoanalytisch) sowie konkrete Therapieformen wie Psychoanalyse und Verhaltenstherapie detailliert analysiert.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Zentrale Begriffe sind Narzissmus, Persönlichkeitsstörung, Pathologie, Diagnostik, Psychoanalyse und Therapie.
Was unterscheidet den positiven vom pathologischen Narzissmus?
Der positive Narzissmus wird als gesundes Selbstbewusstsein beschrieben, während der pathologische Narzissmus eine Störung darstellt, die durch Instabilität, mangelnde Empathie und eine übersteigerte Selbstwertüberschätzung gekennzeichnet ist.
Warum ist die Therapie bei narzisstischen Patienten laut Autorin besonders schwierig?
Die Therapie gestaltet sich als kompliziert, da Patienten oft auf wenig Gegenliebe stoßen, eine geringe Einnahmezuverlässigkeit bei Medikamenten aufweisen und Therapeuten selbst oft noch zu wenig auf dieses spezielle Störungsbild spezialisiert sind.
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- Janine Richter (Author), 2011, Psychische Störungen - Narzisstische Persönlichkeitsstörung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201323