Ausarbeitung zum Text von Georg Simmel "Die Mode"

Grundzüge der Soziologie


Ausarbeitung, 2010

4 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Ausarbeitung:

Im Folgenden lesen Sie meine Auffassung, Interpretation, sowie Ausarbeitung zu dem Text „Die Mode“ von Georg Simmel.

Modebegriff:

Mode entsteht für Simmel durch den Dualismus zwischen den Bedürfnissen der Nachahmung und der Absonderung. Dadurch wird eine, sich ständig wiederholende, Kettenreaktion ausgelöst. Dieses Phänomen ist vor allen Dingen zwischen den Schichten zu beobachten, das bedeutet, die unteren Schichten sind stets dahingehend bestrebt, es den höheren Schichten gleichzutun und im gleichen Zug sind diese sozusagen auf der Flucht und versuchen sich abzugrenzen, wodurch dann letztendlich eine neue Mode entsteht.

Laut Simmel ist Mode also ein Produkt der Klassenunterschiede, denn ohne eine, in Klassen unterteilte Gesellschaft, kann keine Mode entstehen.

Hierbei sind es für Simmel vor allem die höheren Schichten, die die Mode und ihren Rhythmus vorgeben, was durch den Trickle-Down-Effekt beschrieben wird, also quasi ein Herabrieseln der Mode von der oberen, zu den unteren Schichten.

Wichtig ist, dass in erster Linie der Wunsch nach Abgrenzung auf der einen Seite, aber andererseits auch des Zusammenschlusses vorhanden ist.

Weiterhin kann Mode nur das sein, was nicht jeder hat, denn nur solange ein Teil der Gesellschaft immer noch danach strebt, kann sie am Leben erhalten werden.

Somit ist die Mode eine der wenigen Erscheinungen, die in ihrem Höhepunkt auch gleichzeitig ihren Untergang vereint.

Entscheidend ist es, Mode nicht nur als Kleidung aufzufassen, denn sie ist viel mehr. Von politischen Einstellungen, über Glaubensrichtungen bis hin zu anderen Überzeugungen, wie zum Beispiel dem vegetarischem Lebensstil. Wir begegnen ihr an den unterschiedlichsten Ecken.

Ich werde auf den nächsten Seiten, unter Betrachtung des Themas Magersucht, überprüfen, ob auch dort von Mode gesprochen werden kann, wer in diesem Fall der Vorreiter ist und wie es dazu kommen konnte, dass sie sich in solchen Extremen auswirkt, dass sich Menschen für sie zu Tode hungern.

Ausführungen Mode – Magersucht:

Wo es im Mittelalter üblich war, als Frau korpulent zu sein, um den Reichtum des Mannes bzw. der gesamten Familie, durch ihre Leibesfülle zu repräsentieren, so hat sich heutzutage ein Trend in die entgegen gesetzte Richtung durchgesetzt. Die Vorstellung von Idealmaßen der Größenordnung 90-60-90 hat sich verbreitet wie ein Lauffeuer und ist vor allem in der Modelbranche entscheidend. Der Wahn möglichst schlank zu sein, dem Idealbild zu entsprechen, hat sich in vielen Bereichen so weit dramatisiert, dass junge Menschen, und nein, hier spreche ich nicht nur von Mädchen, sich auf ihr angebliches Idealgewicht herunter hungern und so sehr schnell in die Magersucht abdriften.

An dieser Stelle stellt sich nun die Frage, wo kommt diese Vorstellung her, wer hat dieses angebliche Idealbild erschaffen, wieso ist es für viele so erstrebenswert und was führt dazu, dass sich Leute zu Tode hungern, nur um anderen vermeintlich zu gefallen?

Von den Schönen und Reichen vorgegeben, sei es durch Schönheitsoperationen, hartes Personaltraining, oder das ausnahmslose herunter Hungern, sind makellose und vor allem schlanke Körper. Auch die Modelbranche wird von hübschen und schlanken Menschen dominiert. Das Idealbild hat sich gewandelt und wurde von den einflussreichen, trendsetzenden Stars verbreitet und zum anzustrebenden, aber häufig nur schwer zu erreichendem Ziel aller gemacht. Bereits hier ist also der Trickle-Down-Effekt erkennbar.

Man möchte dazugehören, hübsch und vor allen Dingen schlank sein. Wo vor zwanzig Jahren jedes zweite Kind Tierärztin oder Feuerwehrmann werden wollte, sind es heute Berufe wie Model und Popstar, die den Traum vieler Kinder und Jugendlicher darstellt. Das Ziel ist es, ein Teil dieser Gruppe von Menschen zu sein, die bewundert und angehimmelt werden. Wir können also deutlich das Nachahmungsprinzip, das Bedürfnis nach Eingliederung und Zusammengehörigkeit erkennen.

Doch wo können wir an dieser Stelle die Differenzierung wiederfinden? Mit dieser Fragestellung sind wir auch bei dem Knackpunkt der ganzen Geschichte angekommen. Da das Schlanksein, das eigentliche Ziel ist und nicht etwa die Magersucht und die Magersucht wiederum die Folge der etwaigen Differenzierung ist, weil man immer noch schlanker als seine Mitstreiter sein möchte und dann psychisch bedingt in die Magersucht abdriftet, ist also höchstens der Schlankheits- und Schönheitswahn als Mode zu bezeichnen, nicht aber die Magersucht an sich.

[...]

Ende der Leseprobe aus 4 Seiten

Details

Titel
Ausarbeitung zum Text von Georg Simmel "Die Mode"
Untertitel
Grundzüge der Soziologie
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Note
1,5
Autor
Jahr
2010
Seiten
4
Katalognummer
V202365
ISBN (eBook)
9783656286523
Dateigröße
454 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Soziologie, Georg Simmel, Die Mode, Magersucht
Arbeit zitieren
Jacqueline Kohlhausen (Autor), 2010, Ausarbeitung zum Text von Georg Simmel "Die Mode", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202365

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