Wahrnehmung und Darstellung des Fremden im Reisebericht des Söldners Elie Ripon zu seinen Erlebnissen in Asien zu Beginn des 17. Jahrhunderts


Seminararbeit, 2012

27 Seiten, Note: 5.5 (CH)


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1 Einleitung
1.1 Zielsetzung und Vorgehensweise
1.2 Quelle: Der Reisebericht von Elie Ripon
Überlieferungsgeschichte
Autor
Adressaten
Anmerkungen zur verwendeten Edition

2 Quellengattung Reiseberichte
2.1 Geschichtlicherüberblick
2.2 Funktionen frühneuzeitlicher Reiseberichte
2.3 Wahrnehmung und Darstellung des Fremden und des Neuen
Nachfrageorientierung und Lesererwartungen
Defizite in der Wahrnehmung
Defizite in der Darstellung
2.4 Typische Elemente frühneuzeitlicher Reiseberichte
2.4.1StereotypeMotive
2.4.2 Wahrheitsbekundungen
2.4.3 Einsatz von Anekdoten und Geschichten
2.5 Folgen für die geschichtswissenschaftliche Interpretation

3 Der Reisebericht von Elie Ripon
3.1 Inhalt und ereignisgeschichtlicher Kontext
Inhaltsangabe des Reiseberichts
Aufbau und Sprache
Ereignisgeschichtlicher Kontext
3.2 Ripons Darstellung des Fremden
3.2.1 Fremddarstellung durch europäischen Kategorisierungen
3.2.2 Fremddarstellung in ethnographisch-kulturellen Beschreibungen
3.2.3 Fremddarstellung durch fremdes Vokabular
3.2.4 Fremddarstellung in der Rezeption von wundersamen Dingen
3.2.5 Fremddarstellung in Flora, Fauna und Naturformen
3.2.6 Fremddarstellung in Anekdoten und Geschichten
3.3 Aspekte kritischer Selbstreflexion des Verfassers

4 Schlussfolgerungen
4.1 Wesen der Wahrnehmung Ripons
4.2 Angemessenheit der Fähigkeit zur Fremddarstellung
4.3 Entwicklung und Vermittlung von Wissen
4.4 Verortung gegenüber anderen Reiseberichten

5 Bibliographie
Gedruckte Quellen
Selbständige Publikationen
Unselbständige Publikationen
Lexika und Nachschlagewerke

1 EINLEITUNG

Zu Beginn des 17. Jhs. reiste ein aus dem schweizerischen Freiburg stammender Söldner Namens Elie Ripon im Dienste der Niederländischen Ostindischen Kompanie nach Asien. Seine Erlebnisse der Jahre 1617 bis 1627 verarbeitete Ripon nach seiner Rückkehr litera­risch, wie das damals auch viele andere Reisende taten.

Reiseberichte verschiedener Art waren im frühneuzeitlichen Europa eine weit verbreitete und beliebte Literaturgattung. Trotz ihrer grossen formellen und inhaltlichen Bandbreite griffen sie auf gemeinsame literarische Traditionen und ähnliche Beweggründe zurück. Be­stimmte Motive und Strukturen fanden in den Berichten daher auch nicht singulär oder will­kürlich Verwendung, sondern sie entsprachen literarischen und ideologischen Konventionen.

1.1 Zielsetzung und Vorgehensweise

Die vorliegende Arbeit versucht eine historisch-kritische Interpretation von Ripons Reisebe - richt in Bezug auf dessen Bild des Fremden. Es wird herausgearbeitet, wie europäische Rei­sende allgemein und Ripon im Besonderen die asiatische Welt projizierten, und warum sie das auf die entsprechende Weise taten. Im Zentrum steht dabei die Bewertung von Ripons Fähigkeiten, Fremdes wahrzunehmen und dieses angemessen darzustellen. Dabei wird auch die These überprüft, dass sich Ripons Reisebericht gegenüber den meisten anderen zeitge­nössischen Reiseberichten hinsichtlich seiner Wahrnehmung und Darstellung des Fremden nicht wesentlich unterscheidet, insbesondere auch hinsichtlich der Tatsache, dass er weniger individuell-singuläre, sondern viel mehr kollektiv-reproduzierbare Erlebnisse erzählte.

Um die entsprechenden Rückschlüsse treffen zu können, ist es notwendig, essentielle for­melle und inhaltliche Komponenten zum Fremdbild Ripons zu identifizieren. Wesentlich ist dafür die korrekte Verortung literarischer Topoi aus dem Bericht in charakteristische Zusam­menhänge der Quellengattung der frühneuzeitlichen Reiseberichte.

Diese Zusammenhänge werden in einem ersten Teil aus einschlägigen sekundärliterarischen Darstellungen gesammelt. Dabei wird sich zeigen, dass die Darstellungen fremder Welten in frühneuzeitlichen Reiseberichten nicht als direkte und unverzerrte Abbilder der Wahrneh­mungserlebnisse der Reisenden oder gar der historischen Wirklichkeit aufgefasst werden dürfen. Unter Beachtung des entsprechenden kontextuellen Rahmens wird Ripons Bericht hinsichtlich der Komponenten seines Fremdbildes textkritisch zerlegt. Die Auseinanderset­zung mit äusseren Attributen der Quelle (Überlieferung, Autor, Zielpublikum), mit der Häu­figkeit und Art von stereotypisierenden Beschreibungen, mit stilistischen Aspekten und mit allfälligen selbstkritischen Bezugnahmen des Verfassers gibt schliesslich Hinweise auf den Grad und die Art der Verzerrung der abgebildeten Wahrnehmungserlebnisse.

1.2 Quelle: Der Reisebericht von Elie Ripon

Überlieferungsgeschichte

Der Bericht ist als titelloses Manuskript1 mit unklaren Entstehungsumständen überliefert. Er lagert in der Kantonsbibliothek Freiburg2 und war gemäss einer bibliographischen Notiz von 1867 zwei Jahre zuvor in einem nicht näher bestimmten Dachstock eines Hauses in Bulle (FR) gefunden worden. Es handelt sich um eine reinschriftliche Kopie, verfasst von einer einzigen Hand, in Schriftbild und Ortographie aus der Mitte des 17. Jh.

Autor

Das „Journal“ nennt seinen Autoren nicht explizit; auf diesen lässt sich aber aus einer Anek­dote im Werk schliessen, in welcher der der Erzähler genannt wird.3 Über seine Person ist kaum Weiteres bekannt, ausser seiner wahrscheinlichen Zugehörigkeit zu einem vornehmen Freiburger Geschlecht, und den Rängen seiner militärischen Laufbahn bei der Niederländi­schen Ostindischen Kompanie, die in deren Archiven belegt sind.4

Adressaten

Beim Bericht handelt es sich um eine anonyme und unveröffentlichte Handschrift. Dies war für biographisch geprägte Reisememoiren nicht ungewöhnlich, wurden sie doch oft als et­was Persönliches wahrgenommen, das nur für ein ausgewähltes Publikum aus dem Umfeld des Verfassers vorgesehen war.5 Andererseits dürfte Ripons eingestreuter Hinweis auf seine Identität auch nicht wirklich zufällig sein, sondern er erlaubte es dem neugierigen Umfeld - alle Bescheidenheit wahrend, zu welcher der Verfasser verpflichtet war - sich zu versichern, dass es sich beim besagten Abenteurer tatsächlich um einen Bekannten handelte.6

Anmerkungen zur verwendeten Edition

Erschlossen wird Ripons Darstellung in dieser Arbeit über eine Edition von Yves Giraud7, der das originale Dokument erstmals transkribiert herausgegeben hatte.8 Die Ausgabe ist reich illustriert mit Bildern, deren Kontext und Herkunft aber oft nicht ersichtlich. In den Randspalten werden vergleichbare Passagen aus anderen Reisberichten zitiert, heute unge­bräuchliche Vokabeln erläutert und hilfreiche Anmerkungen zum ereignisgeschichtlichen

Kontext geliefert. Diese sind aber leider oft nur unzureichend mit Quellenangaben verse­hen, und scheinbar auch nicht immer ganz zuverlässig.9 In der Einleitung befasst sich der Herausgeber mit einer oberflächlichen Interpretation des Werks. Dabei scheint er ein wenig der literarischen Faszination seiner „Entdeckung“ verfallen zu sein, gestaltet sich diese doch nicht gerade quellenkritisch und objektiv: Wiederholt betont Giraud die Einzigartigkeit der besagten Quelle in verschiedener Hinsicht10 und er neigt auch latent zur Glorifizierung sei­nes „Helden“. Insbesondere stellt er den Inhalt aber nicht in den Kontext der literarischen Konventionen, welche die Gattung des frühneuzeitlichen Reiseberichts ausmachten.11

2 QUELLENGATTUNG REISEBERICHTE

2.1 Geschichtlicher Überblick

Die Gattung der frühneuzeitlichen Reiseberichte geht auf antike und mittelalterliche literari­sche Traditionen der Reiseliteratur zurück.12 Vor dem Hintergrund der europäischen Expan­sion entwickelten sich daraus im 16. Jh. sehr spezifische literarische Konventionen, welche Form und Inhalt von Reiseberichten bis ins 18.Jh. hinein weitgehend unverändert13 prägten.

Im Umfeld der europäischen Expansion waren Reisebeschreibungen die primäre Quelle für Informationen zu den „entdeckten“ Welten. Besonders deren systematische Aufarbeitung in aufwändigen Editionen (Ramusio, Purchas, Thévenot, de Bry, Hulsius)14 verhalf zu ihrer Wertschätzung in gehobenen Gesellschaftsschichten. Die Produktion von Berichten erfolgte seit dem 16. Jh. zunehmend vom Markt bestimmt.15 Gleichzeitig gewannen romaneske For­men der Reiseliteratur an zusätzlicher Bedeutung.16

Reiseberichte waren im 17. und 18. Jh. dermassen populär, dass auch weniger gebildete und finanzschwächere Reisende auf ein Interesse an ihren Memoiren zählen konnten.17 Auch zahllose einfache Soldaten, Matrosen oder Händler schrieben ihre Reisememoiren nach ih­rer Rückkehr nieder,18 so wie auch Elie Ripon. Deren Glaubwürdigkeit wurde in akademi­schen Kreisen in Zweifel gezogen, wegen des niedrigeren gesellschaftlichen Status ihrer Ur­heber, der einfachen Sprache und Form, den oft durchschaubaren dramatischen Kompositio­nen und wegen der fehlenden Verarbeitung von „neuem“ Wissen.19 Viele solcher Berichte waren daher von Beginn an nicht für eine breit angelegte Veröffentlichung bestimmt.

Während viele Reisebeschreibungen des 16. Jhs. noch eine eher kleine Elite erreichten, so wurde die Zielgruppe im Verlaufe des 17. Jhs. sozial zunehmend unbestimmter.20 Es gab aufwendig illustrierte, repräsentative Ausgaben mit „wissenschaftlichem“ Anspruch für pro­filierte Käufer. Besonders Rapporte von Verfassern aus eher niedrigen sozialen Verhältnis­sen vermochten aber eher nur ein „einfaches“ Publikum anzusprechen und kursierten oft als billige Drucke nur für kurze Zeit im weiteren Umfeld ihres Urhebers21.

2.2 Funktionen frühneuzeitlicher Reiseberichte

Reiseberichte waren, neben Korrespondenzen und protokollarischen Niederschriften, das primäre Medium für die Übermittlung von Informationen aus den im Zeitalter der europäi­schen Expansion neu „entdeckten“ Welten.22 Mehr noch, sie führten diese Informationen in nutzbares Wissen über, indem sie sie in bestehende (sprachliche, kulturelle, ideelle) Bezugs- rahmen einpassten - oder aber die Anpassung dieser Bezugssysteme anregten.23 Zu letzte­rem gehörte auch die Einsicht, dass die früher gültige Erschliessung über einen Kanon aus autoritativen antiken und mittelalterlichen Quellen für die Aneignung vieler Elemente aus den „neuen“ Weltgegenden alleine nicht mehr zureichend war.24

Andererseits deckten Reisebeschreibungen ein Leserbedürfnis nach romanartiger Unterhal­tung, Alltagsflucht und Exotik.25 Reiseberichte waren daher auch darauf fokussiert, Neues und Aussergewöhnliches zu „entdecken“ und zu präsentieren.26 Die beiden Funktionen Wis­senserwerb und Unterhaltung wurden nicht unbedingt als kontrastierend aufgefasst, sondern eher als sich ergänzend. In mondänen Kreisen konnte Lernen als Form der Zerstreuung und als angenehmer Zeitvertrieb dienen; auch waren Reisen selbst als Form der Lehre bekannt.27

2.3 Wahrnehmung und Darstellung des Fremden und des Neuen

Die Beweggründe der Urheber der Berichte waren sehr unterschiedlich. Einige verfassten sie im Hinblick auf literarischen Erfolg, andere fühlten sich einem Bildungsauftrag ver­pflichtet; einige propagierten durch sie politische und ideelle Interessen, andere arbeiteten auf Anweisung.28 Begründet in den Funktionen der Reiseberichte, sowie im kulturellen Hin­tergrund ihrer frühneuzeitlichen Autoren, war es diesen - selbst bei hohem Anspruch an die eigene Objektivität-jedoch kaum möglich, die Inhalte realitätsgetreu zu widerspiegeln:29

Nachfrageorientierung und Lesererwartungen

Die Unterhaltungsfunktion der Berichte verlangte nach der Befriedigung bestimmter Erwar­tungen an Struktur, Sprache und Inhalt.30 Dazu gehörten etwa eine dramaturgische Kompo­sition, lebhafte Veranschaulichungen und ästhetische Momente. Deren Angemessenheit und Qualität wurde an den Konventionen des entsprechenden literarischen Genre gemessen.

Reiseberichte waren auch Orte der Entwicklung und Weitergabe von Wissen. Indem sie sich wiederholt gleichartig damit auseinandersetzten, machten sie „Neues“ zu bereits „Bekann­tem“. Auch in diesem Prozess konnten sich die Autoren kaum unbefangen bewegen.

Defizite in der Wahrnehmung

Schon in ihrer Wahrnehmung und Verarbeitung von „Unbekanntem“ waren die Autoren an ihnen bekannte Methoden und Kategorien aus dem eigenen kulturellen Hintergrund gebun­den. In der Herkunftskultur des Verfassers verankerte kulturelle Konzepte (z.B. zum „Orient“31 ; zu den „Wilden“) sowie dessen ideologisch-religiöse (z.B. Christozentrismus) und nationale (Ethnozentrismus) Gesinnung unterminierten die Objektivität des Wahrnehmungs­prozesses zusätzlich. Nur Reisende, die sich willentlich über längere Zeit intensiv und „von innen“ mit dem fremden Kulturraum auseinandergesetzt hatten, konnten sich potentiell ein wenig aus den genannten Zwängen befreien.32 Die vielen starken, neuen Impressionen konn­ten darüber hinaus das geistige Aufnahmevermögen der Reisenden überfordern.33

Defizite in der Darstellung

Noch stärker war die Darstellung des subjektiv Erlebten durch den Zweck der Wissensver­mittlung gelenkt. Die Autoren waren für die Vermittlung von „Neuem“ an ein Vokabular34, an bildliche Vergleiche und an Kategorien gebunden, die den Adressaten bereits vertraut wa­ren - die aber etwa das abstrakte Umfeld von fremden Religionen oder Ideologien nicht ad­äquat auszufüllen vermochten. Die Interpretation des Gesehenen erfolgte zudem nicht nur abhängig von kulturellen Überzeugungen des Autors, sondern zusätzlich auch von dessen allfälligen bewussten (z.B. nationalen) Interessen35. Dazu gehörte letztlich auch die Festi­gung einer eigenen kulturellen Identität durch die deutliche Abgrenzung vom „Fremden“,36 welche sich in zahlreichen frühneuzeitlichen Reiseberichten etwa durch Extremisierung, Dämonisierung oder Karikierung fremder Kulturen äusserte. Ausserdem stellte die Leser­schaft auch an das in den Berichten tradierte Wissen bestimmte Erwartungen, etwa um eige­ne Zweifel auszuräumen, oder um einem Bericht überhaupt Echtheit zuzugestehen.

Neben dem kulturellen Bezugsrahmen verzerrten auch die praktischen Umstände der Nie­derschrift vieler Berichte die Darstellung der Realität. Diese erfolgte oft erst Jahre später, al­lenfalls wieder im Heimatland, wodurch eine erlebnisnahe Erinnerung nicht mehr möglich war. Zudem wurden die Berichte oft von Editoren verarbeitet, wobei sie sprachlich oder so­gar in ihren Ereignissen an die Erwartungen den Adressaten angepasst wurden.37

2.4 Typische Elemente frühneuzeitlicher Reiseberichte

2.4.1 Stereotype Motive

Aufgrund der gattungsspezifischen Regeln, der Lesererwartungen sowie der Defizite bei Wahrnehmungs- und Darstellungsprozessen gab das Gros der Reiseberichte kein individuell geschaffenes Wissen wieder, sondern rezipierte vor allem stereotype Motive.

[...]


1 Gemäss der verwendeten Edition: Elie Ripon, Voyages et aventures aux Grandes Indes. Journal inédit ďun mercenaire 1617-1627, hg. v. Yves Giraud, Thonon-les-Bains 1990, S. 7fu. 27-30.

2 Unter der Signatur L 509. Format 26x17cm, 370 Seiten (zujeweils zwölf geheftet), kartonierter Einband. Es fehlen die Seiten 1f, 13f, 35f, 155f, 327f, 353f, und mehrere Seiten des Endes.

3 Darin wird ein Fluss nach dem „Capitaine Ripon“ benannt, vgl. Elie Ripon, Voyages et aventures aux Grandes Indes, S. 119. (Hier angegebene Seitenzahlen entsprechenjenen der verwendeten Ausgabe v. Yves Giraud, Thonon-les-Bains 1990, in der die ursprüngliche Paginierung des Manuskripts fehlt.)

4 Ebd., S. 8 u. 30.

5 Moureau, François: Le Théâtre des voyages. Une scénographie de l'âge classique, Paris 2005, S. 51, 513.

6 Vgl. auch ebd., S. 53.

7 Yves Giraud (1937-2008) war an der Université de Fribourg als Professor für französische Literatur tätig.

8 Elie Ripon, Voyages et aventures aux Grandes Indes. Journal inédit d'un mercenaire 1617-1627, hg. v. Yves Giraud, Thonon-les-Bains 1990.

9 Vgl. Lombard, Denys: Yves Giraud. Voyages et aventures du Capitaine Ripon aux Grandes Indes,joumal inédit d'un mercenaire (1617-1627), in: Bulletin de l'Ecole française d'Extrême-Orient, 1996, 83, S. 400f.

10 Elie Ripon, Voyages et aventures aux Grandes Indes, S. 9: ,,[...]pour le dire tour de suite, les documents de cet ordre ne sont pas légion au XVII" siècle.“ Ebenso ebd., S. 8.

11 Vgl. etwa ebd., S. 8: ,,[...]il est bien différent des voyageurs ordinaires, de ceux qui écrivent des livres, de ceux qui publient les renseignements recueillis de la bouche d'autrui.“ Seine Aufzeichnungen wären diesen gegnüber ,,[...]non suspectes de fabrication littéraire.“ (ebd., S. 8) und ,,[...]sans prétentions moralisantes ni littéraires[...]“, S. 7. Ebenso schreibt Giraud dem Bericht aufgrund dessen wiederholten Echtheitsbekun­dungen und Zeugenaufrufen besondere Glaubwürdigkeit zu.

12 Für formelle Aspekte sowie insbes. für die Stereotypenbildung zu Asien prägend waren z.B. die Alexan­dermythen, der „Priesterkönig Johannes“, ferner die populären Reiseerzählungen Marco Polos, Wilhelm von Rubruks od. Jehan de Mandevilles. Vgl. Phillips, Kim M.: Oriental Sexualities in European Represen­tation, c.1245 - c.1500, in: Lisa Bailey, Lindsay Diggelmann, Kim M. Phillips (Hg.): Old Worlds, New Worlds: European Cultural Encounters, c.1100 - c.1750, Turnhout 2009, S. 56f.

13 Hupfeld, Tanja: Zur Wahrnehmung und Darstellung des Fremden in ausgewählten französischen Reise­berichten des 16. bis 18. Jahrhunderts. „Il les faut voir et visiter en leur pays“, Göttingen 2007, S. 420.

14 Flüchter, Antje: "Aus Den Fürnembsten Indianischen Reisebeschreibungen Zusammengezogen". Know­ledge About India In Early Modern Germany, in: Siegfried Huigen et al. (Hg.): The Dutch Trading Com­panies as Knowledge Networks (Intersections Bd. 14), Leiden 2010, S. 340.

15 Welch, Ellen R.: A Taste for the Foreign.Worldly Knowledge and Literary Pleasure in Early Modern French Fiction, Maryland 2011, S. xv-xvi.

16 Le Huenen, Roland: Qu'est-ce qu'un récit de voyage? In: Université Paris X (Hg.): Les modèles du récit de voyage (Littérales Bd. 7), Paris 1990, S. 13.

17 Vgl. Flüchter: "Aus Den Fümembsten Indianischen Reisebeschreibungen Zusammengezogen", S. 341.

18 Vgl. Van Gelder, Roelof: Das ostindische Abenteuer. Deutsche in den Diensten der Vereinigten Ostindi­schen Kompanie der Niederlande (VOC) 1600-1900, Hg. von Albrecht Sauer u. Erik Hoops, Bremerhaven u. Hamburg 2004, S. 25-41; sowie Flüchter: "Aus Den Fürnembsten Indianischen Reisebeschreibungen Zusammengezogen", S. 338.

19 Flüchter: "Aus Den Fürnembsten Indianischen Reisebeschreibungen Zusammengezogen", S. 355.

20 Wolfzettel, Friedrich: Le discours du voyageur. Pour une histoire du récit de voyage en France, du Moyen Age auXVIII e siècle, Paris 1996, S. 129-131.

21 Flüchter: "Aus Den Fürnembsten Indianischen Reisebeschreibungen Zusammengezogen", S. 355.

22 Ebd., S. 337 u. 340; sowie Brauner, Harald: „Gewissermassen eine neuentdeckte Welt“. Reiseberichte, Kompilationen, und Handschriften im 17. und 18. Jahrhundert, in: Leutner, Mechthild; Yü-Dembski, Dag­mar (Hg.): Exotik und Wirklichkeit. China in Reisebeschreibungen vom 17. Jahrhundert bis zur Gegen­wart, München 1990, S. 15.

23 Vgl. die „zwei Formen des Entdeckens“ bei Burghartz, Susanna: Aneignung des Fremden. Staunen, Ste­reotype und Zirkulation um 1600, in: Elke Huwiler; Nicole Wachter (Hg.): Integrationen des Widerläufi­gen. Ein Streifzug durch geistes- und kulturwissenschaftliche Forschungsfelder, Münster 2004, S. 109.

24 Vgl. Grafton Anthony; Shelford, April; Siraisi, Nancy G.: New Worlds, Ancient Texts. The Power of Traditionandthe ShockofDiscovery, Harvard 1995, insbes. S. 11-58.

25 Hupfeld: Zur Wahrnehmung und Darstellung des Fremden in ausgewählten französischen Reiseberichten des 16. bis 18. Jahrhunderts, S. 35-38. Welch: A Taste forthe Foreign, S. xiii-xxviii. Bertrand, Dominique: Rire et voyage de la Renaissance à l’Âge classique, in: Dominique Bertrand (Hg.): Le rire des voyageurs, XVIe-XVIIe siècles, Clermont-Ferrand 2007, S. 9.

26 Le Huenen: Qu'est-ce qu'un récit de voyage?, S. 17.

27 Vgl. ebd., sowie Harrigan: Veiled Encounters, S. 13.

28 Wolfzettel, Friedrich: Le discours du voyageur. Pour une histoire du récit de voyage en France, du Moyen Age auXVIII e siècle, Paris 1996, S. 130.

29 Rubiés: Travel writing and ethnography, fasst S. 253 zusammen: „The problem here is less any lack of de­sire for scientific objectivity than the difficulty and sometimes the reluctance of many travellers to engage with native languages, belief systems, and literary traditions.“

30 Hupfeld: Zur Wahrnehmung und Darstellung des Fremden in ausgewählten französischen Reiseberichten des 16. bis 18. Jahrhunderts, S. 35-38. Rubiés, Joan Pau: Travel writing and ethnography. In: Hulme, Pe­ter; Youngs, Tim (Hg.): The Cambridge companion to travel writing, Cambrdige 2002, S. 251 u. v.a. 244f.

31 Vgl. Harrigan: VeiledEncounters, S. 16.

32 Rubiés: Travel writing and ethnography, S. 253. Hurfeld: Zur Wahrnehmung und Darstellung des Frem­den in ausgewählten französischen Reiseberichten des 16. bis 18. Jahrhunderts, S. 38-41.

33 Hupfeld: Zur Wahrnehmung und Darstellung des Fremden in ausgewählten französischen Reiseberichten des 16. bis 18. Jahrhunderts, Göttingen 2007, S. 25.

34 vertiefend dazu Harrigan: Veiled Encounters, S. 38f.

35 Vgl. Wolfzettel: Le discours du voyageur, S. 130.

36 Vgl. Phillips: Oriental Sexualities in European Representation, S. 71.

37 Flüchter: "Aus Den Fürnembsten Indianischen Reisebeschreibungen Zusammengezogen", S. 342.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Wahrnehmung und Darstellung des Fremden im Reisebericht des Söldners Elie Ripon zu seinen Erlebnissen in Asien zu Beginn des 17. Jahrhunderts
Hochschule
Universität Basel
Veranstaltung
Globale Dimensionen: Warenströme und Wissensökonomien um 1600
Note
5.5 (CH)
Autor
Jahr
2012
Seiten
27
Katalognummer
V202357
ISBN (eBook)
9783656304203
ISBN (Buch)
9783656306252
Dateigröße
522 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
VOC, Söldner, Frühe Neuzeit, Reisebericht, Asien, China, Taiwan, Geschichte, Indonesien, Fribourg, Capitaine Ripon, Yves Giraud, Manuskript
Arbeit zitieren
Remo Wasmer (Autor:in), 2012, Wahrnehmung und Darstellung des Fremden im Reisebericht des Söldners Elie Ripon zu seinen Erlebnissen in Asien zu Beginn des 17. Jahrhunderts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202357

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