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Neurokognitive und entwicklungspsychologische Überlegungen zum Thema Zweitsprachenerwerb

Titel: Neurokognitive und entwicklungspsychologische Überlegungen zum Thema Zweitsprachenerwerb

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2011 , 16 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Sandra Ilg (Autor:in)

Psychologie - Intelligenz und Lernpsychologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wie erlernen wir das sprachliche System? Und wie funktioniert es schließlich? – Das sind Fragen, die trotz regen Forschens noch nahezu unbeantwortet sind. Die meisten Herangehensweisen sind auch eher philosophischer Natur und daher schwer verifizierbar oder falsifizierbar. Aus diesem Grunde liegt es nahe, sich über den neurokognitiven Weg an dieses Thema heranzutasten, um objektivierbare Kenntnisse um bestimmte Funktionsweisen zu erlangen. Unterstützt wird diese Vorgehensweise im Folgenden durch Arbeiten der (kognitiven) Entwicklungspsychologie. Da der Gegenstand der Linguistik im Zentrum steht, werden natürlich die Grundlagen aus dieser Disziplin als Basis verwendet. Nach der Betrachtung der Muttersprache soll der Bogen zu weiteren Sprachen gespannt werden, wobei differenziert wird, ob jene simultan oder konsekutiv erlernt werden. Diese Ausweitung der Thematik ist unverzichtbar, weil es heutzutage immer unwahrscheinlicher ist, im mentalen Lexikon nur eine Einzelsprache gespeichert vorzufinden. Daher werden diese Überlegungen auch für andere Wissenschaftsbereiche, wie z. B. die Fremdsprachendidaktik, immer relevanter, denn sobald man über die Wirkungsweise des Spracherwerbs genauer Bescheid weiß, lässt sich dieser evtl. auch nachvollziehen, beeinflussen und optimieren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Spracherwerb: Die Muttersprache

1.1 Forschungshintergrund

1.2 Die Entwicklung des Sprechens und Lesens

1.3 (Neuro-)kognitive Befunde zur Lokalisation von Sprache im Gehirn

1.4 Organisation: Das mentale Lexikon

2 Bilingualismus – neurolinguistische Betrachtungen

2.1 Simultaner Früh-Bilingualismus

2.2 Konsekutiver Bilingualismus

3 Fazit und Ausblick

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die neurokognitiven und entwicklungspsychologischen Grundlagen des Spracherwerbs, um ein tieferes Verständnis für die Funktionsweise menschlicher Sprachverarbeitung zu gewinnen. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie sich die Aneignung von Muttersprache und Zweitsprachen – differenziert in simultanen und konsekutiven Erwerb – auf die Organisation des Gehirns und die kognitiven Prozesse auswirkt.

  • Neurobiologische Grundlagen der Sprachlokalisation im Gehirn
  • Entwicklungsphasen des Sprechens und Lesens bei Kindern
  • Struktur und Organisation des mentalen Lexikons
  • Neurophysiologische Unterschiede zwischen simultanem und konsekutivem Bilingualismus
  • Implikationen für die Didaktik und den Fremdsprachenunterricht

Auszug aus dem Buch

1.3 (Neuro-)kognitive Befunde zur Lokalisation von Sprache im Gehirn

Grundlage all dieser Untersuchungen ist, dass zu Beginn sprachlicher Prozesse elektrische Impulse und physiko-biochemische Prozesse (Magnesium-, Calcium- und Natriumteilchen, Neurotransmitter) stehen (Götze, 1997, S. 4). Zur Ermittlung der Lokalisation der Sprache im Gehirn wird auf hämodynamische Verfahren, vor allem fMRT-Studien, zurückgegriffen oder anhand von EEG, EKPs oder MEG gearbeitet. So knüpft bspw. Blakemore mit ihren Ergebnissen an ein europäisches Kooperationsprojekt an, das mithilfe von PET-Scannern arbeitete. Das Lesesystem lässt sich daraufhin in drei Hauptbereiche untergliedern (Blakemore, 2006, S. 111ff):

1. Broca-Areal: für Sprechen notwendig, bei lautem als auch stillem Lesen aktiviert (Fall von „Tan“)

2. Mittlerer Teil:

- Wernicke-Areal: Sprachverständnis (Dekodierung)

Neben dem Temporallappen und links größer als rechts: Buchstaben benennen, Wörter in Sprache übersetzen

- Gyrus angularis (im Parietallappen): zahlreiche Funktionen, z. B. Verknüpfung von gesprochenen und geschriebenen Wörtern

3. Wortformareal: im unteren Teil des Temporallappens: Speichern und Abrufen ganzer Wörter

Syntaktisches (prozedurales) Wissen wird im linken anterioren Cortex vermutet, lexikalisches bzw. semantisches Wissen in posterioren Arealen (Götze, 1997, S. 12).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung der Sprache für das menschliche Dasein und führt in die neurokognitive Herangehensweise zur Erforschung des Spracherwerbs ein.

1 Spracherwerb: Die Muttersprache: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen des Erstspracherwerbs, die Rolle sensibler Phasen sowie die neuroanatomischen Areale, die bei der Sprachverarbeitung aktiv sind.

2 Bilingualismus – neurolinguistische Betrachtungen: Hier werden die kognitiven Unterschiede zwischen simultanem und konsekutivem Zweitspracherwerb analysiert und deren Auswirkungen auf die neuronale Repräsentation im Gehirn diskutiert.

3 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und betont die Wechselwirkung zwischen Spracherwerb und der Veränderung neuronaler Strukturen.

Schlüsselwörter

Spracherwerb, Muttersprache, Bilingualismus, Neurokognition, Mentales Lexikon, Broca-Areal, Wernicke-Areal, Sprachverarbeitung, Entwicklungspsychologie, Gyrus angularis, Zweitsprachenerwerb, Hirnforschung, Sprachdidaktik, Syntax, Semantik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den neurokognitiven und entwicklungspsychologischen Grundlagen, die dem menschlichen Spracherwerb zugrunde liegen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Lokalisierung von Sprache im Gehirn, der Entwicklung des Sprechens und Lesens sowie den Unterschieden zwischen monolingualem und bilingualem Spracherwerb.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, objektivierbare neurobiologische Erkenntnisse über Sprachprozesse zu gewinnen, um besser zu verstehen, wie Sprachen gelernt, gespeichert und verarbeitet werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die aktuelle neurolinguistische und entwicklungspsychologische Studien, bildgebende Verfahren (fMRT, PET) sowie EEG-Ergebnisse synthetisiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Mutterspracherwerbs, die physiologische Verortung von Sprachfunktionen im Gehirn und eine detaillierte Analyse bilingualer Prozesse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind insbesondere Spracherwerb, Bilingualismus, Mentales Lexikon, Neurokognition und Sprachverarbeitung.

Wie unterscheidet sich simultaner von konsekutivem Bilingualismus auf neuronaler Ebene?

Simultan bilingual aufwachsende Kinder nutzen oft ein gemeinsames neuronales Netzwerk, während bei konsekutivem Erwerb nach der Pubertät häufig getrennte Speicherareale für Phonetik und Grammatik beobachtet werden.

Welche Bedeutung hat das mentale Lexikon für den Spracherwerb?

Das mentale Lexikon fungiert als zentrales Organisationsschema, das phonologische, morphologische, syntaktische und semantische Informationen speichert und den Zugriff auf sprachliches Wissen ermöglicht.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Neurokognitive und entwicklungspsychologische Überlegungen zum Thema Zweitsprachenerwerb
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für Psychologie)
Veranstaltung
Neurokognitive Grundlagen von Lernen und Entwicklung
Note
1,0
Autor
Sandra Ilg (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
16
Katalognummer
V202346
ISBN (eBook)
9783656288848
ISBN (Buch)
9783656289517
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entwicklungspsychologie klinische Psychologie Neuropsychologie Zweitsprachenerwerb kognitive Grundlagen Spracherwerb
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sandra Ilg (Autor:in), 2011, Neurokognitive und entwicklungspsychologische Überlegungen zum Thema Zweitsprachenerwerb, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202346
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  16  Seiten
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