Interkulturelle Bildung

Soziologische Aspekte


Hausarbeit, 2011

11 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

1. Einleitung

Meine Hausarbeit für das Seminar „Interkulturelle“ Bildung, welches im Rahmen des Moduls gesellschaftliche Bedingungen von Erziehung angeboten wurde, wird sich vor allem mit soziologischen Aspekten von Bildung beschäftigen speziell der Bildungssoziologie. Da ich als Student der Sozialwissenschaften im Hauptfach Soziologie belegt habe, bietet sich dieser gefärbte Blickwinkel auf Bildung an.

Zunächst möchte in der Einleitung meine inhaltliche Gliederung vorstellen um im ersten Kapitel auf die Entwicklung und Besonderheiten der Bildungsforschung, besonders der Bildungssoziologie und Bildungsungleichheit eingehen. Im zweiten Teil meiner Hausarbeit möchte ich theoretische Aspekte der Bildungssoziologie benennen und die wichtigsten wissenschaftlichen Hauptströmungen benennen und mich im Laufe meiner Arbeit auf eine dieser Theorien fokussieren.

Im dritten Abschnitt widme ich mich, der für mich sehr inspirierende, Theorie der Kapitalsorten.

Im Anschluss der ausführlichen Betrachtung der theoretischen Aspekte Pierre Bourdieus, zeige ich die Praxisnähe seiner Theorie, die deshalb in der Soziologie im Fachterminus auch „Theorie der Praxis“ genannte wird, aufzeigen.

Deshalb möchte ich ein quantitatives Forschungsdesign erstellen, welches sich an der Kapitaltheorie orientiert um daraus Hypothesen zu generieren, welche der Fragestellung nachgehen sollen, ob ein ethnischer Hintergrund wesentlich mit dem Bildungserfolg im deutschen Schulsystem zusammenhängt.

Im letzten Kapitel möchte ich mich in der Schlussbemerkung zu dem Thema Bildungssoziologie und strukturelle soziale Ungleichheit positionieren und somit meinen wissenschaftlichen Beitrag zur Bildungsdiskussion leisten.

Ich wählte das Thema Bildungssoziologie und empirische Bildungsforschung auch deshalb, da der wissenschaftliche Diskurs sich noch im Prozess befindet und immer wieder in aktuellen Diskussionen in den Medien aufkommt; gerade die interkulturelle Bildung ist eine aktuelle Disziplin, die es interdisziplinär zu beforschen gilt. Wie oben bereits angekündigt, werde ich nun einen Einblick in die Geschichte der Bildungssoziologie und die der sozialen Ungleichheitsforschung geben.

2. Bildungssoziologie und Bildungsforschung

Nachdem Bildung, ihre Institution und Verwertungen über lange Zeit innerhalb der Soziologie eine untergeordnete Rolle gespielt haben (…), setzt in den 1960er Jahren in der Bundesrepublik im Anschluss an einige wichtige Studien eine erste große wissenschaftliche und öffentliche Diskussionswelle ein, die ihren Niederschlag auch in der praktischen Politik und in verschiedenen Reformprojekten und (…)einem wohl unvergleichbaren Ausbau des Bildungswesens gefunden hat (Kopp 2009: 11). Erstaunlicherweise verebbte das mediale und öffentliche Interesse schnell und auch der wissenschaftliche Diskurs kam ins Stocken. Dies führte dazu, dass über einen längeren Zeitraum eine lückenhafte Evaluation betrieben wurde und regulierende Politikmaßnahmen und –ergebnisse nicht betrieben oder zumindest nicht in einem ausreichenden Masse erfolgten. Erst ab den 1990er Jahren kam es in der Fachwelt vermehrt zu Studien, die sich mit den Konsequenzen der Veränderung des Bildungswesens auseinandersetzten. Unter anderem in Anschluss an die vor allem im Interesse der öffentlichen Meinung ausgetragen Debatte um das verhältnismäßig schlechte abschneiden Deutschlands bei internationalen PISA–Studie. Diese aufsehenerregende Studie führte zu zahlreichen Folgeuntersuchungen und dies beflügelte die Bildungsforschung, was sich in einer Vielzahl von publizistischen Beiträgen, öffentlichen Diskussionen und vor allem auch wissenschaftliche Studien wieder spiegelte und ein konjunkturelles Abflauen nicht zu erwarten ist (vgl. etwa Kopp 2009) wie sich aktuell im politischen und öffentliche Diskurs um die Bildungsgutscheine, für Kinder von Sozialhilfe- und Arbeitslosengeldempfänger, zeigt.

In der aktuellen 3. überarbeiteten und erweiterten Auflage des„Lehrbuch(s) der Soziologie“, welches als Sammelband von Hans Joas 2007 herausgegeben worden ist, findet man unter dem Stichwort Bildung folgendes im Kapitel von Gero Lenhardt:

Die Pisa Studie 2001 hat die aufwändigsten Erhebungen und Analysen über Ursache- Wirkungszusammenhänge des Lernens angestellt. Sie hat aber keine finden können, wie die Autoren freimütig einräumen müssen. Sie konstatieren, dass sich die Testergebnisse mit den Schulformen, der Unterrichtsorganisation, Merkmalen der Unterrichtsqualität, der Klassengröße und dem Schulklima nicht erklären lassen (Schlümer 2001: 427, Tillmann/meier 2001: 504).

Erstaunlicherweise setzt dieses Ergebnis eine fast hundertjährige Tradition der Bildungsforschung fort. In den 1970er Jahren kam Fend (1980) in einer gründlichen Literaturauswertung zu dem Ergebnis, dass sich in der Forschung keine „allgemein akzeptierten Antworten für die dem pädagogischen Alltagsverstand so wichtige Frage ergeben hätten, wie man auf die unterschiedlichen Lerngeschwindigkeiten und Lerninteressen von Kindern am besten eingehen könnte“ (Fend 1980: 290). In den 1980er Jahren hatte Aurin (1990) gefragt Gute Schulen: Worauf beruht ihre Wirksamkeit? Ursächliche Variable des Unterrichtserfolges, über die Lehrer und das politische administrative System verfügen können, hat auch er nicht gefunden. Die Wissenschaft findet keine Ursachewirkungsketten, weil man über Bildungsprozesse nicht planlos verfügen kann. Man kann die Erfahrung der Schüler nicht festlegen, die die im Alttag in der Schule machen. Multiple Faktoren beeinflussen negativ oder positiv die Bildungswege der Kinder, was zeigt das Bildung ein lebendiger Prozess ist. Aber was ist dann die Schule? Lenhardt sieht Schule aus soziologischer Perspektive als Teil der normativen Vorstellung vom Individuum und der sozialen Ordnung, die in der Gesellschaft auch sonst gelten. Er sieht durch diese Vorstellungen eine Rollenverleihung an die am Schulleben Beteiligten. Deren Inhaber müssen mit bestimmten Verhaltensvorstellungen und Selbstdarstellungsmöglichkeiten klarkommen, die innerhalb und außerhalb der Schule an sie herangetragen werden (vgl. etwa Lenhardt 2007: 358). All diese Beispiele zeigen wie komplex Bildungsforschung bzw. Bildungssoziologie ist und um diese Komplexität zu reduzieren bedarf es soziologische Theorien, die die Wirklichkeit in Modellen vereinfacht darstellt, wie ich im folgenden Kapitel zeigen werde.

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Interkulturelle Bildung
Untertitel
Soziologische Aspekte
Hochschule
Universität Hamburg  (Sozialwissenschaften/Erziehungswissenschaften)
Veranstaltung
Interkulturelle Bildung
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
11
Katalognummer
V201590
ISBN (eBook)
9783656280545
ISBN (Buch)
9783656281016
Dateigröße
606 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Interkulturelle Bildung/gesellschaftliche Bedingungen von Erziehung, Bildungssoziologoie
Arbeit zitieren
Felix Bopp (Autor), 2011, Interkulturelle Bildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201590

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