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Konzeption des guten Lebens in der Nikomachischen Ethik des Aristoteles

Title: Konzeption des guten Lebens in der Nikomachischen Ethik des Aristoteles

Seminar Paper , 2000 , 18 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Caspar Borkowsky (Author)

Philosophy - Philosophy of the Ancient World
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Nach der vorherrschenden Lehrmeinung hat die Ethik des Aristoteles als praktische Philosophie zu gelten. Das Werk Nikomachische Ethik kann somit als ein Versuch des Aristoteles verstanden werden, dem Menschen (als ein-nach- Erkenntnis-strebendem-Wesen verstanden) einen hilfreichen philosophischen Entwurf in die Hand zu geben. Dieser Entwurf versucht u.a., durch theoretische Betrachtungen und Untersuchungen der (in der Praxis vorhandenen) Begebenheiten vorteilhafte und weniger vorteilhafte Lebensentwürfe zu beschreiben.

Der Hauptteil (II) ist in zwei Teilbereiche gegliedert. In einem ersten Schritt (II a) soll die Konzeption des guten Lebens unter Zuhilfenahme der Nikomachischen Ethik (im folgenden: NE) skizziert werden, um dann diese Konzeption in einem zweiten Schritt (II b) zu diskutieren bzw. evtl. zu kritisieren.

Bei der Darstellung (II a) tut sich das Problem auf, dass streng genommen jeder Gedanke der NE in Beziehung zur Konzeption des guten Lebens steht, und sei es nur als Abgrenzung zu genau dieser. Daher wird das Ziel des ersten Teils sein, eine Art Grundstruktur herauszuarbeiten, die an verschiedenen Stellen Gelegenheit bietet, weiter ausgeschmückt zu werden. Einige Eckpunkte seien hier schon einmal genannt: Ausgehend von der Frage, was das Endziel alles menschlichen Strebens ist (die eudaimonia), werden die verschiedenen Strategien zum Erreichen dieses Zustandes zu besprechen sein (die drei Lebensformen menschlichen Daseins). Hier soll auf den höchsten Glückszustand der geistigen Schau (die theoretische Lebensform) eingegangen werden, auch in Abgrenzung zum politischen Leben. Anschließend ist die Frage nach den Vorraussetzungen zum Führen eines guten Lebens (Tugendlehre) zu behandeln.

Im zweiten Teil (II b) werde ich versuchen, den Aktualitätsanspruch der NE zu überprüfen. Ich habe mich für diese Art der Diskussion entschieden, da ich es beeindruckend finde, wie viele der aristotelischen Überlegungen auch heute noch wertvolle Dienste leisten können. Die Diskussion wird sich hauptsächlich auf eine Art Verquickung von aristotelischen Grundgedanken mit (post-)modernen Phänomenen stützen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

II Hauptteil

a Konzeption des guten Lebens

1 eudaimonia

2 Die drei Lebensformen

3 Tugendlehre

b Diskussion/Kritik

III Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die aristotelische Konzeption des guten Lebens basierend auf der Nikomachischen Ethik darzustellen, kritisch zu hinterfragen und deren Aktualität im Kontext heutiger (post-)moderner Lebenswelten zu prüfen.

  • Analyse des Begriffs der eudaimonia als höchstes menschliches Gut.
  • Differenzierung der drei aristotelischen Lebensformen.
  • Untersuchung der Tugendlehre als Voraussetzung für eine gelungene Lebensführung.
  • Diskussion des Aktualitätsanspruchs aristotelischer Ethik in der heutigen Erlebnisgesellschaft.

Auszug aus dem Buch

1. eudaimonia

Zu Beginn soll der Begriff eudaimonia (im Folgenden: Glück) in seiner pluralistischen Natur näher betrachtet werden. Im Laufe der Untersuchung soll deutlich werden, warum Glück als das Leitziel menschlichen Daseins zu gelten hat.

Zuallererst steht die Feststellung, dass alle menschlichen Handlungen nach einem „Gut“ streben (NE, 1094a1-21;1097a1-24). Dieses Gut wird hinsichtlich seines Wesens näher bestimmt, da die dadurch gewonnenen Einsichten hilfreich in Fragen der Lebensführung sein können. Begründung: Wenn wir ein klares Bild dessen vor Augen haben, was wir erlangen wollen, wird es uns sukzessive leichter fallen, das Angestrebte dann auch wirklich zu erreichen (NE, 1094a21-b13). Nun gibt es derer Güter viele, aber nur ein Gut, welches immer um seiner selbst willen gewählt wird. Dies ist das Glück (NE, 1097a1-b12). Der Selbstzweckcharakter des Glücks ist insofern von wichtiger Bedeutung, da hier seine Rangzugehörigkeit als das höchste Gut begründet liegt. Zur Verdeutlichung soll hier das Gut „Reichtum“ dienen. Viele Menschen streben nach Geld. Es erscheint erstrebenswert, da es als Mittel für weitere Zwecke eingesetzt werden kann. Wer nun viel Geld besitzt, kann sich als materiell reich bezeichnen. Doch warum erscheint Reichtum als erstrebens-wert? Doch wohl darum, weil hinter dem bloßen Gedanken „Reichtum“ noch eine weitere Verheißung lockt, nämlich die Möglichkeit auf Glück.

Zusammenfassung der Kapitel

I Einleitung: Einführung in die praktische Philosophie des Aristoteles und Erläuterung der Relevanz der Nikomachischen Ethik für die moderne Fragestellung nach dem guten Leben.

II Hauptteil: Detaillierte Darlegung der aristotelischen Konzeption des Glücks, der verschiedenen Lebensformen sowie der Tugendlehre, gefolgt von einer kritischen Reflexion über deren Anwendbarkeit in der Gegenwart.

III Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der Erkenntnisse über das gute Leben als ein von Dauer geprägtes, rundum gelingendes Dasein.

Schlüsselwörter

Nikomachische Ethik, Aristoteles, eudaimonia, Glück, Tugendlehre, praktische Philosophie, Lebensformen, Erlebnisgesellschaft, Vernunft, Dianoetische Tugenden, Ethische Tugenden, Lebensführung, Postmoderne, Charakterbildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der aristotelischen Vorstellung vom „guten Leben“, wie sie in der Nikomachischen Ethik dargelegt wird, und verknüpft diese mit modernen gesellschaftlichen Fragestellungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Definition von Glück (eudaimonia), die verschiedenen Lebensformen, die Bedeutung der Tugenden sowie eine kritische Diskussion dieser Konzepte in Bezug auf die moderne Erlebnisgesellschaft.

Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?

Das Hauptziel ist es, die aristotelische Ethik nicht nur theoretisch zu skizzieren, sondern deren Aktualität für den Menschen der Gegenwart zu prüfen, der sich oft in einem Spannungsfeld zwischen Konsumorientierung und der Suche nach Sinn befindet.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine philosophisch-analytische Methode, die zentrale Begriffe der Nikomachischen Ethik erläutert und diese durch den Bezug auf zeitgenössische soziologische Studien (z.B. von G. Schulze) diskutiert.

Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Darstellung des aristotelischen Glücksbegriffs und der Tugenden sowie einen Diskussionsteil, in dem diese Gedanken mit (post-)modernen Phänomenen wie der Erlebnisgesellschaft kontrastiert werden.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Neben dem zentralen Begriff der „eudaimonia“ sind „Tugendlehre“, „vernünftiges Handeln“, „Lebensführung“ und „Aktualitätsanspruch“ prägend für die Arbeit.

Inwiefern stellt Aristoteles das „Genussleben“ in Frage?

Aristoteles betrachtet das Genussleben als die am wenigsten wertvolle Lebensform, da es sich an kurzfristigen Sinnesfreuden orientiert, statt die höchste menschliche Fähigkeit – die Vernunft – zur Erreichung eines vollendeten Lebens zu nutzen.

Wie bewertet der Autor den Vorwurf, Aristoteles’ Ethik sei elitär?

Der Autor hinterfragt den Elitarismus-Vorwurf und schließt sich der Interpretation an, dass Aristoteles zwar hohe Anforderungen stellt, aber grundsätzlich jedem Menschen die Möglichkeit einräumt, durch Tugendhaftigkeit einen Anteil an einem glücklichen Leben zu erlangen.

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Details

Title
Konzeption des guten Lebens in der Nikomachischen Ethik des Aristoteles
College
Humboldt-University of Berlin  (Philosophie)
Course
PS Aristoteles` politische Theorie
Grade
2,3
Author
Caspar Borkowsky (Author)
Publication Year
2000
Pages
18
Catalog Number
V2014
ISBN (eBook)
9783638112369
ISBN (Book)
9783638801607
Language
German
Tags
Aristoteles Nikomachische Ethik Gutes Leben
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Caspar Borkowsky (Author), 2000, Konzeption des guten Lebens in der Nikomachischen Ethik des Aristoteles, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2014
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