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Rockmusik und Zerstörung

Titel: Rockmusik und Zerstörung

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2010 , 21 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Bianca Burckhardt (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Musik ist ein notwendiger Bestandteil unseres Lebens. Sie wendet sich an die ganze Persönlichkeit und entfaltet geistige, seelische und körperliche Kräfte in harmonischer Ausgewogenheit. Deshalb ist das Bedürfnis nach Musik nie so ausgeprägt gewesen wie in unserer Zeit der Spaltung von Verstand, Gefühl und Körper.1 Wie verhält es sich aber mit dem Erfolg der Rockmusik, die entgegen unseres Harmoniestrebens eher zerstörerische Elemente in sich vereint?
Diese Arbeit will einen globalen Überblick geben über verschiedene Ebenen der Zerstörung in der Rockmusik. Angefangen mit dem kulturtheoretischen Ansatz Pierre Bourdieus soll die Entstehung und Entwicklung der Rockmusik im gesellschaftlichen Kontext näher beleuchtet werden. Anschließend wird der musikpsychologischen Wirkung von Rockmusik nachgegangen und die Frage geklärt, wie „zerstörerisch“ die charakteristische Spielweise (z.B. Rhythmus und Lautstärke) auf unseren Körper wirken kann. Abschließend wird anhand der sozialpsychologischen Theorie des französischen Theoretikers Henri Laborit der Frage nach Gewalt als Inszenierung und der Selbstzerstörung der Musiker nachgegangen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entstehung und Entwicklung (vgl. Pierre Bourdieu: Les Règles de l’Art)

2.1 Rockmusik als Gesellschaftskritik

2.2 Rockmusik als Generationenkonflikt

3. Wirkungsweisen von Rockmusik

3.1 Hörstress

3.2 Ekstase

4. Zerstörung und Selbstzerstörung (vgl. Henri Laborit: Éloge de la fuite)

4.1 Zerstörung als Element der Inszenierung

4.1.1 Gewalt in Songtexten

4.1.2 Der Antiheld als Vorbild

4.2 Selbstzerstörung als Flucht

4.2.1 Kreativität

4.2.2 Drogenmissbrauch

4.2.3 Depression und Suizid

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Phänomen der Zerstörung in der Rockmusik, indem sie kulturtheoretische, musikpsychologische und sozialpsychologische Ansätze kombiniert, um sowohl die Inszenierung von Gewalt auf der Bühne als auch die Selbstzerstörung von Musikern als Fluchtverhalten zu analysieren.

  • Kulturtheoretische Einordnung nach Pierre Bourdieu
  • Musikpsychologische Wirkungsweisen (Hörstress, Ekstase, Rhythmik)
  • Gewalt als Inszenierungselement in Texten und Auftritten
  • Der Antiheld als Identifikationsfigur für Jugendliche
  • Selbstzerstörung (Drogen, Suizid) als Flucht ins Imaginäre nach Henri Laborit

Auszug aus dem Buch

3.1 Hörstress

Das menschliche Gehör ist unglaublich sensibel und daher ebenso anfällig für Überforderung und infolgedessen Stress.

„Die Hörzellen im menschlichen Gehörsystem reagieren schon auf Reizenergien, die rund zehn Millionen Mal kleiner sind als die beim Berühren. Das Gehör ist also ungleich sensibler als der Tastsinn. Und - es ist stärker mit Gefühlen verknüpft als das Sehen, neurophysiologisch deswegen, weil zwischen dem Ohr und einer Art Gefühlszentrum im Gehirn (dem so genannten Limbischen System) direkte Verbindungen bestehen. An dieser Schaltstelle zwischen Körper und Seele, zwischen Bewusstem und Unbewusstem, entscheidet sich auch der Effekt von Melodie und Rhythmus einer Musik.“25

In der Aufführungspraxis von Rockmusik ist eine hohe Lautstärke ein grundlegendes Charakteristikum: „Die Musik muss laut genug sein, damit wir nicht hören, wie die Welt zusammenbricht.“26 Diese extreme Lautstärke verursacht beim Zuhörer allerdings einen regelrechten Hörstress. Auf Rockkonzerten und in Diskotheken können Lautstärken von bis zu 120 dB erreicht werden. Zum Vergleich: Das entspricht der Lautstärke eines Düsenflugzeugmotors in unmittelbarer Nähe. Bei solchen Werten wird von den Nebennieren das Stresshormon Adrenalin abgegeben.27 Die Hormone versetzen den Zuhörer so in einen Rauschzustand, wie er von Drogen erzeugt wird. Als Inszenierungspraktik und Markenzeichen der Rockmusik hat sich die extreme Lautstärke schon längst durchgesetzt:

„Das Wichtigste am Gitarre spielen ist den Verstärker voll aufzudrehen bis zum Rechtsanschlag, cool hinstellen und richtig schön Lärm machen.“28

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit gibt einen Überblick über die Rolle zerstörerischer Elemente in der Rockmusik und setzt den theoretischen Rahmen mit Bourdieu und Laborit.

2. Entstehung und Entwicklung (vgl. Pierre Bourdieu: Les Règles de l’Art): Dieses Kapitel beleuchtet die Geschichte der Rockmusik als Ausdruck von Gesellschaftskritik und Generationenkonflikt auf Basis der Feldtheorie.

3. Wirkungsweisen von Rockmusik: Hier werden die körperlichen und psychischen Effekte von Lautstärke, Rhythmus und Musikstrukturen auf den Zuhörer untersucht.

4. Zerstörung und Selbstzerstörung (vgl. Henri Laborit: Éloge de la fuite): Dieses Kapitel analysiert Gewalt als inszeniertes Element der Rockkultur sowie Selbstzerstörung als psychologische Fluchtmöglichkeit für Musiker.

5. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass Rockmusik trotz zerstörerischer Aspekte als Ventil zur Identitätsfindung und als Ausdruck gesellschaftlicher Unzufriedenheit differenziert betrachtet werden muss.

Schlüsselwörter

Rockmusik, Zerstörung, Pierre Bourdieu, Henri Laborit, Gewalt, Inszenierung, Jugendkultur, Hörstress, Ekstase, Antiheld, Selbstzerstörung, Flucht, Sozialpsychologie, Musikpsychologie, Subkultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das ambivalente Verhältnis zwischen Rockmusik und zerstörerischen Elementen, sowohl auf musikalischer Ebene als auch im Verhalten der Akteure.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind die kulturtheoretische Entwicklung des Rock, dessen physiologische Wirkung auf den Körper sowie die sozialpsychologischen Hintergründe von Gewaltinszenierungen und Selbstzerstörung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu erklären, warum Rockmusik trotz ihres Harmonie-entgegenstehenden Charakters so erfolgreich ist und inwiefern sie gesellschaftliche Missstände thematisiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung nutzt primär kultur- und sozialpsychologische Theorien, insbesondere die Feldtheorie von Pierre Bourdieu und die Erkenntnisse von Henri Laborit zu Fluchtverhalten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung der Rockmusik, die psychologische Wirkung durch Rhythmus und Lautstärke sowie die Inszenierung von Gewalt und Selbstzerstörung als bewusste Abgrenzung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Rockmusik, Zerstörung, Inszenierung, Identität, Sozialpsychologie, Flucht und Jugendkultur.

Warum spielt der "Magneteffekt" eine Rolle für das Verständnis von Rockmusik?

Der Magneteffekt beschreibt, wie sich Körperfunktionen wie Herzfrequenz und Atmung an den Rhythmus der Musik angleichen, was maßgeblich zur ekstatischen Wirkung beiträgt.

In welchem Zusammenhang stehen Kreativität und Selbstzerstörung bei Musikern?

Nach Laborit dienen sowohl kreative Schöpfung als auch destruktive Praktiken (Drogen, Suizid) als Fluchtmöglichkeiten aus einer als belastend empfundenen gesellschaftlichen Realität.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Rockmusik und Zerstörung
Hochschule
Universität Siegen
Note
1,0
Autor
Bianca Burckhardt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
21
Katalognummer
V202020
ISBN (eBook)
9783656279174
ISBN (Buch)
9783656280620
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Musik Bourdieu Feldtheorie Laborit Flucht Zerstörung Inszenierungspraktiken Geschichte der Rockmusik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bianca Burckhardt (Autor:in), 2010, Rockmusik und Zerstörung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202020
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  21  Seiten
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