Mode entsteht für Simmel durch den Dualismus zwischen den Bedürfnissen der Nachahmung und der Absonderung. Dadurch wird eine sich ständig wiederholende Kettenreaktion ausgelöst. Dieses Phänomen ist vor allen Dingen zwischen den Schichten zu beobachten, das bedeutet, die unteren Schichten sind stets dahingehend bestrebt, es den höheren Schichten gleichzutun und im gleichen Zug sind diese sozusagen auf der Flucht und versuchen sich abzugrenzen, wodurch dann letztendlich eine neue Mode entsteht.
Laut Simmel ist Mode also ein Produkt der Klassenunterschiede, denn ohne eine, in Klassen unterteilte Gesellschaft, kann keine Mode entstehen......
Inhaltsverzeichnis
1. Modebegriff
2. Ausführungen Mode – Magersucht
3. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht Georg Simmels soziologische Theorie der Mode und wendet diese auf das zeitgenössische Phänomen der Magersucht an, um zu prüfen, inwieweit der Modemechanismus hierbei greift oder an seine Grenzen stößt.
- Dualismus von Nachahmung und Absonderung nach Simmel
- Die Wirkungsweise des Trickle-Down-Effekts in der Gesellschaft
- Analyse des Schlankheitswahns als modisches Phänomen
- Mode als Machtinstrument und psychologische Komponente
Auszug aus dem Buch
Ausführungen Mode – Magersucht:
Wo es im Mittelalter üblich war, als Frau korpulent zu sein, um den Reichtum des Mannes bzw. der gesamten Familie, durch ihre Leibesfülle zu repräsentieren, so hat sich heutzutage ein Trend in die entgegen gesetzte Richtung durchgesetzt. Die Vorstellung von Idealmaßen der Größenordnung 90-60-90 hat sich verbreitet wie ein Lauffeuer und ist vor allem in der Modelbranche entscheidend. Der Wahn möglichst schlank zu sein, dem Idealbild zu entsprechen, hat sich in vielen Bereichen so weit dramatisiert, dass junge Menschen, und nein, hier spreche ich nicht nur von Mädchen, sich auf ihr angebliches Idealgewicht herunter hungern und so sehr schnell in die Magersucht abdriften.
An dieser Stelle stellt sich nun die Frage, wo kommt diese Vorstellung her, wer hat dieses angebliche Idealbild erschaffen, wieso ist es für viele so erstrebenswert und was führt dazu, dass sich Leute zu Tode hungern, nur um anderen vermeintlich zu gefallen?
Von den Schönen und Reichen vorgegeben, sei es durch Schönheitsoperationen, hartes Personaltraining, oder das ausnahmslose herunter Hungern, sind makellose und vor allem schlanke Körper. Auch die Modelbranche wird von hübschen und schlanken Menschen dominiert. Das Idealbild hat sich gewandelt und wurde von den einflussreichen, trendsetzenden Stars verbreitet und zum anzustrebenden, aber häufig nur schwer zu erreichendem Ziel aller gemacht. Bereits hier ist also der Trickle-Down-Effekt erkennbar.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Modebegriff: In diesem Kapitel wird Simmels soziologischer Modebegriff erläutert, der auf dem ständigen Wechselspiel zwischen dem Bedürfnis nach Nachahmung und dem Wunsch nach individueller Abgrenzung basiert.
2. Ausführungen Mode – Magersucht: Der theoretische Rahmen wird auf das aktuelle Beispiel der Magersucht übertragen, wobei untersucht wird, ob dieser Körperkult als Modeerscheinung gemäß dem Nachahmungsprinzip klassifiziert werden kann.
3. Resümee: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion über das Machtpotenzial von Mode und warnt davor, Mode lediglich auf den Bereich der Kleidung zu reduzieren.
Schlüsselwörter
Georg Simmel, Mode, Soziologie, Nachahmung, Absonderung, Trickle-Down-Effekt, Schlankheitswahn, Magersucht, Idealbild, Klassenunterschiede, Konformität, Machtinstrument, Gesellschaft, Differenzierung, Schönheitsideal
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Ausarbeitung befasst sich mit der soziologischen Analyse von Georg Simmels Text "Die Mode" und dessen Anwendung auf moderne gesellschaftliche Phänomene.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Spannungsfeld zwischen Nachahmung und Abgrenzung, dem Trickle-Down-Effekt sowie der kritischen Betrachtung von Schönheitsidealen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob der Schlankheitswahn und die daraus resultierende Magersucht als modisches Phänomen nach der Theorie von Simmel betrachtet werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine interpretative Analyse, bei der sie klassische soziologische Theorien auf aktuelle gesellschaftliche Beobachtungen überträgt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Übertragung des "Modebegriffs" auf den modernen Schönheits- und Schlankheitswahn sowie der Frage nach den gesellschaftlichen Vorbildern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere der Dualismus, der Trickle-Down-Effekt, die soziale Differenzierung und die Macht der Mode.
Warum unterscheidet die Autorin zwischen Schlanksein und Magersucht?
Die Autorin argumentiert, dass das "Schlanksein" als Ziel den Modemechanismus der Nachahmung erfüllt, während die psychisch bedingte Magersucht als extreme Folge dieses Prozesses diesen Mechanismus transzendiert.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Gefahr von Mode?
Sie betont, dass Mode als Machtinstrument fungieren kann, das Menschen zur Manipulation verleitet und in extremen Fällen verheerende gesellschaftliche Folgen haben kann.
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- Jacqueline Kohlhausen (Autor), 2010, Ausarbeitung zum Text von Georg Simmel "Die Mode", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202365