Determinanten ausländischer Direktinvestitionen (FDI´s)


Seminararbeit, 2012

16 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Klassische volkswirtschaftliche Ansätze zur Erklärung von FDI´s
1) Ansatz von Riccardo und (Neo-)Klassisches Modell
2) Ansatz von Heckscher-Ohlin-Samuelson
3) Ansatz von Mundell

III. Kritik und moderne Lösungsansätze zur Erklärung von FDI´s
1) Kritik an den klassischen Ansätzen
2) Modell von Helpman/Krugman als Lösungsansatz

IV. Zusammenfassung

V. Graphik und Tabellenverzeichnis

VI. Abkürzungsverzeichnis

VII. Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Die vorliegende Seminararbeit von Irini Tsompanidou und Stephan Ackerschott ist eine Gemeinschaftsarbeit im „Fallstudienseminar Außenwirtschaft“ und befasst sich mit dem Thema „Eine theoretische Analyse der Determinanten ausländischer Direktinvestitionen“.

Ziel dieser Seminararbeit ist es, dem interessierten Leser in kurzer und bündiger Form eine Einführung in die volkswirtschaftlichen Ansätze zur Erklärung ausländischer Direktin-vestitionen zu ermöglichen. Um diesem Anspruch möglichst gerecht zu werden, wird das recht umfassende Thema Direktinvestitionen auf einige wenige ausgewählte volkswirtschaftliche Ansätze der klassischen und modernen Außenhandelstheorie beschränkt. Weiterhin wird versucht auf die Schwächen der genannten Theorien zur Erklärung ausländischer Direktinvestitionen einzugehen und auf evtl. andere / genauere / bessere Erklärungsansätze hinzuweisen. Die Fragestellung, an der sich diese Arbeit orientiert, lautet: „Lassen sich mit den klassischen theoretischen Ansätze von Riccardo (Neo-Klassik), Heckscher-Ohlin und / oder Mundell die Determinanten ausländischer Direktinvestitionen ausreichend erklären?“ Eine sich hieraus ergebende Hypothese ist: „Theorien die sich ausschließlich oder zu einem Großteil auf Handelsströme und Zahlungsbilanzen als Ursache für ausländische Direktinvestitionen konzentrieren, greifen zu kurz und bieten keine ausreichende Erklärung.“

Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurden Direktinvestitionen nicht oder nur unzureichend in den makroökonomischen Theorien berücksichtigt, was bis dato zum Teil auch an der geringen Bedeutung dieser Art von Investitionen gelegen haben mag. Wesentlicher Bestandteil der bis zum diesem Zeitpunkt vorherrschenden Theorien war die Unterstellung vollkommener Märkte mit fehlenden Trankaktionskosten und absoluter Immobilität der Produktionsfaktoren. Dieses änderte sich erst mit der Produktzyklustheorie von Raymond Vernon, sowie der Arbeit von Stephen Hymer, welcher versagende Märkte, Informations-asymmetrien und (hohe) Transaktionskosten berücksichtigte. Die Erklärungsversuche bewegten sich weg von den rein makroökonomischen Modellen eines Gesamtmarktes hin zu einer stärkeren mikroökonomischen, unternehmensbezogenen Betrachtungsweise. Das erste allgemeingültige, integrierende Modell für Direktinvestitionen wurde 1980 von John H. Dunning veröffentlicht und beantwortet die Frage, wann ein Unternehmen unter welchen Voraussetzungen eine bestimmte Art von Investition tätigt. Dieses auch OLI-Ansatz genannte Model wurde wiederrum von den sogenannten „modernen Außenwirtschaftstheorien“ wie etwa von Helpman/Krugman aufgegriffen und einbezogen.

II. Klassische volkswirtschaftliche Ansätze zur

Erklärung von FDI`S

Zu Beginn der theoretischen Betrachtung von Direktinvestitionen (DI) ist zu klären, warum es für Unternehmen überhaupt lukrativ erscheint Direktinvestitionen, die in der Regel ein langfristiges Engagement und eine hohe Kapitalbindung erfordern anstelle von Portfolioinvestitionen, die schneller wieder abgezogen werden können, zu tätigen. Laut OECD versteht man per Definition unter dem Begriff der Direktinvestitionen folgendes: „ Foreign direct investment reflects the objective of obtaining a lasting interest by a resident entity in one economy (‘‘direct investor’’) in an entity resident in an economy other than that of the investor (‘‘direct investment enterprise’’). The lasting interest implies the existence of a long-term relationship between the direct investor and the enterprise and a significant degree of influence on the management of the enterprise. Direct investment involves both the initial transaction between the two entities and all subsequent capital transactions between them and among affiliated enterprises, both incorporated and unincorporated.” (OECD, 1996, S. 7) Die Begründung, dass allein Kapitalerträge ausschlaggebend seien, ist demnach nicht ausreichend, denn die Höhe der Erträge beider Arten sind nicht Perse von den genannten Möglichkeiten abhängig, sondern von spezifischen der jeweiligen Investition zurechenbaren Faktoren. Ausschlaggebender aus Sicht der OECD ist der Faktor „Kontrolle“, etwa über die Verwendung der Investitionsmittel oder der Mitsprache bei Unternehmensentscheidungen. Die Frage, wie viel Kapital und wie viel Managementressourcen ein Unternehmen gewillt ist im Ausland zu investieren, hängt von den Vorteilen und Nachteilen ab, die ein Investor erwartet bzw. bereit ist zu tragen (siehe Tabelle 1). (Steiger, 1998, S. 44 – 51)

Dunning verallgemeinert diese Entscheidungsfindung dahingehend, dass Direktinvestitionen (Joint Ventures oder die Gründung von Tochtergesellschaften) nur dann getätigt werden, wenn sowohl unternehmensspezifische Wettbewerbsvorteile (Technischer Fortschritt, Verbundvorteile, etc.), Internalisierungsvorteile (z. B. Vermeidung von Transaktionskosten) und Standortvorteile (Investitionsfreundlichkeit, Marktgröße, etc.) gegeben sind. Liegen hingegen nur unternehmensspezifische Wettbewerbsvorteil vor, ist die Vergabe von Lizenzen an ein ausländisches Unternehmen sinniger als eine der beiden Formen von Direktinvestitionen. (Dunning, 1981, S. 32 ff.)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle Nr. 1: Mögliche Gründe und Formen der Internationalisierung, Steiger, 1998, S. 50– 51

Nach der Veranschaulichung von Gründen für Investitionstätigkeit von Unternehmen im Ausland ist es an der Zeit sich mit den theoretischen Modellen für „Foreign Direct Investigations“ (FDI´s) der klassischen und modernen Außenhandelstheorien zu beschäftigen.

1) Ansatz von Riccardo und (Neo-)Klassisches Modell

Nach Riccardo existieren dauerhafte komparative Kostenvorteile (relative Kostenvorteile) aufgrund international, unterschiedlicher Produktivitätsniveaus. In diesem Ansatz wird zwischen nationalen und internationalen Handel unterschieden, was insofern wichtig ist, da z. B. der Faktor Arbeit national als mobil und international als unveränderlich betrachtet wird. So wird beispielsweise Land A, welches kapitalintensive Güter herstellt und hier über einen komparativen Kostenvorteil verfügt, vor allem kapitalintensive Güter exportieren. Auf der anderen Seite wird Land B, mit einem komparativen Kostenvorteil für arbeitsintensive Güter, verstärkt arbeitsintensive Güter produzieren und exportieren. Das bedeutet aber auch, dass sich das Kapital aufgrund der steigenden Nachfrage in Land A verteuert und die Löhne gleichfalls aufgrund der gestiegenen Arbeitsnachfrage in Land B steigen.

Erweitert man dieses Riccardo-Model in der Form, dass nun Faktorbewegungen zugelassen werden, kann ein Umverteilungsprozess z.B. von Arbeitskräften und Kapital beobachtet werden, also einen Zustrom von Arbeitskräften aus Land A nach Land B und umgekehrt eine Kapitalbewegung von Land B nach Land A. Dieser Prozess wird in der Theorie solange fortgeführt, bis sich beide Länder vollständig auf die Produktion und den Export des Gutes mit dem jeweiligen relativen Kostenvorteil spezialisiert haben. Faktorbewegungen verstärken hier die Richtung der Handelsströme, erklären aber noch nicht das Verhältnis zwischen Handelsströmen (Exporte) und Direktinvestitionen. (Bender, 2003, S. 485 – 493)

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Determinanten ausländischer Direktinvestitionen (FDI´s)
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Fakultät für Wirtschaftswissenschaften: Internat. Wirtschaftsbeziehungen)
Veranstaltung
Fallstudienseminar Außenwirtschaft
Note
2,3
Autoren
Jahr
2012
Seiten
16
Katalognummer
V201485
ISBN (eBook)
9783656274964
ISBN (Buch)
9783656648444
Dateigröße
975 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Direktinvestitionen, FDI`s, Mundell, Heckscher-Ohlin, Samuelson, Helpman, Krugman
Arbeit zitieren
Stephan Ackerschott (Autor)Irini Tsompanidou (Autor), 2012, Determinanten ausländischer Direktinvestitionen (FDI´s), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201485

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