Strategische Neuorientierung nach M&As: Erfolgsfaktoren und Erfolgsauswirkungen


Essay, 2009

25 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definitorische Grundlagen
2.1 Analyse der strategischen Ausgangslage als Basis der Strategiegestaltung
2.2 Grundlagen der Strategiegestaltung
2.3 Strategiegestaltung auf Unternehmensebene
2.3.1 Portfolioplanung
2.3.2 Akquisitionen als Instrument der Portfolioänderung
2.3.3 Diversifikation als Folge der Portfolioplanung
2.4 Strategiegestaltung auf Geschäftsfeldebene
2.5 Rückschluss zum Thema M&As

3 Hypothesen
3.1 Die Notwendigkeit einer strategischen Neuorientierung nach einem M&A
3.2 Die Notwendigkeit von Kernkompetenzen für einen erfolgreichen M&A
3.3 Erstrebenswerter Grad an Diversifikation

4 Fallstudien
4.1 Fallstudie zur Fusion von Daimler-Benz und Chrysler
4.2 Fallstudie zur Übernahme von Serono durch Merck

5 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Durch die fortschreitende Globalisierung und durch neue, aufstrebende Unternehmen aus ehemaligen Entwicklungsländern entsteht ein immer größer werdender Konkurrenzdruck. Insbesondere westliche Technologie- und Industrieunternehmen mit ihren typischerweise sehr hohen Arbeitskosten sind hiervon betroffen. Der so entstandene Kampf um vorteilhafte Marktpositionen verschärft sich mehr denn je. „Mergers and Acquisitions“ (M&As) scheinen für viele Unternehmen die Antwort darauf zu sein. Mit deren steigender Popularität steigt jedoch auch die Rate an gescheiterten M&As und lässt daher die zynische Aussage aus der Zeitschrift „The Economist“ zu, dass M&As folgendermaßen zu beschreiben seien:

“like second marriages, a triumph of hope over

experience … with even higher failure rates than the

liaisons of Hollywood stars” (Line, 2000)

Fakt ist, dass 60 bis 80% der Versuche, mithilfe einer Unternehmensübernahme den Unternehmenswert zu steigern, fehlschlagen (vgl. Marks, Mirvis, 2001, S. 1). Beispielhaft dafür stehen Fusionen großer Unternehmen wie beispielsweise der anfangs gefeierte Zusammenschluss von Daimler-Benz und Chrysler im Jahr 1998, der 2007 grandios scheiterte indem Daimler 80,1% der Chrysler-Anteile an die Investmentgesellschaft Cerberus veräußerte.

Zunächst ist festzustellen, dass M&As Teil der Strategiegestaltung auf Unternehmensebene sind (vgl. Hungenberg, Wulf, 2007, S. 112ff.) und Unternehmen dabei helfen sollen, ihre wirtschaftlichen Möglichkeiten auszuweiten und umzugestalten, um so mit Veränderungen ihrer Umwelt Schritt halten zu können (vgl. Capron, Dussauge, Mitchell, 1998, S. 1; Capron, Hulland, 1999, S. 1f.). Man spricht auch von externem Wachstum beziehungsweise der externen Entwicklung von neuen Geschäftsfeldern (vgl. Hungenberg, Wulf, 2007, S. 127).

Warum aber scheitert die Mehrheit der durchgeführten M&As?

Im wissenschaftlichen Diskurs ist hierzu eine große Anzahl an Literatur entstanden, deren Meinung sich im Laufe der Jahre immer wieder verändert hat.

Im Gegensatz zu den 60er Jahren, in denen umfassend aufgestellte Mischkonzerne häufig das Idealbild eines Unternehmens verkörperten, wurde in den 80er und Anfang der 90er Jahre beispielsweise die Meinung vertreten, dass eine diversifizierende M&A-Politik den Unternehmenswert eher negativ beeinflusst, während man heute auch wieder die durch die Diversifikation entstehenden Vorteile und die dadurch hervorgerufene Krisenbeständigkeit des Unternehmens betont (vgl. Hungenberg, Wulf, 2007, S. 141f.), zumal es einige Beispiele für sehr erfolgreiche Konglomerate gibt, General Electric oder auch Siemens.

Einig sind sich die Autoren jedoch darüber, dass oft überstürzte Unternehmenseinkäufe aus reinem Opportunismus oder Aktionismus, Fehleinschätzungen der Marktlage oder Überbewertung des Erfolgspotenzials dazu führen, dass die Fusion oder Übernahme als unsicher einzustufen ist. Aber letztendlich liegen die Gründe für das Scheitern nicht nur in deplaziertem Vertrauen in das Management oder falschen Anreizen (vgl. Sorescu, Chandy, Prabhu, 2007, S. 2). Erst die strategische Vorgehensweise nach Abschluss des Vertrags zeigt, ob die neue Verbindung im Wettbewerb mit anderen Anbietern durch die Schaffung von neuen Wettbewerbsvorteilen Erfolg hat.

Das Management des akquirierenden Unternehmens sollte demnach eine strategische Neuordnung anstreben. Diese Neugestaltung sollte neben der Analyse der strategischen Ausgangslage der Unternehmen die Erstellung eines sinnvollen Geschäftsfeldportfolios und die Optimierung und Abstimmung der Wettbewerbsstrategien für die neu entstandenen Geschäftsfelder enthalten.

Unsere Seminararbeit greift genau diese Thematik auf. Nach einem grundlegenden Einblick in definitorische Grundlagen der Strategiegestaltung sowohl auf Unternehmensebene als auch auf Geschäftsfeldebene, folgt eine ausführliche Darlegung darüber, wie sich die strategische Neuorientierung des Unternehmens auf den Erfolg eines M&A auswirkt und welche entscheidenden Erfolgsfaktoren hier eine besondere Rolle spielen. Unser Blickwinkel bewegt sich dabei hauptsächlich auf die Fragestellungen, welche strategischen Änderungen das Unternehmen durchführen kann beziehungsweise sollte und unter welchen Bedingungen diese sinnvoll sind. Außerdem beschäftigen wir uns damit, welche Rolle die Auswahl eines geeigneten, zum Käufer passenden Zieles einnimmt und welche Implikationen sich daraus für das verantwortliche Management ergeben sowie mit der Frage, welche Gegebenheiten letztendlich dafür sorgen, dass der Strategiewechsel zum gewünschten Resultat führt. Die Erkenntnisse dieses Abschnitts bündeln wir in klar formulierten Hypothesen um dem Leser die Kernaussagen zu verdeutlichen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt unserer Arbeit ist zudem die Konfrontation unserer theoretischen Betrachtung mit dem aktuellen Wirtschaftsgeschehen. Daher werden wir die Relevanz unserer Hypothesen zusätzlich an zwei unterschiedlichen, prominenten Beispielen aus der Unternehmenswelt aufzeigen und veranschaulichen. Dies ist zum einen die oben bereits kurz erwähnte gescheiterte Fusion von Daimler-Benz und Chrysler sowie die kürzlich erfolgte Übernahme des Biotechnologieunternehmens Serono durch das Darmstädter Pharma- und Chemieunternehmen Merck.

Diese Seminararbeit gibt also einen umfassenden Einblick in die Erfolgsfaktoren bei der strategischen Neuorientierung von Unternehmen nach Durchführung einer Fusion oder einer Akquisition. Außerdem wird dem Leser ermöglicht, die Problematik von M&As, Ursachen sowie Wirkungszusammenhänge besser nachzuvollziehen.

2 Definitorische Grundlagen

Um uns der wesentlichen Fragestellung unserer Arbeit, der strategischen Neuorientierung von Unternehmen nach M&As, anzunähern, müssen wir zunächst das grundsätzliche Verständnis von Strategie definieren. Michael E. Porter definiert Strategie als „eine in sich stimmige Anordnung von Aktivitäten, die ein Unternehmen von seinen Konkurrenten unterscheidet“ (Porter, 1999, S.15). Das „spezifische Aktivitätenprofil“ eines Unternehmens führt zur Schaffung von Wettbewerbsvorteilen und letztendlich zur Erreichung der Unternehmensziele. In der Regel besteht der Prozess der Strategieformulierung aus zwei wesentlichen Schritten, der Analyse der strategischen Ausgangslage sowie der eigentlichen Strategiegestaltung, die wiederum auf mehreren Ebenen stattfinden kann. Im Rahmen einer strategischen Neuorientierung nach einem M&A müssen beide Schritte wiederholt und frühere Ergebnisse hinterfragt werden, um sicherzustellen, dass die Strategie auch weiterhin konsistent mit dem neu entstandenen Unternehmen ist.

2.1 Analyse der strategischen Ausgangslage als Basis der Strategiegestaltung

Um eine nachhaltige Entscheidung über die Strategie eines Unternehmens treffen zu können, ist es unerlässlich zunächst eine Informationsbasis als Entscheidungsgrundlage aufzubauen. Dieser Grundgedanke spiegelt sich in der so genannten „SWOT“-Analyse wieder. Hier werden Stärken und Schwächen, sowie Chancen und Risiken, die aus der Umwelt entstehen, transparent gemacht und gegenüber gestellt.

Stärken und Schwächen eines Unternehmens ergeben sich dabei aus einer internen Analyse. Zum einen wird dabei die finanzielle Ausgangssituation betrachtet und zum anderen diejenigen Ressourcen und Fähigkeiten des Unternehmens festgestellt, die für dessen Erfolg besonders wichtig sind, die Kernkompetenzen des Unternehmens.

In der externen Analyse werden über die Betrachtung der Unternehmensumwelt Chancen und Risiken für das Unternehmen ausgemacht. In der Makroumwelt werden hierzu die aktuelle Situation und die zu erwartenden Veränderungen in der politisch-rechtlichen, ökonomischen, technologischen, gesellschaftlichen und ökologischen Umwelt untersucht. Desweiteren muss die Branchenumwelt eines jeden Geschäftsfeldes betrachtet werden. Hierbei werden besonders fünf Komponenten der Branchenstruktur, Porter nennt sie die „five forces“, untersucht, die die Beurteilung der Attraktivität einer Branche erlauben. Diese sind die Intensität des Branchenwettbewerbs, die potenziellen Konkurrenten, die Marktmacht von Lieferanten und Kunden, sowie die Verfügbarkeit von Ersatzprodukten.

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Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Strategische Neuorientierung nach M&As: Erfolgsfaktoren und Erfolgsauswirkungen
Hochschule
Technische Universität Darmstadt
Note
1,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
25
Katalognummer
V201892
ISBN (eBook)
9783656278269
ISBN (Buch)
9783656281078
Dateigröße
667 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
strategische, neuorientierung, m&as, erfolgsfaktoren, erfolgsauswirkungen
Arbeit zitieren
Konrad Liebig (Autor:in), 2009, Strategische Neuorientierung nach M&As: Erfolgsfaktoren und Erfolgsauswirkungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201892

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