Social Business und Venture Philanthropy treten verstärkt in den Fokus sozial
Engagierter und haben den Anschein, als Allheilmittel für gesellschaftliche
Problemfelder zu dienen.
Die vorliegende Arbeit prüft, inwiefern sich der Venture Philanthropy Ansatz eignet,
um den Herausforderungen und Problemen von neugegründeten Social Businesses
zu begegnen. Insbesondere zum deutschen Markt gibt es wenig Publikationen, und
die tatsächliche Bedeutung der Venture Philanthropy Gesellschaften ist
undurchsichtig. Daher liegt der Fokus dieser Arbeit auf Deutschland.
Durch Analysen der wissenschaftlichen Literatur, verschiedener Publikationen und
der Webseiten der deutschen Akteure verdichtet sich deren Bedeutung. Ein
Fallbeispiel verdeutlicht die schwierige Vorhersagbarkeit der Entscheidungsträger.
Grundsätzlich eignet sich der Ansatz, um Neugründungen voran zu bringen und zu
unterstützen. Die Beteiligten sind auf einem guten Weg. Allerdings ist eine direkte
Förderanfrage für Social Business Start-Ups bislang wenig aussichtsreich.
Social Business and Venture Philanthropy are gaining a greater focus among the
socially dedicated and appear to be a universal remedy for problematic areas of
society.
This bachelor thesis analyses to what extend the Venture Philanthropy approach
can meet the challenges and problems of Social Business Start-Ups. The German
market in particular offers few publications on this subject matter, leaving the true
importance of Venture Philanthropy organizations obscured. The focus of the thesis
is therefore concentrated in Germany.
By analyzing scientific literature, various publications and the web presences of
German corporative actors, its importance starts to become clearer. A case study
underlines the difficult predictability of policy makers.
In principle, the approach lends itself to further and support start-ups. The involved
parties are on the right track. To date however, requests for funding of Social
Business Start-Ups are not very promising.
Inhaltsverzeichnis
1. Herausforderungen und wirtschaftliche Bedeutung von Unternehmensgründungen
2. Social Business Start-Ups und Finanzierungsformen
2.1 Definition und Abgrenzung: Social Business
2.2 Eigenschaften von Start‐Ups
2.3 Finanzierungsoptionen für Social Business Start‐Ups
3. Venture Philanthropy in Deutschland
3.1 Definition und Abgrenzung: Venture Philanthropy
3.2 Venture Philanthropy Akteure in Deutschland.
3.3 BonVentures Auswahlprozess und Auswahlkriterien
4. Venture Philanthropy und Social Business Start-Ups in der Praxis. Ein Fallbeispiel.
4.1 Entstehung und Konzept der Doonited UG (haftungsbeschränkt)
4.2 Doonited. Das Social Business Start‐Up.
4.3 Vorhersage einer Venture Philanthropy Förderung für Doonited
5. Bedeutung der Venture Philanthropy in Deutschland
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwiefern der Venture Philanthropy Ansatz geeignet ist, um die spezifischen Herausforderungen von Social Business Start-Ups in Deutschland zu bewältigen und deren Finanzierung zu unterstützen.
- Analyse der Rahmenbedingungen und Hürden für Social Business Start-Ups in Deutschland.
- Untersuchung der Definitionen und Förderinstrumente der Venture Philanthropy.
- Marktübersicht relevanter Venture Philanthropy Akteure im deutschen Raum.
- Praktische Fallstudie der Doonited UG zur Evaluierung einer potenziellen Förderzusage.
- Diskussion der Eignung von Venture Philanthropy als nachhaltige Finanzierungsstrategie.
Auszug aus dem Buch
3.3 BonVentures Auswahlprozess und Auswahlkriterien
Antragstellende Organisationen müssen sich darüber im Klaren sein, dass eine Zusammenarbeit mit BonVenture nicht nur förderlich, sondern auch zeitintensiv ist. Mit dem finanziellen Investment ist eine Betreuung der Portfolioorganisation verbunden, die ihrerseits in zwei Bereiche eingeteilt werden kann: die Erfolgskontrolle und die strategische Betreuung. Das kann z. B. bedeuten, dass BonVenture darauf besteht, einen Aufsichtsposten innerhalb der Förderorganisation einzunehmen (vgl. Stahl u. A. 2010: 105).
Im Vorfeld nimmt der Auswahlprozess Zeit und Mitarbeit der Organisationen in Anspruch. Die Auswahlkriterien BonVentures werden in mehreren Prozessschritten geprüft und überdacht. Die Organisationen müssen diese Kriterien kennen und sich vor Kontaktaufnahme diesbezüglich hinterfragen. Zu diesem Zweck bietet BonVenture einen Schnell-Check im PDF-Format auf ihrer Webseite an. Die Eigenschaften, die die Organisationen vorweisen sollen, wurden von Heister (2010: 258 ff.) ausführlich untersucht und werden nach dem Auswahlprozess dargestellt. Im Schnell-Check sind sie nicht so ausführlich abgebildet. Es wird hier explizit darauf verwiesen, dass das Projekt den Proof of Concept erbracht haben muss und Investitionssummen zwischen 200.000 Euro und 1.000.000 Euro vergeben werden.
Antragsteller sind nicht an einen bestimmten Termin im Jahr gebunden. Da der Beirat aber eine Entscheidungskraft innehat und dieser vier- bis fünfmal im Jahr zu Finanzierungsentscheidungen zusammenkommt, richtet sich die Bearbeitung an diesen Zeiten aus (vgl. Heister 2010: 253).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Herausforderungen und wirtschaftliche Bedeutung von Unternehmensgründungen: Das Kapitel beleuchtet die Rolle von Gründungen für die Wirtschaft und diskutiert die Hürden, vor denen junge Unternehmen sowie soziale Organisationen in Deutschland stehen.
2. Social Business Start-Ups und Finanzierungsformen: Hier werden die Begriffe Social Business und Start-Up definiert, ihr Lebenszyklus analysiert und verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten von klassischen Krediten bis hin zu Crowdinvesting erläutert.
3. Venture Philanthropy in Deutschland: Dieses Kapitel definiert Venture Philanthropy, stellt das Drei-Säulen-Modell vor und gibt einen detaillierten Überblick über deutsche Akteure sowie den Auswahlprozess der BonVenture Management gGmbH.
4. Venture Philanthropy und Social Business Start-Ups in der Praxis. Ein Fallbeispiel.: Anhand der Doonited UG wird das Modell eines Social Business Start-Ups praktisch vorgestellt und die Wahrscheinlichkeit einer Venture Philanthropy Förderung kritisch analysiert.
5. Bedeutung der Venture Philanthropy in Deutschland: Das Fazit bestätigt, dass der Ansatz grundsätzlich sehr gut zu Social Businesses passt, in Deutschland jedoch aktuell noch stark in der Orientierungsphase steckt.
Schlüsselwörter
Social Business, Venture Philanthropy, Social Entrepreneurship, Start-Up, Finanzierungsformen, BonVenture, Doonited, Gesellschaftliche Rendite, Gründungsförderung, Soziales Unternehmertum, Kapitalsuche, Förderorganisationen, Impact Investing, Deutschland.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Relevanz und Eignung des Venture Philanthropy Ansatzes als Finanzierungs- und Unterstützungsmodell für neu gegründete Social Businesses auf dem deutschen Markt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition und Abgrenzung von Social Business und Venture Philanthropy, der Analyse des deutschen Marktes für soziale Investitionen sowie der praktischen Anwendung dieser Konzepte.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit analysiert, ob sich der Venture Philanthropy Ansatz grundsätzlich für Social Business Start-Ups eignet und welchen Stellenwert er aktuell in Deutschland einnimmt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Analyse wissenschaftlicher Literatur, der Auswertung aktueller Studien, der Untersuchung von Webseiten relevanter Akteure sowie unstrukturierten Expertengesprächen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Einordnung von Start-Ups in den Lebenszyklus, stellt verschiedene Finanzierungsoptionen vor, analysiert die Akteure der Venture Philanthropy in Deutschland und prüft anhand des Fallbeispiels Doonited die Chancen einer Förderung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Social Business, Venture Philanthropy, gesellschaftliche Rendite, Finanzierung, Gründungsförderung, soziale Akteure und Wirkungsanalyse.
Warum ist Doonited als Fallbeispiel besonders interessant?
Doonited dient als Beispiel für ein bewusstseinsbildendes Social Business Start-Up, dessen innovatives, aber teils als "verspielt" wahrgenommenes Konzept die Herausforderungen bei der Akquise professioneller sozialer Investoren verdeutlicht.
Ist Venture Philanthropy ein Allheilmittel für soziale Start-Ups?
Nein, die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der Markt in Deutschland noch klein ist, die Hürden bei der Auswahl hoch sind und direkte Finanzierungsanfragen bislang wenig aussichtsreich sind.
- Citar trabajo
- Jenny Stiebitz (Autor), 2012, Social Business Start-Ups und Venture Philanthropy, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202109