Konzepte zur sozialen Integration am Beispiel der Stadt München


Hausarbeit, 2012
18 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Gliederung:

1. Einleitung

2. Segregation und Integration
2.1 Definition Segregation 4 2.3 Definition soziale Integration

3. Entstehung von Segregation
3.1 Ursachen für soziale Segregation 5-7 3.2 Ursachen für ethnische Segregation

4. Integration nach Esser

5. Segrierte Stadtbezirke in München 9-14 5.1 Ethnische Segregation in München 9-12 5.2 Soziale Segregation in München

6. Das Integrationskonzept "Zukunft München 2030"

7. Stellungnahme

8. Literaturverzeichnis

Einleitung:

Die soziale Segregation stellt gerade in Großstädten ein immer größer werdendes Problem dar.

Dies impliziert eine zunehmende Bedeutung von Konzepten der sozialen Integration.

Aufgrund der aktuellen Relevanz des Themas habe ich mich dazu entschieden, in meiner Hausarbeit ein Integrationskonzept der Stadt München vorzustellen und dieses anschließend aus meiner Sicht zu reflektieren.

Um einen für den Leser verständlichen Einstieg in die Thematik der Hausarbeit zu ermöglichen, werde ich zunächst in einem Gliederungspunkt 2 die für das Verständnis wichtigen Begriffe soziale Segregation und Integration definieren.

Folgend werde ich in einem Gliederungspunkt 3 auf die Entstehung von Segregation eingehen.

Im Gliederungspunkt 4 strebe ich eine theoretische Einführung in die Segregation durch die Integrationstheorie Essers an.

In Punkt 5 werde ich anhand eines Vergleichs der Sozialstruktur verschiedener Münchener Stadtbezirke Segregationsgebiete in München aufzeigen.

Daran anknüpfend werde ich im Gliederungspunkt 6 ein Integrationskonzept der Stadt München anhand von Materialien aus dem Projekt "Zukunft München 2030 " vorstellen.

Abschließend nehme ich im Gliederungspunkt 7 selbst zum Thema Stellung.

2. Segregation und Integration

2.1 Segregation

"Unter Segregation ist disproportionale Verteilung sozialer Gruppen über die Stadtteile (oder anderen räumlichen Einheiten) zu verstehen." (Friedrichs/Triemer 2009: 16 )

Hierbei ist zwischen zwei verschiedenen Arten von Segregation zu unterscheiden: zum einen die soziale Segregation, welche ihren Ursprung in ökonomischen Ungleichheitskriterien hat. Zum anderen die ethnische Segregation, welche durch kulturelle Differenzen von Emigranten hervorgerufen wird. (Häußermann/Siebel 2011: 151 ff.)

Als statistische Kenngröße für das Ausmaß an Segregation wurde der Segregationsindex (IS) eingeführt, welcher als Ergebnis einen Wert zwischen 0 und 1 einnehmen kann. Der auf Duncan und Duncan (1955) zurückzuführende Index beschreibt die Anzahl an Akteuren eines Merkmals, die umgesiedelt werden müssten, damit eine Gleichverteilung zustande käme. Die resultierende Dezimalzahl kann hierbei als prozentualer Anteil der Umzusiedelnden interpretiert werden. (vgl. Häußermann/Siebel 2011: 140 ff.)

2.3 soziale Integration

" Integration (von lat. Integratio = Wiederherstellung eines Ganzen), soziologische Bezeichnung für Prozesse der verhaltens- und bewußtseinsmäßigen Eingliederung in bzw. Angleichung an Wertstrukturen und Verhaltensmuster." (Hillman 2007 : 383)

"Integration kennzeichnet Entwicklungen, die auf eine Festigung des sozialen Kitts, eine Intensivierung der sozialen Kohäsion, des sozialen Zusammenlebens zielen, die also auf eine Stärkung der stadtgesellschaftlichen Solidarität und kollektiver Identität gerichtet sind" (Sträter/Außmann/Pousinis 2004 : 8)

Eine Messgröße für den Grad der Integration ist hierbei nur schwer einzuführen, da die Beurteilung von sozialer Integration subjektiven Charakter hat. (vgl. Sträter/Außmann/Pousinis 2004 a: 14)

Dennoch sind statistische Kenngrößen wie ein geringer ethnischer und sozialer IS Anzeichen für eine im Ansatz gelungene Integration.

3. Entstehung von Segregation

Um eine aufgetretene Segregation eindämmen zu können, ist es wichtig, die Gründe, die zum Eintreten der selbigen geführt haben, zu erkennen. Folglich steht einem jedem Integrationskonzept die Frage nach den Ursachen der Entstehung voraus. Aufgrund dessen werde ich nachfolgend die gängigsten Gründe für eine Segregation aufzeigen. Vorauszustellen ist, dass soziale Segregation immer mit einer sozialen Ungleichheit zusammenhängt.

3.1 Entstehung und Auswirkung sozialer Segregation

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Abb. 12.1 Häußermann/Siebel, 2011: 154)

Wie die vorstehende Grafik aufzeigt, können mehrere Determinanten, auch oft im Verbund, zu einer Wohnortsentscheidung von Bevölkerungsgruppen mit verschiedenen sozialen Lagen führen. Durch den Einfluss der vier verschiedenen Ebenen ( Makro-, Meso-, Mikro- und Individualebene) kann es schließlich zu einer Ballung von Akteuren mit bestimmten sozialen Lagen in einem expliziten Stadtgebiet kommen. Nachfolgend werde ich auf die Gründe, die zu einer sozialen Segregation führen können, unter Betrachtung der vier Einflussebenen eingehen und dessen Zusammenspiel an 2 Beispielen näher beschreiben. Ausschlaggebend für eine ungleiche Verteilung der Stadtbevölkerung sind Mechanismen, die sich aus einer Angebotsseite und einer Nachfrageseite von/nach Wohnungen ergeben. (vgl. Häßermann/Siebel, 2011: 155 ff.) Mechanismen auf Angebotsseiten sind hierbei auf der Makro-, Meso- und Mikroebene angesiedelt. Sie beinhalten äußere Einflüsse des Systems, die nicht von den einzelnen wohnungsbeziehenden Akteueren steuerbar sind. Als Gründe für eine ungleiche Verteilung des Wohnungsangebotes in Stadtbezirken seien hierbei vier Hauptgründe zu nennen, so Häußermann und Siebel: Zum einen die Politische Differenzierung der Wohnräume, welche mithilfe von Stadtplanung, Infrastruktur und Wohnungspolitik verschiedene Wohnqualitäten in unterschiedlichen Standorten schaffen würde. Zum anderen eine ökonomische Differenzierung von Räumen, die durch verschiedene Preisklassen von Wohnorten zu einer ungleichen Verteilung führt. Als dritten Punkt führen Häußermann und Siebel eine symbolische Differenzierung von Räumen an. Durch Architektur und städtebaulicher Gestaltung würden Räume mit unterschiedlich positiver und negativer Etikettierung entstehen. In einem letzten Punkt gehen sie auf eine soziale Differenzierung von Räumen ein. Soziales Prestige einer Wohngegend richte sich nach der Zusammensetzung der Bewohner. Dies könne durch eine selektive Wohnungsvergabe und eine gezielte Preisgestaltung modelliert werden. ( Häußermann/Siebel, 2011:157)

Auf der Nachfrageseite bestimmt der Zugang zu verschiedenen Ressourcen der Bevölkerung den Wohnstandort der einzelnen Akteure. Hierbei stellen ökonomische Ressourcen eine wichtige Grundlage dar. Sie bestimmen den Wohngebietsselektionsraum, der mit unterschiedlichen monetären Ressourcen ausgestatteten Bevölkerungsgruppen. Eine weitere ausschlaggebende Ressource sei kognitiver Natur. "Sprachfähigkeit, Kenntnisse über den Wohnungsmarkt , des Mietrechts und einschlägiger wohlfahrtstaatlicher Bestimmungen sind wichtig bei der Wohnungssuche." (Häußermann/Siebel 2011: 157 f.) Soziale Ressourcen haben ebenfalls einen wichtigen Stellenwert. Durch diese haben die Bevölkerungsgruppen unterschiedlich großen Zugang zu Informationen des Wohnungsmarktes. Als Letztes ist der je nach sozialer Gruppe variierende Zugang zu politischen Ressourcen zu erwähnen. Organisationsfähigkeit, Zugang zu politischen Eliten, aber auch der Bezug von Wohnungsgeldern und Sozialwohnungen seien ausschlaggebende Faktoren bei der Vergabe von Wohnungen. (Häußermann/Siebel 2011: 157 ff.)

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Konzepte zur sozialen Integration am Beispiel der Stadt München
Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
1,7
Autor
Jahr
2012
Seiten
18
Katalognummer
V201603
ISBN (eBook)
9783656275039
ISBN (Buch)
9783656276845
Dateigröße
2654 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Segregation, Integration, München, Modul 8, Stadtplanung, Soziologie, München 2030
Arbeit zitieren
Jan Block (Autor), 2012, Konzepte zur sozialen Integration am Beispiel der Stadt München, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201603

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