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Musikmissbrauch im Dritten Reich. Musik als NS-Propaganda

Title: Musikmissbrauch im Dritten Reich. Musik als NS-Propaganda

Seminar Paper , 2010 , 17 Pages , Grade: 1

Autor:in: Fabian Halbig (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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Zentrale Frage dieser Arbeit ist, wie Musik zur Verherrlichung der nationalsozialistischen Ideologie im Dritten Reich eingesetzt und missbraucht werden konnte.

Musik hatte innerhalb der NS-Diktatur einen sehr hohen Stellenwert. Die Frage, warum gerade Musik so wichtig für die Umsetzung nationalsozialistischer Ideologien war, lässt sich beantworten, wenn man das Wesen der Musik genauer betrachtet: In fast allen Formen menschlicher Gesellschaft ist sie ein integraler Faktor, d.h. indem Singen ein körperliches Wohlgefühl darstellt, kann sie sowohl auf die Psyche, also die Innenwelt eines Menschen, als auch auf die Außenwelt, z.B. das Geschehen innerhalb der Gesellschaft, wirken. Musik kann so identitätsfördernd und -stiftend sein und stellt somit in seiner alltäglichen Verwendung ein geeignetes Mittel zur Verbreitung von Ideologien dar.

Diese Funktionalität nützten und missbrauchten die Nationalsozialisten, um die von ihnen formulierten Ziele eines NS-Staates zu verwirklichen. Nun stellt sich die Frage: Wie konnte die in der heutigen Zeit meist nur aus Gründen der Unterhaltung konsumierte Musik auf politische Ziele umgedeutet und als sog. Machtinstrument verwendet werden und dabei auch die ihr eigene Vielfältigkeit verlieren?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Musik in ihrem Wesen als sinnvolles Mittel der NS-Propaganda

2. Musikmissbrauch im Dritten Reich

2.1. Politische Organisation des Musikwesens im Dritten Reich

2.1.1. Reichsmusikkammer als größte Einzelkammer der Reichskulturkammer

2.1.2. Stellung der Musik innerhalb der nationalsozialistischen Politik

2.2. Merkmale der deutschen Tonkunst

2.2.1. Kennzeichen der Vertonung

2.2.2. Merkmale der textlichen Gestaltung

2.3. Entartete Musik: Ansatzlose Unterdrückung durch die NS-Diktatur

2.3.1. Beantwortung der Frage: Was war entartete Musik

2.3.2. Umgang mit entarteter Musik und deren Künstlern

2.4. Die Rolle des Bayreuther Festspielhauses in der NS-Zeit

2.5. Funktion der Musik hinsichtlich Ausübung der NS-Ideologie

2.5.1. Aufstellen von Hierarchien und gesellschaftlichen Rollenverteilungen

2.5.2. Unterdrückung und Ausschaltung von Andersartigem

2.5.3. Vermittlung einer Volksgemeinschaft

3. Enge Verzahnung von Musik und Politik seit der Antike

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Musik im Dritten Reich gezielt instrumentalisiert wurde, um nationalsozialistische Ideologien zu verbreiten, das Volk zu indoktrinieren und bestehende Machtstrukturen zu festigen. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich dabei mit den Mechanismen, durch die Unterhaltungsmusik in ein politisches Machtinstrument umgewandelt wurde und wie dies den Verlust künstlerischer Vielfalt zur Folge hatte.

  • Strukturelle Organisation des Musiklebens durch die Reichsmusikkammer.
  • Analyse musikalischer und lyrischer Merkmale der nationalsozialistischen Propaganda.
  • Systematische Unterdrückung und Verfolgung sog. entarteter Musik und ihrer Schöpfer.
  • Die Rolle von Kultureinrichtungen, wie dem Bayreuther Festspielhaus, zur ideologischen Repräsentation.
  • Einfluss der Musik auf die Konstruktion einer Volksgemeinschaft und die Indoktrination der Jugend.

Auszug aus dem Buch

2.1.1. Reichsmusikkammer als größte Einzelkammer der Reichskulturkammer

Um den Musikmissbrauch im Dritten Reich aufarbeiten zu können, ist es wichtig, die politische Grundstruktur des Musikwesens in der Zeit von 1933 bis 1945 zu verstehen. Dieses wurde in Form der Reichsmusikkammer (RMK), gegründet am 22. September 1933, zentral verwaltet, deren Aufgabe einerseits die Überwachung der Musikschaffenden im Sinne eines gleichgerichteten, regimekonformen Kulturlebens und andererseits die Säuberung der deutschen Musik von ausländischem und vor allem jüdischem Einfluss war. Allein die Tatsache, dass die RMK nach der Mitgliederzahl die größte Einzelkammer der Reichskulturkammer, also der obersten Institution zur Kontrolle des nationalsozialistischen Kulturlebens, war, zeigt die enorme Wichtigkeit der Musik innerhalb der nationalsozialistischen Politik. Bereits Ende 1935 waren unter der Präsidentschaft von Peter Raabe in ihr 100.000 Einzelpersonen sowie 38.000 Vereine organisiert, was nicht zuletzt an Raabes berühmten Vorgänger, Richard Strauss, lag, der als bedeutende Autorität Vertrauen der Musiker gegenüber der neu eingerichteten Institution geschaffen hatte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Musik in ihrem Wesen als sinnvolles Mittel der NS-Propaganda: Dieses Kapitel erläutert die psychologische Wirkung von Musik als identitätsstiftendes Element und führt in ihre Nutzung als Propagandainstrument ein.

2. Musikmissbrauch im Dritten Reich: Hier werden die organisatorischen Rahmenbedingungen, die Instrumentalisierung von Musik zur Ideologievermittlung, die Unterdrückung missliebiger Kunstformen sowie die Vereinnahmung prestigeträchtiger Orte wie Bayreuth detailliert analysiert.

3. Enge Verzahnung von Musik und Politik seit der Antike: Dieses Kapitel bettet die im Nationalsozialismus beobachteten Phänomene in den breiteren, historischen Kontext der wechselseitigen Beeinflussung von Kultur und Politik seit der Antike ein.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, NS-Propaganda, Reichsmusikkammer, Musikmissbrauch, entartete Musik, Volksgemeinschaft, Indoktrination, Musikpolitik, Richard Wagner, Bayreuther Festspiele, Kulturkontrolle, Gleichschaltung, Identitätsstiftung, Ideologie, Musikgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Instrumentalisierung der Musik im Dritten Reich durch die Nationalsozialisten und wie diese als Mittel zur ideologischen Gleichschaltung und Propaganda genutzt wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Themenfelder umfassen die politische Organisation des Musikwesens, die Merkmale nationalsozialistischer Musik, den Umgang mit entarteter Musik und die Funktion von Musik bei der Etablierung des Führerkults und der Volksgemeinschaft.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es zu analysieren, wie Musik von einem Unterhaltungsmedium in ein politisches Machtinstrument umgewandelt wurde und welche Auswirkungen dies auf die Vielfalt des Musiklebens hatte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung historischer Quellen, Dokumente und zeitgenössischer Berichte über das Musikleben im Nationalsozialismus.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Rolle der Reichsmusikkammer, die ästhetischen Merkmale regimetreuer Musik, die Verfolgung von Künstlern sowie die Bedeutung des Bayreuther Festspielhauses für die Selbstdarstellung des Regimes behandelt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind NS-Propaganda, Reichsmusikkammer, Volksgemeinschaft, entartete Musik und kulturelle Indoktrination.

Wie wurde das Bayreuther Festspielhaus konkret vom Regime vereinnahmt?

Das Regime unterstützte die Festspiele finanziell und nutzte sie als Plattform zur pompösen Selbstdarstellung sowie zur Vermittlung ideologischer Inhalte unter Hitlers persönlicher Kontrolle.

Welche Rolle spielte der Rundfunk oder der Musikunterricht in diesem Prozess?

Musik wurde im Schulunterricht und in Organisationen wie der Hitlerjugend als Erziehungsmittel eingesetzt, um durch permanentes Lernen und Reproduzieren eine unkritische, kollektive Identifikation mit dem NS-Staat zu erzeugen.

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Details

Title
Musikmissbrauch im Dritten Reich. Musik als NS-Propaganda
Grade
1
Author
Fabian Halbig (Author)
Publication Year
2010
Pages
17
Catalog Number
V202373
ISBN (eBook)
9783668177321
ISBN (Book)
9783668177338
Language
German
Tags
musikmissbrauch dritten reich musik ns-propaganda
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Fabian Halbig (Author), 2010, Musikmissbrauch im Dritten Reich. Musik als NS-Propaganda, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202373
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