Während den vier Wochen werden über 10000 Kilometer zurückgelegt. Ob zu Fuß, per Auto, Flugzeug oder Schiff, werden die unterschiedlichsten Gebiete erkundet. Beginnend in der Dominikanischen Republik geht die Exkursion weiter Richtung Süden über Teile der Karibischen Inseln (Guadeloupe, Barbados, Trinidad), den Amazonas flussaufwärts bis Manaus, bis sie schließlich nach einem Zwischenstopp in Brasilia, der Hauptstadt Brasiliens, in Salvador an der atlantischen Küste endet. Während der Reise ergibt sich eine hohe Variationsbreite der physischen Geographie. Die nachfolgende Hausarbeit versucht für das Exkursionsgebiet eine naturräumliche Gliederung aus geologischer Sicht zu finden. Hierbei wird ein Schwerpunkt auf die geologische Entwicklung des Exkursionsgebietes genommen. Eine erste naturräumliche Einteilung erfolgt durch die Betrachtung der weltweiten Plattentektonik in Abbildung 1. Das Exkursionsgebiet liegt auf zwei großen tektonischen Platten. Der Karibischen Platte und der Südamerikanischen Platte. Eine Zweiteilung des Exkursionsgebietes in den Raum der Karibik und den von Südamerika ist daher geologisch sinnvoll. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Überblick Exkursionsgebiet
2. Karibik
2.1 Entstehung der Karibischen Platte
2.2 Große Antillen
2.2.1 Hispanola
2.3 Kleine Antillen
2.3.1 Vulkanantillen
2.3.2 Kalkantillen
2.3.3 Guadeloupe – die zweigeteilte Insel
2.4 Naturgefahren der Karibik
2.4.1 Vulkanausbrüche
2.4.2 Erd- und Seebeben
2.4.3 Tsunamis
3. Südamerika
3.1 Trinidad und Tobago
3.2 Guyana-Gebiet
3.3 Brasilien
3.3.1 Amazonas Tiefland
3.3.2 Brasilianisches Bergland
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, eine naturräumliche Gliederung des Exkursionsgebietes Karibik und Brasilien aus geologischer Perspektive zu erarbeiten, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der geologischen Entwicklung und den tektonischen Rahmenbedingungen liegt.
- Plattentektonische Analyse des Karibischen Raums
- Differenzierung der Antillen nach geologischen Relieftypen
- Gefahrenpotential durch Vulkanismus, Erdbeben und Tsunamis
- Geologische Charakterisierung des brasilianischen Raums (Schildstrukturen)
- Vergleichende Betrachtung von geomorphologischen Einheiten in Südamerika
Auszug aus dem Buch
2.3.3 GUADELOUPE – DIE ZWEIGETEILTE INSEL
Guadeloupe ist eine Anlaufstation unseres Schiffes, daher wird die Insel etwas ausführlicher dargestellt. Die Insel ist insofern etwas Einzigartiges, da sie aus zwei sehr unterschiedlichen Inseln besteht, die unmittelbar aneinander grenzen. Im Westen besteht sie aus der Insel Basse Terre, die mit ihrem gebirgigen Relief und ihrem 1467 Meter hohen, aktiven Vulkan Soufrière zu den Vulkanantillen gehört. Im Osten grenzt die Nachbarinsel Grande Terre an. Diese gehört zu den Kalkantillen, da auf ihr sich weiträumige, flache miozäne Kalke finden. Karstgebiete sind hier im Gebiet „Grande Fonds“ sehr ausgeprägt (BLUME 1968: 267). Die räumliche Nähe der beiden Inseln deutet auf eine enge Verknüpfung zwischen Vulkan- und Kalkantillen bezogen auf ihre geologische Entwicklung hin. „Eine Trennung in Vulkan- und Kalkantillen ist nicht so scharf wie das physiographische Bild erlauben lässt“ (WEYL 1966: 242)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Überblick Exkursionsgebiet: Einführung in das Reisegebiet und die geologische Zweiteilung in Karibik und Südamerika.
2. Karibik: Darstellung der plattentektonischen Entstehung der Region sowie eine Differenzierung der Inselgruppen.
2.1 Entstehung der Karibischen Platte: Erläuterung der plattentektonischen Lage und der Entstehung der Karibischen Platte aus einer Flutbasaltprovinz (CLIP).
2.2 Große Antillen: Beschreibung des gebirgigen Charakters und der tektonischen Entstehung der Großen Antillen.
2.2.1 Hispanola: Analyse der geologischen Besonderheiten und der morphologischen Gliederung der Insel Hispanola.
2.3 Kleine Antillen: Unterteilung und geologische Differenzierung der Kleinen Antillen in Inseln über und unter dem Winde.
2.3.1 Vulkanantillen: Fokus auf die durch aktiven Vulkanismus geprägten Inseln des inneren Inselbogens.
2.3.2 Kalkantillen: Beschreibung der Inseln mit korallenkalkgeprägtem Aufbau infolge tertiärer tektonischer Hebungen.
2.3.3 Guadeloupe – die zweigeteilte Insel: Fallbeispiel einer Insel, die sowohl vulkanische als auch kalkgeprägte Anteile vereint.
2.4 Naturgefahren der Karibik: Übersicht über die tektonisch bedingten Gefahren wie Vulkanismus und Seismik.
2.4.1 Vulkanausbrüche: Analyse aktiver Vulkane und deren eruptivem Gefahrenpotential.
2.4.2 Erd- und Seebeben: Untersuchung der seismischen Aktivität entlang der Plattengrenzen.
2.4.3 Tsunamis: Risikobetrachtung der Tsunami-Gefährdung durch tektonische und vulkanische Ereignisse.
3. Südamerika: Geologische Übersicht des Kontinents unterteilt in pazifische Randzone, Andenvorsenke und Grundgebirgssockel.
3.1 Trinidad und Tobago: Geologische Einordnung der Inseln als Fortsetzung der venezolanischen Küstenkordillere.
3.2 Guyana-Gebiet: Erläuterung des Guyana Schildes als prägende, alte geologische Landmasse.
3.3 Brasilien: Darstellung der geologischen Struktur des Brasilianischen Schildes und dessen präkambrischer Bedeutung.
3.3.1 Amazonas Tiefland: Analyse der Sonderstellung des Amazonas-Tieflandes als flachliegendes Sedimentbecken.
3.3.2 Brasilianisches Bergland: Beschreibung der Reliefenergie und der epirogenen Hebungen im brasilianischen Raum.
Schlüsselwörter
Karibische Platte, Plattentektonik, Vulkanantillen, Kalkantillen, Naturgefahren, Flutbasaltprovinz, Guyana Schild, Brasilianischer Schild, Subduktion, Seismik, Tsunami, Geologie, Bruchschollen, Sedimentbecken, Reliefenergie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit liefert eine naturräumliche Gliederung des Exkursionsgebietes Karibik und Brasilien aus geologischer Sicht, um die physisch-geographische Vielfalt wissenschaftlich einzuordnen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Plattentektonik, der Entstehung der Karibischen Platte, der geologischen Differenzierung von Inseln und der Analyse der kontinentalen Schildstrukturen in Südamerika.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, für das Exkursionsgebiet ein geologisch fundiertes Verständnis der Strukturen zu entwickeln, das die Entwicklung vom Mesozoikum bis heute umfasst.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf die Auswertung geologischer Karten, tektonischer Modelle und fachwissenschaftlicher Publikationen, um die naturräumliche Gliederung des Gebietes herzuleiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil ist zweigeteilt: Er behandelt zunächst detailliert die geologische Entstehung und die Naturgefahren der Karibik, gefolgt von einer Analyse der geologischen Strukturen Südamerikas mit Fokus auf Guyana und Brasilien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Plattentektonik, Karibische Platte, Vulkan- und Kalkantillen, Guyana-Schild, Brasilianischer Schild sowie seismische Aktivitäten.
Wie lässt sich Guadeloupe geologisch einordnen?
Guadeloupe bildet eine Besonderheit, da sie aus zwei geologisch verschiedenen Teilen besteht: dem vulkanischen Basse-Terre (Vulkanantillen) und dem kalkgeprägten Grande-Terre (Kalkantillen).
Warum ist das Amazonas-Tiefland geologisch ein Sonderfall?
Es zeichnet sich durch eine Ost-West-Streichrichtung aus, die im Kontrast zur vorherrschenden Nord-Süd-Orientierung der südamerikanischen Grundstruktur steht und auf starke Transversalverschiebungen im Tertiär zurückzuführen ist.
Welche Rolle spielen die Schilde in Südamerika?
Der Guyana-Schild und der Brasilianische Schild bilden die sehr alten, präkambrischen Kerngebiete des Kontinents und stellen die prägenden geologischen Landmassen für weite Teile Südamerikas dar.
Sind in der Karibik aktuell noch Naturgefahren zu erwarten?
Ja, aufgrund der komplexen tektonischen Lage am Rand der Karibischen Platte ist die Region kontinuierlich durch Vulkanausbrüche, Erdbeben und daraus resultierende Tsunamis gefährdet.
- Citation du texte
- Patrick Wenz (Auteur), 2011, Naturräumliche Gliederung der Karibik und Südamerika, Geologie, Vulkanismus, Erdbeben, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201885