Der Begriff „Projekt“ hat sowohl in der Literatur als auch in der Praxis viele verschiedene Definitionsformen. Grundsätzlich definiert sich ein Projekt jedoch am häufigsten durch die folgenden Merkmale: die zeitliche Befristung, Komplexität und die Einmaligkeit. Aufgrund dieser Eigenschaften ist es in der Praxis von großer Bedeutung jedem
Projekt eine maßgeschneiderte Planung, Organisation und Durchführung zuzuteilen. Auf dem ersten Blick läuft jedes Projekt nach dem gleichen Schema ab. Es gibt gewisse Vorgehensweisen, die bei der Projektabwicklung zu beachten sind. Diverse Projektmanagementbücher wie Beispielsweise „Projektmanagement - Einführung“ von Hans Corsten oder „Projektmanagement – Methoden, Techniken, Verhaltensweisen“ von Hans Litke oder das Projekt Management Institute (PMI) geben diese vor.
Doch es gibt viele verschiedene Arten von Projekten, angefangen von einer reinen Dienstleistung wie zum Beispiel IT und Softwareentwicklung bis hin zu Turn Key Projekten im Anlagenbau. Letzteres weist in den meisten Fällen eine sehr hohe Komplexität und hohen Organisationsbedarf auf. Es stellt sich nun die Frage, ob es überhaupt möglich ist, jede Art von Projekten nach ein und denselben Vorgehensweisen abzuwickeln. Diese vorliegende Ausarbeitung soll daher untersuchen, inwieweit die allgemeinen Projektmanagementmethoden in Projekten des Anlagenbaus anwendbar sind.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Die Projektwelt
2.1 Klassifikation der Projekte
2.2 Management der Projekte
3 Allgemeine Methoden des Projektmanagements
3.1 Grundtypen der Projektorganisation
3.1.1 Reine Projektorganisation
3.1.2 Stablinienorganisation
3.1.3 Matrixorganisation
3.2 Instrumente des Projektmanagements
3.2.1 Planung
3.2.2 Überwachung und Steuerung
4 Besonderheiten und Anwendbarkeit im Industrieanlagengeschäft
4.1 Grundtypen der Projektorganisation
4.1.1 Reine Projektorganisation
4.1.2 Stablinienorganisation
4.1.3 Matrixorganisation
4.2 Instrumente des Projektmanagements
4.2.1 Planung
4.2.2 Überwachung und Steuerung
5. Fazit
Zielsetzung und Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es zu untersuchen, inwieweit allgemeine Methoden des Projektmanagements auf die spezifischen Anforderungen und die hohe Komplexität von Projekten im Industrieanlagengeschäft übertragbar und anwendbar sind.
- Definition und Klassifikation von Projekten
- Vergleich allgemeiner Projektorganisationsformen
- Einsatz und Bedeutung von Planungsinstrumenten
- Herausforderungen in der Überwachung und Steuerung technischer Großprojekte
- Analyse der spezifischen Anforderungen im Industrieanlagenbau
Auszug aus dem Buch
4.1.2 Stablinienorganisation
Das komplette Gegenteil zur reinen Projektorganisation ist die Stablinienorganisation. Sie ist in der Praxis mit dem geringsten organisatorischem Aufwand verbunden. Jedoch sind dadurch die Entscheidungswege lang. In der Industriegüterbranche tauchen oft unerwartete Situationen auf, die einer schnellen und kompetenten Entscheidung bedürfen, wie beispielweise während eines Anlagenstillstandes im Stahlwerk. Hier bedeutet jeder Tag, an dem nicht produziert werden kann, ein enormer Verlust in Milliardenhöhe. Verzögerungen, die zu Lasten des Auftragnehmers gehen, können dementsprechend zu einem Verlustauftrag führen. Um das Projekt aufgrund von langwierigen Entscheidungsprozessen, die den weiteren Verlauf verzögern, nicht zu gefährden, ist diese Form der Organisation für die Erstellung und Errichtung von Industrieanlangen nicht zu empfehlen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung definiert den Projektbegriff anhand der Kriterien Zeit, Komplexität sowie Einmaligkeit und leitet die Forschungsfrage zur Anwendbarkeit von PM-Methoden im Anlagenbau her.
2 Die Projektwelt: In diesem Kapitel werden grundlegende Merkmale von Projekten analysiert sowie das Prozessverständnis des Managements und das „Dreieck der Projektziele“ eingeführt.
3 Allgemeine Methoden des Projektmanagements: Es erfolgt eine strukturierte Übersicht über gängige Projektorganisationsformen und grundlegende Instrumente zur Planung, Steuerung und Überwachung.
4 Besonderheiten und Anwendbarkeit im Industrieanlagengeschäft: Dieser Hauptteil überträgt die zuvor erläuterten PM-Methoden spezifisch auf den Anlagenbau und bewertet deren Eignung für komplexe technische Projekte.
5. Fazit: Die abschließende Zusammenfassung betont die Notwendigkeit maßgeschneiderter Ansätze und unterstreicht die Rolle des Projektleiters als zentrale Erfolgsdeterminante.
Schlüsselwörter
Projektmanagement, Industrieanlagenbau, Projektorganisation, Matrixorganisation, Stablinienorganisation, Reine Projektorganisation, Projektplanung, Projektsteuerung, Anlagenprojekt, Projekterfolg, Zeitplan, Kostenplanung, Ressourcenmanagement, Projektleiter, Technische Projekte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung allgemeiner Projektmanagementmethoden im Kontext des Industrieanlagengeschäfts und untersucht deren Praxistauglichkeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Definition von Projektorganisationen, die Planung von Großprojekten sowie die Überwachungs- und Steuerungsmechanismen in technischen Branchen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Evaluierung, ob Standard-Projektmanagementmethoden für die komplexen und kostenintensiven Anforderungen von Industrieanlagenprojekten geeignet sind.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Arbeit basiert auf einer literaturgestützten Analyse der theoretischen Projektmanagement-Grundlagen und deren Anwendung auf die spezifischen Bedingungen der Anlagenbau-Branche.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil über allgemeine Methoden und einen praktischen Anwendungsteil, der die Eignung der Organisationsformen für den Anlagenbau prüft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Projektmanagement, Industrieanlagenbau, Organisationsformen, Planung, Steuerung und Projekterfolg.
Warum ist die „Reine Projektorganisation“ im Anlagenbau oft schwierig umzusetzen?
Aufgrund hoher Personalkosten durch Leerlaufzeiten ist diese Form nur bei besonders aufwendigen und finanzstarken Projekten wirtschaftlich vertretbar.
Weshalb wird die „Stablinienorganisation“ für den Anlagenbau als kritisch eingestuft?
Die langen Entscheidungswege bergen bei unerwarteten Störfällen im Anlagenbau die Gefahr enormer finanzieller Verluste, weshalb sie für diese Branche nicht empfohlen wird.
Welche Rolle spielt der Projektleiter laut dem Fazit?
Der Projektleiter ist entscheidend, da er durch seine Erfahrung und persönliche Einschätzung flexibler auf Projektsituationen reagiert als ein reiner Sachbearbeiter.
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- Jirada Chayaluk (Autor), 2012, Projektmanagement, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201450