Der Diskurs und die intensive Forschung bezüglich der Scheidungsfolgen für Kinder existiert bereits seit geraumer Zeit und genießt auch aktuell noch immer starke gesellschaftliche Präsenz. Dass eine elterliche Trennung verheerend für deren Nachwuchs sein kann, bestreitet heute niemand mehr. Die Frage jedoch, wie die aus einer Scheidung resultierenden Folgen, insbesondere bei Hochkonflikthaftigkeit, verringert werden können, ist bei weitem noch nicht abschließend geklärt. Dies wird beispielsweise darin deutlich, dass die USA über wesentlich etabliertere Interventionsmöglichkeiten bei Scheidung verfügen als Deutschland.
In dieser Arbeit werden daher die Chancen und Grenzen seitens der Jugendhilfe im Rahmen von Scheidungsprozessen aufgezeigt. Es sollen sowohl die Schwachstellen als auch die Ressourcen von Interventionen hervorgehoben werden.
Vorausgehend gilt es daher, die Forschungsergebnisse zu Scheidungsfolgen für Kinder generell, wie auch aus hochkonflikthaften Familien darzulegen. Anschließend wird ein kurzer Abriss bezüglich des Wandels der gesetzlichen Regelungen erfolgen und erörtert, welche Problematiken sich aus dem familiengerichtlichen System für Kinder ergeben können. Bezogen auf die verdeutlichten Scheidungsfolgen und der Schwierigkeiten auf verfahrensrechtlicher Seite, werden anschließend die Aufgaben der Jugendhilfe, mit einem besonderen Blick auf das beschleunigte Verfahren und Beratungsstellen, vorgestellt. Es soll ein Überblick über die bestehenden Interventionen erfolgen und gleichwohl eventuelle Schwierigkeiten beleuchtet werden.
Schlussendlich erfolgen ein daraus resultierendes Fazit und ein Ausblick.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Hochkonflikthafte Scheidungen und die Folgen für Kinder
2.1 Merkmale hochkonflikthafter Scheidungen
2.2 Daten und Fakten
2.3 Folgen für die Kinder
3 Chancen und Grenzen der Jugendhilfe
3.1 Problematik der gerichtlichen Verhandlung
3.2 Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe bei Scheidung der Eltern
3.3 Möglichkeiten der Intervention im Scheidungsprozess
3.3.1 Der Schutzauftrag der öffentlichen Jugendhilfe
3.3.2 Psychologische Beratungsstellen
3.3.3 Begleiteter Umgang
3.3.4 Mediation
3.3.5 Gerichtsnahe Beratung
3.3.6 Verfahrensbeistand
3.3.7 Kooperationsmodelle
4 Fazit und Ausblick
Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Welche Folgen hat eine Scheidung für Kinder?
Eine elterliche Trennung kann verheerende psychische Folgen haben, insbesondere wenn sie mit Loyalitätskonflikten, Verlustängsten oder hoher Konflikthaftigkeit der Eltern einhergeht.
Was kennzeichnet eine "hochkonflikthafte" Scheidung?
Diese sind durch langanhaltende, intensive Streitigkeiten der Eltern geprägt, die oft über das Gericht ausgetragen werden und bei denen das Wohl des Kindes aus dem Blick gerät.
Welche Aufgaben hat die Jugendhilfe bei einer Scheidung?
Die Jugendhilfe berät Eltern bei der Gestaltung der elterlichen Sorge, unterstützt bei Umgangsregelungen und wirkt in familiengerichtlichen Verfahren mit.
Was ist ein "begleiteter Umgang"?
Dies ist eine Interventionsform, bei der der Kontakt zwischen Kind und einem Elternteil in Anwesenheit einer neutralen dritten Person stattfindet, um Sicherheit und Kindeswohl zu gewährleisten.
Welche Rolle spielt die Mediation im Scheidungsprozess?
Mediation dient dazu, außergerichtliche Lösungen für Konflikte zu finden, die Kommunikation zwischen den Eltern zu verbessern und einvernehmliche Regelungen für die Kinder zu treffen.
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- Sabrina Seiffert (Autor), 2012, Jugendhilfe im Scheidungsfall: Chancen und Grenzen der Jugendhilfe im Rahmen von Scheidungsprozessen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202114