Internate sind für unsere moderne Gesellschaft meistens als eine privilegierte Form der Bildungseinrichtungen anzusehen.
Doch wie kam es eigentlich zur Etablierung dieser besonderen Einrichtung? In dieser Hausarbeit wird auf den Gründungsgedanken von Internaten und deren Vorgängern, den Landschulheimen, eingegangen - das alles unter dem Bezug des Schaffens des Reformpädagogen Hermann Lietz.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Begriffsklärung
1.2 Hermann Lietz - ein biographischer Überblick
2 Die Zeit von 1889 bis 1945
2.1 1889 - 1900 - Die Idee der Landerziehungsheime
2.2 1900 bis 1919 - Verbreitung und Stabilisierung des Konzeptes
2.3 1919 - 1933 - Die Landerziehungsheimbewegung in der Weimarer Republik
2.4 1933 - 1945 - Der Lietz‘sche Gedanke und das Schulwesen zur Zeit des Nationalsozialismus
2.4.1 Die Nationalpolitische Erziehungsanstalt (NPEA)
2.4.2 Die Reichsschulen der NSDAP
2.4.3 Die Adolf - Hitler - Schulen
3 Das Internatswesen im 21. Jahrhundert
3.1 Staatliche Internate
3.2 Private Internate
3.3 Konfessionelle Internate
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die historische Entwicklung des deutschen Internatswesens zwischen 1900 und 1945 unter besonderer Berücksichtigung des Reformpädagogen Hermann Lietz und setzt diese in einen Vergleich zu aktuellen Internatsformen des 21. Jahrhunderts.
- Historische Entwicklung der Landerziehungsheime
- Biografie und pädagogische Konzepte von Hermann Lietz
- Einfluss der Ideologie des Nationalsozialismus auf das Schulwesen
- Vergleich von staatlichen, privaten und konfessionellen Internaten der Gegenwart
- Soziale Aspekte und Zugangsbedingungen zum Internatswesen
Auszug aus dem Buch
1.2 Hermann Lietz - ein biographischer Überblick
Der Pädagoge Hermann Lietz wurde am 28. April 1868 in Dumgenevitz auf der Insel Rügen geboren und lebte mit seinen Eltern auf dem kleinen Gut der Familie im selben Ort. Dort verbrachte er eine unbeschwerte Kindheit und wurde durch das Landleben nachhaltig positiv geprägt. Er besuchte bis zum Jahre 1888 das Gymnasium in Greifswald und Stralsund, ab 1888 nahm er das Studium der Theologie, Philosophie, Germanistik und Geschichte in Halle und Jena auf. Seine Referendarzeit absolvierte er ab 1893 in Putbus auf Rügen und bekam im Anschluss Stellen als Oberlehrer an einer Universitäts-Übungsschule von Wilhelm Rein und als stellvertretender Direktor an einer Privatschule in Kötzschenbroda bei Dresden. Über Wilhelm Rein lernte er den britischen Lehrer Dr. Cecil Reddie kennen und blieb von 1896 bis 1897 in dem von Reddie gegründeten Internat in Abbotsholme, England. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland veröffentlichte er eine Programmschrift mit dem Titel „Emlohstobba - Roman oder Wirklichkeit?“. Bei diesem Titel handelt es sich um das Anagramm des Ortsnamens Abbotsholme, in dem er Kritik an den normalen Schulen und dem Schulsystem in Deutschland übt. Hermann Lietz kritisierte deutlich den zu intensiv gesetzten Schwerpunkt der Schulen auf intelektuelle Leistungen und entwarf zeitgleich ein Schulmodel, welches die Schüler lehrt zu leben. Am 28. April 1898 folgte als Maßnahme die Gründung des ers-
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung erläutert das Ziel der Arbeit, die historische Entwicklung des Internatswesens von 1900 bis 1945 mit dem Schaffen von Hermann Lietz zu verknüpfen und modernen Internaten gegenüberzustellen, sowie die relevanten Begriffe zu definieren.
2 Die Zeit von 1889 bis 1945: In diesem Kapitel wird die Entstehung und Entwicklung der Landerziehungsheime unter Hermann Lietz sowie deren Transformation und Instrumentalisierung durch den Nationalsozialismus detailliert analysiert.
3 Das Internatswesen im 21. Jahrhundert: Hier werden heutige Internatsformen wie staatliche, private und konfessionelle Einrichtungen in Bezug auf ihre pädagogische Ausrichtung und Finanzierung untersucht.
4 Fazit: Das Fazit stellt fest, dass sich der freiheitliche Gedanke Lietz' trotz historischer Widerstände bis heute erhalten konnte und Internate als Orte der individuellen Persönlichkeitsbildung an Bedeutung gewonnen haben.
Schlüsselwörter
Internatswesen, Landerziehungsheime, Hermann Lietz, Reformpädagogik, Schulgeschichte, Nationalsozialismus, NPEA, Staatliche Internate, Private Internate, Konfessionelle Internate, Persönlichkeitsbildung, Erziehung, Bildungspolitik, Internatsvergleich, Elitebewusstsein
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung der deutschen Landerziehungsheime von 1889 bis 1945, insbesondere basierend auf den Ideen von Hermann Lietz, und vergleicht diese mit modernen Internatsformen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Reformpädagogik, die Auswirkungen des Nationalsozialismus auf das Schulwesen sowie die heutige Struktur staatlicher, privater und konfessioneller Internate.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die pädagogischen Konzepte Lietz' historisch einzuordnen und deren Weiterführung oder Veränderung in zeitgenössischen Internaten darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit nutzt eine historische Analyse von Primär- und Sekundärquellen zur Biografie von Hermann Lietz sowie einen vergleichenden Überblick über aktuelle Internatsstrukturen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Ära der Landerziehungsheime unter Lietz, die Zeit der Instrumentalisierung im Nationalsozialismus und die Analyse des heutigen Internatswesens.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Internatswesen, Landerziehungsheime, Hermann Lietz, Reformpädagogik, Elitebewusstsein und Bildungschancen.
Wie beeinflusste der Nationalsozialismus die Landerziehungsheime?
Das Internatswesen wurde zunehmend ideologisch gleichgeschaltet, die Individualpädagogik Lietz' durch das Prinzip des "Volkskörpers" und paramilitärische Ausbildung ersetzt.
Was unterscheidet moderne staatliche von privaten Internaten?
Staatliche Internate bieten eine kostengünstigere, staatlich geförderte Alternative mit Fokus auf Bildungsgerechtigkeit, während private Internate oft durch höhere Gebühren und ein spezifisches Prestige geprägt sind.
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- Richard Paul Unger (Author), 2011, Das Internatswesen in Deutschland von 1889 bis 1945, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202843