In dieser Arbeit geht es um die Frage, ob der hierzulande von vielen Menschen als Religion von Feuer und Schwert eingeschätzte islamische Glauben grundsätzlich mit der Staatsform der Demokratie kompatibel ist. Dabei werde ich zunächst auf die islamische Religion und den Demokratiebegriff eingehen und versuche im Folgenden die Gründe für das relativ weit verbreitete Misstrauen muslimisch geprägter Staaten gegenüber dem Westen beleuchten.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Begriffsbestimmungen
2.1. Was ist der Islam ?
2.2. Was heisst Demokratie ?
3. Ursachen für das Mißtrauen Islamischer Staaten gegenüber dem „Westen“ und der Demokratie
4. Thesen gegen die Vereinbarkeit von Islam und Demokratie
5. Unterschiedliche Positionen zur Frage nach der Kompatibilität von Islam und Demokratie
5.1. Die Scharia
5.2. Was sagt der Koran ?
5.3. Was sagen liberale Muslime ?
5.4. Was sagen Islamisten / Fundamentalisten?
5.5. Was sagen Muslime in Deutschland ?
6. Der Politisch- Ideologisierte Islam
7. Sind Islamische Demokratien Möglich ?
7.1. Theoretische Ansätze
7.2. Wie sieht die Praxis aus ?
8. Voraussetzungen für die Vereinbarkeit des Islam mit einer demokratischen Grundordnung
9. Fazit
10. Quellenverzeichnis
10.1. Literaturverzeichnis
10.2. Elektronische Quellen
10.3. Weitere Quellen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die komplexe und oft kontrovers diskutierte Frage, ob der islamische Glaube grundsätzlich mit der Staatsform der Demokratie kompatibel ist, wobei historische, theologische und praktische Aspekte beleuchtet werden.
- Grundbegriffe und Definitionen von Islam und Demokratie
- Ursachen für historisches und aktuelles Misstrauen gegenüber dem Westen
- Analyse verschiedener Positionen und Auslegungen des Islam
- Untersuchung von theoretischen Ansätzen und praktischen Realitäten
- Diskussion von Voraussetzungen für die Vereinbarkeit beider Systeme
Auszug aus dem Buch
5.1. Die Scharia
Die Scharia (arab. eigentlich „Wasserplatz“ oder auch „Weg zur Tränke“) (LpB 2001, 193), das aus Koran u. Hadit erschlossene Gesetz, das das gesamte islamische Leben regelt“ ist der Teil dieser Religion, der auf das gesellschaftliche Leben, aber auch die Gesetzgebung eines Staates übergreift (Drosdowski 1990, 702). Eine etwas andere Übersetzung besagt, dass die Scharia „ein Richtungsweg des Glaubens und nicht als Gesetz der Religion“ zu verstehen sei, wie Islamisten dies fälschlicherweise behaupten (Hensel/Schwendemann 2000, 11).
Die Scharia „wird durch vier Rechtsschulen vertreten, die Hanbaliten (besonders in Saudi-Arabien), Hanafiten (Türkei, Syrien, Libanon, vor allem in Afghanistan und Pakistan), Malikiten (Nordafrika), Schafi’iten (Ägypten), die einzelne Satzungen zum Teil verschieden interpretieren (LpB 2001, 193 und Hensel/Schwendemann 2000, 12). Diese Rechtsschulen weisen Unterschiede im Recht auf, wie z.B. die Gebetsstellung, die rituelle Reinheit oder das Erbrecht. Diese sind daher nicht mit Lehranstalten, wie die al Azhar in Kairo, zu verwechseln (Riexinger 2002).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Der Autor erläutert seine persönliche Motivation und die wissenschaftliche Fragestellung bezüglich der Kompatibilität von Islam und Demokratie.
2. Begriffsbestimmungen: Es erfolgt eine definitorische Abgrenzung der zentralen Termini „Islam“ und „Demokratie“.
3. Ursachen für das Mißtrauen Islamischer Staaten gegenüber dem „Westen“ und der Demokratie: Dieses Kapitel analysiert historische Traumata und aktuelle politische Konflikte als Gründe für die ablehnende Haltung gegenüber westlichen Systemen.
4. Thesen gegen die Vereinbarkeit von Islam und Demokratie: Diskutiert werden Argumente, die den Islam als grundsätzliches Hindernis für demokratische Staatsformen darstellen.
5. Unterschiedliche Positionen zur Frage nach der Kompatibilität von Islam und Demokratie: Eine differenzierte Betrachtung verschiedener islamischer Auslegungen, von der Scharia bis hin zu den Ansichten liberaler Muslime und Islamisten.
6. Der Politisch- Ideologisierte Islam: Untersuchung der Instrumentalisierung des Glaubens für politische Ideologien, insbesondere seit 1979.
7. Sind Islamische Demokratien Möglich ?: Gegenüberstellung theoretischer Ansätze und der politischen Realität in verschiedenen muslimisch geprägten Ländern.
8. Voraussetzungen für die Vereinbarkeit des Islam mit einer demokratischen Grundordnung: Darstellung der Bedingungen, unter denen eine Koexistenz von religiösen Werten und demokratischen Systemen möglich ist.
9. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung, dass der Widerspruch primär in totalitären Ideologien und nicht im Islam selbst begründet liegt.
Schlüsselwörter
Islam, Demokratie, Scharia, Fundamentalismus, Politik, Religion, Menschenrechte, Kompatibilität, Integration, Säkularisierung, Koran, Westen, Ideologie, Umma, Gewaltenteilung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob der Islam als Religion und die Staatsform der Demokratie vereinbar sind oder ob ein prinzipieller Widerspruch besteht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen zählen die Begriffsklärung von Islam und Demokratie, die Analyse historischer und politischer Misstrauensursachen, die Rolle der Scharia sowie die Diskussion unterschiedlicher muslimischer Positionen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Ursprung des weit verbreiteten Misstrauens gegenüber dem Westen zu ergründen und wissenschaftlich zu untersuchen, ob es eine grundsätzliche Unvereinbarkeit zwischen islamischer Lehre und demokratischen Grundordnungen gibt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche und theologische Analyse, die auf Literaturrecherche und der Auswertung diverser Positionen und Quellen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Begriffe, die Analyse historischer Spannungsfelder, die Untersuchung unterschiedlicher islamischer Strömungen und deren Verhältnis zum demokratischen System sowie die Bewertung der praktischen Umsetzungschancen islamischer Demokratien.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Integration, politische Instrumentalisierung des Islam, Verhältnis von Religion und Staat sowie die Vereinbarkeit von Verfassungsnormen und religiösen Rechtsnormen.
Wie unterscheidet der Autor zwischen Islam und Islamismus?
Der Autor betont, dass der Islamismus eine politische Ideologie ist, die den Glauben instrumentalisiert, während der Islam als Religion nicht zwingend im Widerspruch zur Demokratie steht.
Welche Rolle spielen die Muslime in Deutschland für das Thema?
Sie dienen als Beispiel für die Integration religiöser Identität in eine demokratische Grundordnung, wobei der Autor den Kontrast zwischen der breiten Mehrheit der Muslime und extremistischen Minderheiten hervorhebt.
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- Jonathan Kern (Autor), 2002, Der Islam und die Demokratie - ein Widerspruch ?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20165