Die Küstenmorphologie des Wattenmeeres hat sich seit der Entstehung vor etwa 6000 Jahren verändert. Das Wattenmeer ist eines der bedeutendsten Gezeitengebiete der Welt mit einer einzigartigen Flora und Fauna. Trotz der täglich veränderten Lebensbedingungen durch Gezeiten und Wetter haben sich viele Tierarten wie Fische, Säugetiere und Vögen an den Raum angepasst (vgl. GÄTJE & REISE 1998, S. 1). „Das Ökosystem übt eine Vielzahl wichtiger Funktionen aus. Es dient Zugvögeln als Rast- und Futterplatz, Fischen als Kinderstube, gestressten Großstädtern als Erholungsort, Schiffen als Transportweg, Naturfreunden zur Beobachtung und Wissenschaftlern als Gelegenheit, das Wissen über die komplexen Vorgänge in Ökosystemen zu vermehren“ (ASMUS & RUTH 1994, S. 122). Neben den natürlichen Umweltveränderungen des Wattenmeeres ist der Mensch ein wichtiger Einflussfaktor, indem er in das Ökosystem eingreift und dieses verändert. Zum Schutz dieses Naturraums in der Zukunft wurde das Wattenmeer u.a. als Nationalpark erklärt. Am Beispiel des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer wird diese Arbeit näher auf die Flora und Fauna eingehen.
Im zweiten Teil der Hausarbeit folgt die fachdidaktische Ausarbeitung. Am Beispiel von Schleswig-Holstein und Hessen wurden Lehrpläne und Lehrbücher analysiert, um die Relevanz des Ökosystem Nordsee-Wattenmeer im Unterricht zu veranschaulichen. Eine ausgearbeitete Unterrichtsstunde zur Einführung in den Lebensraum Wattenmeer soll Anregungen über die Umsetzung im Unterricht bieten.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
TEIL A: Fachwissenschaftliche Betrachtungen
1. Einflussfaktoren
2. Die Bewohner des Wattenmeeres
3. Das Watt als Lebensraum
3.1 Flora
3.2 Fauna
4. Der Kreislauf im Wattenmeer
5. Der Einfluss des Menschen auf das Wattenmeer
5.1 Schadstoffe im Wattenmeer
5.2 Fischerei im Wattenmeer
5.3 Schiffsverkehr
5.4 Tourismus
5.5 Die Einrichtung von Nationalparks - Beispiel Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer
5.5.1 Allgemein
5.5.2 Landschaftstypen und Vegetation
5.5.3 Fauna
TEIL B: Fachdidaktische Betrachtungen
1. Lehrplananalyse
2. Lehrbuchanalyse
2.1 Lehrbuchanalyse Terra Erdkunde für Schleswig-Holstein, 5./6. Klasse für Gymnasien
2.2 Lehrbuchanalyse Terra Erdkunde für Hessen - Band 1 für Gymnasien
3. Unterrichtsentwurf: Einführung in den Lebensraum Wattenmeer (Klasse 5)
3.1 Vorbereitung
3.2 Verlaufsplanung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Ökosystem Wattenmeer unter Berücksichtigung seiner ökologischen Bedeutung und der anthropogenen Einflüsse. Ziel ist es, die Relevanz dieses Naturraums für den Geographieunterricht darzulegen und fachdidaktische Konzepte zur Vermittlung in der 5. Jahrgangsstufe zu entwickeln.
- Ökologische Merkmale und Bewohner des Wattenmeeres
- Menschliche Eingriffe (Schadstoffe, Fischerei, Schiffsverkehr, Tourismus)
- Analyse der nationalparkbezogenen Schutzmaßnahmen
- Vergleichende Lehrplan- und Lehrbuchanalyse (Schleswig-Holstein vs. Hessen)
- Didaktische Umsetzung in Form eines Unterrichtsentwurfs
Auszug aus dem Buch
Die Bewohner des Wattenmeeres
Nach EXO (1994, S. 261) wird das Wattengebiet von mehr als 50 Vogelarten zur Brut, Rast, Mauser und Überwinterung genutzt. Für Vögel ist das Wattenmeer ein nahrungs- und abwechslungsreiches Gebiet und dient dabei Zugvögeln als Zwischenstopp zur Nahrungsaufnahme zwischen den Brutgebieten in der Arktis und dem Winterquartier in Afrika (EXO 1994, S. 261). Es unterscheidet sich mit den zwei Faktoren nass und salzig vom Festland. Jede Nahrungsaufnahme im Watt bedeutet für Vögel auch die Aufnahme von Salz. Die Eiderenter nimmt etwa 40 bis 60 g Salz pro Tag mit der Nahrung zu sich. Weder die menschliche Niere noch die Vogelniere können so große Mengen Salz verarbeiten, „jedoch (besitzen Vögel) am Kopf über den Augenhöhlen ein Paar Drüsen, die das überschüssige Salz rasch aus dem Blut entfernen können“ (SWENNEN 1977, S. 149).
Mit der für Vögel typischen Schüttelbewegung des Kopfes wird die Salzlösung von Nase und Schnabelspitze entfernt. Wenige Arten wie Möwen oder Ringelgänse fliegen bei Bedarf zu Süßwasserflächen um zu trinken, die meisten Arten nutzen aber salzhaltiges Seewasser. Das Gefieder der Wattvögel ist bei hoher Oberflächenspannung wasserabweisend und bei trockenem Federkleid auch wärmeisolierend. Die Federn verschließen sich bei tauchenden Vögeln dicht zusammen und verhindern ein Eindringen des Wassers. „Gegen Flüssigkeiten mit niedriger Oberflächenspannung wie Alkohol, Benzin oder Öl besitzt das Federkleid überhaupt keinen Schutz; diese Stoffe dringen sofort durch die Federn und verdrängen dort die Luft“ (SWENNEN 1977, S. 149).
Zusammenfassung der Kapitel
Einflussfaktoren: Dieses Kapitel erläutert die abiotischen Faktoren wie Wasserbewegung und Temperatur, die maßgeblich die Lebensbedingungen im Wattenmeer prägen.
Die Bewohner des Wattenmeeres: Es wird die Bedeutung des Wattenmeeres für verschiedene Tierarten beschrieben, mit Fokus auf die Anpassung von Vögeln und Fischen an den Lebensraum.
Das Watt als Lebensraum: Fokus auf die floristische und faunistische Vielfalt der Inseln und die ökologische Bedeutung verschiedener Biotope wie Dünen und Vorländer.
Der Kreislauf im Wattenmeer: Darstellung der Nahrungsketten und des Energieflusses vom pflanzlichen Ausgangsmaterial bis hin zu den Prädatoren.
Der Einfluss des Menschen auf das Wattenmeer: Analyse anthropogener Belastungen durch Umweltverschmutzung, Fischerei, Schifffahrt und Tourismus sowie die daraus resultierenden Schutzbemühungen.
Lehrplananalyse: Vergleich der curricularen Anforderungen in Schleswig-Holstein und Hessen hinsichtlich der Thematisierung von Küstenräumen in der 5. Jahrgangsstufe.
Lehrbuchanalyse: Untersuchung der fachlichen Aufbereitung des Themas "Wattenmeer" in verschiedenen Terra-Lehrbüchern für Gymnasien.
Unterrichtsentwurf: Einführung in den Lebensraum Wattenmeer (Klasse 5): Praktische Konzeption einer Unterrichtsreihe zur Einführung in die Ökologie des Wattenmeeres mittels Gruppenarbeit.
Schlüsselwörter
Wattenmeer, Ökosystem, Gezeiten, Naturschutz, Nationalpark, Flora, Fauna, Biodiversität, Lehrplananalyse, Didaktik, Geographieunterricht, Schadstoffe, Fischerei, Tourismus, Seehund.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Ökosystem Wattenmeer als schützenswerten Naturraum und dessen fächerübergreifender Vermittlung im Geographieunterricht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den natürlichen Rahmenbedingungen (Einflussfaktoren, Flora, Fauna), den menschlichen Eingriffen und den didaktischen Möglichkeiten der Unterrichtsgestaltung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die ökologische Komplexität des Wattenmeeres aufzuzeigen und Strategien zu entwickeln, wie dieses Wissen effektiv in den Lehrplan der 5. Klasse integriert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Kombination aus Literaturrecherche, Analyse vorhandener Lehrpläne sowie eine kritische Untersuchung von Schulbuchinhalten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in fachwissenschaftliche Betrachtungen des Ökosystems Wattenmeer und den fachdidaktischen Teil mit Lehrplan- und Schulbuchanalysen sowie einem konkreten Unterrichtsentwurf.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Wattenmeer, Ökosystem, Naturschutz, Nationalpark, Didaktik und Geographieunterricht definiert.
Warum ist der Vergleich zwischen Schleswig-Holstein und Hessen relevant?
Der Vergleich verdeutlicht die unterschiedlichen Schwerpunkte in der Lehrplanvorgabe: Während Schleswig-Holstein das Thema aufgrund des direkten regionalen Bezugs vertieft behandelt, erfolgt die Aufbereitung in Hessen allgemeiner.
Welche Rolle spielt der Nationalpark in diesem Dokument?
Der Nationalpark wird als zentrale Schutzmaßnahme analysiert, wobei auch der Zielkonflikt zwischen Naturschutz und wirtschaftlicher Nutzung (Tourismus) thematisiert wird.
- Citation du texte
- Tina Hellwig (Auteur), 2011, Die Geoökosysteme des Nordsee-Wattenmeeres - Fachwissenschaftliche und fachdidaktische Betrachtungen mit Unterrichtsentwurf, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202486