Unmittelbar nach den Anschlägen auf das World Trade Center am 11. September 2001 machte man sich daran Strategien zu entwickeln, um dem Problem der Bedrohung der westlichen Welt durch den Terrorismus Herr zu werden. Eine im Nachhinein verhängnisvolle war die des Präventivkriegs, wie sie die Bush-Administration ummittelbar nach dem Kollaps der Zwillingstürme aus dem Hut zauberte. Verhängnisvoll deswegen, weil sich zeigte, dass mit einem Krieg gegen einen sogenannten Schurkenstaat dem Terror nicht beizukommen ist. Die USA entsprachen damit eher den Erwartungen der Terroristen, nämlich der einer heftigen Reaktion.
Die friedlichere Gegenposition dazu forderte vor allem Engagement in der Entwicklungshilfe. Die Werkzeuge sind eigenständige Demokratisierung und faire Bildungs- und Wirtschaftsförderung. Die Überwindung von Armut, Analphabetentum und politischer Unselbständigkeit sollte die Menschen davon abhalten sich dem Terrorismus zuzuwenden. Die Meinung, dass Armut die Ursache von Terrorismus sei, ist weit verbreitet und spielt auch heute noch eine wesentliche Rolle in der deutschen Entwicklungshilfepolitik.
Ist Armut aber tatsächliche die Ursache von Terrorismus? Wenn dem so wäre, müsste dann nicht auch mit dem Verschwinden der Armut der Terrorismus der Vergangenheit angehören? Diese Fragen gilt es mit dieser Arbeit zu klären.
Gliederung
1. Einleitung
2. Was wir über Terrorismus wissen
2.1 Kennzeichen des modernen Terrorismus
2.2 Ein Terrorist ist nicht Partisan, ist aber auch nicht Krimineller
3. Armut ist die Ursache für Terrorismus
3.1 Unendlich großes Rekrutierungspotential
3.2 Soziales Engagement von Terrororganisationen
3.3 Relative Armut
3.4 Empathie durch Armut
4. Terrorismus, das ist ein Produkt der Moderne
4.1 La terreur
4.2 Evolution des Terrorismus
4.2.1 Auslöser
4.2.2 Anpassung der Strategie
4.3 Soziale Struktur von Terrororganisationen
4.4 Radikalisierung des Islam
5. Fazit
6. Verschwindet mit der Armut auch der Terrorismus
6.1 Den Sumpf des Terrors austrocknen
6.2 Minderheiten in Demokratien
Häufig gestellte Fragen
Ist Armut die Hauptursache für Terrorismus?
Diese weit verbreitete Meinung wird in der Arbeit kritisch hinterfragt. Es zeigt sich, dass viele Terroristen nicht aus armen Verhältnissen stammen, sondern oft gut gebildet sind.
Verschwindet der Terrorismus, wenn die Armut besiegt wird?
Die Arbeit diskutiert, ob Entwicklungshilfe allein ausreicht, um Terrorismus zu verhindern, oder ob politische Ideologien und religiöse Radikalisierung unabhängig vom Wohlstand wirken.
Was versteht man unter „relativer Armut“ im Kontext von Terror?
Relative Armut beschreibt das Gefühl der Benachteiligung im Vergleich zu anderen Gruppen, was oft ein stärkerer Radikalisierungsfaktor ist als absolute, existenzbedrohende Armut.
Welche Rolle spielt das soziale Engagement von Terrororganisationen?
Organisationen wie die Hamas nutzen soziale Dienste (Schulen, Krankenhäuser), um in armen Bevölkerungsschichten Rückhalt zu gewinnen und ein Rekrutierungspotenzial zu schaffen.
Warum wird Terrorismus als Produkt der Moderne bezeichnet?
Terrorismus nutzt moderne Kommunikationsmittel, globale Netzwerke und reagiert oft auf Prozesse der Globalisierung und die soziale Struktur moderner Gesellschaften.
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- Andreas Krieger (Author), 2012, Ist Terrorismus ein Produkt der Armut? Verschwindet mit der Armut auch Terrorismus?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201796