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Gestörte Kommunikation: Sprach- und Sprechstörungen

Title: Gestörte Kommunikation: Sprach- und Sprechstörungen

Term Paper , 2011 , 27 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Carolin Lenfert (Author)

German Studies - Semiotics, Pragmatics, Semantics
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Eine Sprachstörung galt noch bis ins letzte Jahrhundert als drastischer Defekt, der es Menschen erschwerte oder gar unmöglich machte, normal zu kommunizieren und somit, nach früherer Ansicht, mit einer Intelligenzminderung einhergehe. Therapien sind auch heute noch ein langwieriger Prozess und stellen für Wissenschaftler immer wieder neue Herausforderungen dar. Gerade deshalb hat sich eine komplexe Forschung entwickelt, die die verschiedensten Ursachen, Arten und Therapiemöglichkeiten untersucht.
Die Herausbildung einer eigenen Disziplin im Bereich der Psycholinguistik hat zur Folge, dass eine allgemeine und zugleich exakte Definition, was Sprachstörungen seien, kaum noch zu machen ist. In der Fachliteratur über gestörte Kommunikation finden sich zahlreiche Differenzierungen derartiger Phänomene, die jedoch ebenfalls nicht einheitlich sind. Dies hat primär zwei Gründe. Zum einen gibt es zahlreiche Überschneidungen innerhalb der Unterscheidungen. Es ist nahezu unmöglich alle Arten von Sprachstörungen isoliert zu kategorisieren, da jedes einzelne Erscheinungsbild einem anderen ähnelt und/oder im Zusammenhang steht. Andererseits ist ausschlaggebend von welcher Perspektive aus die Störung betrachtet wird. Unternimmt man den Versuch der Kategorisierung, so stellt sich die Frage nach welchen Aspekten, etwa Altersgruppen, Symptome oder betroffene Gehirnareale, die Differenzierung stattfinden soll.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich zentral mit der eben genannten Problematik der Definition, sowie der Differenzierung. Nachdem der notwendige Exkurs zum gesunden Spracherwerb kurz thematisiert wird, ist die Abgrenzung zwischen Sprach- und Sprechstörung von Bedeutung. Da kindliche Sprachstörungen den Großteil der heutigen Forschung ausmachen, stellt dies einen wichtigen Aspekt der Differenzierung dar. Desweiteren wird auf erworbene Sprach- und Sprechstörungen, sowie auf eingebettete Sprachstörungen eingegangen. Im vierten Punkt soll an zwei Krankheitsbildern die gestörte Kommunikation veranschaulicht werden.
Die Arbeit soll einen Überblick über das komplexe Thema der Sprachstörungen geben. Dabei wird aufgrund der Vielfalt der Thematik auf tiefergehende Erklärungen weitgehend verzichtet, so besitzt diese Untersuchung keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gesunder Spracherwerb

3. Sprachstörungen als Gegenstand linguistischer Forschung

3.1.Sprach- vs. Sprechstörungen: Definition und Abgrenzung

3.2.Arten von Sprach- und Sprechstörungen

3.2.1. Kindliche Sprachstörungen

3.2.1.1. Sprachentwicklungsstörungen (SES)

3.2.1.2. Phonetische Störungen

3.2.2. Erworbene Sprach- und Sprechstörungen

3.2.2.1. Bei Kindern

3.2.2.2. Bei Erwachsenen

3.2.3. Eingebettete Sprachstörungen

3.2.3.1. Sprachstörungen aufgrund neurodegenerativen Erkrankungen

3.2.3.2. Sprachstörungen durch physische Fehlbildung der Sprechorgane

3.2.3.3. Eingebettete Sprachentwicklungsstörungen

4. Sprachstörungen an ausgewählten Beispielen

4.1.Sprachstörung im Erwachsenenalter: Aphasie

4.2.Dysgrammatismus als SES

5. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die komplexe Problematik der Definition und Differenzierung von Sprach- und Sprechstörungen. Ziel ist es, einen Überblick über verschiedene Störungsbilder, deren Ursachen und Auswirkungen auf die menschliche Kommunikation zu geben, wobei der Schwerpunkt auf der theoretischen Einordnung und der Veranschaulichung anhand konkreter Beispiele liegt.

  • Grundlagen des gesunden Spracherwerbs
  • Differenzierung zwischen Sprach- und Sprechstörungen
  • Klassifizierung kindlicher, erworbener und eingebetteter Störungen
  • Analyse der Aphasie im Erwachsenenalter
  • Untersuchung des Dysgrammatismus als spezifische Sprachentwicklungsstörung

Auszug aus dem Buch

3.1 Sprach- vs. Sprechstörungen: Definition und Abgrenzung

Wie bereits eingangs beschrieben, ist eine Differenzierung von Sprach- bzw. Sprechstörungen sehr schwer. Bei der Recherche relevanter Literatur zeigt sich schnell, warum eine Abgrenzung so problematisch ist. Versucht man die Dichotomie anhand der Ursachen, dann stößt man immer noch auf Ungewissheit, denn einige Störungsbild und ihre Ätiologie sind bis heute nicht exakt geklärt. Der weitaus wichtigere Grund ist jedoch, dass die meisten Syndrome gemeinsam auftreten, sodass eine strikte Kategorisierung lediglich auf Grundlage der Sprach- und Sprechstörungsdifferenzierung kaum möglich ist.

Grohnfeldt (1997: 14) schlägt eine Differenzierung vor, weist aber ausdrücklich darauf hin, dass diese Einteilung lediglich für das Planen von therapeutischem Vorgehen bestimmt ist und keine Klassifikation darstellt. Er ist der Meinung, dass „bei sprachlichen Auffälligkeiten keine typisierende Klassifikation im Vordergrund stehen sollte, sondern die möglichst genaue Beschreibung des Erscheinungsbildes“ (1997: 15). Er unterteilt verschiedene Störungsbilder in drei Ebenen. Die erste Ebene enthält Auffälligkeiten, die sich auf eine isolierte Störung einer einzelnen Sprachebene beziehen. Hier liegt lediglich ein leichter bis mittlerer Schweregrad vor. Meist handelt es sich um Störungsphänomene, die vorübergehend sind. Er tendiert dazu, hier keinen „Gebrauch des Behinderungsbegriffes“ zu verwenden. Die zweite Ebene beschreibt Störungen, die auf mehreren Sprachebenen zu erkennen sind, sodass die Struktur der Sprache betroffen ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Sprachstörungen ein, beleuchtet die historische Sichtweise und begründet die Komplexität einer exakten Definition und Kategorisierung der verschiedenen Störungsbilder.

2. Gesunder Spracherwerb: In diesem Kapitel werden Modelle des Spracherwerbs vorgestellt und die wesentlichen Phasen der kindlichen Entwicklung vom ersten Lebensjahr bis zum Abschluss des Syntaxerwerbs dargelegt.

3. Sprachstörungen als Gegenstand linguistischer Forschung: Dieses Kapitel widmet sich der schwierigen Abgrenzung von Sprach- und Sprechstörungen und klassifiziert verschiedene Störungsbilder, von kindlichen und erworbenen bis hin zu eingebetteten Sprachstörungen.

4. Sprachstörungen an ausgewählten Beispielen: Hier werden die theoretischen Erkenntnisse anhand der Aphasie bei Erwachsenen und dem Dysgrammatismus bei Kindern vertieft und deren Auswirkungen auf die kommunikative Kompetenz analysiert.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Problematik der Kategorisierung zusammen und betont die Notwendigkeit, das individuelle Krankheitsbild stärker in den Fokus zu rücken sowie die Forschung zur gestörten Kommunikation zu intensivieren.

Schlüsselwörter

Sprachstörungen, Sprechstörungen, Aphasie, Sprachentwicklungsstörungen, SES, Dysgrammatismus, Kommunikation, Psycholinguistik, Klassifikation, Spracherwerb, Störungsbild, Kommunikationseinschränkung, Ätiologie, Sprachproduktion, Sprachverständnis

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der linguistischen Einordnung und Differenzierung von Sprach- und Sprechstörungen sowie deren Auswirkungen auf die Kommunikation.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit behandelt den gesunden Spracherwerb, die Definition von Sprach- gegenüber Sprechstörungen, verschiedene Arten von Störungen (kindlich, erworben, eingebettet) sowie konkrete Krankheitsbilder.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist ein systematischer Überblick über die komplexe Thematik der Sprachstörungen, um ein Verständnis für die Schwierigkeiten der Definition und die Notwendigkeit einer individuellen Betrachtung der Patienten zu schaffen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Aufarbeitung bestehender theoretischer Ansätze zur Kategorisierung gestörter Kommunikation.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Abgrenzung von Begriffen, die detaillierte Beschreibung verschiedener Störungstypen (SES, Aphasie, etc.) und die Veranschaulichung der Auswirkungen durch spezifische Beispiele.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sprachstörungen, Sprechstörungen, Aphasie, Dysgrammatismus und kommunikative Kompetenz geprägt.

Warum ist eine strikte Klassifikation laut der Autorin kaum möglich?

Viele Syndrome treten gemeinsam auf und die Ätiologie ist oft nicht eindeutig geklärt, weshalb eine rein kategorische Einordnung oft weniger hilfreich ist als eine individuelle Fallbeschreibung.

Wie unterscheidet sich die Aphasie bei Kindern von der bei Erwachsenen?

Bei Kindern ist das Krankheitsbild meist stärker vom Alter abhängig und aufgrund seiner Seltenheit schlechter systematisiert, während bei Erwachsenen etablierte Standardsyndrome wie die Broca- oder Wernicke-Aphasie existieren.

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Details

Title
Gestörte Kommunikation: Sprach- und Sprechstörungen
College
University of Leipzig  (Institut für Germanistik)
Course
Sprachliche Kommunikation
Grade
1,7
Author
Carolin Lenfert (Author)
Publication Year
2011
Pages
27
Catalog Number
V201501
ISBN (eBook)
9783656284994
ISBN (Book)
9783656286745
Language
German
Tags
gestörte kommunikation sprach- sprechstörungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carolin Lenfert (Author), 2011, Gestörte Kommunikation: Sprach- und Sprechstörungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201501
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