[...]Das Vorgehen der Arbeit unterteilt sich in die theoretischen Grundlagen und die
Untersuchung der Reduktionsmöglichkeiten der Transaktionskosten durch die
qualitativen Anforderungen des Frameworks. In dem ersten Abschnitt sollen zunächst
die Theorien sowie die internationale Rechnungslegung vorgestellt werden.
Die Transaktionskostentheorie, als das Hauptelement der Arbeit, wird durch eine
begriffliche Abgrenzung der Transaktion und ihren Kosten eingeleitet. Anschließend
werden die Ausführungen der Theorie von Oliver Williamson vorgestellt.
Seine Überlegungen zu dem Verhalten der Individuen und der dreidimensionalen
Untergliederung der Transaktionen dienen der Untersuchung als Basisannahmen.
Für eine objektive Darstellung der Transaktionskostentheorie sollen letztlich die
Ansätze von Williamson kritisch betrachtet werden. Nachfolgend gilt es eine
Grundlage für die Untersuchung der Austauschbeziehung zwischen Investor und
bilanzierenden Unternehmen mittels der Principal-Agent-Theorie zu schaffen. In
diesem Sinne soll sie in ihren Wesensmerkmalen, den Informationsasymmetrien
und einer kritischen Würdigung vorgestellt werden. Das Untersuchungsobjekt der
vorliegenden Arbeit bildet die internationale Rechnungslegung. Nach einer Darlegung
der Grundannahmen der IFRS-Rechnungslegung soll, aufgrund ihrer Bedeutung
für die Arbeit, auf den Zweck und das Framework eingegangen werden.
Nachfolgend soll der Beitrag zur Effizienzsteigerung mit einem dreistufigen Ablaufmodell
untersucht werden. In den drei Dimensionen der Transaktionskostentheorie von Williamson (Spezifität, Unsicherheit und Häufigkeit) gilt es in der
ersten Stufe die Prinzipal-Agenten-Probleme und anschließend in Stufe zwei die
aus diesen Problemen resultierenden Transaktionskosten aufzuzeigen. Aus den
Möglichkeiten zur Senkung der zuvor aufgezeigten Kosten soll auf das Potential
zur Steigerung der Effizienz durch die internationale Rechnungslegung geschlossen
werden. Dazu werden in der letzten Stufe die kostensenkenden qualitativen
Anforderungen in ihrer Lösungsfunktion dargestellt. Mit Hilfe der zuvor ermittelten
Ergebnisse soll abschließend der Beitrag zur Steigerung der Effizienz durch
die internationale Rechnungslegung abgebildet werden.[...]
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Die Transaktionskostentheorie
2.1.1 Transaktionen und Transaktionskosten
2.1.2 Theorie der Transaktionskosten nach Williamson
2.1.3 Kritische Würdigung
2.2 Principal-Agent-Theorie
2.2.1 Wesensmerkmale der Theorie
2.2.2 Informationsasymmetrien
2.2.3 Kritische Würdigung
2.3 Internationale Rechnungslegung
2.3.1 Grundannahmen
2.3.2 Abschlusszweck
2.3.3 Framework
3 Reduktionspotential der Transaktionskosten durch die qualitativen Anforderungen des Frameworks
3.1 Untersuchungsaufbau
3.2 Untersuchungsergebnis
3.2.1 Spezifität
3.2.2 Unsicherheit
3.2.3 Häufigkeit
3.3 Schlussfolgerung
4 Fazit und Ausblick
5 Literaturhinweise
6 Rechtsquellenverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Potenzial der internationalen Rechnungslegung (IFRS), durch die qualitativen Anforderungen des Frameworks Transaktionskosten in der Beziehung zwischen Investoren und Unternehmen zu reduzieren, um so einen Beitrag zur Effizienzsteigerung und Wohlfahrt zu leisten.
- Transaktionskostentheorie nach Williamson
- Principal-Agent-Theorie
- Qualitative Anforderungen des IFRS-Frameworks
- Reduktion von Informationsasymmetrien und Agency-Kosten
- Effizienzsteigerung in der Unternehmensbeteiligung
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Transaktionen und Transaktionskosten
Von einer Transaktion wird ausgegangen, wenn zwei Akteure Leistungen oder Güter über eine technisch trennbare Schnittstelle austauschen. Sie kann von jeder Wirtschaftseinheit der Mikroökonomik (z.B. Verbrauchern oder Produktionsunternehmen) oder jeder Wirtschaftseinheit der erweiterten Mikoökonomik (z.B. Großhändler oder Finanzintermediären) durchgeführt werden. Unter einer Transaktion wird die Einrichtung und Übertragung von privaten Verfügungsrechten sowie die Einrichtung und Änderung von gemeinsamen Verfügungsrechten verstanden. Die Übertragung von Verfügungsrechten im Sinne einer Markttransaktion umfasst die Anbahnung, den Abschluss und die Durchsetzung eines Vertrages (z.B. Arbeits- oder Kaufvertrag). Weiter gefasst können Transaktionen hingegen auch als alle sozialen Handlungen zur Gründung, Nutzung und Veränderung einer gemeinschaftlichen Institution definiert werden.
Bei den oben beschriebenen Transaktionen kommt es zu unvermeidbaren Kosten, den Transaktionskosten, die bei der Nutzung bzw. Schaffung von Koordinationsmechanismen entstehen. Nachfolgend sollen die Transaktionskosten in ihrem Entstehenungszusammenhang und ihrer zeitlichen Abfolge nach Williamson dargestellt werden.
Im Vorfeld (ex ante) eines Vertragsabschlusses müssen sich Parteien, welche an einer spezifischen Markttransaktion interessiert sind, auf die Suche nach einem geeigneten Verhandlungspartner begeben. Dabei entstehen ihnen Such- und Informationskosten. Derartige Kosten können unmittelbare Aufwendungen, wie beispielsweise Kosten für Werbung sowie der Besuch eines potentiellen Kunden, sein. Die Organisation eines gesonderten Marktes (z.B. Messen, Wochenmärkte oder Wertpapierbörsen) zum Austausch mit geeigneten Kooperationspartnern stellen hingegen mittelbare Such- und Informationsaufwendungen dar. Verhandlungen und Entscheidungen über einen Vertrag können sowohl mit hohem Zeitaufwand wie auch mit hohen Kosten verbunden sein. Verhandlungs- und Entscheidungskosten entstehen vor dem Vertragsabschluss durch das schriftliche Aufsetzen eines Vertrages, das Verhandeln seiner Inhalte oder durch eine Rechtsberatung. Kosten für die innerbetriebliche Abstimmung, Reisekosten oder Gerichts- bzw. Notargebühren sind ebenfalls unter Verhandlungskosten einzuordnen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung stellt die Bedeutung von Transaktionskosten für Anleger dar und führt in die Zielsetzung ein, das Reduktionspotenzial durch internationale Rechnungslegungsvorschriften zu untersuchen.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die Transaktionskostentheorie nach Williamson, die Principal-Agent-Theorie sowie die Grundlagen und das Framework der internationalen Rechnungslegung.
3 Reduktionspotential der Transaktionskosten durch die qualitativen Anforderungen des Frameworks: Die Untersuchung analysiert, wie qualitative Anforderungen des IFRS-Frameworks Informationsasymmetrien abbauen und somit Transaktionskosten in der Prinzipal-Agenten-Beziehung senken können.
4 Fazit und Ausblick: Das Fazit bestätigt, dass die qualitativen Anforderungen als Instrument zur Wohlfahrtssteigerung für den Investor dienen und die Belastung durch Transaktionskosten mindern können.
Schlüsselwörter
Transaktionskosten, Transaktionskostentheorie, Principal-Agent-Theorie, Internationale Rechnungslegung, IFRS, Framework, Informationsasymmetrie, Opportunismus, Effizienzsteigerung, Investorenschutz, Adressatenorientierung, Unternehmensbeteiligung, Qualitative Anforderungen, Transaktionskostenreduktion, Markttransaktion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie internationale Rechnungslegungsvorschriften (IFRS) dazu beitragen können, Transaktionskosten in der Beziehung zwischen Investoren und Unternehmen zu reduzieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themenfelder sind die Transaktionskostentheorie, die Principal-Agent-Theorie sowie die Struktur und die qualitativen Anforderungen des IFRS-Frameworks.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist zu prüfen, ob die internationale Rechnungslegung ein Instrument darstellt, um die Effizienz der Unternehmensbeteiligung für Investoren durch die Senkung von Transaktionskosten zu steigern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine analytische Literaturauswertung, die auf dem Gesetzestext der IFRS-Rechnungslegung und den qualitativen Anforderungen des Frameworks basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil erfolgt eine Untersuchung der Reduktionspotenziale, gegliedert nach den Dimensionen Spezifität, Unsicherheit und Häufigkeit, unter Anwendung der Prinzipal-Agenten-Problematik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Transaktionskosten, Principal-Agent-Theorie, IFRS, Informationsasymmetrie und Effizienzsteigerung.
Wie definiert die Arbeit das Verhältnis von Investor und Unternehmen?
Das Verhältnis wird als eine Prinzipal-Agenten-Beziehung definiert, in der der Investor als Prinzipal und das bilanzierende Unternehmen als Agent agiert, wobei eine Informationsasymmetrie zu Lasten des Investors besteht.
Warum sind die qualitativen Anforderungen des Frameworks entscheidend?
Sie schränken die Handlungsspielräume der Unternehmen ein und sorgen für eine verständliche, relevante und vergleichbare Darstellung der Vermögens- und Finanzlage, was den Informationsnachteil des Investors mindert.
Können Transaktionskosten durch IFRS vollständig vermieden werden?
Nein, sie können niemals vollständig entfallen, da beispielsweise das Sichten und Analysieren der Bilanz selbst bereits Informationskosten verursacht, jedoch kann die Höhe der Kosten durch klare Anforderungen beeinflusst werden.
- Citation du texte
- Inga Schaper (Auteur), 2012, Transaktionskostentheorie in der Rechnungslegung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201507