Die im Mittelalter entstandenen Werke Diego de San Pedros und Fernando de Rojas gehören beide zu den wichtigsten und einflussreichsten Werken spanischer Geschichte und haben einen besonderen Stellenwert für die Weltliteratur. Besonders auffällig ist die Ausgestaltung der Liebe in den jeweiligen Werken. Obwohl temporär nicht allzu viel Raum zwischen den beiden Werken zu liegen scheint, ist die Form der Liebeskonzeption verschiedenartig ausgearbeitet und thematisiert. Diese Hausarbeit soll sich mit den gegensätzlichen Liebesthematiken und Formen auseinandersetzen und die grundlegenden Unterschiede beider Werke darlegen. Besonderen Wert wird dabei auf die Rollenverteilung/ -ausarbeitung gelegt, der Schwerpunkt ist dabei der intertextuellen Analyse angedacht. Dieser Analyse wird natürlich eine gattungstheoretische Einordnung beider Werke vorangehen und den Stellenwert der Novela Sentimental bzw. der Tragicomedia zu seiner Zeit klären.
Inhaltsverzeichnis
0.Einleitung
1.Hauptteil
1.1 Zu den Autoren
1.2 Gattungseinordnung: Diego de San Pedros »Cárcel de Amor« und die Bedeutung der novela sentimental
2. Die Novela dialogada: Fernando de Rojas »La Celestina«
3. Fazit:
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die gegensätzlichen Liebesthematiken und Formen in den Werken von Diego de San Pedro und Fernando de Rojas, um die grundlegenden Unterschiede in der Rollenverteilung und Ausgestaltung durch eine intertextuelle Analyse aufzuzeigen.
- Gattungstheoretische Einordnung der Novela Sentimental und der Tragikomödie.
- Analyse der Liebeskonzeptionen und des Rollenbildes der Frau.
- Gegenüberstellung von gesellschaftlicher Ordnung und individueller Leidenschaft.
- Bedeutung der Werke als Gesellschaftskritik zur Zeit der Inquisition.
- Vergleich der Charaktere Leriano und Calisto als Symbole für höfische Normen vs. Realismus.
Auszug aus dem Buch
1.2 Gattungseinordnung: Diego de San Pedros »Cárcel de Amor« und die Bedeutung der novela sentimental
Die novela sentimental, die sich gegen Ende des 15. Jahrhunderts als vorherrschende Gattung etablierte, beschäftigt sich mit der Thematik der unglücklichen und unerwiderten Liebesbeziehung. Die Liebe und vor allem die Leidenschaft stehen in der novela sentimental im Vordergrund und bedienen sich allegorischer Gestalten und imaginärer Orte.
„Vor allem das Problem der unerwiderten, also unglücklichen Liebe, das seinerseits wieder aus dem Gegensatz zwischen dem egoistischen Begehren bzw. dem Besitzanspruch und der altruistischen Hingabe bzw. dem Respekt vor der Freiheit des anderen entsteht.“
Die bekanntesten und erfolgreichsten Romane seiner Zeit sind die des spanischen Autors Diego de San Pedro. Er veröffentlicht erstmals 1491 das Werk mit dem Titel Tractado de Amores de Arnalte y Lucenda, welches zu dem hier zu behandelnden Werk »Cárcel de Amor«, das ein Jahr später für die Leserschaft zugänglich gemacht wurde, sehr ähnlich ist und viele Parallelen aufweist. Sprachlich unterliegt es aber schon der Gramática de Nebrija (1492) und ist somit schon von einigen stilistischen Neuerungen geprägt. Die Thematik bleibt unverändert.
«Pero a pesar de esta clara renovación estilíctica, los materiales utilizados en ambas novelas son fundamentalmente medievales, «temas de la poesía amorosa de cancionero, costumbrismo cortesano, tipos novelísticos convencionales».
Zusammenfassung der Kapitel
0.Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung der Werke von Diego de San Pedro und Fernando de Rojas für die spanische Literaturgeschichte heraus und definiert das Ziel der intertextuellen Analyse sowie der gattungstheoretischen Einordnung.
1.Hauptteil: Dieser Abschnitt beleuchtet die Biografien der Autoren, ordnet die Werke gattungstheoretisch ein und analysiert die thematische Behandlung von Liebe, Leidenschaft und gesellschaftlicher Ordnung.
2. Die Novela dialogada: Fernando de Rojas »La Celestina«: Das Kapitel widmet sich der Einordnung der Celestina als novela dialogada und vergleicht ihre thematische Umsetzung des Scheiterns von Liebesbeziehungen mit dem Cárcel de Amor.
3. Fazit:: Das Fazit fasst zusammen, dass beide Werke einen bedeutenden Einschnitt für die Literatur ihrer Zeit markieren und als Spiegel der Moralität sowie als Gesellschaftskritik fungieren.
Schlüsselwörter
Spanische Literatur, Diego de San Pedro, Fernando de Rojas, Cárcel de Amor, La Celestina, Novela Sentimental, Novela dialogada, Liebeskonzeption, Inquisition, Conversos, Höfische Gesellschaft, Leidenschaft, Literaturgeschichte, Gattungstheorie, Gesellschaftskritik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert und vergleicht die Liebeskonzeptionen in den Werken von Diego de San Pedro und Fernando de Rojas im Kontext der spanischen Literatur des 15. Jahrhunderts.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die Darstellung unerwiderter Liebe, der Konflikt zwischen gesellschaftlichen Normen und individueller Leidenschaft sowie die Entwicklung des Frauenbildes.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, durch eine intertextuelle Analyse die gegensätzlichen Liebesthematiken und die gattungsspezifischen Unterschiede beider Autoren herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin oder der Autor verwendet eine intertextuelle Analyse gepaart mit einer gattungstheoretischen Einordnung der Primärwerke.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die biografische Einordnung der Autoren, die detaillierte Gattungsanalyse des Cárcel de Amor und eine eingehende Untersuchung der Celestina als novela dialogada.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Schlagworte sind Novela Sentimental, Tragikomödie, gesellschaftliche Ordnung, Leidenschaft, Inquisitionszeit und die literarische Rolle der Conversos.
Inwiefern beeinflusste die Inquisition die behandelten Werke?
Die Werke werden als Gesellschaftskritik interpretiert, die die prekäre Situation der Randgruppe der Conversos widerspiegelt und die Leibfeindlichkeit der damaligen Mehrheitsgesellschaft hinterfragt.
Wie unterscheidet sich das Frauenbild in der Celestina von früheren Werken?
Während in der frühen Literatur des 15. Jahrhunderts Frauen oft als Ursprung des Übels dargestellt wurden, zeigt die Celestina eine differenziertere Sichtweise, in der der Grundkonflikt eher im Widerstreit zwischen individueller Leidenschaft und Gesellschaft liegt.
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- Lisa Philipp (Autor), 2010, Darstellung der Liebe im Werk Diego de San Pedro und Fernando de Rojas, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202534