Schrumpfungsprozesse als Chance für die Raumplanung in Österreich

Auswirkungen auf Gesellschaft, Steuerung und Raum


Seminararbeit, 2012
13 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung und Fragestellung
1.1. Begriffsdefinitionen

2 Analysedreieck – Gesellschaft, Steuerung und Raum
2.1. Paradigmenwechsel [Gesellschaft]
2.2. Planung neu denken [Steuerung]
2.3. Chancen für den Raum [Raum]

3 Quellenverzeichnis:

1 Einleitung und Fragestellung

Diese Arbeit bezieht sich auf das Seminar Urbanistik, welches sich mit den aktuellen Themen und Fragestellungen bezüglich urbaner Schrumpfung und den daraus resultierenden Umstrukturierungsprozessen beschäftigt. Dabei liegt der Schwerpunkt auf einem Analysedreieck, bestehend aus baulichen Strukturen, sozialen Prozessen und stadtplanerischer Steuerung.

Mit dieser Arbeit soll besonders auf die aktuelle und zukünftige stadtplanerische Steuerung in Österreich Bezug genommen werden. Dabei soll mit Einbezug der zwei weiteren Bestandteile des Analysedreiecks aufgezeigt werden, welche Anforderungen und Chancen sich für die Raumplanung in Österreich durch das Raumphänomen Schrumpfung ergeben.

Um den doch sehr umfangreichen und komplexen Themenbereiche einzugrenzen, konzentriert sich die vorliegende Arbeit auf folgende Fragestellungen, welche im weiteren Verlauf beantwortet werden sollen:

- Wie geht die Raumplanung in Österreich mit dem Phänomen der Schrumpfung in städtischen Räumen um und welche Anforderungen - seitens der Gesellschaft, der Steuerung und des städtischen Raumes - werden in Zukunft an sie gestellt?

Folgende Unterfragen dienen zur Konkretisierung:

- Warum ist der Schrumpfungsprozess in Österreichs Raumplanung ein bisher wenig beachtetes Thema?
- Welche neuen Anforderungen werden an die Raumplanung und deren Instrumente gestellt? Inwiefern muss sich die Raumplanung neu positionieren?
- Welche Chancen ergeben sich im konkreten für die Raumplanung und für den städtischen Raum in dem wir leben?

1.1. Begriffsdefinitionen

Zu Beginn sollen wichtige Begriffe definiert werden, um so einen kurzen Einblick in das Thema zu bekommen und um klar zu stellen, wie die Begrifflichkeiten im weiteren Verlauf der Arbeit verwendet werden.

„Schrumpfung“

Bei dem Begriff „Schrumpfung“ im Sinne der Raumwissenschaften handelt es sich um einen Terminus, welcher schwer zu definieren ist.

Schrumpfung bezieht sich auf Städte, Gemeinden, Ortschaften oder ganze Regionen und umfasst den andauernden Rückgang der Bevölkerung (Geburtenrückgang und Abwanderung) bei fehlender Zuwanderung sowie die nachlassende Wirtschaftskraft und der einhergehende Wohnungsleerstand und unzureichender Infrastrukturauslastung.

Dies ist nur eine sehr allgemein formulierte Definition. Genau genommen sollte man den Prozess Schrumpfung nicht auf diese wenigen Faktoren reduzieren. Es handelt sich um ein viel umfassenderes Phänomen mit weit mehr Ursachen, Prozessen und Auswirkungen, welche nicht eins zu eins auf jedes Gebiet übertragen werden können.

Großmann (2007: 27) schlägt eine Definition des Begriffes Schrumpfung vor, in der sie darauf verzichtet eine genaue Benennung und Einteilung von Ursachen und Auswirkungen vor zu nehmen. Lediglich das konkrete Kriterium einer „dauerhaft sinkenden Einwohnerzahl“ (ebd.: 27) nimmt sie in ihre Definition auf. Es könnte somit als das Kriterium zählen, welches im Prozess des Schrumpfens immer stattfindet.

„Stadtschrumpfung wird als Prozess der sozialräumlichen Restrukturierung unter den Bedingungen einer dauerhaft sinkenden Einwohnerzahl begriffen, bei dem sich soziale und physische Räume sowie ihr Verhältnis zueinander wandeln und ihre wechselseitige Passfähigkeit abnimmt.“

(Großmann 2007: 27)

Anhand dieser Definition erkennt man, dass es sich bei Schrumpfungsprozessen um ein sehr komplexes und mehrdimensionales Phänomen handelt. Dabei spielen neben einer „dauerhaft sinkenden Einwohnerzahl“ (ebd.: 27) eine Vielzahl an weiteren sozialen und ökonomischen Prozessen eine wesentliche Rolle. Zudem sind die Auswirkungen dynamisch und können wiederum als Ursachen für weitere Auswirkungen des Prozesses Schrumpfung zählen.

Im Folgenden sollen kurz ein paar wichtige Faktoren veranschaulicht werden, um die Komplexität dieses Themas aufzuzeigen. Dazu eignet sich folgende Grafik sehr gut. Eine ausführlichere Analyse und Beschreibung würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Die „negative Entwicklungsspirale“

Quelle: Weber, Höferl 2009: S. 1

„Ziele der Raumordnung/Raumplanung“

„Ziel der Raumordnung in Österreich ist eine ausgewogene und nachhaltige räumliche Entwicklung, die durch eine räumliche ausgewogene Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, der Sicherung einer gleichwertigen Infrastruktur- und Wissenszugangs sowie durch die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen gewährleistet werden soll.“ (Pumberger 2010: S. 66 Nach ÖROK 2002: 30)

Raumordnung als eine querschnittsorientierte Disziplin koordiniert die zukünftigen Bedürfnisse an Raum und deren Ressourcen, um die Versorgung der Bevölkerung sowie der zukünftigen Generationen auf bestmöglichem Wege zu sichern.

Durch ständige Veränderungen von raumrelevanten Entwicklungsbedingungen wie z.B. Wirtschafts-, Bevölkerungs-, Versorgungs- und Sozialstruktur, ist eine grundlegende Anforderung an die Raumordnung auf solche Veränderungen entsprechend reagieren zu können.

Dazu dient die Raumplanung, welche „als Teilmenge der Raumordnung“ (ebd.: 65) zu verstehen ist und mit Instrumenten und Maßnahmen die Umsetzung der Grundsätze und Leitvorstellungen der Raumordnung ermöglicht. (vgl. ebd.: 65).

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Schrumpfungsprozesse als Chance für die Raumplanung in Österreich
Untertitel
Auswirkungen auf Gesellschaft, Steuerung und Raum
Hochschule
Technische Universiät Wien
Note
2,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
13
Katalognummer
V202724
ISBN (eBook)
9783656289876
ISBN (Buch)
9783656290186
Dateigröße
612 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Planung, Schrumpfungsprozess, Schrumpfung, Raumplanung, Urbanistik
Arbeit zitieren
BA Katharina Jutz (Autor), 2012, Schrumpfungsprozesse als Chance für die Raumplanung in Österreich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202724

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