Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Besteuerung und Risiko

Titel: Besteuerung und Risiko

Diplomarbeit , 2009 , 99 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Yusuf Das (Autor:in)

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Risiko ist ein Faktor, der aus der ökonomischen Welt nicht wegzudenken ist. So stehen Unternehmen regelmäßig vor Investitionen, deren Kosten und Erträge nicht mit Sicherheit vorausgesagt werden können.1 Zudem fördern riskante Investitionen die Innovation und den Strukturwandel. Vor allem junge und schnell wachsende Unternehmen setzen daher verstärkt auf Risikokapital.2 Jedoch ist häufig von wirtschaftspolitischer Seite zu hören, dass Steuern die Investitionsneigung von Anlegern verändern und sie deswegen eher in sichere festverzinsliche Anlageformen statt in riskante Realinvestitionen treiben.3
Die Diplomarbeit setzt an dieser Stelle an und untersucht die Fragestellung, inwieweit Unternehmen oder auch einzelne private Haushalte bereit sind, riskante Investitionen durchzuführen. Vor allem wird die Zielsetzung verfolgt, herauszuarbeiten, inwiefern sich die Risikoübernahme, und damit die Bereitschaft von Wirtschaftssubjekten mehr ins Risiko zu investieren, durch die Einführung verschiedener Steuersysteme im Vergleich zu einer Welt ohne Steuern verändert.
Nach häufiger Meinung induziert die Besteuerung eine Verringerung der Risikoübernahme und schwächt damit die Investitionsneigung der Unternehmer.
4 Jedoch haben bereits Domar/Musgrave (1944)5 mit ihrem Erwartungswert-Verlust-Ansatz gezeigt, dass die Besteuerung in Abhängigkeit der Verlustausgleichsmöglichkeiten durchaus dazu führen kann, dass verstärkt in riskante Anlageformen investiert wird.
[...]
1 Vgl. Myles (2004), S. 196.
2 Vgl. Keuschnigg (2005), S. 229.
3 Vgl. Buchholz/Konrad (2000), S. 63.
4 Vgl. Schneider (1977), S. 633.

Leseprobe


1. Einleitung

2. Grundbegriffe

2.1 Risikoarten

2.2 Risikosituation

2.3 Erwartungsnutzentheorie

2.4 Risikoeinstellungen

3. Das Portfoliomodell ohne Besteuerung

3.1 Optimale Portfoliowahl ohne Besteuerung

3.2 Einordnung in die mikroökonomische Haushaltstheorie

3.3 Wirkung einer Vermögensänderung

4. Das Portfoliomodell mit Besteuerung

4.1 Indikatoren des Risikos

4.2 Proportionale Einkommensteuer

4.2.1 Proportionale Einkommensteuer mit vollständigem Verlustausgleich

4.2.2 Proportionale Einkommensteuer mit teilweisem Verlustausgleich

4.3 Progressive Einkommensteuer

4.4 Vermögensteuer

4.5 Zusammenfassung

5. Anwendung des Portfoliomodells auf die deutsche Rechtslage

5.1 Vorgehensweise bei der Analyse

5.2 Analyse der deutschen Rechtslage bezüglich der Risikoübernahme

5.2.1 Bestimmung des riskanten Anteils

5.2.2 Bestimmung der effektiven Ertragsteuersätze nach alter und aktueller Rechtslage

5.2.2.1 Effektive Ertragsteuersätze in den Fällen der Personengesellschaft und Kapitalgesellschaft nach alter Rechtslage

5.2.2.2 Effektive Ertragsteuersätze in den Fällen der Personengesellschaft und Kapitalgesellschaft nach aktueller Rechtslage

5.2.3 Vergleiche der Rechtsformen nach alter und aktueller Rechtslage bezüglich der Risikoübernahme

5.2.3.1 Einzelunternehmen und Kapitalgesellschaft nach alter Rechtslage

5.2.3.2 Einzelunternehmen und Kapitalgesellschaft nach aktueller Rechtslage

5.2.3.3 Einzelunternehmen nach aktueller und alter Rechtslage

5.2.3.4 Kapitalgesellschaft nach aktueller und alter Rechtslage

5.3 Zusammenfassung

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die Auswirkungen verschiedener Steuersysteme auf die Risikobereitschaft von Investoren. Ziel ist es, unter Verwendung eines partialanalytischen Portfoliomodells zu prüfen, ob die Besteuerung tatsächlich die Neigung zu riskanten Investitionen schwächt oder – entgegen weitläufiger wirtschaftspolitischer Meinung – sogar fördern kann.

  • Wirkung der Besteuerung auf die Risikoübernahme von Investoren
  • Vergleich von Vorsteuer- und Nachsteuerfällen in einem Portfoliomodell
  • Analyse der steuerlichen Rechtslage in Deutschland (vor und nach der Reform 2008)
  • Einfluss der Risikoaversion und Verlustausgleichsmöglichkeiten auf das Investitionsverhalten
  • Differenzierung zwischen Einzelunternehmen und Kapitalgesellschaften

Auszug aus dem Buch

3.1 Optimale Portfoliowahl ohne Besteuerung

Basis der meisten Arbeiten, die eine optimale Portfoliowahl eines Anlegers untersuchen, ist das folgende einperiodige Modell: Ein risikoscheuer Investor, sei es ein privater Haushalt oder ein Unternehmen, steht vor der Aufgabe ein ihm zur Verfügung stehendes Anfangsvermögen V0 optimal auf eine sichere und auf eine riskante Anlageform aufzuteilen. Der risikoaverse Entscheidungsträger verfolgt das Ziel seinen Erwartungsnutzen bezüglich des Endvermögens V1 zu maximieren. Dementsprechend handelt es sich beim hier betrachteten Portfoliomodell um eine Zwei-Zeitpunkte Betrachtung.

Angenommen wird, dass die sichere Investitionsmöglichkeit eine risikolose Ertragsrate r pro investierte GE liefert, die größer oder gleich Null sein soll. Die Ertragsrate pro investierte GE in die riskante Anlage ist stochastisch und abhängig vom eintretenden Umweltzustand θi mit i=1,..,N, d.h. dass die Verzinsung pro riskant investierte GE eine Zufallsvariable z mit bekannten Merkmalsausprägungen zi ist. Außerdem wird unterstellt, dass die Eintrittswahrscheinlichkeiten pi der möglichen Zustände dem Investor bekannt sind.

Zur Vereinfachung und vor allem zur grafischen Darstellung wird im weiteren Verlauf der Arbeit lediglich von zwei möglichen Umweltzuständen ausgegangen: von einem günstigen Zustand θ1 und einem ungünstigen Zustand θ2, sprich z1>z2.

Aus der Annahme der Risikoaversion folgt gemäß Kapitel 2.4, dass der Investor nur ins Risiko investiert, wenn die riskante Anlage einen höheren Erwartungswert besitzt als den sicheren Ertrag. Die Differenz gibt dann die vom Investor individuell geforderte Risikoprämie wieder. Dementsprechend muss der Erwartungswert der riskanten Ertragsrate E[z] größer sein als die sichere Ertragsrate r; sonst würde ein risikoscheuer Investor sein ganzes Anfangsvermögen V0 sicher anlegen. Wenn z.B. r=0.015, z1=0.03 und z2=-0.01 sind, dann folgt für den Erwartungswert der riskanten Investition bei gleicher Eintrittswahrscheinlichkeit der Zustände: E[z]=0.5*0.03–0.5*0.01=0.01<0.015=r. In diesem Fall würde der Anleger sein gesamtes zur Verfügung stehendes Anfangsvermögen in die sichere Anlageform investieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die ökonomische Relevanz von Risiko und Investitionen ein und erläutert die Fragestellung nach dem Einfluss von Steuern auf die Investitionsneigung unter Verwendung der Erwartungsnutzentheorie.

2. Grundbegriffe: Dieses Kapitel definiert zentrale Konzepte wie Risikoarten, Risikosituationen, die Erwartungsnutzentheorie und verschiedene Risikoeinstellungen, die für das Verständnis der Arbeit notwendig sind.

3. Das Portfoliomodell ohne Besteuerung: Hier wird ein partialanalytisches Modell entwickelt, um die optimale Entscheidungsfindung eines risikoaversen Investors in einer Welt ohne Steuern darzustellen und zu analysieren.

4. Das Portfoliomodell mit Besteuerung: Dieses Kapitel integriert verschiedene Steuersysteme (proportional, progressiv, Vermögensteuer) in das Modell und untersucht deren Auswirkungen auf die Risikoübernahme des Investors.

5. Anwendung des Portfoliomodells auf die deutsche Rechtslage: Das Modell wird auf die steuerliche Realität in Deutschland angewendet, um Unterschiede im Investitionsverhalten zwischen Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften nach alter und aktueller Rechtslage zu vergleichen.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und relativiert die Annahme eines vollständigen Verlustausgleichs, wobei tendenziell eine investitionsfördernde Wirkung von Steuern im Modell konstatiert wird.

Schlüsselwörter

Risikoübernahme, Erwartungsnutzentheorie, Portfoliomodell, Einkommensteuer, Gewerbesteuer, Unternehmenssteuerreform, Risikoaversion, Domar-Musgrave-Effekt, Investitionsneigung, Verlustausgleich, Kapitalgesellschaft, Personengesellschaft, Vermögenselastizität, Risikobereitschaft, Steuersatz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den theoretischen Zusammenhang zwischen der Besteuerung von Investitionserträgen und der Risikobereitschaft von Anlegern oder Unternehmen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die betriebswirtschaftliche Steuerlehre, die Erwartungsnutzentheorie, Risiko-Modelle und die Analyse deutscher Steuergesetze.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit analysiert, ob Steuern Investoren tatsächlich dazu bewegen, weniger riskante Investitionen zu tätigen, oder ob sie unter bestimmten Bedingungen – wie dem Domar-Musgrave-Effekt – sogar zu einer höheren Risikoübernahme führen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein partialanalytisches Portfoliomodell verwendet, das auf der Erwartungsnutzentheorie basiert und die Entscheidungssituation von Investoren unter verschiedenen Steuerszenarien mathematisch und grafisch abbildet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Modellierung verschiedener Steuersysteme (proportionale Einkommensteuer, progressive Besteuerung, Vermögensteuer) und deren Anwendung auf die deutsche Rechtslage vor und nach der Unternehmensteuerreform 2008.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind insbesondere Risikoübernahme, Erwartungsnutzentheorie, Domar-Musgrave-Effekt, Steuerbelastung und Investitionsneigung.

Wie wirkt sich die vollständige Verlustausgleichsannahme aus?

Die Annahme des vollständigen Verlustausgleichs führt dazu, dass der Staat auch am Risiko des Investors beteiligt ist, was in vielen Fällen des Modells den "Domar-Musgrave-Effekt" auslöst und somit riskantere Investitionen begünstigt.

Was ist der wesentliche Unterschied zwischen Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften in dieser Analyse?

Die Analyse zeigt, dass Kapitalgesellschaften und Personengesellschaften durch unterschiedliche effektive Ertragsteuersätze und steuerliche Rahmenbedingungen (wie das Trennungsprinzip) verschieden stark auf Steuersätze reagieren und somit auch ein abweichendes Risikoverhalten aufweisen.

Ende der Leseprobe aus 99 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Besteuerung und Risiko
Hochschule
Universität Bielefeld
Veranstaltung
Betriebliche Steuerlehre
Note
1,3
Autor
Yusuf Das (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
99
Katalognummer
V202338
ISBN (eBook)
9783656296744
ISBN (Buch)
9783656297178
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Steuern Besteuerung Risiko Finanzwissenschaft Betriebswirtschaftliche Steuerlehre Erwartungsnutzentheorie Portfoliomodell
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Yusuf Das (Autor:in), 2009, Besteuerung und Risiko, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202338
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  99  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum