Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema Kinderlyrik. Speziell wird dabei die Zeit der Romantik in Augenschein genommen.
Im ersten Teil der Arbeit geht es allgemein um den Terminus der Kinderlyrik. Es wird beschrieben, wie dieser Begriff definiert wird, und welche verschiedenen Formen der Lyrik für Kinder es gibt. Dabei wird auch knapp dargestellt, wie sich die Kinderlyrik im Laufe der Zeit verändert hat.
Der zweite Teil beschäftigt sich mit der Epoche der Romantik und der Stellung der Kinderlyrik zu dieser Zeit. Zunächst gibt es einen kurzen Überblick über die Epoche der Romantik allgemein, bevor der Text sich der Kinderlyrik widmet. Um die Hintergründe zu verstehen wird zunächst das Kindheitsbild, das in der Romantik vorherrschte, beschrieben. Daraus ergeben sich dann unter anderem die Themen für die Kinderlyrik dieser Zeit, die dann im Folgenden näher erläutert werden.
Die herausgearbeiteten Merkmale der romantischen Kinderlyrik werden zum Schluss an zwei Werken dieser Zeit verdeutlicht. Die ausgewählten Gedichte werden dann aufgrund sowohl formaler, als auch thematischer Merkmale, in die Epoche eingeordnet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kinderlyrik
3. Romantik
4. Kinderlyrik in der Romantik
5. Beispiele für romantische Kinderlyrik
5.1 Die Riesen
5.2 Morgenlied von den Schäfchen
6. Fazit
7. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, die Charakteristika der Kinderlyrik innerhalb der Epoche der Romantik zu identifizieren und anhand konkreter Textbeispiele zu analysieren. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche Rolle das Kindheitsbild der Romantik für die thematische und formale Gestaltung von Lyrik spielte.
- Grundlagen der Gattung Kinderlyrik
- Das romantische Kindheitsbild und seine literarischen Implikationen
- Die Rolle von Natur und Volkspoesie in der romantischen Dichtung
- Formale Analyse ausgewählter Gedichtbeispiele
- Pädagogische Einflüsse im Wandel der Epochen
Auszug aus dem Buch
4. Kinderlyrik in der Romantik
Bevor man sich der Kinderlyrik der Romantik widmet, ist es interessant, sich das Kindheitsbild, das in der Romantik vorherrschte, genauer anzusehen. Kinder wurden in dieser Zeit als „ ‚heilige’, dem Göttlichen noch unmittelbar verbundene Wesen“ dargestellt. Es war eine mystische Kindheitsauffassung, die durch „Nähe zum Unendlichen, Selbstverständlichkeit des Wunderbaren, Einblick in die Geheimnisse der Natur und Reichtum der Phantasie“ charakterisiert wurde. Rousseau und Herder beschrieben das Kind als „eine Inkorporation des Wilden“ und Kindheit als Revokation des Naturzustandes. Für die romantischen Dichter galten Kinder „als geborene Poeten und Dichter als kindgebliebene Erwachsene“.
Das romantische Kindheitsbild war also geprägt von der Natur und Kinder wurden regelrecht verehrt.
Dieses Interesse am natürlichen Kind fand sich vor allem in der Liedersammlung Des Knaben Wunderhorn, aber auch in den Hausmärchen der Gebrüder Grimm wieder. Durch diese Werke erhielt die Kinderlyrik einen hohen Stellenwert.
Eine Kinderlyrik wie oben beschrieben, die sich spezifisch an Kinder und Jugendliche richtete, kam erstmals im 18. Jahrhundert in der Periode der Aufklärung auf. In den Anfängen waren Kindergedichte hauptsächlich „von einer direkten pädagogisch erzieherischen Absicht getragen“. Pädagogische Lehrgedichte standen also im Vordergrund.
In der Romantik kam es dann zu einem Paradigmenwechsel bezüglich der Kinderlyrik. Die erzieherischen Zielrichtungen standen nun nicht mehr im Vordergrund, sondern das Kind wurde „als autonome menschliche Daseinsform definiert“. Man erkannte, dass „Kinder einer eigenen, speziell auf ihre Fähigkeiten abgestimmten und ihrer Belehrung dienenden Literatur bedürften“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt das Ziel der Arbeit, die Charakteristika der Kinderlyrik allgemein und im speziellen Kontext der Romantik zu untersuchen.
2. Kinderlyrik: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Kinderlyrik, grenzt ihn von der Erwachsenenlyrik ab und ordnet verschiedene literarische Unterformen ein.
3. Romantik: Hier werden die zeitlichen und philosophischen Rahmenbedingungen der Epoche der Romantik sowie ihre wesentlichen literarischen Schwerpunkte dargelegt.
4. Kinderlyrik in der Romantik: Es wird das romantische Kindheitsbild analysiert und dessen Einfluss auf die Themenwahl und den Wandel der Zielsetzungen in der Kinderlyrik erläutert.
5. Beispiele für romantische Kinderlyrik: In diesem Kapitel werden mit „Die Riesen“ und „Morgenlied von den Schäfchen“ zwei Werke formal und inhaltlich auf ihre romantischen Merkmale hin analysiert.
6. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und betont den Stellenwert der Unterhaltung und fiktiven Welten gegenüber rein pädagogischen Ansätzen.
7. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Sekundärliteratur und Quellen.
Schlüsselwörter
Kinderlyrik, Romantik, Des Knaben Wunderhorn, Kindergedicht, Kindheitsbild, Naturlyrik, Volkspoesie, Joseph von Eichendorff, Literaturgeschichte, Märchen, pädagogische Absicht, Verslehre, Fantasie, Kinderliteratur, Epochengeschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Definition und Entwicklung der Kinderlyrik unter besonderer Berücksichtigung der romantischen Epoche.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen sind das romantische Kindheitsbild, die Bedeutung der Natur in der Literatur sowie die funktionale Verschiebung der Kinderlyrik vom pädagogischen Lehrinstrument hin zur Unterhaltung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die spezifischen Merkmale romantischer Kinderlyrik herauszuarbeiten und durch die Analyse zweier exemplarischer Gedichte zu belegen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin verwendet eine literaturwissenschaftliche Analyse, die Theorie und Kindheitskonzepte der Zeit mit der formalen und thematischen Untersuchung von Primärtexten verknüpft.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Begriffsbestimmung, Epochenkontext) und eine praktische Analyse zweier Gedichte inklusive deren formaler Struktur.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kinderlyrik, Romantik, Naturlyrik, Kindheitsbild und Kindergedicht charakterisieren.
Was zeichnet das romantische Kindheitsbild laut der Arbeit aus?
Das Kind wurde in der Romantik als „heiliges“, dem Göttlichen nahestehendes Wesen betrachtet, das durch eine natürliche Nähe zur Phantasie und zum Wunderbaren charakterisiert ist.
Wie unterscheidet sich die romantische Kinderlyrik von der Aufklärung?
Während in der Aufklärung pädagogisch-erzieherische Ziele im Vordergrund standen, fokussierte die Romantik das Kind als autonome Daseinsform, wobei Unterhaltung und die Erschaffung fiktiver Welten an Bedeutung gewannen.
- Quote paper
- Stefanie Schmitz (Author), 2007, Kinderlyrik in der Romantik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202692