Aufgrund der Globalisierung und des technischen Fortschritts hat sich das wirtschaftliche Umfeld in den letzten Jahrzehnten für viele Unternehmen (UN) grundlegend gewandelt. Es herrscht ein enormer Wettbewerbsdruck, was für die UN bedeutet, dass sie auf die individuellen Nachfragewünsche der Kunden eingehen müssen, um diesem standhalten zu können. In Folge dessen werden viele hochwertige Produktvarianten in geringen Stückzahlen mit hohem Automatisierungsgrad gefertigt. Die Entwicklung des Marktes und die daraus resultierenden Veränderungen in Bezug auf die Produktion, Nachfrage und den Wettbewerb führen zwangsläufig auch zu einer Veränderung der Kosten- und Leistungsstrukturen. Die Fixkosten und der Gemeinkostenanteil an den Gesamtkosten steigen stetig und somit verlagert sich der Fokus der Kostenrechnung immer mehr in Richtung der indirekten Leistungsbereiche. Vorbereitende, planende, steuernde und überwachende Tätigkeiten haben stark zugenommen und deren Kosten sind vor allem von der Variantenvielfalt und der Produktionskom-plexität abhängig. Diese Abhängigkeiten können aber im Rahmen der Zuschlagskalkulation traditioneller Kostenrechnungssysteme nicht ausreichend berücksichtigt werden, da sie in keinem proportionalen Verhältnis zu ihnen stehen. Somit ist eine verursachungsgerechte Zuordnung der Kosten nur bedingt möglich und die Kostentransparenz im Gemeinkostenanteil sinkt. Angesichts der kontinuierlichen Erhöhung der Gemeinkosten (GK) ist dies jedoch sehr bedenklich. Als Konsequenz daraus entstehen unweigerlich Fehlkalkulationen. Um diese zu vermeiden bedarf es einer Erweiterung der Kostenrechnungssysteme, die am gesamten Wertschöpfungsprozess orientiert ist. Aus diesem Grund wurde die Prozesskostenrechnung (PKR) entwickelt. Sie soll die herkömmlichen Kostenrechnungssysteme ergänzen und an die heutigen Bedingungen anpassen, um die notwendige Kostentransparenz zurückzugewinnen und damit die Effizienz der UN zu erhöhen.
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
1 Einführung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Notwendigkeit der Prozesskostenrechnung
2.1 Ursachen des Gemeinkostenanstiegs
2.2 Mängel traditioneller Kostenrechnungssysteme
3 Grundlagen und Merkmale der Prozesskostenrechnung
3.1 Entwicklungshintergründe und Entstehung
3.2 Aufgaben und Zielsetzung
3.3 Charakteristika der Prozesskostenrechnung
3.4 Voraussetzungen zur Einführung der Prozesskostenrechnung
3.5 Einsatzgebiet der Prozesskostenrechnung
4 Methodik der Prozesskostenrechnung
4.1 Überblick über die Struktur der Prozesskostenrechnung
4.2 Ablauf der Prozesskostenrechnung
4.2.1 Abgrenzung des Untersuchungsbereichs
4.2.2 Tätigkeitsanalyse in den Kostenstellen
4.2.3 Bildung von Teilprozessen
4.2.4 Verdichtung der Teilprozesse auf Hauptprozesse
4.2.5 Anforderungen an Kostentreiber und ihre Bestimmung
4.2.6 Ermittlung der Prozesskostensätze
4.2.7 Kalkulation mit Hilfe der Prozesskostenrechnung
5 Kritische Beurteilung der Prozesskostenrechnung
5.1 Vorteile der Prozesskostenrechnung
5.2 Nachteile der Prozesskostenrechnung
6 Schlussbetrachtung
Anhang
Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Warum wurde die Prozesskostenrechnung (PKR) entwickelt?
Die PKR wurde entwickelt, um den steigenden Gemeinkostenanteil in modernen Unternehmen verursachungsgerechter zuzuordnen, was mit traditionellen Zuschlagskalkulationen oft nicht möglich war.
Was sind die Hauptursachen für den Gemeinkostenanstieg?
Hauptursachen sind die zunehmende Automatisierung, die Variantenvielfalt der Produkte und die wachsende Komplexität in Planung, Steuerung und Überwachung.
Wie läuft die Methodik der Prozesskostenrechnung ab?
Der Prozess umfasst die Tätigkeitsanalyse in Kostenstellen, die Bildung von Teil- und Hauptprozessen, die Bestimmung von Kostentreibern und die Ermittlung von Prozesskostensätzen.
Was ist ein "Kostentreiber" (Cost Driver)?
Ein Kostentreiber ist die Maßgröße, die den Ressourcenverbrauch eines Prozesses bestimmt (z. B. Anzahl der Bestellungen oder Maschinenstunden).
Welche Vorteile bietet die PKR gegenüber herkömmlichen Systemen?
Sie bietet eine höhere Kostentransparenz in den indirekten Bereichen, vermeidet Fehlkalkulationen bei komplexen Produkten und unterstützt das strategische Kostenmanagement.
- Arbeit zitieren
- Daphne Efremidis (Autor:in), 2009, Merkmale und Methodik der Prozesskostenrechnung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203072