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Tierethik im Islam

Titel: Tierethik im Islam

Hausarbeit , 2008 , 20 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Sarah Merrett (Autor:in)

Theologie - Vergleichende Religionswissenschaft
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit wird der Versuch angestellt, einige Koranverse bzw. Hadithe herauszufiltern, die uns mehr Auskunft über die Rechte der Tiere aus islamischer Perspektive geben. Selbstverständlich kann der Islam nicht als Monolith betrachtet werden, denn genauso wie in allen anderen Religionen gibt es auch im Islam abermals viele Strömungen, die demzufolge bezüglich vieler Aspekte unterschiedliche Erklärungen und Interpretationen mit sich bringen. Aus diesem Grund sollte man unbedingt differenziert an die Sache rangehen und nicht von „der Tierethik“ sprechen, da es bei dieser Thematik, wie auch bei vielen anderen Aspekten des Islam, einige – wenn auch nicht viele – verschiedene Ansichten gibt. Um jedoch in all dieser Vielfalt nicht den Überblick zu verlieren, möchte ich zunächst einmal einige ausgewählte Qur’anverse und Hadithe nennen, die um Tiere und Tierethik handeln. Dazu möchte ich diejenige Interpretation darstellen, die von der Mehrheit der Muslime anerkannt ist. Auch bei der Auswahl der Quellen habe ich mich darauf beschränkt, was die Mehrheit der Muslime, die Sunniten, als authentisch ansehen, nämlich den Qur’an und die Sunna – denn es gibt selbst hier verschiedene Meinungen darüber, was nun als gesicherte Quelle gilt und was nicht. So gibt es beispielsweise einige Richtungen, in denen die Meinung vertreten wird, dass die Sunna des Propheten Mohammed lediglich als Tradition, keinesfalls aber als 2. Quelle des islamischen Rechts angesehen werden darf.1 Andere wiederum, wie etwa die Schiiten, erkennen einige Hadithe nicht als sahih, also gesund/ authentisch, an, was dazu führt, dass sie eine „eigene Sunna“, bzw. Hadithsammlung haben.2 Unter den Schiiten gibt es wiederum selbst beim Qur’an einige wenige, die den Standardtext des Qur’an nicht akzeptieren, sondern der Meinung sind, dass „die Feinde Alis“ den „Originaltext“ etwas geändert hätten.3 Nachdem ich also die mehrheitliche Meinung zum Thema „Tierethik im Islam“, die in zwei verschiedenen Kapiteln nach Quellen sortiert erfolgen soll, dargestellt habe, möchte ich einen Einblick geben über alternative Meinungen und moderne Debatten zu dieser Thematik. Hier soll vor allem diskutiert werden, in welchen Punkten es in der Vergangenheit aber auch heute noch unterschiedliche Meinungen unter den Gelehrten gab/gibt und wie die jeweilige Position argumentiert. Zum Schluss werde ich dann in einem Fazit die Hauptargumente dieser Arbeit zusammenstellen und meine persönliche Schlussfolgerung daraus ziehen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Tiere im Qur’an

2.1 „Das Schicksal der Tiere“

2.2 Die Stellung der Tiere

2.3 Das Nutzen der Tiere

2.3.1 Das Tier als Nahrungsmittel

2.3.1.1 Reine und unreine Tiere

3. Tiere in der Sunna

3.1 Die Abgrenzung des Menschen von dem Tier

3.2 Tierrechte

3.2.1 Die Wichtigkeit des guten Umgangs mit den Tieren

3.2.2 Die Rechte des Nutztieres

3.2.2.1 Beispiel: Schlachtvorschriften

4. Alternative Meinungen und moderne Debatten

5. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Thema „Tierethik im Islam“, indem sie die zwei Hauptquellen des islamischen Glaubens – den Qur’an und die Sunna – analysiert, um ein tieferes Verständnis für den ethisch korrekten Umgang mit Tieren nach islamischem Maßstab zu entwickeln.

  • Stellung der Tiere im Qur’an und deren Schicksal nach dem Tod.
  • Die Funktion und Nutzung von Tieren durch den Menschen unter Berücksichtigung von Speisevorschriften.
  • Handlungsanweisungen der Sunna zum respektvollen Umgang mit Tieren und Tierschutzaspekte.
  • Islamische Schlachtvorschriften und die Debatte um die Betäubung.
  • Moderne Diskurslinien und alternative Ansätze innerhalb des islamischen Rechtsverständnisses.

Auszug aus dem Buch

3.2.2.1 Beispiel: Schlachtvorschriften

Hier soll nun ein spezielles Tierrecht dargestellt werden, was womöglich auf dem ersten Blick nicht unbedingt als ein solches betrachtet wird. Nicht nur Vegetarier, sondern auch viele Nicht-Vegetarier stufen die islamische Methode des Schlachtens oft als inhuman und unzumutbar ein. Nach islamischer Auffassung erfolgt diese Schächtung jedoch nicht nur deshalb, damit das Blut komplett entrinnt, sondern auch, damit das Tier ein Minimum an Leiden durchlebt.

Wie sieht nun genau das islamische Schächten aus?

Abgesehen von den rituellen Elementen der Schächtung, wie etwa das Ausrufen von „Bismillah“ (im Namen Gottes) beim Schnitt durch die Kehle, schreibt der Islam zunächst einmal vor, genaue Kenntnisse über die Schlachtvorschriften zu haben. Somit ist es nicht jedem gestattet, ein Tier zu schlachten. Dies geht hervor aus folgendem Hadith:

„If one wishes to slaughter an animal, let him prepare for it“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Tierethik im Islam und Darlegung der methodischen Vorgehensweise anhand der Primärquellen.

2. Tiere im Qur’an: Analyse der quranischen Perspektive auf das Schicksal, die Stellung und den Nutzen der Tiere für den Menschen.

2.1 „Das Schicksal der Tiere“: Untersuchung der Frage nach dem freien Willen von Tieren und ihrer Rolle am Tag des Jüngsten Gerichts.

2.2 Die Stellung der Tiere: Erörterung der Gleichheit aller Wesen vor Gott und der Unterordnung der Tiere unter den Menschen.

2.3 Das Nutzen der Tiere: Betrachtung von Tieren als Nahrungsmittel sowie als Zeichen göttlicher Macht und Ästhetik.

2.3.1 Das Tier als Nahrungsmittel: Auseinandersetzung mit der Erlaubnis zum Verzehr von Tierfleisch unter Berücksichtigung verschiedener Strömungen.

2.3.1.1 Reine und unreine Tiere: Definition der Kategorien von erlaubten und verbotenen Nahrungsmitteln im islamischen Kontext.

3. Tiere in der Sunna: Vorstellung der Handlungsanweisungen aus den Hadith-Sammlungen zum praktischen Umgang mit Tieren.

3.1 Die Abgrenzung des Menschen von dem Tier: Analyse von Überlieferungen, die den Menschen auffordern, sich in seinem Verhalten vom Tier zu distanzieren.

3.2 Tierrechte: Darstellung des Verbots von Tierquälerei und der ethischen Verantwortung des Menschen.

3.2.1 Die Wichtigkeit des guten Umgangs mit den Tieren: Erläuterung der spirituellen Konsequenzen für den Menschen bei gutem oder schlechtem Verhalten gegenüber Tieren.

3.2.2 Die Rechte des Nutztieres: Fokus auf die Pflichten des Halters gegenüber Nutztieren hinsichtlich Fürsorge und Wohlbefinden.

3.2.1.1 Beispiel: Schlachtvorschriften: Detaillierte Betrachtung der rituellen und ethischen Anforderungen an den Schlachtvorgang im Islam.

4. Alternative Meinungen und moderne Debatten: Diskussion aktueller Kontroversen, insbesondere zur Betäubung und zum vegetarischen Lebensstil unter Muslimen.

5. Fazit: Zusammenfassende Reflexion über die Bedeutung der Tierethik im islamischen Kontext und Ausblick auf die individuelle Entscheidungsfindung.

Schlüsselwörter

Tierethik, Islam, Qur’an, Sunna, Hadith, Schlachtvorschriften, Tierschutz, Nutztiere, Tierquälerei, Religionsrecht, Speisevorschriften, Halal, Betäubung, Anthropozentrismus, Schächten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der islamischen Tierethik und untersucht, wie der Umgang mit Tieren in den Hauptquellen des Islam, dem Qur’an und der Sunna, definiert ist.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die Schwerpunkte liegen auf der quranischen Sichtweise auf Tiere, den Anweisungen in der Sunna zum respektvollen Umgang mit Lebewesen sowie der heutigen Debatte um Schlachtpraktiken.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, welche Rechte Tieren im Islam zugesprochen werden und wie diese ethischen Grundsätze in das tägliche Leben und die modernen Debatten integriert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine Literatur- und Quellenanalyse durch, indem er authentische Hadith-Sammlungen und den Qur’an interpretiert und in einen ethischen Kontext stellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von quranischen Versen zur Tierstellung und die konkreten Handlungsanweisungen aus der Sunna zu Tierwohl und Schlachtethik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Tierethik, Islam, Schächten, Halal, Hadith, Sunna und Tierschutz beschreiben den Kerninhalt der Publikation treffend.

Wie unterscheidet sich die Perspektive der Sunna von der des Qur’an bezüglich Tieren?

Während der Qur’an eher allgemeine Prinzipien und die Rolle des Menschen betont, bietet die Sunna durch konkrete Hadithe detailliertere Handlungsanweisungen für den Alltag im Umgang mit Tieren.

Welche Bedeutung haben Schlachtvorschriften für die moderne islamische Debatte?

Die Debatte um das Schächten ist hochaktuell, da sie ethische Anforderungen an das Tierwohl mit den rituellen Vorgaben verbindet und in modernen Rechtsstaaten häufig zu Diskussionen über Betäubungsmethoden führt.

Wie gehen Gelehrte mit der Frage um, ob Tiere eine Seele besitzen?

Es existieren unterschiedliche Strömungen; einige interpretieren das Tier als ein dem Menschen untergeordnetes Wesen ohne freies Seelenheil, während andere die Rolle des Tieres als Geschöpf Gottes hervorheben.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Tierethik im Islam
Hochschule
Universität Bayreuth
Note
1,7
Autor
Sarah Merrett (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
20
Katalognummer
V202445
ISBN (eBook)
9783656285793
ISBN (Buch)
9783656285946
Sprache
Deutsch
Schlagworte
tierethik islam
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sarah Merrett (Autor:in), 2008, Tierethik im Islam, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202445
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Leseprobe aus  20  Seiten
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