Mario Vargas Llosa: "Casa Verde" – eine Analyse der Zeitstruktur


Hausarbeit (Hauptseminar), 2010

30 Seiten, Note: 1,7

Agnes Thiel (Autor)


Leseprobe

Inhalt

Einleitung

Zeit in der Philosophie
1.1 Zeit in der Philosophie
1.2 Kants Konzept von Raum und Zeit in der KrV

2. Die Handlungsebene in casa verde
2.1 Vorbemerkungen zu casa verde
2.2 Die fünf Handlungsstränge in casa verde

3. Die Analyse der Zeitebenen in casa verde
3.1 Die Zeitachsen in casa verde
3.2 Analyse auf der Makroebene
3.3 Die Freilassung der Indiomädchen durch Bonifacia – eine Analyse auf der Mikroebene
3.4 Weitere Beispiele auf der Mikroebene
3.5 Weitere Aspekte der Zeitbetrachtung

4. Narrative Techniken und sprachliche Mittel in casa verde

Schlussbemerkungen

Literatur

Mario Vargas Llosa: Casa Verde

eine Analyse der Zeitstruktur

Einleitung

Mario Vargas Llosa (28. März 1936) ist der wohl international bekannteste peruanische Schriftsteller überhaupt. Im Laufe 60er Jahre, die als Boom-Jahre der südamerikanischen Literatur gelten,[1] schrieb er drei Romane: die Stadt und die Hunde (La ciudad y los perros, 1963), Das grüne Haus (casa verde, 1965) und Gespräche in der Kathedrale (Conversaciones en La Catedral, 1969). Während der erste Roman auf Grund seiner heiklen Thematik in der Hauptstadt öffentlich verbrannt wurde und so für öffentliches Aufsehen sorgte, gründet der literarische Ruhm Llosas auf seinem Zweitwerk: casa verde. Mit diesem Roman gewann er 1967 den Literaturpreis Premio Internacional de Novela Rómulo Gallegos ; selbst von seinen Kritikern, wie zum Beispiel Gerald Martin, wird er zu den bedeutendsten Romanen Lateinamerikas gezählt.[2]

In diesem Roman versucht Llosa sein literarisches Ideal, den totalen Roman, zu verwirklichen. Der totale Roman will in Anlehnung an Aristoteles´ Vorgabe in seiner Poetik Mimesis der Wirklichkeit sein, und auch er hat wie Aristoteles ausführt, Anfang, Mitte und Ende.[3] Trotz des Aufbrechens der Wirklichkeit in der Moderne, im nachmetaphysischen Zeitalter,[4] der Unübersichtlichkeit und Fragmentarität und des fehlenden einheitsstiftenden Bandes, des allgemeinen Werteverlustes und der Orientierungslosigkeit des modernen Menschen versucht der totale Roman dieser neuen Realität gerecht zu werden, indem er ein breites Spektrum an literarischen Stilmitteln verwendet, wie z. B. die nahezu simultane Beschreibung der Ereignis. Hervorzuheben sind auch die Techniken der Zeitpermutation, die Zeitraffung und -streckung, das Ineinanderschachteln von Geschichten, die u. a. Gegenstand dieser Arbeit sein sollen. Llosa definiert eine novela total wie folgt:

„Una < novela total > . Novela de caballerías, fantástica, histórica, militar, social, erótica, psicologica: todas esas cosas a la vez y ninguna de ellas exclusivamente, ni más ni menos que la realidad. Múltiple, admite diferentes y antagónicas lecturas y su naturaleza varía según el punto de vista que se elija para ordenar su caos.“[5]

Um der Komplexität der modernen Realität mit literarischen Mitteln noch gerecht werden zu können, muss auch der Autor mit einer Mannigfaltigkeit an komplexen Elementen schriftstellerisch arbeiten. In dieser Richtung sah Llosa sein Vorbild vor allem in Flaubert und Sartre.[6] Nur dann, so Llosa, habe ein Roman nach Llosa Glaubwürdigkeit (verosimiltud).

In dieser Seminararbeit soll in einem ersten Schritt der Versuch unternommen werden, die Zeit von philosophischer Seite aus zu beleuchten. (= Kap.1) Wegweiser werden hier vor allem Kants Ausführungen in der transzendentalen Ästhetik innerhalb seiner Kritik der reinen Vernunft sein. Kant meinte im Vorwort zur 2. Auflage, seine Ausführungen glichen einer kopernikanischen Wende in der Erkenntnisphilosophie; dass diese Wende nicht ohne Einfluss auf das Schreiben von Romanen blieb, soll die Analyse verdeutlichen. Im Anschluss daran (= 2. Kap.) werden wir die Handlungsebenen in casa verde vorstellen, um so eine Basis zu geben, um die im Anschluss (= 3. Kap.) daran folgende Analyse der Zeitebenen in den Mittelpunkt zu rücken. Unser besonderes Augenmerk liegt hierbei auf den auf der Makroebene beobachtbaren impliziten und expliziten Zeitpermutationen (Analepse und – eher selten – Prolepse) und auf den verschiedenen Arten der impliziten wie expliziten Zeitverflechtung. Wir werden darüber hinaus luzide zwischen der Makro- und der Mikroebene unterscheiden, um so in gleicher Weise einen Eindruck von Llosas Arbeitsweise auf beiden, sich wechselseitig ergänzenden Ebenen zu erhalten. Anhand einer Analyse konkreter Beispiele auf der Mikroebene soll nämlich das auf der Makroebene herausgearbeitete besser veranschaulicht werden. Im letzten Kapitel (= 4. Kap.) geben wir einen Überblick über die mannigfaltigen narrativen Techniken und sprachlichen Mittel geben, die Llosa in casa verde verwendet hat. Die Schlussbemerkungen fassen die Ergebnisse zusammen und ziehen ein Resümee.

1. Zeit in der Philosophie

1.1 Zeit in der Philosophie

Seit der Antike und hier vor allem seit Platon und Aristoteles beschäftigen sich Denker systematisch mit dem Thema Zeit. Während Platon und mit ihm große Teile des christlichen Mittelalters Zeit mit Zeitvergehen, mit Werden, Veränderbarkeit und ontologischer sowie gnoseologischer Defizienz assoziieren und in der Folge mit der Ewigkeit Gottes kontrastieren,[7] plädierte Aristoteles für ein Umschlagen von Zukunft (=Potenzialität) in Vergangenheit an einem Jetztpunkt (=Wirklichkeit) nũn. Zeit war für ihn weniger ontologisch bestimmt; vielmehr legte er das Gewicht auf die (diesseitige) Aneinanderreihung von Jetztpunkten zwischen Gegenwart, Zukunft und Vergangenheit. Die Gegenwart ist der Jetztpunkt des Umschlagens einer möglichen Zukunft in eine tatsächliche Gegenwart, die augenblicklich zur Vergangenheit wird. Damit kreierte er zugleich das Zeitstrahlmodell, bei dem die Zeitpunkte in beide Richtungen voranschreiten können und das allen für das Abendland typischen Fortschrittsmodellen, Entwicklungsgedanken bis hin zu Darwins Evolutionstheorie den Boden bereitete. Er setzte sich damit vom Kreislaufmodell, das Platon noch in seinen Dialogen thematisierte und das in vielen anderen religiös ausgerichteten Kulturen wie Indien favourisiert wird etc., dezidiert ab. Der natürliche, jahreszeitliche Kreislauf der Natur wird damit in ein die Natur übergreifendes, geradliniges Zeitverlaufsschema eingebettet.

Platon, Aristoteles und dem gesamten Mittelalter bis hin zu Kant ist darüber hinaus der „objektive“ Charakter von Zeit gemein. Danach geschehen Dinge in einem zeitlichen Nacheinander innerhalb eines (objektiven) Raumes. Diese „Containervorstellung“ von Raum und Zeit konnte erst von Einstein widerlegt werden, auch wenn unser Alltagsverständnis von raum-zeitlichen Vorgängen und Geschehensabläufen daran haftet. Erst Kants Neuansatz von Raum und Zeit hatte mittelfristig nachhaltige Folgen auch für die Art des Schreibens von Romanen. Deshalb seien an dieser Stelle Kants Grundgedanken in seiner transzendentalen Ästhetik vorgestellt.

1.2 Kants Konzept von Raum und Zeit in der KrV

In seiner Kritik der reinen Vernunft (KrV)[8] von 1781 verfolgt Kants Hauptziel, die Möglichkeit einer Metaphysik überhaupt zu ergründen. Dabei setzt er aber nicht wie die anderen Philosophen vor ihm den menschlichen Erkenntnisapparat, die Vernunft, als gegeben voraus, sondern prüft zunächst grundsätzlich deren Tragfähigkeit für eine mögliche Metaphysik, d.h. einem Denken, das sich mit Gott und der Unsterblichkeit der Seele beschäftigt. Zusammenfassend läßt sich sagen, dass Kant die Vernunft und deren Innenstruktur kritisch darauf hin untersucht, ob sie für eine (zukünftige) Metaphysik überhaupt geeignet ist. Hinter Kant können deshalb alle Metaphysik treibenden Philosophen nicht mehr zurück gehen. Das Ergebnis Kants ist bekannt: die theoretische Vernunft vermag nicht adäquat über Gott und Unsterblichkeit der Seele zu urteilen, aber die praktische Vernunft, die Kant in seiner darauf folgenden Schrift Kritik der praktischen Vernunft zum Gegenstand erhebt, sehr wohl.

Im Zuge seiner Beleuchtung der Innenstruktur der Vernunft erzielt Kant eines für die okzidendale Philosophie und Literatur Meilenstein setzendes Ergebnis, das sich im Kapitel der transzendentalen Ästhetik (= Theorie der Sinnlichkeit) wie folgt verstehen lässt: Zeit und Raum sind keine empirischen Begriffe, sondern sie liegen apriori im Menschen vorhanden jeder möglichen Anschauung zugrunde. (vgl. KrV B 49) Daraus folgt zugleich, dass Zeit eine Dimension hat und folglich verschiedene Zeiten nicht zugleich, nebeneinander ablaufen. Dieses Axiom kann nicht etwa aus der Erfahrung abstrahiert werden „denn diese würde weder strenge Allgemeinheit, noch apodiktische Gewissheit geben. Wir würden nur sagen können: so lehrt es die gemeine Wahrnehmung, nicht aber, so muß es sich verhalten.“ (KrV B 50) Zeit und Raum sind also keine empirischen Begriffe, sondern jeweils die interne bzw. externe „reine Form der sinnlichen Anschauung“ (KrV B 50).[9]

Zeit liegt demnach allen Vorstellungen mit Notwendigkeit zu Grunde. Sie ist vor und Grund aller Erfahrung. Kant geht nämlich davon aus, dass Zeit und Raum nicht außerhalb unserer selbst objektiv existieren, sondern als eine reine Form der sinnlichen Anschauung in uns vorliegen. Das heißt: erst dadurch, dass wir Menschen an die Dinge außerhalb unserer selbst Raum und Zeit herantragen, werden die Dinge räumlich und zeitlich wahrnehmbar. Das heißt auf der anderen Seite auch, dass die Dinge an sich nicht erkennbar sind, da wir Menschen sie nur mittels der Filters unseres Wahrnehmungsapparates und den reinen Formen Zeit und Raum aufnehmen können. Kant richtet sich also gegen die Absolutheit der Zeit und damit auch gegen die „Containervorstellung.“

Heidegger bringt in seinem Werk „Sein und Zeit“ noch einen anderen Aspekt ins Spiel. Er stellt sich Zeit als ein „nichts“ vor. Sie existiert nur auf Grund der in ihr ablaufenden Ereignisse. Wichtig ist noch sein Hinweis auf das „Jetzt“, denn jedes Früher oder Später ist bestimmbar aus einem Jetztpunkt. Damit ist das Jetzt nicht nur der Dreh- und Angelpunkt jeder Zeitbestimmung, sondern auch der subjektiven, individuellen Zeiterfahrung.[10]

Mit diesem Wissen um die `kopernikanische Wende´[11] in der philosophischen Zeitbetrachtung können wir uns nun dem Zeitkonzept in casa verde zuwenden. Es liegt ja auf der Hand, dass, wenn sich einmal die Zeit als innere, dem Subjekt zugehörige Anschauungsform durchsetzt, dass dies auch Einfluss auf die Chronologie eines Romans, auf die Techniken der Zeitraffung, -streckung oder Deckungsgleichheit[12] , z. B. in einem Dialog oder auf die Möglichkeit eines Bewusstseinsstrom[13] oder der Simultanität von Geschehnissen hat.

2. Die Handlungsebene in casa verde

2.1 Vorbemerkungen zu casa verde

In seinen späteren Selbstreflexionen und Rekapitulationen über casa verde gibt Llosa Einblick in die Entstehungsgeschichte um diesen Roman. Es würde den Rahmen der Arbeit sprengen, wollte man diesen literaturkritischen Ausführungen über Realität / Fiktion und ähnliche Themen vollends aufarbeiten. Wichtig scheint aber für casa verde zu sein, dass er beide Orte, die im Roman als Hauptschauplätze dienen und an denen eine ganze Reihe von Ereignissen der fünf Haupterzählstränge zusammen laufen, aus eigener Anschauung kennt und wieder erstehen lässt.[14]

Da ist zunächst Piura: eine an der Wüste grenzende Kleinstadt, die bereits europäische Einflüssen unterliegt und europäischen Lebensstil vermuten lässt; zum anderen gibt es eine Siedlung im Amazonasgebiet (selva), im Urwald im nordöstlichen Landesinneren am Oberlauf des Río Marañón,[15] die abgelegen von aller Zivilisation liegt. Diese Orte in der Selva sind die Missionsstation Santa María de Nieva, die Garnison Borja sowie das Städtchen Inquito als der Stützpunkt für Soldaten, Missionare und Händler.[16] Der Fluss fungiert als Verbindungsglied zwischen den Indianern und Inquito. In der Wahl dieser beiden gegensätzlichen Hauptschauplätzen zeigt sich bereits eine den gesamten Roman auf verschiedenen Ebenen durchziehende Dualität zwischen Zivilisation und Steinzeit, mit dem Zusatz allerdings, dass Zivilisation auf Grund der Entfremdung von der Natur und dem Leben nicht zugleich mit Steigerung der Lebensqualität und Glücksmaximierung, sondern vielmehr mit moralischem Verfall einher geht. Llosa beschloss, nachdem er anfangs vorhatte, zwei separate Romane mit getrennten Themen zu schreiben, beide in einem neuartigen Roman koinzidieren zu lassen.[17] Mit seinem Magma aus 4000 Seiten, aus dem der Roman sich dann herausschälte und konstruiert wurde, ist Llosa seinem Ideal des totalen Romans sehr nahe gekommen.[18]

[...]


[1] Die Boom-Literatur könnte auch ein Management-Phänomen gewesen sein, so J. M. Saravia, Das literarische Werk von Mario Vargas Llosa, 8 f. Vgl. auch G. Müller, Die Boom-Autoren heute, S. 11 ff.

[2] Vgl. M. K. Booker, Vargas Llosa Among the Postmodernists, S. 6. Llosa erhielt auch den Friedenspreis des deutschen Buchhandels. Vgl. dazu seine Rede von 1996.

[3] Vgl. dazu Aristoteles, Poetik, 1447a – 1448a.

[4] Vgl. J. Habermas, Erkenntnis und Interesse, Frankfurt am Main 1968.

[5] Vargas Llosa, Carta de batalla, S. 26.

[6] Vgl. dazu K. Seifert, La lección flaubertiana, Frankfurt am Main 1996 und S. Köllmann, Literatur und Politik. Mario Vargas Llosa, S. 28 ff. und Vargas Llosa, Gegen Wind und Wetter, S. 48 ff. Er schließt sich hier eine Aussage von Nathalie Sarraute an, die meint: „In diesem Augenblick ist Flaubert unser aller Meister. Es herrscht Einmütigkeit über ihn; er ist der Vorläufer des heutigen Romans“. Llosa möchte dies aber anders begründet wissen als N. Sarraute. (S. 49 ff.) - Fast alle Werke von Llosa sind bei Suhrkamp auf Deutsch erschienen.

[7] Ontologischer Pfeiler ist die von Platon in seinen mittleren Dialogen entwickelte Ideenlehre, wonach das Reich der Ideen ewig und unveränderlich ist, wobei die Ideen als Urbilder der vergänglichen und veränderbaren, dem Werden unterliegenden sinnenfälligen Dinge dieser Welt fungieren. Im Platonismus und Aristotelismus wurde dann Gott als das ewige Sein dem veränderlichen Sein dieser Welt gegenüber gestellt. Die Ideen galten später als ewige, vor-bildliche Gedanken Gottes, so bei vielen Mittelplatonikern wie Plutarch etc. Vgl. zum Ganzen, H. Görgemanns, Platon, S. 94 ff.

[8] Wir benutzen die Ausgabe von W. Weischedel, Kritik der reinen Vernunft, 2. Bd., Frankfurt am Main 1974.

[9] Vgl. dazu G. Römp, Kant leicht gemacht, S. 20 ff. und J. Grodin, Kant zur Einführung, S. 41 ff.

[10] M. Heidegger , Sein und Zeit, Tübingen 1993 und A. Luckner, Martin Heidegger „Sein und Zeit“, S. 44 ff.

[11] Kant verglich diese Wende in der Erkenntnisphilosophie mit der Leistung des Kopernikus in der Physik (vgl. Kant, KrV, S. 25). Vgl. H. Vater, Einführung in die Zeit-Linguistik, S. 15 ff.

[12] Grundlegend dazu F. K. Stanzel, Theorie des Erzählens, Göttingen 1979. Vgl. auch M. Martinez und M. Scheffel, Einführung in die Erzähltheorie, Dachau 2002 u. W. Schmid, Elemente der Narratologie, Berlin 2008.

[13] Auch den Bewusstseinsstrom als Thema gab es vor J. Joyces Ulyssus (vgl. dazu J. Vogt, Aspekte erzählender Prosa, S. 179 ff.), in der Philosophie, nämlich bei R. Descartes: das methodische Zweifeln an der Außenwelt und deren Gesetzen wirft den Denkenden auf ein cogito zurück, das denkt: ich denke, also bin ich (cogito, ergo sum). Vgl. R. Descartes, Meditation über die Erste Philosophie, Kap. II.

[14] Siehe dazu Mario Vargas Llosa, Geheime Geschichte eines Romans, Frankfurt am Main 1992.

[15] Vgl. Th. M. Scheerer, Mario Vargas Llosa, S. 22.

[16] Inquito erlangt in dem amüsanten Roman Pantaleón y las visitadoras zu unrühmlicher Berühmtheit. Pantaleón y las visitadoras zu unrühmlicher Berühmtheit. Es ist eine Satire auf fehlgeschlagene Bürokratie inmitten der Selva: der übereifrige Hauptmann Pantaleón organisiert für die dort ansässigen Soldaten einen fluktuierenden Bordellbetrieb so perfekt, dass er zur Landesplage wird und wieder abgeschafft werden muss.

[17] M. V. Llosa, Geheime Geschichte, S. 58: „Es war mühsam, weiter zu kämpfen, um sie auseinanderzuhalten. Ich beschloß daher, es nicht mehr zu tun, diese beiden Welten zu verschmelzen und einen einzigen Roman zu schreiben, der die ganze Fülle der Erinnerungen verwenden würde.“ Dies – so führt er weiter aus – habe ihn „weitere drei Jahre und reichlich Mühsal“ gekostet, um „Ordnung in diese Unordnung zu bringen“.

[18] Th. M. Scheerer, a.a.O., S. 21 und S. Köllmann, a.a.O., S. 32 mit Verweis auf Aristoteles, Poetik, S. 77 sowie eingehend Th. M. Scheerer, a.a.O., S. 59 f.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Mario Vargas Llosa: "Casa Verde" – eine Analyse der Zeitstruktur
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Romanisches Seminar)
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
30
Katalognummer
V202563
ISBN (eBook)
9783656288756
ISBN (Buch)
9783656290209
Dateigröße
618 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
mario, vargas, llosa, casa, verde, analyse, zeitstruktur
Arbeit zitieren
Agnes Thiel (Autor), 2010, Mario Vargas Llosa: "Casa Verde" – eine Analyse der Zeitstruktur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202563

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