Edit Wars in Wikipedia


Hausarbeit, 2012
11 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Wie Wikipedia funktioniert
2.1.) Die Vorgeschichte
2.2.) Nupedia, Jimmy Wales und Larry Sanger
2.3.) Wikipedias Funktionen

III. Phänomen Edit Wars
3.1.) Aufgabenteilung und Vandalismus
3.2.) „Neutral Point of View“
3.3.) Konkrete Beispiele

IV. Schlussbetrachtung

V. Literaturverzeichnis und Selbstständigkeitserklärung

I. Einleitung

Der Einfluss, den das Online-Lexikon Wikipedia weltweit genießt, ist bereits in der Sekundarstufe I. zu erfahren. Kaum ein Schulreferat, das nicht zum entscheidenden Teil auf Angaben dieser Artikelsammlung basiert. Das Wort „Wikipedia“ setzt sich aus dem hawaiischen Wort wiki („schnell“), sowie dem Zusatz -pedia zusammen, entlehnt aus dem englischen encyclopedia. Im März 2001 gegründet, stellt die deutschsprachige Sammlung mit knapp 1.426.200 Einträgen die zweitgrößte nach der englischsprachigen (circa vier Millionen Beiträge) dar.1 Wikipedia gibt es in über 250 verschiedenen Sprachen.2

Selbsterklärend, dass sich auch der Studienbetrieb der sechstgrößten Internetseite der Welt nicht entziehen kann. Was in der Sekundarstufe I. gängig ist, in der Oberstufe noch toleriert wird, bekommt im akademischen Betrieb ein Glaubwürdigkeitsproblem. Jeder kann mitmachen - das ist es, was Wikipedia ausmacht. Es handelt sich nicht um einen elitären Gelehrtenkreis, man muss keine Programmierfähigkeiten besitzen, um eigene Beiträge zu erstellen. Immer wieder wird auf Schwankungen in den verschiedenen Artikeln - qualitativ und stilistisch - hingewiesen, auf eine in Teilen ungewöhnliche bis exotische Breite der Themen, mangelhafte Belege und fragwürdige Zitationsweisen.

Der Blick fällt an dieser Stelle auf das kooperative Mitmach-Modell der Wikis, deren Möglichkeiten, Potenziale aber auch Schwierigkeiten und Gefahren: „Dass Potentiale und Grenzen von Wikis seit neuestem auch jenseits des Fachpublikums diskutiert werden, hat in erster Linie damit zu tun, dass sich nicht zuletzt um die großen Internetlexika Communities gebildet haben, die die Möglichkeiten der Selbstorganisation weiterentwickeln.“3

Das Prinzip von Wikipedia könne mit einer nackten Betonwand, die von jedermann beschriftet werden kann, verglichen werden; jedoch mit dem Unterschied, dass man auch über Entfernungsmittel für die Beschriftungen verfüge.

„ Damit ist gew ä hrleistet, dass die generierten Texte im Gegensatz zum diskursiven Austausch nicht zentrifugal ins Ma ß lose expandieren, sondern zentripetal in Inhalten und Formulierungen konvergieren, die am ehesten konsensf ä hig sind - was sich operational daran zeigt, dass niemand mehr motiviert ist, sie zu eliminieren. “ 4

Es zählt zu den Idealen der Gründer und Anhänger der Online-Enzyklopädie, dass es einen endgültigen, objektivierten kleinsten gemeinsamen Nenner gebe, der selbst unter Millionen Nutzern auf allen Kontinenten jegliche Diskussion zu einem Endergebnis führe. Das Bild jener „Prozesse kollektiver Konsensbildung“5 wird getrübt, betrachtet man sich das Phänomen der sogenannten „Edit Wars“6. Hierbei handelt es sich um eine Auseinandersetzung zwischen mindestens zwei Parteien über die Deutungshoheit zu einem Wikipedia-Eintrag. Im schnellen Wechsel werden teilweise marginale oder einschneidende Änderungen (edit) eines Eintrages durchgeführt, wobei sich Edit Wars durch die Hartnäckigkeit der jeweiligen Parteien auszeichnet. Diese Arbeit möchte Einblick in interne Auseinandersetzungen, deren Ausführung sowie deren Lösung bei der Entstehung von Wissensartikeln einer der einflussreichsten Internet-Institutionen verschaffen und letztlich einen Bogen ziehen zum Glaubwürdigkeitsproblem: Schaffen völlig offene Entstehungsprozesse seriös und zuverlässig Wissen?

Es gibt bislang keine Fachliteratur explizit zum Thema Edit Wars. Der englischsprachige Aufsatz „Edit Wars in Wikipedia“7 von Róbert Sumi, Taha Yasseri und András Rund vom Physikalischen Institut der Technisch- wirtschaftlichen Universität in Budapest war in seiner technischen Orientierung und in seinem lösungsorientierten Praxisansatz wenig hilfreich für den deskriptiven Ansatz dieser Arbeit. Der Großteil der hier verwendeten Fachliteratur ist bereits einige Jahre alt (A. Ebersbach, M. Glaser, R. Heigl, 2005; E. Möller, 2006; E. Gobillot 2009) und beschreibt ausführlich und grundlegend Funktionen und Bedeutungen von Wikis, nach deren Baukastenweise Wikipedia funktioniert - zu dieser Zeit bestand offenbar Aufklärungsbedürfnis über einen neuen Trend im world wide web.

[...]


1 Online unter: http://stats.wikimedia.org/EN/TablesArticlesTotal.htm (14.07.2012). 2 Online hier: http://stats.wikimedia.org/DE/Sitemap.htm (14.07.2012).

3 Anja Ebersbach - Markus Glaser - Richard Heigl, Wiki-Tools. Kooperationen im Web. Berlin- Heidelberg. 2005, S. 22.

4 Hans Geser, Vom Brockhaus zum WorldwideWiki, in: Herbert Willems (Hrsg.), Weltweite Welten. Internet-Figuration aus wissenssoziologischer Perspektive, Wiesbaden. 2008, S. 122.

5 Ebd.

6 Es existieren in der Literatur unterschiedliche Schreibweisen des Begriffs. Fortan wird er „Edit Wars“ geschrieben.

7 Róbert Sumi - Taha Yasseri - András Rund, Edit wars in Wikipedia. Budapest 2012. 2

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Edit Wars in Wikipedia
Hochschule
Universität zu Köln  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Fachportale für Historiker
Note
2,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
11
Katalognummer
V201967
ISBN (eBook)
9783656278214
ISBN (Buch)
9783656278399
Dateigröße
359 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wikipedia, Edit Wars, Fachportale, neutral point of view, Nupedia, Jimmy Wales, Larry Sanger
Arbeit zitieren
Carlo Clemens (Autor), 2012, Edit Wars in Wikipedia, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201967

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Edit Wars in Wikipedia


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden