Es geht um Frauen ohne abgeschlossene Berufsausbildung, die nach einer Familienphase erstmals oder wieder in den Arbeitsmarkt einsteigen wollen. Was kann Frauen diesen Einstieg erleichtern? Welche Weiter- oder Persönlichkeitsbildungsmaßnahmen können den Frauen zu einem selbstbestimmten Leben verhelfen und dazu, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen?
Zu Beginn werden die gesellschaftlichen Voraussetzungen betrachtet, die gering qualifizierte Frauen vorfinden, welche Möglichkeiten der Arbeitsmarkt bietet und wie Beruf und Familie unter einen Hut gebracht werden können. Des weiteren beschäftigt sich diese Arbeit mit der Entwicklung von Kompetenzen v.a. nach längerer Lernabstinenz, der Persönlichkeitsentwicklung und einer gendergerechten Erwachsenenbildung.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Arbeitswelt und Familienleben
2.1 Gering qualifizierte Frauen im Erwerbsleben
2.2 Aufgabenteilung in Haushalt und Kinderbetreuung
3 Weiterbildung nach der Familienphase
3.1 Gründe für die Weiterbildung
3.2 Weiterbildungsbarrieren
3.2.1 Probleme beim Zugang zu Bildungsmaßnahmen
3.2.2 Vereinbarkeit von Beruf, Weiterbildung und Familie
3.2.3 Persönliche Barrieren
4 Kompetenzentwicklung
4.1 Lernen für Wiedereinsteigerinnen
4.1.1 Lernmotivation
4.1.2 Selbstbestimmung und Selbstvertrauen als Voraussetzungen für das Lernen
4.1.3 Anknüpfungspunkte der Weiterbildung
4.2 Funktionen der Erwachsenenbildung
4.3 Für Wiedereinsteigerinnen nutzbare Ansätze der Erwachsenenbildung
4.3.1 Konzept des Lebenslangen Lernens
4.3.2 Biografietheoretische Ansätze
4.3.3 Konstruktivistische Ansätze
4.3.4 Kohärenzorientierte Lernkultur
4.3.4.1 Verstehbarkeit
4.3.4.2 Bewältigbarkeit
4.3.4.3 Bedeutsamkeit
4.4 Gendergerechte Erwachsenenbildung
4.5 Kompetenzen aus der Familienphase
5 Berufliche Weiterbildung für Wiedereinsteigerinnen
5.1 Berufsorientierung
5.2 Aufbau von Orientierungsmaßnahmen am Beispiel „Wiedereinstieg mit Zukunft“
6 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die Arbeit untersucht Möglichkeiten und Barrieren für Frauen ohne abgeschlossene Berufsausbildung, die nach einer Familienphase den Einstieg oder Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt suchen. Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch gezielte Bildungsmaßnahmen und die Förderung von Selbstvertrauen die berufliche Integration dieser Frauen erleichtert werden kann.
- Gesellschaftliche Rahmenbedingungen für gering qualifizierte Frauen.
- Die Vereinbarkeit von familiären Pflichten und beruflicher Weiterbildung.
- Psychologische und strukturelle Barrieren bei der Teilnahme an Bildungsangeboten.
- Ansätze der Erwachsenenbildung zur Kompetenzentwicklung und Identitätsstärkung.
- Praktische Gestaltung von Berufsorientierungsmaßnahmen für Wiedereinsteigerinnen.
Auszug aus dem Buch
3.1 Gründe für die Weiterbildung
Die Entscheidung für oder gegen eine Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen hängt von Faktoren auf verschiedenen Ebenen ab. Zuvorderst steht die Erwartung auf eine „Korrektur von Benachteiligungen im (Erstaus)Bildungssystem“ (Krenn, 2010, S. 11). Brüning (2002, S. 23) unterscheidet zwischen subjektiven und soziodemografischen Faktoren auf der Mikroebene. Auf der Mesoebene sind die „finanziellen und inhaltlichen Rahmenbedingungen der Lernangebote, der Bildungseinrichtungen, der Förderprogramme und Projekte und der Supportstrukturen“ von Bedeutung sowie – auf der Makroebene – die Struktur des Bildungssystems und die gesetzlichen Grundlagen für Weiterbildung.
Zu den subjektiven Faktoren sind Lerninteresse und Verwertungsinteresse ebenso zu zählen wie die Lernsozialisation, die Bildungsbiographie und die persönliche Einstellung zu Weiterbildung. Wenn bei der Weiterbildung auch grundsätzlich von Freiwilligkeit ausgegangen werden kann, so erzeugen doch Forderungen von Arbeitgebern oder einer staatlichen Institution (Arbeitsamt) einen gewissen Druck. Eine Nichtteilnahme kann negative berufliche oder finanzielle Folgen haben (vgl. Brüning, 2002, S. 24). Die Bedeutung des finanziellen Aspekts sieht auch Schwarzmayer (2001, S. 39) in zentraler Position.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Herausforderungen von Frauen ohne abgeschlossene Berufsausbildung bei der beruflichen Neuorientierung nach der Familienphase.
2 Arbeitswelt und Familienleben: Dieses Kapitel analysiert die Problematik gering qualifizierter Frauen am Arbeitsmarkt und die Doppelbelastung durch Haushalt und Betreuungspflichten.
3 Weiterbildung nach der Familienphase: Hier werden die Motive für Weiterbildungen sowie die vielfältigen Hürden und Barrieren, die einem Zugang im Weg stehen, untersucht.
4 Kompetenzentwicklung: Das Kapitel behandelt lernpsychologische Aspekte, Methoden der Erwachsenenbildung und Ansätze zur Förderung der Lernfähigkeit und Selbstbestimmung.
5 Berufliche Weiterbildung für Wiedereinsteigerinnen: Die Umsetzung theoretischer Ansätze in konkrete Berufsorientierungsmaßnahmen für Wiedereinsteigerinnen wird hier anhand von Beispielen dargelegt.
6 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit unterstützender Strukturen, um den Frauen einen erfolgreichen Wiedereinstieg zu ermöglichen.
Schlüsselwörter
Wiedereinsteigerinnen, berufliche Weiterbildung, Erwachsenenbildung, Familienphase, Arbeitsmarkt, Lernmotivation, Berufsorientierung, Kompetenzentwicklung, Lebenslanges Lernen, Weiterbildungsbarrieren, Selbstbestimmung, Kohärenzgefühl, Gering qualifizierte Frauen, Vereinbarkeit, Beruf und Familie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Situation von Frauen ohne abgeschlossene Berufsausbildung, die nach einer Familienpause wieder erwerbstätig werden möchten und dabei Unterstützung durch Weiterbildungsangebote suchen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentral sind die soziale Situation der Frauen, die Barrieren beim Zugang zum Arbeitsmarkt sowie die lernpsychologischen und pädagogischen Ansätze zur erfolgreichen Integration in Weiterbildungsprozesse.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Bildungsmaßnahmen gestaltet sein müssen, um bei Frauen das Selbstvertrauen zu stärken und die Voraussetzungen für einen erfolgreichen beruflichen Einstieg zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse aktueller Studien und Konzepte der Erwachsenenbildung und Berufspädagogik basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der gesellschaftlichen Bedingungen, die Auseinandersetzung mit Lernbarrieren, die Darstellung von Modellen der Kompetenzentwicklung sowie die Evaluierung konkreter Orientierungsmaßnahmen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Wiedereinstieg, Weiterbildung, Erwachsenenbildung, Kompetenzentwicklung, Lernmotivation und Selbstbestimmung.
Welche Rolle spielt das „Kohärenzgefühl“ nach Antonovsky in dieser Arbeit?
Das Konzept des Kohärenzgefühls dient als Rahmen, um zu erklären, wie Frauen durch Verstehbarkeit, Bewältigbarkeit und Bedeutsamkeit ihre Lernprozesse und ihre Lebenssituation aktiver und selbstbestimmter gestalten können.
Was unterscheidet die im Text erwähnten „biografietheoretischen Ansätze“?
Diese Ansätze stellen nicht das formale Wissen in den Vordergrund, sondern nutzen die individuellen Lebenserfahrungen und die bisherige Bildungsbiografie der Teilnehmerinnen als Ausgangspunkt für neue Lernprozesse.
- Arbeit zitieren
- Isolde Grabner (Autor:in), 2012, Neustart mit Hindernissen: Wege zum beruflichen Wiedereinstieg für geringqualifizierte Frauen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202194