Der Begriff der Unternehmensakquisition ist heute nicht mehr nur Experten und Beratern ein Begriff. Eine Vielzahl von Managern, Kaufleuten, Wirtschaftsprüfern und Anwaltskanzleien muss sich in der heutigen Zeit angesichts der zunehmenden wirtschaftlichen Bedeutung mit den verschiedenen Erscheinungsformen und Auswirkungen des Akquisitionsgeschäftes ausei-nandersetzen. Durch Aktivitäten der Akquisition von Unternehmen ergibt sich für Unterneh-men die Möglichkeit, auf die zunehmende Globalisierung, auf die Deregulierung der Märkte sowie auf neue Entwicklungen der Informations- und Kommunikationstechnologie schnell und wirkungsvoll zu reagieren. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Unternehmensakquisitionen längst fester Bestandteil von Unternehmensstrategien sind. Dieser Entwicklung soll in der vorliegenden Seminararbeit Rechnung getragen werden, indem der Unternehmenserwerb des Großbuchhändlers Gondrom GmbH & Co. KG im Januar 2006 von der Douglas Holding AG aufgegriffen und näher betrachtet wird. Dabei werden verschiedene, in der Praxis zu beobachtende Übernahmekonstruktionen und Strategiebesonderheiten dargestellt.Ziel dieser Arbeit ist es, dem Leser die für Unternehmensakquisitionen relevanten Informationen transparent zu gestalten und ihm die Vorteilhaftigkeit einzelner Alternativen aufzuzeigen.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
1.1. Fallbeispiel: Douglas Holding AG akquiriert Gondrom
2. ABGRENZUNG DES BEGRIFFS DER UNTERNEHMENSAKQUISITION
2.1. Unternehmensakquisition und deren Beweggründe
3. RECHTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN
3.1. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
3.1.1. Kontaktaufnahme und vorvertragliche Verhandlungen
3.1.2. Rechtliche Einordnung des Unternehmenskaufvertrages
3.1.3. Erwerbereintritt in Rechtsstellung des Verkäufers
3.1.4. Spezielle gesellschaftsrechtliche Vorschriften
4. STRATEGIEBESONDERHEITEN VON AKQUISITIONEN
4.1. Differenzierung nach dem Kaufgegenstand
4.1.1. Share Deal
4.1.2. Asset Deal
4.2. Differenzierung nach Zustimmung der Zielgesellschaft
4.2.1. Freundliche Übernahme
4.2.2. Feindliche Übernahme
4.2.2.1. Risiken für den Bieter
4.3. Differenzierung nach Erwerbern und Kaufmotiven
4.3.1. Trade Buyer (Strategische Investoren)
4.3.1.1. Aspekte grenzüberschreitender Übernahmen
4.3.2. Financial Buyer (Finanzinvestoren)
4.4. Differenzierung nach Finanzierungsart über die Erwerbergesellschaft
5. ERFOLGSABHÄNGIGE FAKTOREN EINER AKQUISITION
5.1. Identifikation geeigneter Erfolgskriterien
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Seminararbeit besteht darin, die für Unternehmensakquisitionen relevanten Informationen transparent darzustellen und die Vorteilhaftigkeit verschiedener Übernahmekonstruktionen am Beispiel der Akquisition der Gondrom GmbH & Co. KG durch die Douglas Holding AG zu analysieren.
- Grundlagen und Definition der Unternehmensakquisition
- Rechtliche Rahmenbedingungen bei Transaktionen
- Differenzierung von Übernahmekonstruktionen (Share Deal vs. Asset Deal)
- Analyse von Kaufmotiven bei strategischen und finanziellen Investoren
- Identifikation und Bewertung von Erfolgskriterien
Auszug aus dem Buch
3.1.1. Kontaktaufnahme und vorvertragliche Verhandlungen
Unabhängig von der Rechtsform der an der Akquisition beteiligten Unternehmen unterliegen beide Vertragsparteien, im vorliegenden Fallbeispiel, also die Douglas Holding AG als auch die Gondrom GmbH & Co. KG bereits bei der ersten Kontaktaufnahme vorvertraglichen Verhaltensvorschriften, die zuletzt durch die Modernisierung des Schuldrechts am 01.01.2002 konkretisiert wurden. Gemäß §311 II BGB kann die Aufnahme von Vertragsverhandlungen oder die Anbahnung eines Vertrages bereits ein Schuldverhältnis mit Pflichten nach § 241 II BGB darstellen. Somit kann im Falle einer von der einen Vertragspartei zu vertretenen Pflichtverletzung die andere Partei gem. §§ 280 ff. BGB Schadenersatz verlangen. Im Rahmen des hier genannten Fallsbeispiels spielen hauptsächlich unrichtige Angaben des Verkäufers gegenüber dem potentiellen Käufer eine Rolle. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass eine Pflichtverletzung sowohl durch positives Tun, d.h. durch schuldhaftes Verschweigen relevanter Tatsachen, als auch durch Unterlassen, d.h. durch schuldhaftes Verschweigen relevanter Tatsachen, entstehen kann.
Wie im Vorfeld angedeutet, reichen die allgemeinen gesetzlichen Grundlagen oft nicht aus um die Interessen beider Parteien hinreichend abzudecken. Aus diesem Grund finden im Stadium vorvertraglicher Verhandlungen einige weitere Instrumente wie etwa Geheimhaltungsvereinbarungen, Vertraulichkeitserklärungen und Verhandlungsprotokolle Anwendung. Die Nichtbeachtung dieser Vereinbarungen kann konkrete Haftungsfolgen, wie z.B. Geltendmachen von Schadenersatzansprüchen, Vertragsstrafen oder ggf. die Beendigung der Verhandlungen, nach sich ziehen. In der Praxis werden häufig individuelle Vereinbarungen getroffen, die Schadenersatzleistungen im Falle eines Abbruchs der Verhandlungsgespräche (Break-up Fee) fordern. Diese dienen beispielsweise zur Deckung entstandener Beratungskosten etc., die von der anderen Partei in gutem Glauben aufgewendet wurden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in das Thema ein und illustriert die Unternehmensakquisition anhand des Fallbeispiels der Übernahme der Gondrom GmbH & Co. KG durch die Douglas Holding AG.
2. ABGRENZUNG DES BEGRIFFS DER UNTERNEHMENSAKQUISITION: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Unternehmensakquisition und erläutert die Beweggründe für solche Transaktionen aus strategischer Sicht.
3. RECHTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN: Hier werden die wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen, einschließlich vorvertraglicher Pflichten und gesellschaftsrechtlicher Vorschriften, beleuchtet.
4. STRATEGIEBESONDERHEITEN VON AKQUISITIONEN: Dieses Kapitel klassifiziert Übernahmen nach Kaufgegenstand, Zustimmung der Zielgesellschaft sowie nach Art des Erwerbers und der Finanzierung.
5. ERFOLGSABHÄNGIGE FAKTOREN EINER AKQUISITION: Abschließend werden Methoden zur Erfolgsmessung identifiziert und Gestaltungsmöglichkeiten zur Erreichung strategischer Ziele diskutiert.
Schlüsselwörter
Unternehmensakquisition, Douglas Holding AG, Gondrom GmbH & Co. KG, Share Deal, Asset Deal, Unternehmenskauf, Strategische Investoren, Finanzinvestoren, Übernahmestrategie, Due Diligence, Erfolgskriterien, Unternehmensbewertung, Transaktionsrecht, Vertragsrecht, Unternehmensübernahme.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die strategischen Besonderheiten und die Performance-Messung bei Unternehmensakquisitionen unter besonderer Berücksichtigung rechtlicher und wirtschaftlicher Aspekte im Handel.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die rechtlichen Rahmenbedingungen bei Unternehmenskäufen, die verschiedenen Transaktionsformen wie Share und Asset Deals sowie die Unterscheidung zwischen strategischen und finanziellen Investoren.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, dem Leser die für Unternehmensakquisitionen relevanten Informationen transparent darzulegen und die Vorteilhaftigkeit verschiedener strategischer Übernahmealternativen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verwendet eine fallstudienbasierte Analyse, wobei die Akquisition der Gondrom GmbH & Co. KG durch die Douglas Holding AG als praktisches Beispiel für eine theoretische Einordnung dient.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit den rechtlichen Rahmenbedingungen, den strategischen Differenzierungsmöglichkeiten bei Übernahmen sowie der Identifikation von Erfolgskriterien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Unternehmensakquisition, Share Deal, Asset Deal, strategische Investoren, Erfolgskriterien und rechtliche Rahmenbedingungen.
Warum wählte die Douglas Holding AG beim Kauf von Gondrom einen Share Deal?
Durch den Share Deal konnten die gesamten Anteile inklusive der bestehenden Verträge und Rechte im Wege der Universalsukzession übernommen werden, ohne die rechtliche Identität des Zielunternehmens zu verändern.
Welche Rolle spielt die "strategische Flexibilität" bei Akquisitionen laut Autor?
Die strategische Flexibilität wird als entscheidender Erfolgsfaktor hervorgehoben, da sie es dem Unternehmen ermöglicht, sich an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen und somit einen ökonomischen Mehrwert zu schaffen.
- Quote paper
- Diplom Wirtschaftsinformatikerin Kerstin Hans (Author), 2006, Strategiebesonderheiten und Performancemessung bei Akquisitionen in Handelsunternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201621