Reproduktion urbaner Individualität. Wie bildet sich Identität im ökonomischen und städtischen Globalisierungsprozess?


Bachelorarbeit, 2010

64 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Reproduktion urbaner Individualität
1.2. Vorgehensweise

2. Städtische und ökonomische Globalisierungsprozesse
2.1. Globalisierung
2.1.1. Der Enttraditionalisierungs-Faktor: Multiple Lebensstile und Zweitwohnungstendenzen
2.1.2. Der Gentrifizierungs-Faktor: Recycling urbaner Architektur
2.1.2.1. Luxussanierungen in der Metropole Berlin
2.1.2.2. „Die Krieger von Kreuzberg“ - Identitätsbildende Beispielcharaktere

3. Identitätsbildung im urbanen Raum
3.1. Wie Identitäten gebildet werden
3.2. Die Ebenen der individuellen Identitätsbildung
3.2.1. Der Habitus in der individuellen Identitätsbildung
3.2.2. Der Wohnraum - Lebst du noch oder wohnst Du schon?
3.2.2.1. Die Verortung des Individuums im Wohnraum
3.2.2.2. Einrichtungsgegenstände im Wohnraum und was sie über das Individuum aussagen
3.2.2.3. Die Erweiterung des Wohnraumes durch den Lebensraum
3.2.2.4. Gefühle beeinflussen die Raumwahrnehmung
3.2.3. Konsum - Zeig mir was Du kaufst und ich sag Dir wer Du bist Reproduktion urbaner Individualität
3.3. Identitätskonflikte des Individuums
3.3.1.1. Die Chamäleonidentität
3.3.1.2. Identitätskonflikte im urbanen Raum
3.3.1.3. Ein Geflecht multipler Identitäten
3.4. Einflüsse individueller Identitäten auf die Bildung der Stadtstruktur

4. Fazit

5. Ausblick - Wie die Aufdeckung von möglichen Stadtentwicklungstendenzen zur Unterstützung ökonomischer und ökologischer Stadtplanung beitragen kann

Anhang

Literatur

Abkürzungsverzeichnis

Abstract in Deutsch

Zunehmende Zahlen in der Stadtbevölkerung verlangen, dass ein Mensch sich authentisch und selbstsicher inszeniert um im Strom der schnelllebigen Zeit Orientierung zu bewahren. Die individuelle Identitätskonstruktion in einer globalisierten Metropole wird hinsichtlich ihrer Konstruktionsmerkmale und ihres Konstruktionsprozesses einer theoretischen und kulturwissenschaftlichen Untersuchung unterzogen. Vor dem Hintergrund postmoderner Gesellschaftsprozesse werden die relevanten Konstruktionsmerkmale und ihre Elemente gesondert beleuchtet. Das Stadtbild und der in ihr durch den Menschen gestaltete Lebensraum, werden als wesentliche Komponenten der individuellen Identitätskonstruktion hinzugezogen. Die gegenseitige Wirkung und die voneinander abhängigen Entwicklungsprozesse beider Seiten werden verdeutlicht. Die Notwendigkeit der kommunikativen Interaktion des identitätsbildenden Subjekts und seine hierfür variabel einsetzbar konstruierten Identitäten, werden hinsichtlich einer selbstsicheren und erfolgreichen Orientierung in einer Metropole verdeutlicht. Um Individualität in einer reizüberflutenden Metropole zu wahren ist es dem Subjekt unumgänglich, bestehende Identitäten mit neuen aktuellen Intentionsgrundlagen aufzuladen und erneuerte Identitäten zu reproduzieren. Aufgedeckte Entwicklungen der räumlichen Stadtstruktur werden mit wechselwirkenden Handlungen zwischen dem Subjekt und der Stadt verzeichnet. Die Abschließenden Anregungen können in weiterführenden Arbeiten zur Stadtentwicklungsplanung dazu dienen, konkrete Handlungskonzepte für eine überzeugende Stadtplanung und -verwaltung zu bestimmen.

Abstract in englisch

The increasing numbers of urban population demand of a person to stage itself in an authentic and confident manner, in order to find and keep orientation in these fast moving times. This theoretical and cultural studies based analysis will investigate a persons’ individual construction of identities in a globalised metropolis. Considering the postmodern social dynamics, the particulars of the construction of identities, its elements and the process itself will be looked into. The townscape and the personally created habitat will additionally be considered as relevant and interdependent components, acting upon the identity forming individual. The necessity of communicative interaction on behalf of the individual and its self formed various identities, is emphasized in regard to confident orientation within a metropolis. To maintain individuality within the sensory overload of a metropolis, a person continuously needs to reproduce and refresh their existing identities. Revealed developments and changes, within the urban image are recorded as results due to the interdependent actions between the city and the person. In further researches or papers the concluding suggestions could be used to draft concrete concepts of action for satisfying city planning and administration.

1. Einleitung

1.1 Reproduktion urbaner Individualität

Das Sein des Individuums wurde bereits im sechzehnten Jahrhundert entdeckt. So verortet Van Dülmen die Entdeckung des Individuums im genannten Jahrhundert auf Grund des vermehrten Auftretens von Biografien (Van Dülmen 1997: 16). Aber noch am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, war es im größten Teil der Gesellschaft so, dass ein Mensch bei seiner Geburt in eine bestimmte Gesellschaftsschicht hineingeboren wurde. Heimat, Beruf, Heirat, Haus und Lebensstil waren vorgegeben und wenig Einfluss, zur Änderung, konnte genommen werden. Man wurde in einer Stadt geboren, in der man meistens bis zum Lebensende leben würde. Der Ursprung der Stadtbildung bestand darin, ein ökonomisches Wirtschaftszentrum, zum Austausch von Waren und Gütern, zu bilden.1 Zu dieser Zeit stand das Bedürfnis nach Identifizierung mit dem Stadtteil in dem man lebte, noch nicht. Einer urbanen Individualität und individueller Identitätsbildung2, welche Gegenstand dieser Arbeit sind, wurde zu dieser Zeit begrenzt Raum gegeben.

Mit Eintritt der Globalisierung hat die Expansion von Interaktionsreichweiten und Interaktionsmedien zu internationalen Wechselwirkungen, wachsenden Handlungsmöglichkeiten im lokalen und globalen Raum und gesamtgesellschaftlichen Querschnittsprozessen geführt. Gepaart mit einer zunehmenden Bedeutung der Entwicklung des individuellen Selbst, ergibt sich folgende Konsequenz für den Menschen: eine selbstbewusste Selbstinszenierung bildet für das Individuum welches,bedingt durch Leistungs-, Anschluss- und Machtmotiv3, nach Erfolg und Anerkennung im Leben strebt, eine wichtige Grundstruktur. Denn, in den fortgeschrittenen Industrieländern verdichtet sich das Leben, in der Wissens-, Risiko-, Ungleichheits-, Zivil-, Einwanderungs-, Erlebnis- und Netzwerkgesellschaft, sichtlich zu einem verallgemeinerbaren Grunderlebnis der Individuen: In einer ontologischen Bodenlosigkeit, einer radikalen Öffnung und Vervielfältigung der modernen Gesellschaft , dem Verlust von eindeutig akzeptierten Lebenskonzepten, aneignungsbaren Identitätsmustern und normativen Richtlinien, ist Individualität möglicherweise notwendiger als je zuvor. In diesem verdichteten Leben, erleben sich die Individuen als Interpreten einer Rolle, auf einer gesellschaftlichen Bühne, ohne fertige Drehbücher. Genau in der Schilderung dieses Grunderlebnisses, zur Bildung der Grundstruktur, wird die Ambivalenz der modernen Lebensverhältnisse sichtbar. Es ist, zweifelsohne, verlockend für ein Individuum, sein eigenes Drehbuch zu schreiben und ein Stück eigenes Leben zu entwerfen, zu inszenieren und verwirklichen zu können. Die Vorraussetzungen dafür, sein eigenes Drehbuch umsetzen zu können, sind allerdings außerdem an materielle, soziale, mediale und psychische Ressourcen geknüpft (vgl.Krotz 2003: 39ff), welche die Grundvoraussetzung bilden. Bestehen diese Ressourcen nicht, wird die gesellschaftlich notwendige Selbstinszenierung ein schwieriges Unterfangen, welchem der Mensch sich gerne entziehen möchte, und der Appell, sich selbstbewusst zu inszenieren, hat ohne Zugang zu diesen erforderlichen Ressourcen etwas satirisch Kontroverses. Dies bedenkend, liegt die Vermutung nahe, dass aus diesem Grund immer mehr Menschen sich der gesellschaftlich notwendigen Selbstinszenierung entziehen wollen und mögliche Chancen nicht wahrnehmen. Sie ziehen sich an Orte mit weniger Inszenierungspotential zurück. Von der anderen Seite betrachtet, ist es möglich, dass gerade an diesen Orten, an welche sie sich zurückziehen oder hinbewegen, neue und andersartige Chancen und Ressourcen bereit stehen entdeckt zu werden.

Die Annahme zur Trägheit zur Selbstinszenierung, kann durch Entwicklungen der Bewohner in Berlin vermutet werden. Die Kulturraumverdichtung einer Metropole, wie Berlin, mit einer Vielfalt an Menschen, Bauwerken, sowie kommerziell und öffentlich genutzten Flächen, kann für den Einzelnen eine Reizüberflutung an Selbstinszenierungswerkzeugen innehaben. Beobachtungen nach, legen sich im Zuge der Suburbanisierungsbewegung4, viele Städter im Umkreis der dicht bevölkerten Stadt, im Zentrum welcher der Drang der Gesellschaft am größten ist, einen neuen Wohnsitz oder Zweitwohnsitz, in Form eines Wochenendhauses oder Campingplatzes zu. Interessant ist, und dies bleibt entsprechend zu klären, ob die zahlreich gewordenen Identitätskonstruktionsmerkmale, wie bspw. Herkunft und Wohnraum, dem Stadtbewohner, in seiner Identitätsentwicklung, positiv oder kontraproduktiv zur Identitätsbildung dienen. Denn, lebt ein Mensch an zwei Orten gleichzeitig, nur nicht zur selben Zeit, kann ein unzufriedenes, zerrissenes Dasein mit Tendenz zu schizophrenen Identitätsmustern, vermutet werden.

Im Gegensatz zur eingeschränkten urbanen Individualität vor und zu Beginn des 20. Jahrhunderts, wird dem Menschen, in der modernen deutschen Stadt, aufgrund der Auflösung und Vervielfältigung der Gesellschaftsstrukturen, die Bildung einer urbanen Individualität förmlich abverlangt. Eine individuelle Identitätskonstruktion, wird zu einem unvermeidbaren Prozess in der modernen Gesellschaft in Deutschland. Ohne eigens geformte Identitäten, eigene Verortung und eigene Verwurzelung, ist davon auszugehen, dass der Mensch Schwierigkeiten haben wird sich in der komplexen Gesellschaft zu orientieren. Die Essentialität einer eigenen Individualität wird deutlicher, bei Betrachtung der Prognose steigender Einwohnerzahlen der Stadtbevölkerungen. Bis 2025 wird die weltweite Stadtbevölkerung von heute 3,5 Milliarden auf vermutlich 4,5 Milliarden und die Landbevölkerung von 3,4 Milliarden auf rund 3,5 Milliarden wachsen. In Deutschland liegt der Anteil der Stadtbevölkerung laut UN-Projektionen, im Jahre 2010, bei 74 Prozent.5 Die Metropolen wachsen, während in den ländlichen Regionen die Einwohnerzahlen schrumpfen, und immer mehr Menschen konkurrieren miteinander um den Raum in der urbanen Lebenswelt. Um dieser Konkurrenz Stand zu halten, ist dem einzelnen Menschen eine urbane Individualität immanent.

Um konkurrenzfähig zu werden verarbeitet und nutzt der Mensch die vielfältigen Ereignisse und Erlebnisse, welche zu seiner individuellen Entwicklung beitragen. Der Habitus6, die Milieuherkunft7, der eigene Lebensstil, die Städte oder Orte an denen man geboren wurde und aufgewachsen ist, interkulturelle sowie soziokulturelle Beziehungen und Ereignisse, haben einen enormen Einfluss auf die Entwicklung sowie auf die Entwicklungs- und Selbstverwirklichungswünsche eines Individuums. Hier sei noch einmal die individuelle Verfassung des persönlichen Drehbuches hinzugezogen. Es bleibt die Frage welche Möglichkeiten der Gestaltung und Einflüsse auf die Formung des eigenen Lebensraumes dem Individuum gewährt bleiben.

Eine Individualität ergibt sich aus den Identitäten die ein Mensch bildet. Die Identität und die Kommunikationsweise der Identität, sind das was eine Person ausmacht und wie sie wahrgenommen wird. Motive und Bedürfnisse, Geschmack und Lebensstil, werden vom Habitus bewirkt (vgl. Bourdieu 2001: 278). Das Individuum distanziert sich von anderen und vergewissert sich seiner selbst über den eigenen, habituell beeinflussten Lebensstil. Gleichzeitig, wird es von seinem Umfeld über diesen, kollektiv gerahmten individuellen, Lebensstil und Geschmack definiert, denn nach Bourdieu, ist der Geschmack eines Menschen nichts ausschließlich Individuelles, sondern wird von der Gesellschaft geprägt. Es ergibt sich ein zirkulärer Prozess zwischen Selbstinszenierung und Darstellungswille und Wahrnehmung durch die Gesellschaft. Der Mensch kommuniziert sich, seine Einstellungen und seine Eigenschaften, über Dinge und Handlungen (vgl. Krotz 2003: 34).

Eine Handlung kann die Gestaltung des Lebens- und Wohnraumes sein. „Behausungen spiegeln das Sein des Menschen.“(Estatement Magazin 2010: 8). Der Bautyp, eines Hauses oder einer Wohnung kann Aufschluss über Kultur und Gesellschaftsform des dort Lebenden geben. Bei der Identitätskonstruktion helfen der Wohnraum in den eigenen vier Wänden als kleinste Instanz, bis hin zu der Stadt und dem Land8, welche das Individuum als sein permanentes oder vorübergehendes zu Hause wählt.

Die Identitätsbildung eines Menschen ergibt ein hybrides Konstrukt aus habituell und gesellschaftlich vorstrukturierten Eigenschaften und den eigens hinzugefügten und persönlich erarbeiteten Eigenschaften. Die urbane Individualität ergibt sich aus den einzigartigen Eigenschaften, die ein Mensch durch Gestaltung des Lebensraumes in der von ihm gewählten Stadt und dem von ihm gewählten Land, erlangt. Bei Nutzung der zur Verfügung gestellten Identitätskonstruktionsmerkmale in diesen Räumen, lädt der Mensch diese mit individuellen Ansichten und Eigenschaften neu auf passt sie den modernen Vorstellungen und städtischen Gegebenheiten an. Etwas Bestehendes wird genutzt um etwas Neues zu produzieren und die urbane Individualität wird reproduziert. Das Herausstellen von Zusammenhängen und Wechselwirkungen zwischen der Stadt, dessen Struktur, und den in ihr lebenden und Individuen soll Ziel dieser Arbeit sein.

1.2 Vorgehensweise

Warum ist der Mensch? Diese, schon vom Dramatiker Büchners’ Woyzeck9, formulierte Frage und in Form einer Bühnenstückdarstellung versuchten Antwort darauf, wäre ein zu weiter Griff in die soziologische und psychologische Tüte der menschlichen Daseinsforschung. In dieser Arbeit möchte ich nur auf einen wesentlichen Teilaspekt dieses menschlichen Seins eingehen - das urbane Verhalten des Individuums und die dadurch reproduzierte urbane Individualität. Durch Beobachtungen städtischer Entwicklungen hauptsächlich in der deutschen Metropole Berlin, soll diese Arbeit Antworten auf das einleitend gestellte Ziel geben.

Zunächst werden dazu, in Kapitel 2 dieser Arbeit, grundlegende Begebenheiten und notwendiges Werkzeug aufgezeigt. Nach Häußermann und Beck sind bestimmte Vergesellschaftungsprozesse Folgen der Globalisierung (vgl. Häußermann/Siebel 2002: 189f) und beinhalten Vorgänge wie, Gentrification und Enttraditionalisierung (vgl. Beck/Vossenkuhl/Ziegler 1995: 15). Letztere werden als Auslöser dafür bestimmt, dass das Individuum seine urbane Individualität reproduzieren kann und muss. Da es sich insbesondere in der Metropole Berlin um eine sehr heterogene Gesellschaft handelt, ist es wichtig, dass sich die Untersuchung nicht nur auf eine Bevölkerungsgruppe bezieht. Hierzu wurden zwei repräsentative Charaktere als exemplarische Beispiele gewählt. Im Unterkapitel 2.2 werden diese Charaktere beleuchtet. Ihre Entwicklung, ihre Art zu wohnen, zu agieren und zu sein, auf dem Weg zu ihrer (persönlichen) urbanen Individualität, soll dem theoretischen Teil dieser Arbeit als praktische Untermauerung dienen. In dieser Untersuchung werden demnach, städtische Milieus der Metropole Berlin einbezogen, sowie die Strukturen des Stadtbildes, in dem Bezirk Kreuzberg in Berlin.

In Kapitel 3 wird ein Spektrum, in Anlehnung an das Zeit-Raum-Spektrum (vgl. Eckardt 2004: 44f) nach Eckardt, zur Unterstützung der Untersuchung eingeführt. Dieses hierfür zusammengestellte Spektrum, enthält die Aspekte Habitus, Einleibung, Zeit und Konsum, welche einen Einfluss auf die moderne Identitätsbildung im urbanen Raum haben. Während der Untersuchung wird darauf eingegangen, ob nach Bollnow der hodologische 10 Wohn- und Lebensraum in der Stadt, einen Einfluss auf die individuelle Identitätsbildung hat, oder umgekehrt. Es werden Zusammenhänge aufgedeckt, zwischen dem vorhandenen und gebildeten Wohnraum und der Identitätsbildung. Des Weiteren wird auf mögliche Identitätskonflikte des modernen Individuums eingegangen und auf die Frage, inwiefern sich der Mensch bei seiner Identitätsbildung, durch den vorhandenen urbanen Raum, beeinflussen lässt und vice versa.

Im Fazit, wird das Wesentliche der Untersuchungsergebnisse zusammengeführt und ein Finitum der eigentlichen Untersuchung gebildet. Abschließend gestaltet sich der Ausblick als ein Stadtplanungsentwicklungsbeitrag, in welchem, auf Grund des hier vorliegenden Arbeitsumfangs, Anregungen und Vorschläge grob aufgezeigt werden. Der Versuch, die mit Hilfe dieser Untersuchung aufgedeckten städtischen Entwicklungstendenzen, als Berücksichtigungspunkte zu gliedern, kann ökonomische und ökologische Stadtplanung und Positionierungsplanung von Wirtschaftsunternehmen unterstützen. Es soll keineswegs ein Stadtentwicklungskonzept entworfen werden, sondern mit Hilfe der Untersuchungsergebnisse Tendenzen aufgedeckt werden, welche, bei Berücksichtigung, zu einer erfolgreichen Stadtplanung beitragen könnten.

Eine kurze Erläuterung zum Forschungsstand der Identitätskonstruktion soll an dieser Stelle skizziert werden, um die Grundannahmen für diese Arbeit darzulegen. „Wer bin ich und wenn ja, wie viele?11 Was macht mich aus?“ Diese sind häufig und heute immer wieder gestellte und vielfältig beantwortete Fragen aus der Philosophie. Die soziologische Psychologie beschäftigt sich mit dieser Frage, wie sich ein Individuum von dem anderen unterscheidet und was es einzigartig macht. In diesem Zusammenhang, versucht die Identität eines Individuums die einmalige Persönlichkeitsstruktur, verbunden mit der Wahrnehmung, die andere von jener Struktur haben, zu erfassen. Die wissenschaftliche Disziplin hat unterschiedliche Herangehensweisen herauskristallisiert aber bis heute keine empirisch überprüfbare Theorie zu dem Identitätskonstrukt formen können und somit steht die Identitätsforschung in Deutschland nicht still. Mit steigender sozialer Mobilität und Auflösungserscheinungen der gesellschaftlichen Klassenstrukturen, wurde seit Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts, als die bürgerliche Identität noch ein Distinktionsmuster (vgl. Weigl 2010: 4) darstellte, die Frage nach der Identität und deren Verankerung, zunehmend individualisiert. Gegenüber den postmodernen Identitätstheorien, verbinden jüngere Identitätstheorien, die unwiderrufliche Verabschiedung des Einheitlichkeit und Kontinuität betonenden, in der Moderne verwurzelten, Identitätsmodells. Psychologische und soziologische Identitätsmodelle basieren heute auf der Vorstellung eines multiplen Selbst (vgl. Schulz von Thun 2006: 45). Folglich, machen es die mannigfaltigen Wirklichkeiten und divergierenden sozialen Kontexte, in denen der Mensch sich alltäglich bewegt, zur Regel, dass sich in der Gesellschaft multiple Identitätsaspekte und komplexe sozialkontext-sensitive Identitätsmodelle herausbilden. Keupps Ansicht, dass die Identitätsbildung ein kontinuierliches Lebensprojekt ist und sein Patchworkmodell der Identität (vgl. Keupp 2006: 75), welches die Vielfalt und Buntheit der modernen Identität zu beschreiben versucht, sind Grundlagen dieser Untersuchung. Weitere Theorien, welche in dieser Untersuchung als Unterstützung und Grundlage genutzt werden, stammen von den Professoren der Stadt- und Regionalsoziologie, Häußermann und Siebel und ihrer Analyse städtischer Strukturen und Prozesse. Der Untersuchung in dieser Arbeit, obliegt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit aufgrund der Komplexität der gewählten Thematik. Die Aspekte, welche eingebracht und untersucht werden, werden dafür umso genauer beleuchtet.

2. Städtische und ökonomische Globalisierungsprozesse

2.1 Globalisierung

„ Demnächst können Sie die ganze Welt in die Tasche stecken. “ (plakatiertes Werbeversprechen eines Handyproduzenten, 1999)

In der Folge der Nutzung globaler Kommunikationsmedien und Massentransportmöglichkeiten hat sich eine Transformation von Raum und Zeit ergeben, durch die eine neuartige Ortlosigkeit entstanden ist. Handlungen und Kommunikation über Distanzen hinweg - das meint Globalisierung (vgl. Hall 1999: 74). Lokale und personale Erfahrungshorizonte werden aufgebrochen und weltweite Netzwerke gebildet. Für die Identitätskonstruktion in der Moderne hat dieses neuartige Verhältnis Konsequenzen und wird im Zusammenhang mit den Konstruktionsaspekten betrachtet. Durch Ereignisse, die auf der anderen Erdhalbkugel geschehen, wird das individuelle Leben zunehmend von innen verändert. Umgekehrt haben lokale Lebensstile weltweite Auswirkungen und finden weltweite Verbreitung (vgl. ebd.). Die Globalisierung findet nicht nur auf ökonomischer Ebene statt, sondern auch auf sozialer und persönlicher individueller Ebene. Ein komplexer, widersprüchlicher Prozess, der neue Konflikte und neue Formen der Abgrenzung erzeugt. Prima facie, sind die Hervorhebung lokaler Identitäten und Lokalpatriotismus als eine Gegenbewegung der Globalisierung zu verstehen. Tatsächlich aber, sind sie Folgen des Globalisierungsprozesses. „Das eigene Leben ist zugleich das globale Leben.“ (vgl. Beck 1995: 13).

Raum und Stadt, haben durch Globalisierungsprozesse, auf besondere Weise auch eine Redefinition erlebt. Nebst und inmitten der transnationalen Vergesellschaftungsprozesse ist der städtische Raum, in welchem der Mensch sich alltäglich bewegt, proportional zum international potentiellen Bewegungsraum, von der Fläche her tendenziell kleiner geworden, aber der kulturelle, soziale und materielle Inhalt dieses Raumes ist vielfältiger und bedeutender geworden. Mehr Zugriffspotential und Aneignungsmaterial wird dem Städter dadurch geboten. Die Funktion der Stadt als zentraler Wirtschaftsumschlagspunkt scheint, seit Beginn des 20. Jahrhunderts, geschrumpft zu sein, aber ihre Funktion als Sammelpunkt kulturell und sozial unterschiedlicher Menschengruppen, scheint mehr an Bedeutung gewonnen zu haben. Einhergehend, steigt in Berlin die Zahl der Einwanderer und Menschen mit Migrationshintergrund (vgl. Häußermann/Kapphan 2002: 84f). Neugier und Wissensdurst treiben die Entwicklung der Gesellschaft voran, inmitten welcher, sich die kleinste Einheit der Gesellschaft befindet - das Individuum. Es nimmt Eindrücke von außen auf, um sie innerlich zu verarbeiten und kommuniziert nach außen, um innere Einstellungen und persönliche Ansichten wieder abzugeben.

2.1.1 Der Enttraditionalisierungs-Faktor: Multiple Lebensstile und Zweitwohnungstendenzen

Die Mobilität und Wahlfreiheit des Stadtbewohners ist globalisierungsbedingt gewachsen. Der Enttraditionalisierungsprozess vollzieht sich demzufolge insofern, dass tendenziell immer mehr Menschen alleine wohnen und zu einem späteren Zeitpunkt eine Familie gründen (vgl. Hauff 1988: 45f). Folglich hat die Lebensform Familie, die einst die Stadtgesellschaft vorrangig geprägt hat, an Bedeutung und Präsenz verloren. Die Eigenschaften und Strukturen, welche die Stadtgesellschaft prägen, werden mit neuen Werten aufgeladen. Das metropolistische Stadtbild hat anschaulich einen Wandel, von gesetzten und arbeitstüchtigen Familien, zu jungen, sich frei fühlenden, sich verwirklichen wollenden und spontanen, allein lebenden Individuen erlebt.

Pflichten und Akzeptanzwerte werden abgebaut und die Selbstentfaltungswerte expandieren (vgl. ebd.). Der Mensch hat den Fokus seiner Prioritäten, gesellschaftsbedingt und eigenverantwortlich, auf die individuelle Entwicklung gelenkt. Traditionelle Erwartungshaltungen, wie eine Familie gründen und für das Wohlergehen des Staates zu arbeiten, haben, mit Einzug der Emanzipation und der Wissensgesellschaft, möglicherweise an Bedeutung verloren. Persönliche und berufliche Interessen sind in den Vordergrund getreten und ihnen wird seit dem primär nachgegangen. Infolgedessen, haben sich die Haushalte gewandelt. In der stadtsoziologischen Systemtheorie ist die Wandlung eines Phänomens, wie die Haushaltsformen, notwendig um die eigene andauernde Entwicklung und die der Menschen die auf sie einwirken, zu gewährleisten (ebd.: 100f). Die Stadt und die Menschen in ihr können sich demnach nur weiterentwickeln, wenn es der jeweils andere tut, sie prosperieren also nur miteinander. Ein weiterer Wirkungskreis (vgl. S.11) in welchem sich das eine Phänomen, ohne Handlungen des anderen, nicht entwickeln kann. Der zuvor beschriebene Enttraditionalisierungsprozess unterstützt die notwendigen Wandlungen.

Aufgrund Globalisierungsfolgen ist ein modernes Individuum nicht mehr alternativlos durch die Handlungsweisen und Orientierungen seiner Herkunftsstrukturen bestimmt, denn es lancieren sich reichhaltige Möglichkeiten für eine aktive Lebensgestaltung. In traditionale Gesellschaftsformen, wie Stand und Religion, wurde man damals hineingeboren. Die neuen Gesellschaftsformen verlangen dem Individuum Eigeninitiative ab. Es muss permanent aktiv sein, tagtäglich erneut raffiniert und originell Agieren, Ideen entwickeln, schneller und kreativer sein, um sich gegen die Konkurrenz, beruflich sowie partnerschaftlich und sozial durchzusetzen. Es wird zum perpetuellen Bricoleur, Akteur, Konstrukteur, Jongleur und Inszenator seiner Biografie und seiner Identität, seiner sozialen Bindungen und Netzwerke. Die soeben geschilderte Vielfalt der Aufgaben und Möglichkeiten eines Individuums, erklären das alltägliche Freiheitsdilemma, welches, unter anderem, zur Enttraditionalisierung in der deutschen Gesellschaft führt. Einerseits fühlt sich der Mensch den Gesetzen und Forderungen der Tradition der Gesellschaft gegenüber noch verpflichtet, andererseits werden ihm durch die Globalisierung diverse Handlungsoptionen zur Verfügung gestellt. Die traditionellen Werte sind zwar noch in den Menschen verankert, aber sie werden nicht mehr ausgelebt, scheinbar verlangt die Zeit der Moderne dies nicht von Ihnen. Je weiter sich die Gesellschaft entwickelt und je mehr neue Muster und Orientierungen sich bilden und entfaltet werden, desto kryptischer werden die alten traditionellen Werte und an ihre Stelle treten letztendlich immer wieder neue, irgendwann, traditionell werdende Werte. Alles scheint eine unaufhörliche Geschichte zu sein: das Rotieren der Erde, die Entstehung der Natur, die Entwicklung der Menschen und die Städte in denen sie leben, der Hergang der Gesellschaftsformen, und nicht zuletzt die Gestaltung des menschlichen Individuums.

Weiterhin, hat die Entwicklung des Arbeitsmarktes, wohlmöglich zur Enttraditionalisierung und Entstehung multipler Lebensstile beigetragen. Um einerseits, die vielen Möglichkeiten, wie Reisen und Urlaub machen, ein eigenes Auto besitzen, ins Kino oder Fitnessstudio gehen, wahrnehmen zu können oder andererseits die notwendigen Lebenskosten zu decken, hat ein sichtbar zunehmender Teil der Bevölkerung mehrere bezahlte Tätigkeiten. Ein Mensch kann bspw., tagsüber in einem Kreativteam einer Werbeagentur arbeiten, wo er mit gleich gesinnten, engagierten Menschen Umgang hat und abends verdient er zusätzlich Geld in einem Callcenter für Kundenbetreuung, in welchem er mit ungeduldiger und querulantenhafter Kundschaft umgehen können muss. In beiden Welten werden Handlungsweisen nachgeahmt, die durch Zeit- und Raumstrukturen verinnerlicht worden sind (vgl. Bourdieu 2001: 138). Beide Welten verlangen den Einsatz unterschiedlichen kulturellen Kapitals12, um die jeweiligen Aufgaben zu erfüllen. Nach Bourdieu, liegen die Grundlagen dieser Erfahrungswerte, welche Wissen und kulturelles Kapital einbringen, im Habitus und damit im Lebensstil (Bourdieu in Eckardt 2004: 73), eines Menschen. Demnach zeugt das Ausleben von zwei Jobs, in zwei unterschiedlichen sozialen Räumen, von multiplen Lebensstilen.

Zugehörigkeitsgefühl und die Arbeitsmarktlage haben zu Industrialisierungszeiten, die Menschen en masse in die Stadt getrieben (vgl. Häußermann/Siebel 1987: 24). Globalisierungsfolgen, wie bspw. Mobilität, Entfaltungsfreiheit, Rollenfreiheit und offene Lebensgestaltung (vgl. Hauff 1988: 87), haben vermutlich mittlerweile wiederum dazu geführt, dass Menschen sich eine zusätzliche Wohnung oder ein Wochenendhaus außerhalb der Metropole zulegen, um der Geräuschkulisse und dem schnellen Leben in ihr zu entkommen und durch, gewisse Entschleunigung (vgl. Ruppert 1993: 23ff) des Lebenspulses, wieder zu sich zu finden. Zweitwohnungstendenzen dieserart rufen möglicherweise multiple Lebensstile hervor. Der urbane und provinzielle Wohnort, haben beide gleichermaßen Einfluss auf das Individuum und bewirken vermutlich separate Lebensbewältigungsstrategien. In der Stadt möchte der Mensch sich präsentieren. Der Lebensstil wird angezogen wie ein Kostüm, für die Konfrontation auf der öffentlichen, gesellschaftlichen Bühne der Stadt (vgl. Hauff 1988: 107). Bei Rückzug in ein Wochenenddomizil, liegt der Fokus auf Entspannung und das für sich sein. Vielleicht gibt es, nebst einem zweiten Wohnsitz außerhalb der Metropole, auch andere Möglichkeiten, sich zurückzuziehen und dem Alltag der großen Stadt zu entkommen: eine geräumige sich meist im Dachgeschoss befindende Loftwohnung, zum Beispiel.

2.1.2 Der Gentrifizierungs-Faktor: Recycling urbaner Architektur

Die britische Soziologin Ruth Glass verwendete den Begriff Gentrification 1964 zum ersten Mal in einem wissenschaftlichen Zusammenhang. Sie beschreibt damit einen Prozess, den sie in zahlreichen Arbeiterquartieren in der Londoner Innenstadt zu dieser Zeit beobachtet hat. Eine Aufwertungswelle, forciert durch den Einzug von Zugehörigen der kleinbürgerlichen Mittelschicht, ergriff diese Arbeiterquartiere.

[...]


1 Der Stadtsoziologe, Max Weber, beschreibt die Stadt, in seiner rein ökonomischen Definition, als Ansiedlung, deren Ansiedler zum überwiegenden Teil von dem gewerblichen Ertrag und händlerischem Erwerb leben (vgl. Weber nach Hengartner 1999: 219).

2 Ein Mensch, als Individuum ist einzigartig und unterscheidet sich von anderen Individuen. In diesem Zusammenhang, versucht die Identität eines Individuums die einmalige Persönlichkeitsstruktur, verbunden mit der Wahrnehmung, die andere von jener Struktur haben, zu erfassen. Jeder Mensch hat also Individualität durch die Einzigartigkeit seiner Persönlichkeit. Die Entstehung dieser Einzigartigkeit geschieht durch sprachliche dingliche Kommunikation mit anderen Persönlichkeiten über welche dann die Identität geformt wird (vgl. Krotz 2003: 32f).

3 In der Motivationspsychologie nach Schmalt nutzt ein Subjekt diese drei wesentlichen Motive für die Bewertungsdisposition in seiner Interaktion und Kommunikation mit Anderen (vgl. Schmalt/Langens 2009: 101f).

4 Nach Häußermann und Siebel wurde mit dem Bevölkerungswachstum (bedingt durch die Zuwanderung Arbeitssuchender, Jüngerer, Unverheirateter und Flüchtlingen aus der Kriegs- und Nachkriegszeit) der Innenstädte die Suburbanisierung zu einem dominanten Entwicklungsmuster der Großstädte. Besser verdienende Stadtbewohner wanderten in vorstädtische Regionen ab, um ihre Vorstellungen vom schönen Wohnen zu verwirklichen (vgl. Häußermann/Siebel 1987: 23ff).

5 Quelle dieser Zahlen, sind die UN: United Nations, Department of Economic and Social Affairs, Population Division, World Urbanization Prospects: The 2009 Revision, New York 2010 (laut dem Statistischen Bundesamt Deutschland).

6 Nach Bourdieu liegt der Habitus eines Menschen in den vom Umfeld vorgelebten und vom Individuum an sich selbst angepassten und angenommenen Denk-, Wahrnehmungs- und Handlungseigenschaften (vgl. Bourdieu 2001: 277ff).

7 In der Milieutheorie nach Schulze, ist ein soziales Milieu eine Gruppe von Menschen mit ungefähr gleichen subjektiven und situativen Merkmalen. Diese Merkmale sollen sich voneinander durch erhöhte Binnenkommunikation (verstärkt die Selbst- und Außenwahrnehmung durch persönliche Kontakte zu Angehörigen derselben Gruppe) abheben und die typischen Existenzformen aufweisen (vgl. Schulze 2005: 277ff).

4

8 In dieser Arbeit beziehe ich mich nur auf Deutschland und ein kurze Episode in Großbritannien, da die Untersuchungen der städtischen Identitätsbildung im gesamten europäischen Raum, oder sogar im Vergleich zu anderen Kontinenten, zwar höchst interessant sind, aber den Rahmen dieser Arbeit sprengen würden.

9 Im Bühnendrama von Karl Georg Büchner wird ein Soldat namens Franz Woyzeck, in seiner Lebenslage dargestellt, in welcher er sich durch das Erleben von diversen Ereignissen immer wieder fragt welcher der Zweck des menschlichen Daseins sei und woher der Mensch um seine Handlungsweisen gut oder böse, weiß.

10 Bollnow thematisiert mit dem hodologischen Raum eine menschliche Erfahrung in Ergänzung zu dem erlebten Raum. Der hodologische Raum ist nicht durch die Infrastruktur objektiver Wege gegliedert, sondern durch die persönlichen Wege die der Mensch hinterlegt hat. Sozusagen gelebte Erfahrungswege (vgl. Bollnow 1997: 191f).

11 Der Philosoph und Autor, Richard David Precht, führt in seinem zeitgenössischen Werk „Wer bin ich - und wenn ja, wie viele?“ den Leser an die häufig gestellte Frage, mit der Fülle des wissenschaftlichen Wissens über den Menschen, von der Hirnforschung über die Psychologie zur Philosophie, heran.

12 Laut Bourdieus Kulturtheorie besitzen Individuen diverse Potentiale verschiedener Art, die sie einsetzen und zum Teil umwandeln können: soziales (wird erworben durch Beziehungen zu und zwischen natürlichen Personen), kulturelles (durch Bildung und Erfahrungen), ökonomisches (durch den Besitz jeder Art von Ware oder Vermögen[Unternehmen, Grund und Boden, Geld, Aktien, Schmuck] und symbolisches (der Verfügungsgrad der anderen Kapitalsorten bedingt hier den möglichen Erwerb von Prestige, Reputation oder Privilegien) Kapital tragen zu den sozialen Unterschieden der Individuen bei (vgl. Bourdieu 2001: 174ff).

Ende der Leseprobe aus 64 Seiten

Details

Titel
Reproduktion urbaner Individualität. Wie bildet sich Identität im ökonomischen und städtischen Globalisierungsprozess?
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg  (Human Sciences)
Veranstaltung
Main
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
64
Katalognummer
V202767
ISBN (eBook)
9783668138766
ISBN (Buch)
9783668138773
Dateigröße
980 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
reproduktion, individualität, identität, globalisierungsprozess
Arbeit zitieren
Antje Lübbe (Autor), 2010, Reproduktion urbaner Individualität. Wie bildet sich Identität im ökonomischen und städtischen Globalisierungsprozess?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202767

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